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Krankenversicherung nach der Trennung: Illustration zum Thema

Krankenversicherung nach der Trennung: was wann endet

Samira HarkatSamira HarkatStand: 16. Oktober 2026

Das Wichtigste

Deine Familienversicherung endet nicht mit dem Auszug. Sie endet erst, wenn die Scheidung rechtskräftig ist.

Danach bist du automatisch weiterversichert. Du musst nichts unterschreiben – aber du musst dich melden, sonst zahlst du zu viel.

Der Mindestbeitrag liegt 2026 bei rund 270 Euro im Monat. Auch ohne eigenes Einkommen.

Die Lage

Zwischen Auszug und Scheidung liegt mehr Zeit, als du denkst

Und in dieser Zeit ändert sich bei der Krankenkasse nichts.

Rund 130.100 Ehen wurden 2025 in Deutschland geschieden. Vor einer Scheidung steht in der Regel ein Trennungsjahr, so Paragraf 1565 BGB.

Das Trennungsjahr ist für die Krankenkasse irrelevant. Solange ihr verheiratet seid, bleibt die Familienversicherung bestehen.

Der Tag, der zählt, ist der Tag der Rechtskraft. Nicht der Tag des Auszugs.

Das ist eine gute Nachricht. Du hast Zeit, dich vorzubereiten. Vorausgesetzt, du weißt, worauf.


Wenn du gesetzlich mitversichert warst

Du bleibst automatisch versichert

Paragraf 188 Absatz 4 SGB V.

Endet deine Familienversicherung, rutschst du in die obligatorische Anschlussversicherung. Deine Kasse versichert dich freiwillig weiter, ohne dass du etwas tun musst.

Das klingt bequem. Es ist eine Falle, wenn du dich nicht meldest.

Denn ohne deine Angaben schätzt die Kasse dein Einkommen. Sie setzt im Zweifel die Beitragsbemessungsgrenze an – also das Maximum.

Achtung

Melde dich bei deiner Kasse, sobald die Scheidung rechtskräftig ist. Wer das versäumt, kann Beitragsbescheide über mehrere hundert Euro zu viel bekommen – und muss sie erst mühsam korrigieren lassen.

Der Beitrag richtet sich danach, was du hast. Nach unten gibt es aber eine Grenze.

Mindestbeitrag 2026, Beispielrechnung

Mindestbemessungsgrundlage1.318,33 €

Krankenversicherung, ermäßigt 16,9 Prozent222,80 €

Pflegeversicherung mit Kind, 3,6 Prozent47,46 €

Monatsbeitrag270,26 €

Der genaue Betrag hängt vom Zusatzbeitrag deiner Kasse ab und davon, wie viele Kinder du hast. Gerechnet ist mit dem ermäßigten Satz von 14,0 Prozent nach Paragraf 243 SGB V, weil du ohne Arbeit keinen Anspruch auf Krankengeld hast, plus 2,9 Prozent durchschnittlichem Zusatzbeitrag.

Diesen Beitrag zahlst du auch dann, wenn du gar kein eigenes Einkommen hast.

Tipp

Nimmst du einen Job auf, der mehr als 603 Euro im Monat bringt, wirst du pflichtversichert. Dann zahlt dein Arbeitgeber die Hälfte, und der Mindestbeitrag ist weg.


Wenn er privat versichert war

Die Scheidung kann deine Kinder zurückholen

Paragraf 10 Absatz 3 SGB V.

Es gibt eine Regel, die teuer werden kann: Ist ein Elternteil privat versichert, verdient mehr als der gesetzlich versicherte und liegt über der Versicherungspflichtgrenze, dürfen die Kinder nicht in die Familienversicherung.

Sie müssen privat versichert werden. Mit eigenem Beitrag für jedes Kind.

Diese Regel gilt nur für Ehegatten. Mit der Rechtskraft der Scheidung fällt sie weg.

Während der Ehe

Er verdient mehr und ist privat versichert.

Die Kinder sind von deiner Familienversicherung ausgeschlossen.

Eigener PKV-Beitrag je Kind.

Nach der Scheidung

Der Ausschluss gilt nur für Ehegatten.

Die Kinder können beitragsfrei zu dir in die Familienversicherung.

Voraussetzung: Du bist gesetzlich versichert.

Das ist einer der wenigen Punkte, an denen eine Scheidung Geld spart.

Die private Versicherung der Kinder kannst du nach Paragraf 205 Absatz 2 VVG kündigen. Du hast dafür drei Monate ab Beginn der Familienversicherung.

Die Kündigung wirkt rückwirkend. Zu viel gezahlte Beiträge bekommst du zurück.

Achtung

Wer die drei Monate verpasst, kann nicht mehr rückwirkend kündigen. Die Kündigung wirkt dann erst zum Ende des Monats, in dem du die Familienversicherung nachweist. Bis dahin zahlst du weiter. Setz dir den Termin in den Kalender, bevor das Urteil kommt.


Wenn du selbst privat versichert warst

Der Weg zurück ist versperrt

Hier wird es unangenehm.

Warst du über deinen Mann privat versichert, hattest du einen eigenen Vertrag. Der läuft nach der Scheidung weiter, mit deinem eigenen Beitrag.

Zurück in die gesetzliche Kasse kommst du nur über einen dieser Wege:

  • Du nimmst einen Job an, der unter der Versicherungspflichtgrenze liegt
  • Du wirst arbeitslos und beziehst Arbeitslosengeld
  • Du heiratest neu und wirst dort familienversichert

Ab 55 Jahren ist der Weg in die gesetzliche Kasse in der Regel versperrt, so Paragraf 6 Absatz 3a SGB V. Dann bleibt nur der Basistarif.

Basistarif 2026

Höchstbeitrag1.017,18 €

Bei nachgewiesener Hilfebedürftigkeit508,59 €

Der Basistarif ist ein Auffangnetz, kein guter Tarif. Die Leistungen entsprechen der gesetzlichen Kasse, der Beitrag kann bis zum Höchstbeitrag gehen.

Tipp

Bevor du in den Basistarif wechselst: Prüfe den Standardtarif und einen internen Tarifwechsel nach Paragraf 204 VVG. Beides behält deine Altersrückstellungen und kann günstiger sein.


Das Geld

Krankenvorsorgeunterhalt: der Posten, den keiner nennt

Paragraf 1578 Absatz 2 BGB.

Wenn dir Unterhalt zusteht, gehören die Kosten deiner Krankenversicherung dazu. Als eigener Posten, zusätzlich zum Elementarunterhalt.

Dasselbe gilt für die Altersvorsorge. Das heißt Altersvorsorgeunterhalt und steht im selben Paragrafen.

Beide Posten musst du ausdrücklich geltend machen. Sie werden nicht automatisch mitgerechnet.

Ab Rechtskraft der Scheidung gilt das. Im Trennungsjahr ist die Rechtslage enger, weil du da noch familienversichert bist.


Deine Schritte

Was du vor dem Scheidungstermin erledigst

Vier Schritte, alle vor dem Urteil.

  1. Kasse anrufenSag, dass die Scheidung ansteht. Frag nach dem Formular für die Einkommenserklärung.
  2. Kinder klärenWaren sie wegen Paragraf 10 Absatz 3 privat versichert? Dann können sie zu dir zurück.
  3. Drei-Monats-Frist notierenFür die Kündigung der privaten Verträge nach Paragraf 205 Absatz 2 VVG.
  4. Vorsorgeunterhalt ansprechenKranken- und Altersvorsorgeunterhalt gehören auf die Liste deiner Anwältin.

Häufige Fragen

Bin ich im Trennungsjahr noch mitversichert?

Ja. Die Familienversicherung endet erst mit der Rechtskraft der Scheidung, nicht mit dem Auszug oder dem Beginn des Trennungsjahres.

Was passiert, wenn ich mich nicht bei der Kasse melde?

Du bist trotzdem versichert, über die obligatorische Anschlussversicherung. Ohne deine Einkommensangaben setzt die Kasse aber den Höchstbeitrag an.

Können meine Kinder nach der Scheidung zu mir in die Kasse?

Ja, wenn du gesetzlich versichert bist. Der Ausschluss nach Paragraf 10 Absatz 3 SGB V gilt nur für Ehegatten und fällt mit der Scheidung weg.

Ich bin privat versichert. Komme ich zurück in die gesetzliche Kasse?

Nur über Versicherungspflicht: eine Anstellung unter der Versicherungspflichtgrenze, Arbeitslosengeld oder eine neue Familienversicherung. Ab 55 ist dieser Weg in der Regel versperrt.

Muss mein Ex-Mann meine Beiträge zahlen?

Wenn dir Unterhalt zusteht, gehören die Krankenversicherungskosten als Krankenvorsorgeunterhalt dazu. Das musst du ausdrücklich geltend machen.

Du stehst vor der Trennung und willst wissen, was dich die Krankenversicherung danach kostet? Wir rechnen deine Situation einmal durch, bevor der Termin kommt.

Termin vereinbaren

Quellen: Paragraf 10 Absatz 3, Paragraf 188 Absatz 4, Paragraf 240 SGB V; Paragraf 204, 205 Absatz 2 VVG; Paragraf 1578 Absatz 2 BGB; GKV-Spitzenverband, Beitragsbemessung 2026; Paragraf 6 Absatz 3a und Paragraf 243 SGB V; Paragraf 152 VAG, Basistarif; Paragraf 1565 BGB; Statistisches Bundesamt: 0,6 % mehr Scheidungen im Jahr 2025, Stand 26.06.2026, geprüft am 16.10.2026. Zuletzt geprüft am 16.10.2026.

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