Ein ETF ist ein Fonds, der einen Börsenindex nachbildet und an der Börse gehandelt wird. Mit einer einzigen Order kaufst du einen kleinen Anteil an hunderten oder tausenden Unternehmen auf der ganzen Welt. Darum ist der ETF für viele der einfachste Einstieg in den Vermögensaufbau.
Trotzdem zögern viele. Die Begriffe wirken fremd, die Angst vor dem nächsten Crash ist echt. Das liegt nicht an dir. Das System erklärt sich schlecht.
Hier steht, wie ETFs aufgebaut sind, was sie kosten, wie sie besteuert werden und wie du nach klaren Kriterien auswählst. Ohne Produktnamen, mit Zahlen und Stand.
Betrifft dich, wenn du Vermögen aufbauen willst du an die Rente denkst dein Einkommen steigt du für dein Kind vorsorgen willst
Das Wichtigste in Kürze
- Ein ETF bildet einen Index wie den MSCI World nach. Du streust dein Geld damit breit, statt auf einzelne Aktien zu setzen.
- Das Geld im ETF ist ein Sondervermögen. Geht die Fondsgesellschaft pleite, gehört es weiter den Anlegerinnen und Anlegern. Das Risiko von Kursverlusten bleibt.
- Breite Aktien-ETFs kosten laut Verbraucherzentrale meist unter 0,2 Prozent im Jahr, aktive Fonds rund 1,5 Prozent. Stand: März 2026.
- Für Aktien-ETFs bleiben 30 Prozent der Erträge steuerfrei. Thesaurierende ETFs lösen jedes Jahr eine Vorabpauschale aus, die oft im Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro verschwindet.
- Aktien-ETFs sind für Geld gedacht, das du viele Jahre nicht brauchst. Erst kommt der Notgroschen, dann der Sparplan.
Inhalt
- Was ist ein ETF?
- Warum dein Geld im ETF als Sondervermögen geschützt ist
- Welcher Index im ETF steckt: MSCI World, MSCI ACWI und andere
- Physisch oder synthetisch: wie ein ETF seinen Index nachbildet
- Thesaurierend oder ausschüttend: was mit den Dividenden passiert
- Was mit deinem Geld ohne Anlage passiert
- Wie riskant ein ETF ist: Schwankungen, Streuung und Anlagedauer
- Was ein ETF kostet: TER, Tracking Difference und Nebenkosten
- Wie ETFs besteuert werden: Teilfreistellung, Vorabpauschale und Freibetrag
- So wählst du einen ETF nach Kriterien aus
- So kaufst du deinen ersten ETF: Depot, Sparplan und Order
- Wenn du Geld brauchst: so verkaufst du ETF-Anteile und so wird es versteuert
- ETFs in Elternzeit, Teilzeit, für Kinder und im Altersvorsorgedepot
- Typische Fehler beim ETF-Sparen und wie du sie vermeidest
- Was beim ETF als Nächstes zählt
- Häufig gestellte Fragen
Was ist ein ETF?
Die kurze Antwort: Ein ETF ist ein Investmentfonds, der einen Index nachbildet und laufend an der Börse gehandelt wird. ETF steht für Exchange Traded Fund, auf Deutsch börsengehandelter Fonds.
Ein Index ist ein Korb aus Wertpapieren nach festen Regeln. Der DAX zum Beispiel enthält 40 große deutsche Unternehmen. Der ETF kauft, was im Korb liegt, und zwar im selben Verhältnis. Steigt der Index, steigt der ETF. Fällt der Index, fällt er mit.
Niemand im Fonds entscheidet, welche Aktie gerade besser ist. Darum heißt diese Art des Anlegens passiv. Das spart Personal und Analyse und macht ETFs günstig.
Bei einem aktiven Fonds wählen Fondsmanagerinnen und Fondsmanager die Aktien aus. Ihr Ziel ist, den Markt zu schlagen. Das kostet mehr, und laut unserem HB-Kurs und vielen Studien schaffen es die meisten aktiven Fonds langfristig nicht. Mehr dazu auf unserer Seite zu aktiven Fonds.
Einen klassischen Fonds kaufst du einmal am Tag bei der Fondsgesellschaft. Einen ETF kaufst du während der Handelszeit über die Börse, zu einem laufend wechselnden Kurs.
Mit einer Aktie hängst du an einem Unternehmen, mit einem breiten ETF an der Wirtschaft ganzer Regionen. In einer fondsgebundenen Rentenversicherung steckt der ETF dagegen in einem Versicherungsvertrag mit eigenen Kosten und Steuerregeln.
Warum dein Geld im ETF als Sondervermögen geschützt ist
Ein ETF ist rechtlich ein Fonds. Das Geld darin ist ein Sondervermögen. Es wird getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft geführt und bei einer eigenen Stelle verwahrt, der Verwahrstelle.
Geht die Fondsgesellschaft pleite, fällt das Sondervermögen nicht in die Insolvenzmasse. Es gehört weiter den Anlegerinnen und Anlegern. Der Fonds wird dann abgewickelt oder von einer anderen Gesellschaft übernommen.
Dasselbe gilt für dein Depot. Die Anteile darin gehören dir, nicht der Bank. Die Einlagensicherung von 100.000 Euro betrifft nur Geld auf Konten. Wertpapiere brauchen sie nicht, weil sie dein Eigentum bleiben.
Wichtig ist die Grenze dieses Schutzes. Das Sondervermögen schützt vor der Pleite des Anbieters. Es schützt nicht vor fallenden Kursen. Wenn die Börse einbricht, verliert auch dein ETF an Wert.
Die meisten ETFs folgen dem europäischen OGAW-Standard mit strengen Regeln zur Streuung. Vor dem Kauf bekommst du ein Basisinformationsblatt. Es hat laut BaFin höchstens drei Seiten und zeigt Risiken und Kosten einheitlich.
Welcher Index im ETF steckt: MSCI World, MSCI ACWI und andere
Der Index entscheidet fast alles. Er legt fest, in welche Länder, Branchen und Unternehmen dein Geld fließt. Die Wahl des Index ist darum wichtiger als die Wahl des einzelnen ETFs.
Der bekannteste Index ist der MSCI World. Er enthält laut Index-Factsheet 1.249 große und mittelgroße Unternehmen aus 23 Industrieländern, Stand: 30. September 2026. Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien fehlen darin.
Weltweit gestreut heißt nicht gleich verteilt. Im MSCI World machen Unternehmen aus den USA knapp 73 Prozent aus. Die zehn größten Unternehmen kommen zusammen auf knapp 28 Prozent, Technologie auf knapp 32 Prozent. Alles Stand: 30. September 2026. Fachleute nennen das ein Klumpenrisiko.
Breiter ist der MSCI ACWI, der All Country World Index. Er nimmt die Schwellenländer dazu und umfasst laut Verbraucherzentrale rund 2.500 Aktien. Der MSCI ACWI IMI enthält zusätzlich kleine Unternehmen und kommt auf mehr als 8.800 Aktien, Stand: März 2026. Andere Anbieter haben ähnliche Welt-Indizes, etwa den FTSE All-World.
Daneben gibt es Indizes für Länder, Regionen, Branchen, Themen und Anleihen. Die Verbraucherzentrale rät für die Basis zu breiten Welt-Indizes. Branchen- und Themen-Indizes schnitten laut ihrer Auswertung oft schlechter ab.
Physisch oder synthetisch: wie ein ETF seinen Index nachbildet
Ein ETF kann seinen Index auf zwei Wegen nachbilden. Fachleute sagen Replikation dazu.
Bei der physischen Replikation kauft der Fonds die Aktien aus dem Index wirklich. Kauft er alle, heißt das vollständige Replikation. Bei sehr großen Indizes mit tausenden Werten kauft er oft nur eine repräsentative Auswahl. Das heißt Sampling oder optimierte Replikation. Es spart Kosten, kann aber etwas stärker vom Index abweichen.
Bei der synthetischen Replikation kauft der Fonds einen anderen Korb aus Wertpapieren. Mit einer Bank schließt er einen Tauschvertrag, einen Swap. Die Bank zahlt ihm die Rendite des Index, der Fonds gibt ihr die Rendite seines eigenen Korbs.
Das Risiko dabei: Die Bank könnte ausfallen. Darum begrenzen die europäischen Regeln den offenen Anspruch gegen eine Gegenpartei auf höchstens 10 Prozent des Fondsvermögens. Meist wird täglich oder bei Bedarf ausgeglichen, sodass der offene Betrag viel kleiner ist.
Auch physische ETFs haben ein kleines Zusatzrisiko: die Wertpapierleihe. Sie verleihen Aktien gegen Gebühr und Sicherheiten. Fällt der Entleiher aus und reichen die Sicherheiten nicht, entsteht ein Verlust.
Die Verbraucherzentrale hält alle drei Methoden für gleichwertig geeignet. Wichtiger ist, wie genau der ETF seinem Index folgt. Das zeigt die Tracking Difference.
Thesaurierend oder ausschüttend: was mit den Dividenden passiert
Viele Unternehmen im Index zahlen Dividenden, also einen Teil ihres Gewinns an die Aktionärinnen und Aktionäre. Der ETF sammelt diese Dividenden ein. Was dann passiert, hängt von der Ertragsverwendung ab.
Ein thesaurierender ETF legt die Dividenden sofort wieder an. Du merkst davon nichts, außer dass der Kurs etwas stärker steigt. So wirkt der Zinseszins automatisch. Für den Vermögensaufbau über viele Jahre ist das bequem.
Ein ausschüttender ETF zahlt die Dividenden auf dein Verrechnungskonto aus, je nach Fonds jährlich, vierteljährlich oder monatlich. Das passt, wenn du ein regelmäßiges Einkommen willst, etwa im Ruhestand. Oder wenn du deinen Sparerpauschbetrag jedes Jahr gezielt ausschöpfen möchtest.
Steuerlich liegen beide Varianten heute nah beieinander, weil thesaurierende Fonds seit 2018 jedes Jahr eine Vorabpauschale auslösen. Mehr dazu bei den Steuern.
| Merkmal | Variante A | Variante B | Was das für dich heißt |
|---|---|---|---|
| Nachbildung | Physisch: kauft die Aktien des Index, ganz oder als Auswahl | Synthetisch: bekommt die Indexrendite über einen Swap | Beides ist sicher geregelt. Achte auf die Tracking Difference. |
| Ertragsverwendung | Thesaurierend: legt Dividenden wieder an | Ausschüttend: zahlt Dividenden aus | Für den Aufbau bequemer: thesaurierend. Für laufendes Einkommen: ausschüttend. |
| Index | Nur Industrieländer, etwa MSCI World | Industrie- und Schwellenländer, etwa MSCI ACWI | Mit Schwellenländern ist die Streuung breiter. |
Was mit deinem Geld ohne Anlage passiert
Ohne Anlage passiert scheinbar nichts. Die Zahl auf dem Konto bleibt gleich. Aber die Inflation macht das Geld jedes Jahr weniger wert. Laut Statistischem Bundesamt lagen die Verbraucherpreise im September 2026 um 3,3 Prozent über dem Vorjahresmonat, vorläufiger Wert, Stand: 30. September 2026.
„Lisa Logisch ist unsere Beispielperson. Sie ist erfunden, ihr Verlauf ist alltagsecht.“ Lisa ist 31, Projektmanagerin, und verdient 2.500 Euro netto im Monat. Ihr Geld liegt auf dem Tagesgeldkonto. Sie hat lange gezögert, mehr daraus zu machen, weil die Fachbegriffe sie abschrecken.
In unserem HB-Kurs rechnet Lisa einmal nach. 10.000 Euro auf dem Konto sind bei 2 Prozent Inflation nach zehn Jahren nur noch rund 8.200 Euro an Kaufkraft wert. Bei höherer Inflation schrumpft der Wert schneller. Die Tagesgeldzinsen gleichen das oft nicht aus.
Das heißt nicht, dass Tagesgeld falsch ist. Für den Notgroschen ist es genau richtig. Die Verbraucherzentrale empfiehlt als Rücklage zwei bis drei Nettogehälter. Bei Lisa sind das 5.000 bis 7.500 Euro. Erst das Geld darüber hinaus, das sie viele Jahre nicht braucht, gehört in einen ETF.
Wie riskant ein ETF ist: Schwankungen, Streuung und Anlagedauer
Ein Aktien-ETF schwankt, manchmal stark. Das größte Risiko ist das Marktrisiko: Fällt die Börse als Ganzes, fällt auch der breiteste ETF. Streuung schützt vor dem Absturz einzelner Unternehmen, nicht vor einem Einbruch des ganzen Marktes.
Wie tief es gehen kann, zeigt die Finanzkrise. Der MSCI World verlor zwischen dem 31. Oktober 2007 und dem 9. März 2009 rund 57 Prozent, gerechnet in US-Dollar. 2022 lag er im Kalenderjahr bei minus knapp 18 Prozent. Beides laut Index-Factsheet, Stand: 30. September 2026.
Über lange Zeit hat sich die Geduld trotzdem gelohnt. Seit Ende 1987 kam der MSCI World auf durchschnittlich rund 9 Prozent im Jahr, in US-Dollar und vor Kosten, Stand: 30. September 2026. Das ist Vergangenheit. Eine Garantie für die Zukunft ist es nicht.
Darum zählt die Anlagedauer. Die Verbraucherzentrale verweist auf eine Auswertung der Jahre 1970 bis 2018: Wer 25 Jahre lang monatlich in Aktien sparte, lag selbst im schlechtesten Zeitraum nur bei minus 0,1 Prozent im Jahr. Ein Mischdepot aus halb Aktien, halb Zinsanlagen brachte im Schnitt real 4,2 Prozent. Stand der Veröffentlichung: Januar 2026.
Als Faustregel gilt: Geld, das du in den nächsten Jahren brauchst, gehört nicht in Aktien-ETFs. Für kürzere Ziele passen Tagesgeld, Festgeld oder Anleihen-ETFs besser.
Stell dir vor: Lisa spart ein paar Jahre in einen Welt-ETF und hat 23.000 Euro aufgebaut. Dann kommt ein Crash wie im Frühjahr 2020, als der DAX binnen 28 Tagen fast 40 Prozent verlor. Ihr Depot fällt mit. Jeden Abend sieht sie rote Zahlen. In der vierten Woche verkauft sie alles. Monate später hat sich der Markt erholt, Lisa aber nicht, denn sie ist draußen.
Das Beispiel aus unserem HB-Kurs zeigt: Der Verlust entsteht oft erst durch den Verkauf. Wer weiß, wie viel Schwankung sie aushält, bleibt ruhiger.
Kleiner, aber real sind das Währungsrisiko, weil viele Aktien im Welt-Index in US-Dollar notieren, und das Schließungsrisiko kleiner ETFs. Wird ein ETF aufgelöst, musst du umschichten und eventuell Steuern zahlen.
Was ein ETF kostet: TER, Tracking Difference und Nebenkosten
ETFs sind günstig, aber nicht kostenlos. Die Kosten entstehen an drei Stellen: im Fonds selbst, beim Kauf und Verkauf und im Depot.
Die laufenden Kosten im Fonds heißen TER, Total Expense Ratio, auf Deutsch Gesamtkostenquote. Sie wird täglich anteilig aus dem Fondsvermögen entnommen. Du zahlst sie also nicht extra, sie mindert den Kurs. Laut Verbraucherzentrale liegt sie bei ETFs meist unter 0,2 Prozent im Jahr, bei aktiven Fonds bei rund 1,5 Prozent. Stand: März 2026.
Die TER zeigt aber nicht alles. Transaktionskosten im Fonds fehlen darin, Einnahmen aus der Wertpapierleihe auch. Ehrlicher ist die Tracking Difference. Sie misst, wie weit die Rendite des ETFs über ein Jahr von der Rendite seines Index abweicht. Bei guten ETFs liegt sie nahe an der TER, manchmal sogar darunter.
Beim Kauf und Verkauf kommen Ordergebühren und der Spread dazu, der Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Er ist zu den Haupthandelszeiten klein. Die Verbraucherzentrale nennt einmalige Kaufkosten von 0 bis 1 Prozent der Anlagesumme, Stand: März 2026.
Einen Ausgabeaufschlag wie bei vielen aktiven Fonds zahlst du über die Börse in der Regel nicht. Je nach Depotbank kommen Depotgebühren und Kosten pro Sparplanausführung dazu. Viele Banken bieten ETF-Sparpläne ohne Ordergebühr an.
Wie viel Kosten über Jahrzehnte ausmachen, zeigt eine Modellrechnung für Lisa. Sie legt ab 31 monatlich 200 Euro an, 36 Jahre lang bis 67. Angenommen sind 6 Prozent Rendite im Jahr vor Kosten, wie in unserem HB-Kurs. Steuern und Inflation sind nicht eingerechnet.
| Laufende Kosten im Jahr | Eingezahlt | Depotwert mit 67 | Davon Ertrag |
|---|---|---|---|
| 0,2 Prozent, typisch für einen breiten ETF | 86.400 Euro | rund 280.800 Euro | rund 194.400 Euro |
| 1,8 Prozent, typisch für einen aktiven Fonds mit Nebenkosten | 86.400 Euro | rund 197.900 Euro | rund 111.500 Euro |
| Unterschied | 0 Euro | rund 82.900 Euro | rund 82.900 Euro |
Das ist ein Modell, keine Prognose. Die Rendite der Börse kann niemand steuern, die Kosten schon.
Wie ETFs besteuert werden: Teilfreistellung, Vorabpauschale und Freibetrag
Gewinne aus ETFs unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent. Dazu kommen 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag auf die Steuer, zusammen 26,375 Prozent. Bist du in der Kirche, kommen 8 oder 9 Prozent Kirchensteuer auf die Abgeltungsteuer dazu, je nach Bundesland. Stand: 2026.
Steuerfrei bleibt der Sparerpauschbetrag: 1.000 Euro Kapitalerträge im Jahr für Alleinstehende, 2.000 Euro für Ehepaare und eingetragene Lebenspartnerschaften. Damit die Bank ihn direkt berücksichtigt, gibst du ihr einen Freistellungsauftrag. Hast du mehrere Banken, teilst du den Betrag auf. Mehr dazu auf unserer Seite zu Steuern auf Kapitalerträge.
Die Teilfreistellung: ein Teil der Erträge bleibt steuerfrei
Ein Fonds zahlt auf deutsche Dividenden schon selbst Steuern. Zum Ausgleich bleibt bei dir ein Teil der Erträge steuerfrei, die Teilfreistellung. Ihre Höhe hängt vom Aktien- oder Immobilienanteil ab.
| Fondsart | Anteil im Fonds | Steuerfrei bei Privatanlegerinnen und -anlegern |
|---|---|---|
| Aktienfonds, etwa ein Welt-Aktien-ETF | mehr als die Hälfte Aktien | 30 Prozent |
| Mischfonds | mindestens ein Viertel Aktien | 15 Prozent |
| Immobilienfonds | mehr als die Hälfte Immobilien | 60 Prozent |
| Anleihen-ETF und sonstige Fonds | weniger als ein Viertel Aktien | 0 Prozent |
Bei einem Aktien-ETF zahlst du also nur auf 70 Prozent deiner Gewinne Steuern. Die Teilfreistellung gilt für Ausschüttungen, Verkaufsgewinne und die Vorabpauschale gleichermaßen. Quelle: Investmentsteuergesetz, bestätigt durch unseren Faktencheck 2026.
Die Vorabpauschale: Steuer auf einen gedachten Ertrag
Damit bei thesaurierenden ETFs die Steuer nicht bis zum Verkauf wartet, gibt es seit 2018 die Vorabpauschale. Das ist ein Mindestertrag, den das Finanzamt jedes Jahr unterstellt.
Die Rechnung beginnt mit dem Wert deiner Anteile am ersten Handelstag des Jahres. Dieser Wert wird mit 70 Prozent des Basiszinses multipliziert. Den Basiszins legt das Bundesfinanzministerium jedes Jahr Anfang Januar fest, abgeleitet aus den Renditen langlaufender Bundesanleihen.
Zwei Grenzen gelten. Die Vorabpauschale ist nie höher als der tatsächliche Wertzuwachs im Jahr. In einem Verlustjahr fällt sie also weg. Und Ausschüttungen werden abgezogen. Hast du den ETF erst im Lauf des Jahres gekauft, sinkt sie für jeden vollen Monat vor dem Kauf um ein Zwölftel.
So rechnet die Bank die Vorabpauschale für Lisa
Stell dir vor: Lisa hat Anfang 2025 genau 10.000 Euro in einem thesaurierenden Welt-Aktien-ETF. Die Rechnung: 10.000 Euro mal 2,53 Prozent mal 0,7 ergibt 177,10 Euro Vorabpauschale. Nach 30 Prozent Teilfreistellung bleiben 123,97 Euro steuerpflichtig. Mit Freistellungsauftrag zahlt Lisa nichts, der Betrag verbraucht nur einen Teil ihres Freibetrags. Ohne Freistellungsauftrag wären es rund 32,70 Euro Steuern, im Januar 2026 abgebucht.
Die Steuer auf die Vorabpauschale eines Jahres zieht die Bank Anfang des Folgejahres ein, meist im Januar vom Verrechnungskonto. Liegt dort zu wenig Geld, kann sie dich auffordern nachzuzahlen oder den Vorgang dem Finanzamt melden. Halte darum Anfang Januar einen kleinen Betrag auf dem Verrechnungskonto bereit.
Die Vorabpauschale ist eine vorgezogene Steuer, keine zusätzliche. Beim Verkauf wird sie vom Gewinn abgezogen. Der Basiszins für 2026 wirkt sich auf die Abbuchung im Januar 2027 aus.
So wählst du einen ETF nach Kriterien aus
Die gute Nachricht zuerst: Bei breiten Welt-ETFs sind die Unterschiede zwischen guten Angeboten klein. Du musst nicht den besten ETF finden. Du musst einen passenden finden und dabeibleiben.
Die Reihenfolge ist wichtig. Zuerst wählst du den Index, also die Frage, worin du investieren willst. Erst danach vergleichst du die ETFs auf diesen Index. Die Verbraucherzentrale empfiehlt breite Welt-Indizes als Basis, Stand: März 2026.
| Kriterium | Worauf du achtest | Warum es zählt |
|---|---|---|
| Index | Breit, weltweit, viele Länder und Branchen | Bestimmt Streuung und Risiko viel stärker als alles andere |
| Laufende Kosten, TER | Bei Welt-Aktien-ETFs meist unter 0,2 Prozent | Kosten wirken jedes Jahr und über Jahrzehnte |
| Tracking Difference | Über mehrere Jahre nah an der TER oder besser | Zeigt, wie gut der ETF seinem Index wirklich folgt |
| Fondsvolumen | Laut Verbraucherzentrale rund 500 Millionen Euro oder mehr, Stand März 2026 | Große Fonds werden seltener geschlossen und haben meist kleinere Spreads |
| Ertragsverwendung | Thesaurierend oder ausschüttend, passend zu deinem Ziel | Bequemer Aufbau oder laufendes Einkommen |
| Sparplanfähigkeit | Bei deiner Depotbank als Sparplan verfügbar und günstig | Spart Ordergebühren bei regelmäßigen Raten |
Fondswährung und Wertpapierleihe hält die Verbraucherzentrale für nachrangig. Das Währungsrisiko steckt in den Aktien, nicht in der Währung, in der der Fonds rechnet.
Wenn dir Nachhaltigkeit wichtig ist, gibt es Welt-Indizes mit Ausschlüssen oder Auswahlregeln. Sie sind oft etwas weniger breit gestreut. Prüfe dann besonders, wie breit der Index noch streut.
So kaufst du deinen ersten ETF: Depot, Sparplan und Order
Der Weg zum ersten ETF ist kürzer, als viele denken. Hier zählt die Reihenfolge, darum steht sie in Schritten.
1
Ein Depot eröffnen
Ein Depot ist das Konto für Wertpapiere, mit einem Verrechnungskonto für Käufe, Verkäufe und Steuern. Die Eröffnung geht online mit Ausweis. Vergleiche Depotgebühren, Ordergebühren und Sparplanangebot.
2
Fragen zu Erfahrung und Risiko ehrlich beantworten
Die Bank fragt nach Kenntnissen, Erfahrungen und Zielen. Antworte ehrlich. Die Prüfung schützt dich vor Produkten, deren Risiken du noch nicht einschätzen kannst.
3
Den Freistellungsauftrag einrichten
Damit die Bank keine Steuern abzieht, solange du unter 1.000 Euro Kapitalerträgen im Jahr bleibst, richtest du den Freistellungsauftrag direkt mit ein. Ohne ihn holst du zu viel gezahlte Steuern erst über die Steuererklärung zurück.
4
Sparplan oder Einmalanlage festlegen
Mit einem Sparplan kaufst du jeden Monat automatisch für einen festen Betrag. Bei hohen Kursen bekommst du weniger Anteile, bei niedrigen mehr. Du musst keinen Zeitpunkt abpassen. Hast du einen größeren Betrag, kannst du ihn auf einmal anlegen oder in Raten verteilen, wenn dich Schwankungen sonst nervös machen.
5
Bei Einzelkäufen mit Limit ordern
Kaufst du direkt über die Börse, setze ein Limit, also einen Höchstpreis, und kaufe zu Zeiten mit viel Handel. Lies vorher das Basisinformationsblatt.
Danach heißt die Aufgabe: wenig tun. Einmal im Jahr prüfst du Sparrate, Ziel und Aufteilung. Mehrere ETFs bringst du dabei wieder auf die geplante Verteilung, das heißt Rebalancing.
Wenn du Geld brauchst: so verkaufst du ETF-Anteile und so wird es versteuert
Du kannst ETF-Anteile an jedem Börsentag verkaufen, ganz oder in Teilen. Es gibt keine Kündigungsfrist und keine Strafgebühr. Du gibst eine Verkaufsorder auf, am besten mit Limit. Das Geld landet nach kurzer Abwicklungszeit auf dem Verrechnungskonto.
Beim Verkauf gilt das First-in-first-out-Prinzip. Die Anteile, die du zuerst gekauft hast, gelten auch als zuerst verkauft. Bei einem langen Sparplan sind das oft die mit dem höchsten Gewinn. Das kann die Steuer beim Teilverkauf erhöhen.
Die Bank rechnet den Gewinn aus, zieht die bereits versteuerten Vorabpauschalen ab, wendet die Teilfreistellung an und berücksichtigt deinen Freistellungsauftrag. Auf den Rest führt sie die Abgeltungsteuer direkt ans Finanzamt ab.
Verluste aus ETFs landen im allgemeinen Verlustverrechnungstopf. Anders als Verluste aus Einzelaktien lassen sie sich auch mit Zinsen, Dividenden und Fondsgewinnen verrechnen.
Für die Rente kannst du einen Entnahmeplan einrichten. Die Bank verkauft dann jeden Monat Anteile für einen festen Betrag, der Rest bleibt angelegt. Auch in dieser Phase schwanken die Kurse.
ETFs in Elternzeit, Teilzeit, für Kinder und im Altersvorsorgedepot
Ein ETF-Sparplan ist flexibel. Du kannst die Rate jederzeit erhöhen, senken oder aussetzen. Das passt zu Lebensphasen, in denen sich das Einkommen bewusst ändert: Elternzeit, Teilzeit, Sabbatical, Weiterbildung. Bei Frauen wie bei Männern. Das Geld bleibt angelegt, auch wenn eine Weile nichts dazukommt.
Stell dir vor: Lisa bekommt ein Kind und geht ein Jahr in Elternzeit. Ihren Sparplan setzt sie aus. Danach steigt sie mit einer kleineren Rate wieder ein. Ihr Depot ist in der Zwischenzeit weiter gewachsen oder geschwankt, aber es gehört ihr allein. Paare sollten darum getrennt vorsorgen, nicht in einem gemeinsamen Depot, das nur auf eine Person läuft.
Für Kinder kann ein Sparplan im Depot auf den Namen des Kindes laufen. Dann gehört das Geld dem Kind, mit eigenen Freibeträgen. Mit 18 entscheidet es selbst darüber.
Für die Altersvorsorge kommt eine neue Hülle dazu. Das Altersvorsorgereformgesetz hat am 8. Mai 2026 den Bundesrat passiert. Es führt ab dem 1. Januar 2027 das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot ein, in dem auch ETFs liegen können. Die Regeln sind beschlossen und können sich bis zum Start noch ändern.
Typische Fehler beim ETF-Sparen und wie du sie vermeidest
Der häufigste Fehler ist der Verkauf in Panik. Wer im Einbruch verkauft, macht aus einem Buchverlust einen echten Verlust und verpasst oft die Erholung. Hilfreich ist, vorher festzulegen, wie lange das Geld liegen bleiben soll, und die App in unruhigen Wochen einfach nicht zu öffnen.
Der zweite Fehler ist ein fehlender Notgroschen. Dann muss das Depot bei jeder größeren Rechnung herhalten, meist im ungünstigsten Moment. Der dritte ist Unruhe: Zehn ETFs, die sich überschneiden, bringen nicht mehr Streuung, nur mehr Aufwand.
Der vierte Fehler ist warten. Wer jahrelang auf den perfekten Einstieg wartet, verliert die Zeit, die der Zinseszins braucht. Im HB-Kurs startet Lisa mit 100 Euro im Monat zehn Jahre früher als ihre Freundin Julia. Bei 7 Prozent Rendite im Modell hat Lisa nach 30 Jahren über 121.000 Euro, Julia nach 20 Jahren rund 52.000 Euro.
Was beim ETF als Nächstes zählt
Ein ETF ist ein Werkzeug, das breit streut, wenig kostet und dir die Auswahl einzelner Aktien abnimmt. Die schwierigen Fragen liegen woanders: Wie viel Geld kannst du entbehren, wie lange brauchst du es nicht, und wie viel Schwankung hältst du aus.
Wenn diese Fragen beantwortet sind, ist die Auswahl fast einfach: ein breiter Index, niedrige Kosten, ein großer Fonds, ein Sparplan, der zu deinem Leben passt. Danach zählt vor allem Geduld. Und ein Blick einmal im Jahr, ob dein Plan noch zu deinem Leben passt. Wenn du das gemeinsam durchgehen willst, findest du uns unter Beratung.
Lass uns deinen ETF-Plan einmal gemeinsam durchgehen.
Die Prüfung ist unabhängig davon, ob am Ende ein neuer Vertrag steht. Oft ist der alte Vertrag mit Lücken besser als ein neuer mit neuen Gesundheitsfragen.
Beratung durch die FemininFinance GmbH & Co. KG, Versicherungsmaklerin nach § 34d Abs. 1 GewO, Register-Nr. D-TAJS-4I8JO-48, und ihre Kooperationspartner:innen mit eigener Erlaubnis und eigener Registrierung bei der IHK.
Häufig gestellte Fragen
Meist nicht. Solche Einbrüche gehören zu Aktien-ETFs dazu, und erst der Verkauf macht den Verlust echt. Brauchst du das Geld viele Jahre nicht und hast einen Notgroschen, lass den Sparplan weiterlaufen.
Das ist meist die Steuer auf die Vorabpauschale eines thesaurierenden ETFs. Mit Freistellungsauftrag fällt bis 1.000 Euro Kapitalerträgen im Jahr keine Steuer an. Beim Verkauf wird sie vom Gewinn abgezogen.
Nein. Du kannst den Sparplan aussetzen oder die Rate senken und später wieder erhöhen. Das Geld im Depot bleibt angelegt und gehört weiter dir. Es gibt keine Strafgebühr und keine Frist.
Besser nicht. Dafür ist der Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto da. Verkaufen geht zwar an jedem Börsentag, vielleicht aber gerade bei niedrigen Kursen.
Für viele ja. Er streut über rund 1.250 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Schwellenländer fehlen aber, und die USA machen knapp drei Viertel aus. Wer breiter streuen will, nimmt einen Welt-Index mit Schwellenländern wie den MSCI ACWI oder ergänzt einen Schwellenländer-ETF.
Ja. Das geht in einem Depot auf den Namen des Kindes. Dann gehört das Geld dem Kind und es nutzt eigene Freibeträge. Mit 18 entscheidet es selbst darüber. Läuft das Depot auf deinen Namen, gehört das Geld dir.
Quellen: BaFin: ETFs, Stand 2026, geprüft am 07.10.2026 · BaFin: Wertpapierfonds, Stand 2026, geprüft am 07.10.2026 · Verbraucherzentrale: ETF-Kauf: Auf diese Kriterien sollten Sie bei der Auswahl achten, Stand 12.03.2026, geprüft am 07.10.2026 · Verbraucherzentrale: Augenmaß bei Geldanlagen: So können Sie Risiken streuen, Stand 21.01.2026, geprüft am 07.10.2026 · MSCI: MSCI World Index Factsheet, Stand 30.09.2026, geprüft am 07.10.2026 · Statistisches Bundesamt: Verbraucherpreisindex, Stand 30.09.2026, geprüft am 07.10.2026
Was sich geändert hat: 07.10.2026 – erste Fassung.
Haftungsausschluss: Dieser Artikel ist allgemeine Information und ersetzt keine persönliche Beratung. Welche Lösung zu dir passt, hängt von deiner Situation ab. Darüber sprechen wir am besten direkt. Alles Weitere steht im Haftungsausschluss.
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Unsere Beratung: Wir sind Versicherungsmaklerin. Vermitteln wir dir einen Vertrag, bekommen wir vom Versicherer eine Vergütung, die Courtage. Sie steckt im Beitrag. Vermittelt eine unserer Kooperationspartner:innen, bekommt sie die Courtage. Ob wir davon einen Anteil bekommen, ist unterschiedlich. Die Prüfung deines Vertrags ist unabhängig davon, ob am Ende ein neuer Vertrag steht. Mehr dazu: So verdienen wir Geld.
Tipps unter Fachkolleg:innen: ETF
Für Versicherungsvermittlerinnen und -vermittler, Finanzberaterinnen und -berater mit IHK-Registrierung
- Viele Kundinnen und Kunden haben Geld auf dem Tagesgeld und trauen sich nicht weiter. Ein Gespräch über Notgroschen und Anlagedauer öffnet oft die Tür.
- Die Vorabpauschale im Januar verunsichert jedes Jahr. Ein kurzer Hinweis im Dezember zum Freistellungsauftrag wird gern gehört.
- Das Altersvorsorgedepot ab 2027 ist ein guter Anlass, bestehende ETF-Sparpläne gemeinsam anzusehen.
