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Titelbild zu Tagesgeld und Festgeld: eine Person steigt eine goldene Festgeld-Treppe hinauf, daneben ein offenes Glas mit Münzen als Tagesgeld und ein Schutzschild für die Einlagensicherung.

Tagesgeld und Festgeld 2026: Zinsen, Sicherheit, Steuer

Samira HarkatSamira HarkatStand: 7. Oktober 2026

Tagesgeld und Festgeld sind die einfachsten Wege, Geld sicher und mit Zinsen zu parken. Es gibt kein Kursrisiko, und bis 100.000 Euro je Bank ist dein Guthaben gesetzlich geschützt. Trotzdem verschenken viele Sparerinnen und Sparer hier jedes Jahr Geld.

Das liegt selten am Produkt. Es liegt an den Details: ein Zins, der nach vier Monaten abstürzt. Ein Festgeld, das sich still zu schlechteren Konditionen verlängert. Ein fehlender Freistellungsauftrag. Oder eine Bank im Ausland, deren Einlagensicherung niemand angeschaut hat.

Hier steht alles dazu, Stand Oktober 2026: Zinsen und EZB, Einlagensicherung, Festgeld-Treppe und was nach Steuer und Inflation übrig bleibt.

Betrifft dich, wenn du Vermögen aufbauen willst du deine Finanzen im Blick behalten möchtest du erbst du eine Auszeit nimmst

Das Wichtigste in Kürze

  • Tagesgeld ist jeden Tag verfügbar, sein Zins kann sich jederzeit ändern. Festgeld bindet dein Geld für eine feste Laufzeit zu einem festen Zins. Vorzeitig kommst du meist nicht heran.
  • Die Europäische Zentralbank hat den Einlagenzins im September 2026 auf 2,50 Prozent angehoben, Stand: Oktober 2026. Sparzinsen folgen ihm, aber nicht bei jeder Bank und nicht sofort.
  • In der EU sind Einlagen bis 100.000 Euro je Person und je Bank gesetzlich geschützt. Bei einer Bank aus dem Ausland greift die Einlagensicherung ihres Herkunftslandes.
  • Zinsen sind Kapitalerträge. Bis 1.000 Euro im Jahr bleiben sie steuerfrei, bei Ehepaaren mit gemeinsamer Veranlagung bis 2.000 Euro. Dafür brauchst du einen Freistellungsauftrag.
  • Liegt die Inflation über deinem Zins, verliert dein Geld trotz Zinsen an Kaufkraft. Im September 2026 lag sie laut Statistischem Bundesamt bei 3,3 Prozent.
Inhalt
  1. Was sind Tagesgeld und Festgeld?
  2. Tagesgeld oder Festgeld: der Unterschied im Überblick
  3. Wie sich die Zinsen entwickeln: EZB-Leitzins und Sparzinsen im Oktober 2026
  4. Was mit Geld passiert, das ohne Zinsen auf dem Girokonto liegt
  5. Lockangebote beim Tagesgeld: was nach dem Neukundenzins kommt
  6. Wie sicher ist dein Geld? Die Einlagensicherung in Deutschland und der EU
  7. Tagesgeld und Festgeld bei Banken im Ausland: Herkunftsland, Rating und Steuern
  8. So baust du eine Festgeld-Treppe
  9. Was Tagesgeld und Festgeld kosten: Abgeltungsteuer und Sparerpauschbetrag
  10. So richtest du deinen Freistellungsauftrag richtig ein
  11. Inflation und Realzins: was von deinen Zinsen wirklich übrig bleibt
  12. So eröffnest du ein Tagesgeld- oder Festgeldkonto
  13. So kündigst du Tagesgeld und Festgeld und kommst an dein Geld
  14. Wenn eine Bank pleitegeht: so bekommst du dein Geld zurück
  15. Was bei Tagesgeld und Festgeld jetzt zählt
  16. Häufig gestellte Fragen

Was sind Tagesgeld und Festgeld?

Die kurze Antwort: Beides sind Sparkonten bei einer Bank, auf denen dein Geld Zinsen bekommt, ohne dass sein Wert schwankt. Beim Tagesgeld kommst du jeden Tag an dein Geld. Beim Festgeld legst du es für eine vereinbarte Zeit fest und bekommst dafür einen garantierten Zins.

Ein Tagesgeldkonto ist ein Konto ohne feste Laufzeit. Du überweist Geld hin und zurück, fast immer über ein Referenzkonto. Das ist dein eigenes Girokonto, das du bei der Eröffnung angibst. Bezahlen, Lastschriften oder eine Karte gibt es beim Tagesgeld in der Regel nicht.

Der Zins beim Tagesgeld ist variabel. Die Bank darf ihn jederzeit senken oder erhöhen.

Ein Festgeldkonto, auch Termingeld genannt, funktioniert anders. Du legst einen Betrag einmal an, zum Beispiel für sechs Monate, ein, drei oder fünf Jahre. Der Zins steht ab dem ersten Tag fest und gilt bis zum letzten. Nachschießen und abheben geht während der Laufzeit in aller Regel nicht.

Rechtlich leihst du der Bank in beiden Fällen Geld. Geht sie pleite, hilft dir die Einlagensicherung.

Der Unterschied zu Girokonto, Sparbuch und Geldmarktfonds

Das Girokonto ist für den Alltag da und zahlt meist kaum Zinsen. Das klassische Sparbuch hat üblicherweise drei Monate Kündigungsfrist und oft niedrigere Zinsen als Tagesgeld.

Ein Geldmarktfonds legt in sehr kurz laufende Anleihen und Bankeinlagen an. Seine Rendite folgt dem Zinsniveau ziemlich eng. Er fällt nicht unter die Einlagensicherung, ist aber als Sondervermögen geschützt und kann leicht schwanken. Wie Fonds funktionieren, liest du auf unserer Seite zum ETF.

Tagesgeld oder Festgeld: der Unterschied im Überblick

Die kurze Antwort: Tagesgeld ist für Geld, das du jederzeit brauchen könntest. Festgeld ist für Geld, von dem du sicher weißt, dass du es eine bestimmte Zeit nicht brauchst.

MerkmalTagesgeldFestgeld
Verfügbarkeitjeden Bankarbeitstagerst am Ende der Laufzeit
Zinsvariabel, Bank kann ihn jederzeit ändernfest für die ganze Laufzeit
Laufzeitunbegrenztmeist ein Monat bis zehn Jahre
Einzahlenjederzeitnur einmal zu Beginn
Kündigungjederzeit, ohne Fristwährend der Laufzeit meist ausgeschlossen
Zinsgutschriftmonatlich, vierteljährlich oder jährlichjährlich oder am Ende der Laufzeit
Einlagensicherungbis 100.000 Euro je Person und Bankbis 100.000 Euro je Person und Bank
Passt fürNotgroschen, Sparziele mit offenem DatumGeld mit festem Termin, Zins absichern

Festgeld bringt nicht automatisch mehr. Einzelne Tagesgeld-Angebote für Neukundinnen und Neukunden werben gleichzeitig mit bis zu 4,25 Prozent, allerdings nur für wenige Monate.

Der echte Vorteil von Festgeld ist die Planbarkeit. Fallen die Zinsen, bleibt dein Zins stehen. Darum kombinieren viele beides: Tagesgeld und eine Festgeld-Treppe.

Wie sich die Zinsen entwickeln: EZB-Leitzins und Sparzinsen im Oktober 2026

Die kurze Antwort: Die Zinsen für Tagesgeld und Festgeld hängen eng am Einlagenzins der Europäischen Zentralbank, kurz EZB. Der liegt seit dem 16. September 2026 bei 2,50 Prozent, Stand: Oktober 2026.

Die EZB hat drei Leitzinsen. Der bekannteste ist der Hauptrefinanzierungssatz, zu dem sich Banken Geld bei der EZB leihen. Er liegt bei 2,65 Prozent.

Für dich als Sparerin oder Sparer zählt vor allem der Einlagenzins. Das ist der Zins, den Banken bekommen, wenn sie Geld über Nacht bei der EZB parken. Zahlt dir deine Bank weniger, verdient sie an der Differenz.

Gültig abEinlagenzins der EZBWas das für Sparerinnen und Sparer hieß
18.09.2019−0,50 %Tiefpunkt, viele Banken verlangten Verwahrentgelte
27.07.20220,00 %Ende der Negativzinsen
20.09.20234,00 %höchster Einlagenzins seit Einführung des Euro
11.06.20252,00 %nach acht Senkungen seit Juni 2024
17.06.20262,25 %erste Anhebung seit 2023
16.09.20262,50 %aktueller Stand, Oktober 2026

Gleichzeitig ist die Inflation wieder gestiegen. Das Statistische Bundesamt meldet für September 2026 vorläufig 3,3 Prozent, Energie war 14,9 Prozent teurer als ein Jahr zuvor.

Wie es weitergeht, kann niemand sicher sagen. Der EZB-Rat entscheidet etwa alle sechs Wochen über die Leitzinsen. Eine Pflicht für Banken, höhere Leitzinsen an ihre Kundinnen und Kunden weiterzugeben, gibt es nicht. Ob deine Bank nachzieht, entscheidet sie selbst.

Was mit Geld passiert, das ohne Zinsen auf dem Girokonto liegt

Die kurze Antwort: Es bleibt sicher, aber es wird weniger wert. Auf dem Girokonto gibt es meist keine Zinsen, und die Inflation lag im September 2026 laut Statistischem Bundesamt bei 3,3 Prozent, Stand: September 2026, vorläufiger Wert.

Inflation heißt: Mit demselben Betrag kannst du später weniger kaufen.

„Lisa Logisch ist unsere Beispielperson. Sie ist erfunden, ihr Verlauf ist alltagsecht.“ Lisa ist 31, Projektmanagerin und hat 10.000 Euro auf ihrem Tagesgeldkonto. Sie hat lange gezögert, mehr zu machen. Fachbegriffe schrecken sie ab, sie will erst verstehen.

Würde Lisas Geld ein Jahr lang ohne Zinsen liegen, wäre es bei 3,3 Prozent Inflation real nur noch rund 9.680 Euro wert. Über zehn Jahre bei durchschnittlich 2 Prozent Inflation wären es real nur noch rund 8.200 Euro. Gut 1.800 Euro Kaufkraft wären weg, ohne dass Lisa einen Cent ausgegeben hätte.

Auch das Girokonto fällt unter die Einlagensicherung. Der Unterschied liegt allein beim Zins.

Lockangebote beim Tagesgeld: was nach dem Neukundenzins kommt

Die kurze Antwort: Ein Lockangebot ist ein hoher Zins nur für neue Kundinnen und Kunden, meist nur für wenige Monate und oft nur bis zu einem Höchstbetrag. Danach fällt der Zins auf den normalen Zins für Bestandskundinnen und Bestandskunden, der deutlich niedriger sein kann.

Die meisten dieser Neukundenzinsen gelten drei bis vier Monate. Das liegt über dem Einlagenzins der EZB. Die Bank legt drauf und hofft, dass du bleibst.

Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Zahlen: 10.000 Euro bekommen vier Monate lang 4,25 Prozent. Das sind rund 142 Euro. Danach gilt ein Bestandszins von 1,5 Prozent, in den restlichen acht Monaten also 100 Euro. Über das Jahr kommen rund 242 Euro zusammen. Das entspricht 2,42 Prozent und damit weniger als ein Konto, das dauerhaft 2,5 Prozent zahlt.

Achte darum bei jedem Angebot auf diese Punkte:

  • wie lange der Neukundenzins garantiert ist und ab welchem Tag er läuft
  • bis zu welchem Betrag er gilt und was darüber gezahlt wird
  • wie hoch der Zins danach für Bestandskundinnen und Bestandskunden ist
  • ob Bedingungen dranhängen, etwa ein Girokonto oder ein Gehaltseingang

Wer regelmäßig zu neuen Lockangeboten wechselt, nennt das Zinshopping. Das ist erlaubt und kann sich lohnen. Es kostet aber Zeit für Kontoeröffnung und Freistellungsauftrag. Dass treue Kundinnen und Kunden oft weniger bekommen, ist ein Fehler im System, nicht deiner.

Wie sicher ist dein Geld? Die Einlagensicherung in Deutschland und der EU

Die kurze Antwort: In jedem Land der EU ist dein Guthaben bis 100.000 Euro je Person und je Bank gesetzlich geschützt. Das gilt für Tagesgeld, Festgeld, Girokonto und Sparbuch bei derselben Bank zusammen.

Die Grundlage ist eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 2014, die Einlagensicherungsrichtlinie. In Deutschland setzt das Einlagensicherungsgesetz sie um. Für private Banken ist die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken zuständig, für Sparkassen und für Volks- und Raiffeisenbanken ihre eigenen Sicherungssysteme.

Alle Konten einer Person bei einer Bank werden zusammengezählt. Auch die Zinsen zählen mit, und zwar bis zu dem Tag, an dem der Entschädigungsfall festgestellt wird. Hast du 98.000 Euro Festgeld und 4.000 Euro auf dem Tagesgeld derselben Bank, sind 2.000 Euro nicht gesetzlich gesichert.

Gehören mehrere Marken zu einer Bank im rechtlichen Sinn, gilt die Grenze nur einmal. Welche Sicherung zuständig ist, steht im Informationsbogen für Einleger, den dir jede Bank vor der Eröffnung gibt.

Gemeinschaftskonten, Fremdwährung und kurzfristig hohe Guthaben

Bei einem Gemeinschaftskonto zählt jeder Kontoinhaber und jede Kontoinhaberin einzeln. Das Guthaben wird gleichmäßig aufgeteilt, wenn nichts anderes vereinbart ist. Für ein Paar sind so bis zu 200.000 Euro bei einer Bank geschützt. Konten in Fremdwährung sind ebenfalls gesichert, ausgezahlt wird in Euro.

Für besondere Lebensereignisse gibt es in Deutschland einen erweiterten Schutz bis 500.000 Euro, für sechs Monate nach der Gutschrift. Das gilt zum Beispiel nach dem Verkauf einer selbst genutzten Wohnimmobilie, nach Heirat, Scheidung, Ruhestand, einer Abfindung, nach einem Todesfall, einer Geburt, bei Krankheit, Pflegebedürftigkeit oder Behinderung. Den Anlass musst du schriftlich mit Belegen nachweisen.

Institutssicherung und freiwillige Einlagensicherung

Sparkassen und genossenschaftliche Banken schützen über ihre Sicherungssysteme vor allem das Institut selbst, damit es gar nicht erst pleitegeht. Diese Systeme sind zugleich als gesetzliche Einlagensicherung anerkannt.

Viele private Banken in Deutschland sind zusätzlich im freiwilligen Einlagensicherungsfonds. Er schützt Guthaben von Privatpersonen derzeit bis höchstens drei Millionen Euro je Bank, Stand: Oktober 2026. Einen einklagbaren Anspruch darauf gibt es aber nicht. Verlassen kannst du dich auf die 100.000 Euro.

Tagesgeld und Festgeld bei Banken im Ausland: Herkunftsland, Rating und Steuern

Die kurze Antwort: Legst du Geld bei einer Bank mit Sitz in einem anderen EU-Land an, schützt dich die Einlagensicherung dieses Landes, nicht die deutsche. Das gilt auch, wenn die Bank eine Zweigniederlassung in Deutschland hat oder du über ein deutsches Zinsportal anlegst.

Die Höhe ist in der ganzen EU gleich: 100.000 Euro je Person und Bank. Dazu kommen Länder des Europäischen Wirtschaftsraums wie Norwegen, Island und Liechtenstein, die dieselben Regeln übernommen haben. In einer echten Bankenkrise müsste im Zweifel der Staat einspringen. Darum zählt die Bonität des Herkunftslandes.

Ein guter Anhaltspunkt ist das Länderrating der großen Ratingagenturen.

Bei Zinsportalen schließt du den Vertrag direkt mit der ausländischen Bank. Das Portal und seine deutsche Partnerbank vermitteln nur. Im Ernstfall zahlt das System im Herkunftsland. Lege im Ausland nur in Euro an. Bei anderen Währungen trägst du zusätzlich ein Wechselkursrisiko.

Steuern bei Zinsen von ausländischen Banken

Ausländische Banken ziehen in der Regel keine deutsche Abgeltungsteuer ab. Einen Freistellungsauftrag kannst du dort meist nicht stellen. Die Zinsen musst du dann selbst in der Steuererklärung angeben, in der Anlage KAP. Manche Zinsportale führen die Steuer über ihre deutsche Partnerbank ab.

Manche Länder behalten zusätzlich eine eigene Quellensteuer ein. Diese kannst du je nach Doppelbesteuerungsabkommen ganz oder teilweise auf die deutsche Steuer anrechnen. Teils gibt es eine Befreiung, etwa in Belgien. Frag vor der Anlage nach.

So baust du eine Festgeld-Treppe

Die kurze Antwort: Bei einer Festgeld-Treppe teilst du einen Betrag auf mehrere Festgelder mit unterschiedlichen Laufzeiten auf. So wird regelmäßig ein Teil frei. Du bist nie komplett gebunden und nie komplett vom Zins eines einzigen Stichtags abhängig.

Stell dir vor: Lisa erbt 12.000 Euro von ihrer Patentante. Ihre Rücklage auf dem Tagesgeld steht schon. Das Geld will sie die nächsten Jahre sicher parken, vielleicht für ein Sabbatical. So würde ihre Treppe aussehen:

1

Den Betrag auf drei Laufzeiten verteilen

Lisa legt je 4.000 Euro für ein, zwei und drei Jahre fest an. Die längeren Laufzeiten bekommen meist etwas höhere Zinsen.

2

Jede fällige Stufe neu oben anlegen

Nach einem Jahr wird die erste Stufe frei. Braucht Lisa das Geld nicht, legt sie es für drei Jahre neu an, also wieder ganz oben auf der Treppe. Nach zwei Jahren macht sie dasselbe mit der zweiten Stufe.

3

Im Jahresrhythmus bleiben

Ab dem dritten Jahr wird jedes Jahr eine Stufe mit 4.000 Euro plus Zinsen frei. Alle Stufen laufen dann drei Jahre, mit den höheren Zinsen der längeren Laufzeit.

Eine Treppe glättet das Zinsrisiko: Steigen die Zinsen, profitiert jede neue Stufe. Fallen sie, laufen die älteren Stufen weiter. Achte auf Mindestanlagebeträge und darauf, dass längere Laufzeiten nicht immer mehr bringen. Ist die Zinskurve flach oder umgekehrt, kann ein Jahr Festgeld sogar mehr bringen als fünf Jahre.

Für Geld, das du jederzeit brauchen kannst, ist die Treppe nicht gedacht. Das gehört in den Notgroschen auf dem Tagesgeld.

Was Tagesgeld und Festgeld kosten: Abgeltungsteuer und Sparerpauschbetrag

Die kurze Antwort: Tagesgeld- und Festgeldkonten kosten bei seriösen Banken keine Gebühren. Was von deinen Zinsen abgeht, ist die Steuer. Auf Zinsen fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer an, plus Solidaritätszuschlag, zusammen 26,375 Prozent. Bist du in der Kirche, sind es rund 28 Prozent. Stand: 2026.

Steuerfrei bleibt der Sparerpauschbetrag. Er liegt seit 2023 bei 1.000 Euro im Jahr für eine Person und 2.000 Euro für Ehepaare und eingetragene Lebenspartnerschaften, die gemeinsam veranlagt werden. Er gilt für alle Kapitalerträge zusammen, auch für Dividenden und Fondserträge.

Ist dein persönlicher Steuersatz niedriger als 25 Prozent, kannst du in der Steuererklärung die Günstigerprüfung beantragen. Dann zahlst du auf Zinsen nur deinen eigenen Satz. Das betrifft oft kleine Einkommen, etwa in Teilzeit oder Elternzeit.

Warum der Zeitpunkt der Zinszahlung bei Festgeld zählt

Steuerlich zählt das Jahr, in dem die Zinsen gutgeschrieben werden. Das heißt Zuflussprinzip. Zahlt ein Festgeld alle Zinsen erst am Ende der Laufzeit, landen sie alle in einem Jahr und können den Sparerpauschbetrag sprengen. Ein Rechenbeispiel mit angenommenen 3 Prozent auf 30.000 Euro über drei Jahre, ohne weitere Kapitalerträge und ohne Kirchensteuer:

VarianteZinsen Jahr 1Zinsen Jahr 2Zinsen Jahr 3Steuer gesamtZinsen nach Steuer
Zinsen jährlich gutgeschrieben900,00 €927,00 €954,81 €0,00 €2.781,81 €
Zinsen am Ende der Laufzeit0,00 €0,00 €2.781,81 €469,95 €2.311,86 €

Bei gleichem Zins bleiben mit jährlicher Gutschrift rund 470 Euro mehr übrig. Schau bei längeren Festgeldern darum genau hin, wann die Zinsen fließen. Mehr zur Steuer auf Zinsen, Dividenden und Fonds steht auf unserer Seite zu Steuern auf Kapitalerträge.

So richtest du deinen Freistellungsauftrag richtig ein

Die kurze Antwort: Mit einem Freistellungsauftrag sagst du deiner Bank, wie viel von deinem Sparerpauschbetrag sie nutzen darf. Bis zu diesem Betrag zieht sie keine Steuer ab.

Du kannst den Betrag auf mehrere Banken verteilen, zusammen aber höchstens 1.000 Euro, bei gemeinsam veranlagten Paaren 2.000 Euro. Die Bank braucht dafür deine Steuer-Identifikationsnummer. Sie meldet die freigestellten Beträge an das Bundeszentralamt für Steuern.

Ehepaare und eingetragene Lebenspartnerschaften stellen einen gemeinsamen Freistellungsauftrag. Er gilt für Gemeinschafts- und Einzelkonten beider.

Lisa hat 10.000 Euro auf dem Tagesgeld. Bei angenommenen 2 Prozent sind das 200 Euro Zinsen im Jahr. Mit Freistellungsauftrag bleiben sie komplett steuerfrei. Ohne Auftrag zieht die Bank 26,375 Prozent ab, also 52,75 Euro. Die bekommt Lisa nur über die Steuererklärung zurück.

Verteile den Betrag so, wie die Zinsen wirklich anfallen. Wechselst du zu einem neuen Lockangebot, ziehe den Auftrag bei der alten Bank mit um. Auch ein Depot mit Fonds braucht oft einen Teil.

NV-Bescheinigung für kleine Einkommen und Konten von Kindern

Liegt dein gesamtes Einkommen unter dem steuerlichen Grundfreibetrag, kannst du beim Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen, kurz NV-Bescheinigung. Dann zieht die Bank gar keine Steuer ab, auch über 1.000 Euro hinaus. Sie gilt für bis zu drei Jahre. Das betrifft etwa Studierende, Auszubildende oder Rentnerinnen und Rentner mit kleiner Rente. Bei Ehepaaren zählt das gemeinsame Einkommen.

Kinder haben einen eigenen Sparerpauschbetrag. Die Eltern stellen für das Konto des Kindes einen eigenen Freistellungsauftrag.

Inflation und Realzins: was von deinen Zinsen wirklich übrig bleibt

Die kurze Antwort: Der Realzins ist dein Zins nach Abzug der Inflation. Nur er zeigt, ob dein Geld an Kaufkraft gewinnt oder verliert.

Die Faustformel lautet Zins minus Inflation. Genau gerechnet teilst du eins plus Zins durch eins plus Inflation und ziehst eins ab.

Ein Beispiel mit angenommenen Zahlen: Dein Tagesgeld bringt 2,5 Prozent, die Inflation liegt wie im September 2026 bei 3,3 Prozent. Dann ist dein Realzins rund minus 0,8 Prozent. Musst du die Zinsen versteuern, weil der Sparerpauschbetrag schon ausgeschöpft ist, bleiben nach Steuer rund 1,84 Prozent. Der Realzins sinkt dann auf rund minus 1,4 Prozent.

Besonders deutlich war das 2022. Die Inflation erreichte im Herbst 8,8 Prozent, der Einlagenzins der EZB lag bis Juli bei minus 0,5 Prozent. Erspartes auf dem Tagesgeld hat damals real deutlich verloren.

Das heißt nicht, dass Tagesgeld schlecht ist. Es ist ein Parkplatz, kein Motor. Für den Notgroschen ist es der richtige Ort, denn dort zählen Sicherheit und Verfügbarkeit. Die Verbraucherzentrale empfiehlt als Rücklage zwei bis drei Nettogehälter. Bei Lisa mit 2.500 Euro netto wären das 5.000 bis 7.500 Euro. Für Geld, das zehn Jahre und länger nicht gebraucht wird, lohnt der Blick auf Vermögen aufbauen.

So eröffnest du ein Tagesgeld- oder Festgeldkonto

Die kurze Antwort: Du eröffnest das Konto meist online in einer Viertelstunde, mit Ausweis, Steuer-ID und einem Girokonto als Referenzkonto.

Am Anfang steht die Auswahl. Vergleiche nach Kriterien, nicht nach dem höchsten Zins allein: Herkunftsland und Einlagensicherung, Dauer und Höchstbetrag des Zinses, Bestandszins, Art der Zinsgutschrift, Steuerabzug und Kündigungsregeln. Den Informationsbogen für Einleger bekommst du vor dem Abschluss.

Dann füllst du den Antrag aus und bestätigst deine Identität. Das geht per Videoanruf, mit der Online-Funktion des Personalausweises oder in einer Postfiliale. Die Bank muss das nach dem Geldwäschegesetz prüfen. Danach gibst du dein Referenzkonto an. Auszahlungen gehen nur dorthin. Das schützt dich vor Betrug.

Beim Festgeld überweist du den Anlagebetrag innerhalb der genannten Frist. Die Laufzeit startet meist mit dem Geldeingang. Lege direkt fest, was am Ende passieren soll: Auszahlung auf das Referenzkonto oder Verlängerung. Und richte gleich den Freistellungsauftrag ein.

So kündigst du Tagesgeld und Festgeld und kommst an dein Geld

Die kurze Antwort: Beim Tagesgeld kommst du jederzeit an dein Geld und kannst das Konto ohne Frist kündigen. Beim Festgeld ist eine Kündigung während der Laufzeit in aller Regel ausgeschlossen.

Beim Tagesgeld überweist du dein Guthaben einfach auf das Referenzkonto. Es ist meist am nächsten Bankarbeitstag da. Das Konto selbst kannst du ohne Frist kündigen. Die Bank kann nach ihren Geschäftsbedingungen mit einer Frist kündigen. Den Zins darf sie jederzeit ändern, weil er variabel vereinbart ist.

Beim Festgeld bist du an die Laufzeit gebunden. Ein Recht auf vorzeitige Auszahlung hast du normalerweise nicht. Manche Banken machen in Härtefällen eine Ausnahme. Dann verlangen sie meist einen Teil der Zinsen zurück oder eine Gebühr.

Am Ende der Laufzeit gibt es zwei Wege. Entweder zahlt die Bank automatisch aus. Oder sie verlängert das Festgeld, das nennt sich Prolongation. Dann gilt der neue Zins zu diesem Zeitpunkt, und der kann deutlich schlechter sein. Willst du das nicht, musst du rechtzeitig widersprechen. Trag dir das Datum in den Kalender ein.

Wenn eine Bank pleitegeht: so bekommst du dein Geld zurück

Die kurze Antwort: Du musst nichts beantragen. Die zuständige Einlagensicherung meldet sich bei dir und zahlt bis 100.000 Euro innerhalb von sieben Arbeitstagen aus.

Der Ablauf startet, wenn die Finanzaufsicht BaFin den Entschädigungsfall feststellt. Die Entschädigungseinrichtung schreibt alle Kundinnen und Kunden an. Sie braucht deine Bankverbindung für die Auszahlung und eine Kopie deines Ausweises. Das Geld kommt innerhalb von sieben Arbeitstagen.

Entschädigt wird das gesamte Guthaben samt Zinsen bis zum Tag der Feststellung, bis zur Grenze von 100.000 Euro. Ausgenommen sind zum Beispiel Konten, auf denen 24 Monate nichts passiert ist und die weniger als 20 Euro Guthaben haben.

Für den erweiterten Schutz bis 500.000 Euro, etwa nach einem Hausverkauf, musst du selbst aktiv werden und die Belege einreichen. Bei Banken aus dem Ausland läuft die Entschädigung über das System im Herkunftsland, mit dessen Regeln. Wertpapiere im Depot sind kein Bankguthaben und gehören auch bei einer Pleite dir.

Was bei Tagesgeld und Festgeld jetzt zählt

Tagesgeld und Festgeld sind kein spannendes Thema. Genau das ist ihre Stärke. Sie halten dein Geld sicher und verfügbar, während du Entscheidungen triffst. Größer als der Zins ist die Frage, welches Geld wohin gehört.

Gerade steigen Leitzins und Inflation wieder. Liegt dein Notgroschen auf dem Tagesgeld, ist dein Freistellungsauftrag richtig verteilt und steht das Ende deines Festgelds im Kalender, holst du das meiste heraus. Den Rest erledigt ein kurzer Blick einmal im Jahr: Stimmt der Zins noch, stimmt die Bank noch, stimmt die Aufteilung noch.

Liegt mehr Geld auf dem Konto, als du in den nächsten Jahren brauchst, ist das ein guter Ausgangspunkt für den nächsten Schritt. Wenn du ihn gemeinsam gehen willst, sprich uns an.

Lass uns deine Rücklagen und dein Erspartes einmal durchgehen.

Die Prüfung ist unabhängig davon, ob am Ende ein neuer Vertrag steht. Oft ist der alte Vertrag mit Lücken besser als ein neuer mit neuen Gesundheitsfragen.

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Häufig gestellte Fragen

Meine Waschmaschine ist kaputt und mein Geld liegt im Festgeld. Komme ich sofort heran?

In der Regel nicht. Festgeld ist bis zum Ende der Laufzeit gebunden, eine vorzeitige Auszahlung ist meist nicht vorgesehen. Für solche Fälle gehört ein Notgroschen von zwei bis drei Nettogehältern auf ein Tagesgeldkonto.

Wir haben unsere Wohnung verkauft und 400.000 Euro auf dem Konto. Ist das Geld geschützt?

In Deutschland ja, vorübergehend. Nach dem Verkauf einer selbst genutzten Wohnimmobilie sind bis zu 500.000 Euro für sechs Monate nach der Gutschrift geschützt. Danach gilt wieder die Grenze von 100.000 Euro je Person und Bank. Verteile das Geld darum rechtzeitig.

Ich studiere und habe 5.000 Euro geschenkt bekommen. Muss ich auf die Zinsen Steuern zahlen?

Sehr wahrscheinlich nicht. Bis 1.000 Euro Kapitalerträge im Jahr bleiben steuerfrei, wenn du deiner Bank einen Freistellungsauftrag gibst. Bei 5.000 Euro bleibst du weit darunter.

Mein Festgeld läuft nächste Woche aus. Was passiert, wenn ich nichts tue?

Das steht in deinem Vertrag. Entweder zahlt die Bank automatisch auf dein Referenzkonto aus, oder sie verlängert das Festgeld zum dann gültigen Zins. Der kann deutlich schlechter sein. Willst du das nicht, widersprich rechtzeitig.

Meine Bank hat den Zins auf meinem Tagesgeld gesenkt. Darf sie das?

Ja. Der Zins beim Tagesgeld ist variabel vereinbart, die Bank darf ihn jederzeit ändern und muss dich darüber informieren. Dafür kannst du jederzeit ohne Frist zu einer anderen Bank wechseln.

Ist Tagesgeld bei einer Bank im Ausland sicher?

Innerhalb der EU sind 100.000 Euro je Person und Bank gesetzlich geschützt. Zuständig ist aber die Einlagensicherung im Herkunftsland der Bank. Achte auf ein gutes Länderrating, lege nur in Euro an und kläre vorher, wie die Steuer abgeführt wird.

Quellen: Europäische Zentralbank: Key ECB interest rates, Stand 16.09.2026, geprüft am 07.10.2026 · Statistisches Bundesamt: Verbraucherpreisindex, Inflationsrate September 2026, Stand 30.09.2026, geprüft am 07.10.2026 · Entschädigungseinrichtung deutscher Banken: Fragen und Antworten zur Einlagensicherung, Stand 09.09.2026, geprüft am 07.10.2026 · Einlagensicherungsfonds des Bankenverbands: Freiwillige Einlagensicherung, Stand 2026, geprüft am 07.10.2026 · EUR-Lex: Richtlinie 2014/49/EU über Einlagensicherungssysteme, Stand 2014, geprüft am 07.10.2026

Was sich geändert hat: 07.10.2026 – erste Fassung.

Haftungsausschluss: Dieser Artikel ist allgemeine Information und ersetzt keine persönliche Beratung. Welche Lösung zu dir passt, hängt von deiner Situation ab. Darüber sprechen wir am besten direkt. Alles Weitere steht im Haftungsausschluss.

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Tipps unter Fachkolleg:innen: Tagesgeld und Festgeld

Für Versicherungsvermittlerinnen und -vermittler, Finanzberaterinnen und -berater mit IHK-Registrierung

  • Die Frage nach dem Notgroschen öffnet oft das ganze Gespräch über Absicherung. Viele Kundinnen und Kunden freuen sich, wenn jemand sie stellt.
  • Ein kurzer Hinweis zum Freistellungsauftrag nach einem Bankwechsel wird fast immer gern angenommen.
  • Wer hohe Summen auf dem Tagesgeld hat, wartet oft nur auf eine Einladung, über den nächsten Schritt zu sprechen.

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