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Titelbild zur Elementarschadenversicherung: ein Haus unter einem goldenen Schirm, über ihm eine Regenwolke, unten steigendes Wasser, daneben eine Person mit Gummistiefeln.

Elementarschadenversicherung: Starkregen, Hochwasser, Kosten

Samira HarkatSamira HarkatStand: 16. Oktober 2026

Ein Gewitter steht eine Stunde über deinem Ort. Die Kanalisation läuft voll, Wasser drückt aus dem Bodenablauf im Keller und steigt über die Kellertreppe. Kein Fluss in der Nähe, kein Rohr geplatzt. Genau für solche Schäden gibt es die Elementarschadenversicherung. Ohne sie zahlt weder die normale Wohngebäude- noch die Hausratversicherung.

Laut Stiftung Warentest fehlt dieser Schutz bei knapp der Hälfte aller Wohngebäude, vor allem in Altverträgen, Stand: September 2026. Die Lücke fällt womöglich erst auf, wenn das Wasser schon im Haus steht.

Hier liest du, welche Naturgefahren versichert sind, wie die Versicherer dein Risiko einstufen, was der Schutz kostet und wie es um die geplante Pflicht steht. Auch für Mieterinnen und Mieter, denn ihr Hausrat im Keller ist genauso betroffen.

Betrifft dich, wenn du ein Zuhause kaufst du in Immobilien investierst du erbst ihr zusammenzieht

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Elementarschadenversicherung ist ein Zusatzbaustein zur Wohngebäude- und zur Hausratversicherung. Sie zahlt bei Starkregen, Überschwemmung, Rückstau, Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen und Vulkanausbruch.
  • Was genau versichert ist, steht in deinen Bedingungen. Sturmflut und Grundwasser können ausgeschlossen oder eingeschränkt sein.
  • Den Preis bestimmt vor allem die Lage. Die Versicherer nutzen dafür das Zonierungssystem ZÜRS. Nur rund 1,5 Prozent der Adressen liegen laut Stiftung Warentest in den beiden höchsten Hochwasserklassen, Stand: September 2026.
  • Bei Elementargefahren kann laut Stiftung Warentest ein Selbstbehalt gelten, beim Wechsel auch eine Wartezeit. Elementarschutz gibt es oft nur mit eingebauter Rückstauklappe.
  • Eine Pflicht gibt es nicht. Forderungen danach blieben laut Stiftung Warentest bisher ohne Erfolg, Stand: September 2026.
Inhalt
  1. Was ist eine Elementarschadenversicherung?
  2. Welche Naturgefahren versichert sind und welche nicht
  3. Was gilt ohne Elementarschutz?
  4. Wie das Zonierungssystem ZÜRS dein Risiko einstuft
  5. Kommt die Pflicht zur Elementarversicherung? Der Stand im Oktober 2026
  6. Elementarschutz in der Hausratversicherung: warum er auch beim Mieten zählt
  7. Worauf es im Vertrag beim Elementarschutz ankommt
  8. Was eine Elementarschadenversicherung kostet
  9. So schließt du eine Elementarschadenversicherung ab
  10. Wenn nach Starkregen Wasser im Haus steht: so bekommst du dein Geld
  11. Was beim Elementarschutz als Nächstes zählt
  12. Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Elementarschadenversicherung?

Die kurze Antwort: Sie ist eine Erweiterung deiner Wohngebäude- oder Hausratversicherung um Naturgefahren, die dort sonst fehlen. Sie zahlt, wenn Wasser von außen, Schnee, Erdbewegungen oder ein Erdbeben dein Haus oder deine Sachen beschädigen.

Du schließt sie als Baustein zu einem bestehenden Vertrag ab. In der Wohngebäudeversicherung schützt sie das Gebäude selbst: Wände, Estrich, Heizung, Elektrik, Fenster und Türen. In der Hausratversicherung schützt sie alles Bewegliche: Möbel, Kleidung, Geräte und die Kisten im Keller.

Wichtig ist die Abgrenzung zum Leitungswasser. Platzt ein Rohr im Haus, zahlt die normale Wohngebäude- und Hausratversicherung. Kommt das Wasser dagegen von außen oder drückt es aus der Kanalisation zurück, ist es ein Elementarschaden. Das gilt auch dann, wenn es durch dieselben Abflussrohre ins Haus kommt.

Sturm und Hagel sind dagegen schon im Grundschutz der Wohngebäudeversicherung enthalten. Die Lücke liegt also beim Wasser von außen und den anderen Naturgefahren. Die Versicherer sprechen deshalb auch von weiteren Elementargefahren, weil Sturm und Hagel im engeren Sinn ebenfalls Naturgefahren sind.

Welche Naturgefahren versichert sind und welche nicht

Die Definitionen stehen in den Bedingungen deines Vertrags. Die Tabelle zeigt typische Formulierungen. Dein Vertrag kann davon abweichen.

GefahrWas typischerweise gemeint istTypischer Fall
ÜberschwemmungGrund und Boden deines Grundstücks oder direkt daneben wird überflutet, durch ein über die Ufer tretendes Gewässer, durch Niederschlag oder durch Grundwasser, das deshalb an die Oberfläche trittStarkregen fließt vom Hang über die Terrasse ins Erdgeschoss
RückstauWasser dringt durch die gebäudeeigenen Ableitungsrohre ins Haus, weil ein Gewässer über die Ufer tritt oder Niederschlag die Kanalisation überlastetWasser drückt aus Bodenablauf, Dusche oder Toilette im Keller
ErdbebenNaturbedingte Erschütterung des Bodens, ausgelöst im ErdinnerenRisse in tragenden Wänden nach einem Beben
ErdsenkungNaturbedingte Absenkung des Bodens über natürlichen HohlräumenDer Boden unter dem Anbau sackt über einem Hohlraum ab
ErdrutschErd- oder Gesteinsmassen rutschen oder stürzen naturbedingt abNach Dauerregen rutscht der Hang gegen die Hauswand
SchneedruckDas Gewicht von Schnee oder Eis, auch Schnee, der vom Dach rutschtDas Flachdach gibt unter nassem Schnee nach
LawinenSchnee- oder Eismassen, die an Berghängen niedergehenEine Lawine trifft ein Haus in den Alpen
VulkanausbruchDruckentladung beim Aufreißen der Erdkruste mit Lava, Asche oder GasIn Deutschland selten

Erdsenkung meint nur natürliche Hohlräume. Schäden durch Bergbau gehören nicht dazu.

Was ausdrücklich nicht versichert ist

Bedingungen können Sturmflut ausschließen. Wer direkt an der Küste wohnt, prüft das besonders genau. Grundwasser ist je nach Vertrag nur versichert, wenn es durch Niederschlag oder Hochwasser an die Oberfläche steigt. Drückt es einfach durch eine undichte Kellerwand, zahlt der Versicherer womöglich nicht.

Ebenfalls ausgeschlossen sind Schäden durch Trockenheit, etwa Risse, weil der Boden im Sommer schrumpft. Dazu kommen Schäden, weil Wasser durch nicht geschlossene Öffnungen eindringt, zum Beispiel durch ein offen gelassenes Kellerfenster. Hat erst der Starkregen das Fenster eingedrückt, ist der Schaden dagegen versichert.

Beim Hausrat gilt der Schutz nur für Sachen in Gebäuden. Das Fahrrad im Hof oder die Gartenmöbel auf der Wiese sind nicht über Elementar versichert. Gebäude, die noch nicht bezugsfertig sind, können ebenfalls ausgeschlossen sein. Während der Bauzeit brauchst du darum eine eigene Lösung.

Dein Auto ist kein Fall für diesen Baustein. Überflutet ein Unwetter die Tiefgarage, zahlt nach Angaben der Verbraucherzentrale in der Regel die Teilkasko, Stand: August 2026. Mehr dazu auf unserer Seite zur Kfz-Versicherung.

Was gilt ohne Elementarschutz?

Ohne Elementarbaustein zahlst du Schäden durch Starkregen, Hochwasser oder Rückstau selbst. Weder die Wohngebäude- noch die Hausratversicherung springen ein, auch wenn du beide hast. Und der Staat hilft nur unsicher.

Staatliche Hilfen: kein Anspruch, keine Planungssicherheit

Nach großen Fluten haben Bund und Länder Hilfsfonds aufgelegt, etwa nach der Flut im Ahrtal 2021. Einen Rechtsanspruch darauf gibt es nicht. Ob, wann und wie viel gezahlt wird, entscheidet die Politik nach jedem Ereignis neu.

Manche Länder ziehen eine klare Linie. Bayern zahlt seit Juli 2019 nach Naturkatastrophen grundsätzlich keine Soforthilfen mehr für Gebäude, die versicherbar gewesen wären. Nur in Härtefällen wird im Einzelfall geholfen, so das bayerische Wirtschaftsministerium. Wer sich auf den Staat verlässt, verlässt sich auf eine Entscheidung, die noch niemand getroffen hat.

Für Mieterinnen und Mieter gilt dasselbe beim Hausrat. Die Gebäudeversicherung deiner Vermieterin oder deines Vermieters zahlt nie für deine Möbel. Für Rücklagen, die einen Elementarschaden ersetzen könnten, kann ein Notgroschen zu klein sein.

Wie das Zonierungssystem ZÜRS dein Risiko einstuft

Die kurze Antwort: ZÜRS ordnet jede Adresse in Deutschland einer Gefährdungsklasse für Hochwasser und einer für Starkregen zu. Danach richten sich Preis, Selbstbehalt und manchmal die Frage, ob ein Versicherer überhaupt anbietet.

ZÜRS steht für Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen.

Die vier Hochwasserklassen

Für Flusshochwasser kennt ZÜRS vier Gefährdungsklassen. Je höher die Klasse, desto häufiger ist dort statistisch mit Hochwasser zu rechnen.

Die gute Nachricht: In den beiden höchsten Klassen liegen laut Stiftung Warentest nur rund 1,5 Prozent aller Adressen, Stand: September 2026. Die große Mehrheit der Adressen liegt also in den unteren Klassen.

Die drei Starkregenklassen

Starkregen kann überall fallen, auch weit weg von jedem Fluss. Darum stuft ZÜRS auch das Starkregenrisiko ein.

Die Klasse deines Hauses erfährst du vom Versicherer.

Gut zu wissen

Deine genaue ZÜRS-Klasse nennt dir ein Versicherer. Frag beim Angebot ausdrücklich danach.

Kommt die Pflicht zur Elementarversicherung? Der Stand im Oktober 2026

Die kurze Antwort: Nein. Ein Gesetz gibt es nicht. Forderungen nach einer Pflicht blieben laut Stiftung Warentest bisher ohne Erfolg, Stand: September 2026. Ob und wann sich das ändert, ist offen.

Wie viele Häuser heute schon geschützt sind

Laut Stiftung Warentest fehlt der Schutz bei knapp der Hälfte aller Wohngebäude, vor allem in Altverträgen. In Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Bayern ist weniger als die Hälfte der Gebäude geschützt, Stand: September 2026.

Wer heute ohne Schutz ist, sollte nicht auf ein Gesetz warten. Bis es gilt, trägst du Starkregen und Rückstau allein.

Elementarschutz in der Hausratversicherung: warum er auch beim Mieten zählt

Die kurze Antwort: Ja, auch als Mieterin oder Mieter brauchst du Elementarschutz, wenn du Sachen im Keller, im Erdgeschoss oder im Souterrain hast. Die Elementarversicherung des Hauses zahlt nur für das Gebäude, nie für deinen Hausrat.

Auch wer im dritten Stock wohnt, hat womöglich einen Kellerraum. Dort stehen Fahrrad, Winterreifen, Umzugskartons und Erinnerungen. Laut Stiftung Warentest kann Elementarschutz auch in der Hausratversicherung sinnvoll sein, Stand: September 2026.

„Lisa Logisch ist unsere Beispielperson. Sie ist erfunden, ihr Verlauf ist alltagsecht.“ Lisa ist 31, Projektmanagerin und wohnt in einer Mietwohnung mit 60 Quadratmetern. Ihren Hausrat hat sie mit 39.000 Euro versichert, 650 Euro je Quadratmeter. In ihrem Kellerabteil stehen ihr Trekkingrad für 1.200 Euro, Campingausrüstung für ihre Reisen und Kisten mit Büchern.

Nach einem Sommergewitter steht der Keller 40 Zentimeter unter Wasser. Rad, Zelt, Schlafsäcke und Bücher sind hinüber, zusammen rund 2.600 Euro Neuwert. Mit Elementarbaustein bekommt Lisa den Neuwert abzüglich ihres Selbstbehalts. Ohne Baustein bekommt sie nichts, auch wenn sie eine Hausratversicherung hat. Die Summe müsste sie aus ihrem Tagesgeld nehmen.

Ein Detail zählt dabei: Hätte Lisa ihr Rad im Hof abgestellt, wäre es auch mit Elementarschutz nicht versichert. Der Baustein gilt nur für Sachen in Gebäuden.

Worauf es im Vertrag beim Elementarschutz ankommt

Elementarschutz ist nicht gleich Elementarschutz. Selbstbehalt, Wartezeit und Bedingungen zum Rückstau entscheiden darüber, wie viel im Schaden wirklich ankommt. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Punkte.

MerkmalWorauf du achtestWarum es zählt
SelbstbehaltHöhe passend zu deinen Rücklagen, fester Betrag oder Prozentsatz mit HöchstgrenzeBei Elementar kann laut Stiftung Warentest ein eigener Selbstbehalt gelten
WartezeitMöglichst keine Wartezeit beim Wechsel aus einem Vertrag mit ElementarschutzIn der Wartezeit zahlt der Versicherer für Elementarschäden nicht
RückstauKlare Regel, welche Rückstausicherung verlangt wird und wie sie gewartet werden mussFehlt sie, kann der Versicherer kürzen
ÜberschwemmungAuch Wasser, das ohne Ausuferung eines Gewässers über das Grundstück fließtStarkregen kann auch fern von Gewässern Schäden anrichten
Keller und NebengebäudeGarage, Carport und Gartenhaus ausdrücklich mitversichertNebengebäude können im Grundvertrag fehlen
Versicherte KostenAufräumen, Trocknung, Hotel oder Mietausfall in ausreichender HöheTrocknen kann bei Wasserschäden Wochen dauern
Grobe FahrlässigkeitVerzicht auf Kürzung, auch für die ElementargefahrenSonst darf der Versicherer nach § 81 VVG kürzen

Der Selbstbehalt: dein Anteil an jedem Elementarschaden

Laut Stiftung Warentest gibt es bei Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel keinen generellen Selbstbehalt, bei Elementargefahren aber schon, Stand: September 2026. Möglich ist ein fester Betrag oder ein Prozentsatz des Schadens mit Mindest- und Höchstbetrag. In gefährdeten Lagen kann er höher sein.

Ein höherer Selbstbehalt senkt den Beitrag. Er sollte aber zu deinen Rücklagen passen. Ein Selbstbehalt, den du im Ernstfall nicht zahlen kannst, ist keine Ersparnis.

Die Wartezeit: warum Abschluss bei Unwetterwarnung nicht hilft

Verträge können für Elementargefahren eine Wartezeit vorsehen. Das ist die Zeit nach Vertragsbeginn, in der noch kein Schutz besteht. So verhindern Versicherer, dass jemand erst abschließt, wenn das Unwetter schon angekündigt ist. Die Dauer steht in deinen Bedingungen.

Wechselst du den Versicherer, kann die Wartezeit nur für Elementar neu anfangen, so die Stiftung Warentest. Manche Tarife verzichten darauf, wenn du nachweist, dass du vorher schon Elementarschutz hattest. Kündige deinen alten Vertrag darum erst, wenn der neue ohne Lücke anschließt.

Rückstausicherung und andere Pflichten

Eine Rückstauklappe ist ein Verschluss in der Abwasserleitung. Sie verhindert, dass Wasser aus der überlasteten Kanalisation ins Haus drückt. Laut Stiftung Warentest gibt es Elementarschutz oft nur mit eingebauter Rückstauklappe, Stand: September 2026.

Solche Pflichten heißen Obliegenheiten. Verletzt du sie grob fahrlässig, darf der Versicherer nach § 28 VVG kürzen. Bei Vorsatz zahlt er nichts. Er muss aber zahlen, wenn die Pflichtverletzung den Schaden nicht verursacht hat. Lass die Klappe darum regelmäßig warten und heb den Nachweis auf.

Samira Harkat, Versicherungsmaklerin

Samiras Blick

Samira Harkat

„Ich erlebe Verträge, die nach dem Abschluss nie wieder geprüft wurden.“

Beim Elementarschutz zeigt sich das deutlich. Laut Stiftung Warentest fehlt der Schutz vor allem in Altverträgen.

Was eine Elementarschadenversicherung kostet

Die kurze Antwort: In wenig gefährdeten Lagen bieten laut Stiftung Warentest viele Tarife Elementarschutz für ein Einfamilienhaus für deutlich unter 100 Euro im Jahr. In Hochwasserlagen kann er deutlich teurer oder schwer zu bekommen sein.

Die Stiftung Warentest hat im September 2026 Wohngebäudetarife mit Elementarschutz für ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern verglichen. Viele Tarife boten Elementarschutz in ZÜRS-Klasse 1 schon für deutlich unter 100 Euro im Jahr. Der gesamte Wohngebäudeschutz mit Elementar kostete bei sehr guten Tarifen am günstigen Standort Regensburg ab 635 Euro, am teureren Standort Bremen ab 695 Euro im Jahr.

Den Preis bestimmen vor allem die ZÜRS-Klassen für Hochwasser und Starkregen, der Wert des Gebäudes, Keller und Bauweise, frühere Schäden und die Höhe des Selbstbehalts. Bauliche Vorsorge kann helfen: Eine Rückstauklappe, erhöhte Eingänge oder abgedichtete Kellerfenster senken das Risiko. Manche Versicherer berücksichtigen das bei der Einstufung.

Beim Hausrat ist der Elementarbaustein ein Aufschlag auf den Beitrag. Manche Tarife enthalten ihn schon. Steuerlich gilt: Für dein selbst bewohntes Haus kannst du den Beitrag nicht absetzen. Bei vermieteten Häusern dürfen Vermieterinnen und Vermieter die Kosten der Gebäudeversicherung samt Elementar nach § 2 Nr. 13 Betriebskostenverordnung auf die Nebenkosten umlegen.

Wenn du in einer Hochrisikolage keinen Schutz findest

Lehnt ein Versicherer ab, ist das nicht das letzte Wort. Andere Versicherer können Lage und Gebäude anders bewerten. Es kann helfen, Vorsorge am Haus nachzuweisen und einen höheren Selbstbehalt anzubieten. Eine Maklerin oder ein Makler kann mehrere Versicherer gleichzeitig anfragen.

So schließt du eine Elementarschadenversicherung ab

Am einfachsten ergänzt du deinen bestehenden Vertrag um den Baustein. Frag deinen Versicherer, ob das möglich ist und zu welchem Beitrag. Gesundheitsfragen gibt es keine. Gefragt wird nach der Adresse, nach Keller und Bauweise und nach Vorschäden durch Wasser in den letzten Jahren. Beantworte diese Fragen genau, denn falsche Angaben können den Schutz kosten.

Ist der Baustein in deinem Vertrag nicht möglich oder zu teuer, lohnt ein Vergleich des ganzen Vertrags. Achte dabei auf die Punkte aus der Tabelle oben, nicht nur auf den Preis.

Stell dir vor: Lisa kauft eine Eigentumswohnung in einem Haus mit zwölf Parteien. Die Gebäudeversicherung schließt die Gemeinschaft der Eigentümerinnen und Eigentümer ab, nicht Lisa allein. Ob Elementar dazugehört, entscheidet die Eigentümerversammlung. Lisa sollte darum vor dem Kauf die Unterlagen der Verwaltung lesen und nach dem Kauf auf ihrer ersten Versammlung nach dem Baustein fragen.

Ist er drin, gilt auch beim Selbstbehalt ein Urteil des Bundesgerichtshofs vom 16.09.2022, Aktenzeichen V ZR 69/21: Den Selbstbehalt tragen grundsätzlich alle nach ihren Anteilen. Bei 5.000 Euro Selbstbehalt und einem Anteil von 60 Tausendsteln zahlt Lisa 300 Euro, auch wenn nur der Keller nass war. Ihre Sachen im Kellerabteil schützt weiter nur ihre eigene Hausratversicherung mit Elementar.

Wenn nach Starkregen Wasser im Haus steht: so bekommst du dein Geld

Nach einem Elementarschaden zählt, was du in den ersten Stunden tust. Die Verbraucherzentrale fasst es in drei Worte: sichern, dokumentieren, informieren, Stand: August 2026.

  • Während das Wasser steigtBring dich und andere in Sicherheit. Schalte den Strom im betroffenen Bereich ab und betritt keinen überfluteten Keller mit laufender Elektrik.
  • Sobald es sinktFotografiere und filme alles, bevor du aufräumst: Wasserstand, Schäden, Ursache, beschädigte Sachen. Dann beginnst du, das Wasser abzupumpen und Sachen ins Trockene zu bringen.
  • Am selben TagMelde den Schaden bei deiner Wohngebäude- und bei deiner Hausratversicherung. Wirf nichts weg, was der Versicherer noch sehen könnte, und lass nicht vorschnell reparieren.
  • In den Wochen danachTrocknung, Gutachten und Reparatur folgen. Bei großen Schäden schickt der Versicherer eine Sachverständige oder einen Sachverständigen. Bewahre alle Rechnungen auf.

Du bist verpflichtet, den Schaden so klein wie möglich zu halten. Das regelt § 82 VVG. Die Kosten dafür, etwa für Pumpen oder eine Notabdichtung, ersetzt der Versicherer nach § 83 VVG, auch wenn sie am Ende nicht geholfen haben.

Ein Elementarschaden kann sich über Wochen ziehen. Estrich und Wände müssen trocknen, bevor repariert werden kann. Bist du mit der Höhe der Entschädigung nicht einverstanden, können Bedingungen ein Sachverständigenverfahren vorsehen. Dabei benennen beide Seiten je eine Sachverständige oder einen Sachverständigen.

Nach einem Schaden dürfen beide Seiten den Vertrag kündigen. So steht es in § 92 VVG. Die Kündigung ist nur bis einen Monat nach Abschluss der Verhandlungen über die Entschädigung möglich, der Versicherer muss eine Frist von einem Monat einhalten. In einer Hochrisikolage kann es danach schwer werden, neuen Schutz zu finden. Darum lohnt nach einem Schaden die Vorsorge am Haus doppelt.

Was beim Elementarschutz als Nächstes zählt

Beim Elementarschutz zählt zuerst eine einfache Frage: Ist er in deinen Verträgen enthalten? In der Wohngebäudeversicherung, in der Hausratversicherung und bei einer Eigentumswohnung im Vertrag der Gemeinschaft. Die Antwort steht im Versicherungsschein, zum Beispiel unter Elementar, weitere Naturgefahren oder erweiterte Elementarschäden.

Danach zählen die Details, die im Schaden über dein Geld entscheiden: Selbstbehalt, Wartezeit, Rückstausicherung und Nebengebäude. Eine Pflicht gibt es nicht, Stand: Oktober 2026. Wenn du deine Verträge dabei nicht allein durchgehen möchtest, schauen wir sie gern gemeinsam an.

Lass uns deinen Elementarschutz einmal durchgehen.

Die Prüfung ist unabhängig davon, ob am Ende ein neuer Vertrag steht. Ein alter Vertrag mit Lücken kann besser sein als ein neuer mit neuen Gesundheitsfragen.

Vertrag prüfen lassen

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Beratung durch die FemininFinance GmbH & Co. KG, Versicherungsmaklerin nach § 34d Abs. 1 GewO, Register-Nr. D-TAJS-4I8JO-48, und ihre Kooperationspartner:innen mit eigener Erlaubnis und eigener Registrierung bei der IHK.

Häufig gestellte Fragen

Nach einem Gewitter drückt Wasser aus dem Abfluss im Keller hoch. Zahlt meine Versicherung?

Das ist ein Rückstau. Versichert ist er nur mit dem Baustein Elementarschaden, in der Wohngebäudeversicherung für das Gebäude und in der Hausratversicherung für deine Sachen. Laut Stiftung Warentest gibt es Elementarschutz oft nur mit eingebauter Rückstauklappe. Fehlt sie, kann der Versicherer kürzen.

Ich wohne zur Miete im dritten Stock. Brauche ich Elementarschutz?

Wenn du einen Kellerraum hast, kann er sinnvoll sein. Dort stehen zum Beispiel Fahrrad, Kartons und Vorräte. Die Versicherung des Hauses zahlt nur für das Gebäude, nie für deine Sachen. Ohne Elementarbaustein in deiner Hausratversicherung trägst du den Schaden selbst. Sachen im Hof oder im Garten sind auch mit Baustein nicht versichert.

Unser Haus liegt an der Nordsee und eine Sturmflut hat das Erdgeschoss geflutet. Wer zahlt?

Sturmflut kann auch mit Elementarbaustein ausgeschlossen sein. Prüf deine Bedingungen. Schäden durch Wind am Dach zahlt die Sturmversicherung laut Stiftung Warentest ab Windstärke 8. Auf staatliche Hilfe gibt es keinen Anspruch.

Unter dem vielen Schnee ist das Dach unseres Carports eingebrochen. Ist das versichert?

Schneedruck gehört zum Elementarschutz. Der Carport ist aber nur versichert, wenn er im Vertrag als Nebengebäude mitversichert ist. Steht beides im Vertrag, zahlt der Versicherer abzüglich des Selbstbehalts.

Ist die Elementarschadenversicherung Pflicht?

Nein, Stand Oktober 2026. Forderungen nach einer Pflicht blieben laut Stiftung Warentest bisher ohne Erfolg. Ob und wann sich das ändert, ist offen.

Bekomme ich Geld vom Staat, wenn ich keine Elementarversicherung habe?

Darauf gibt es keinen Anspruch. Nach großen Fluten gab es Hilfsfonds, aber Höhe und Bedingungen werden jedes Mal neu entschieden. Bayern zahlt seit Juli 2019 grundsätzlich keine Soforthilfen mehr für Gebäude, die versicherbar gewesen wären, nur noch in Härtefällen.

Im Keller steht Grundwasser, obwohl es seit Tagen nicht geregnet hat. Zahlt die Elementarversicherung?

Womöglich nicht. Grundwasser ist je nach Vertrag nur versichert, wenn es durch Niederschlag oder Hochwasser an die Oberfläche steigt und dann eindringt. Drückt es dauerhaft durch eine undichte Kellerwand, kann das ein Baumangel sein und kein versicherter Elementarschaden.

Quellen: Stiftung Warentest: Wohngebäudeversicherungen im Vergleich, Stand 16.09.2026, geprüft am 16.10.2026 · Verbraucherzentrale: Hochwasserschäden am Haus, Stand 14.08.2026, geprüft am 07.10.2026 · Bayerisches Wirtschaftsministerium: Elementarschadenversicherung, Regel seit Juli 2019, geprüft am 07.10.2026 · dejure.org: § 81 VVG und § 92 VVG, geltende Fassung, geprüft am 07.10.2026

Was sich geändert hat: 07.10.2026 – erste Fassung.

Haftungsausschluss: Dieser Artikel ist allgemeine Information und ersetzt keine persönliche Beratung. Welche Lösung zu dir passt, hängt von deiner Situation ab. Darüber sprechen wir am besten direkt. Alles Weitere steht im Haftungsausschluss.

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Tipps unter Fachkolleg:innen: Elementarschadenversicherung

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  • Die Elementar-Pläne vom 28.09.2026 sind ein guter Anlass, Kundinnen und Kunden ohne Baustein von sich aus anzusprechen, auch beim Hausrat.
  • Fragt nach Rückstauklappe und Wartungsnachweis. Das hilft im Schaden mehr als jeder Preisvorteil.
  • Bei Eigentumswohnungen lohnt ein Blick in den Vertrag der Gemeinschaft vor der nächsten Versammlung.

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