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Titelbild zu aktiven Fonds: Eine Person prüft mit einer Lupe ein Glas voller Münzen, aus dem unten Münzen als Kosten in eine Schale tropfen.

Aktive Fonds: Kosten, Studien und wann sie sich lohnen

Samira HarkatSamira HarkatStand: 7. Oktober 2026

Aktive Fonds sind Investmentfonds, in denen Fondsmanagerinnen und Fondsmanager gezielt Aktien oder Anleihen auswählen. Ihr Versprechen ist mehr Rendite als der Markt. Viele bekommen solche Fonds bei der Hausbank empfohlen, oft mit Ausgabeaufschlag und ohne Vergleich.

Die Zahlen dazu sind ernüchternd. Über zehn Jahre blieben laut der SPIVA-Studie gut 98 Prozent der aktiven globalen Aktienfonds in Euro hinter ihrem Vergleichsindex zurück, Stand: 31. Dezember 2025. Das liegt nicht an fehlendem Fleiß. Es liegt an Kosten und an einem Markt, den sehr viele gleichzeitig schlagen wollen.

Hier steht, wie aktive Fonds funktionieren, was sie kosten, wer an ihnen mitverdient und in welchen Fällen sie trotzdem passen können. Ohne Fondsnamen, mit Quellen und Stand.

Betrifft dich, wenn du Vermögen aufbauen willst du an die Rente denkst du deine Finanzen im Blick behalten möchtest du erbst

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein aktiver Fonds versucht, seinen Vergleichsindex zu schlagen. Ein ETF bildet den Index nur nach und kostet darum deutlich weniger.
  • Laut Verbraucherzentrale kosten aktive Aktienfonds gut 1,5 Prozent im Jahr, dazu kommen in der Regel 5 Prozent Ausgabeaufschlag. Breite ETFs liegen meist unter 0,2 Prozent. Stand: März 2026.
  • Laut SPIVA lagen nach zehn Jahren je nach Kategorie rund 91 bis 98 Prozent der aktiven Aktienfonds in Euro hinter ihrem Index. Stand: 31. Dezember 2025.
  • Aus Ausgabeaufschlag und Verwaltungsvergütung werden oft Bank oder Vermittlung bezahlt, die Bestandsprovision. Diese Beträge müssen dir vor dem Kauf offengelegt werden.
  • Das Geld im Fonds ist ein Sondervermögen und bei einer Pleite der Fondsgesellschaft geschützt. Vor Kursverlusten schützt das nicht.
Inhalt
  1. Was ist ein aktiver Fonds?
  2. Was Fondsmanagerinnen und Fondsmanager in einem aktiven Fonds tun
  3. Warum dein Geld im Fonds als Sondervermögen geschützt ist
  4. Welche Fondsarten es gibt: von Aktienfonds bis zu offenen Immobilienfonds
  5. Was du ohne Fondsmanagement bekommst: die Marktrendite als Maßstab
  6. Was Studien wie SPIVA über die Outperformance aktiver Fonds zeigen
  7. Was ein aktiver Fonds kostet: Ausgabeaufschlag, laufende Kosten und Performance Fee
  8. Wer an deinem Fonds mitverdient: Ausgabeaufschlag und Bestandsprovision offen erklärt
  9. Wie aktive Fonds besteuert werden und was beim Umschichten gilt
  10. So läuft der Kauf eines aktiven Fonds ab: Beratung, Unterlagen und Kosteninformation
  11. Wenn du Geld brauchst: so gibst du Fondsanteile zurück
  12. Wann aktive Fonds sinnvoll sein können
  13. Wenn du schon aktive Fonds hast: erst prüfen, dann umschichten
  14. Was bei aktiven Fonds als Nächstes zählt
  15. Häufig gestellte Fragen

Was ist ein aktiver Fonds?

Die kurze Antwort: Ein aktiver Fonds ist ein Investmentfonds, in dem ein Fondsmanagement entscheidet, welche Wertpapiere gekauft und verkauft werden. Ziel ist, nach Kosten mehr zu erzielen als ein festgelegter Vergleichsindex, die sogenannte Benchmark.

Viele Anlegerinnen und Anleger legen dafür ihr Geld zusammen. Eine Fondsgesellschaft, rechtlich eine Kapitalverwaltungsgesellschaft, legt es nach festen Anlagebedingungen an. Du kaufst Anteile und bist damit an allem beteiligt, was im Fonds liegt.

Das Gegenstück ist der passive Fonds. Er bildet einen Index wie den MSCI World nach und trifft keine eigenen Auswahlentscheidungen. Die meisten passiven Fonds sind ETFs, die laufend an der Börse gehandelt werden. Mehr dazu steht auf unserer Seite zum ETF.

Ganz scharf ist die Grenze nicht. Es gibt auch aktive ETFs, die an der Börse gehandelt werden und trotzdem ein Management haben. Die BaFin weist darauf hin, dass ihre Gebühren meist höher sind als bei passiven ETFs, weil die Arbeit des Managements bezahlt werden muss.

Aktive Fonds begegnen dir an vielen Stellen: im Beratungsgespräch bei der Bank, in Fondssparplänen, in vermögenswirksamen Leistungen oder als Baustein in einer fondsgebundenen Rentenversicherung.

MerkmalAktiver FondsPassiver Fonds, meist ein ETF
ZielDen Vergleichsindex nach Kosten schlagenDen Index möglichst genau abbilden
Wer entscheidetFondsmanagement mit AnalyseteamDie festen Regeln des Index
Laufende Kosten laut Verbraucherzentrale, Stand März 2026gut 1,5 Prozent im Jahrmeist unter 0,2 Prozent im Jahr
Ausgabeaufschlagin der Regel 5 Prozent beim Kauf über Bank oder Fondsgesellschaftüber die Börse in der Regel keiner
Handelmeist einmal am Tag zum festgestellten Anteilspreislaufend über die Börse
RechtsformSondervermögenSondervermögen

Was Fondsmanagerinnen und Fondsmanager in einem aktiven Fonds tun

Das Fondsmanagement handelt nach einer Strategie, die in den Anlagebedingungen festgelegt ist. Diese Strategie bestimmt, wie frei es dabei ist.

Manche Teams suchen einzelne Unternehmen, die sie für unterbewertet halten. Fachleute nennen das Stock Picking. Andere setzen auf Branchen, Länder oder Themen oder steuern vor allem das Risiko. Diese Arbeit wird aus dem Fondsvermögen bezahlt, also von dir.

Entscheidend ist der Vergleichsindex. Er steht im Basisinformationsblatt und im Verkaufsprospekt. An ihm misst sich, ob das Management seinen Preis wert war. Ein Beispiel: Macht ein Fonds in einem guten Jahr 12 Prozent und sein Index 16 Prozent, hat er schlechter gearbeitet als ein günstiger Indexfonds.

Ein Sonderfall sind Fonds, die sich eng an ihren Index halten und trotzdem hohe Gebühren nehmen. Fachleute nennen sie Closet Indexer, also heimliche Indexfonds. Du zahlst für aktives Management und bekommst fast den Index, abzüglich höherer Kosten.

Auch Personen wechseln. Eine starke Bilanz der vergangenen zehn Jahre kann von einem Team stammen, das heute nicht mehr da ist. Darum lohnt der Blick, seit wann die heutigen Verantwortlichen den Fonds führen.

Warum dein Geld im Fonds als Sondervermögen geschützt ist

Das Geld in einem Fonds ist ein Sondervermögen. Nach § 92 Kapitalanlagegesetzbuch, kurz KAGB, muss die Fondsgesellschaft es getrennt von ihrem eigenen Vermögen halten. Verwahrt wird es bei einer eigenen Stelle, der Verwahrstelle, meist einer Bank.

Geht die Fondsgesellschaft pleite, gehört das Sondervermögen nach § 99 KAGB nicht zur Insolvenzmasse. Ihr Recht, den Fonds zu verwalten, erlischt. Der Fonds geht auf die Verwahrstelle über, die ihn abwickelt oder an eine andere Gesellschaft überträgt. Dein Anteil bleibt deiner.

Das gilt für aktive Fonds genauso wie für ETFs. Die Einlagensicherung für Bankkonten brauchst du dafür nicht, weil die Fondsanteile in deinem Depot dein Eigentum sind.

Die Grenze dieses Schutzes ist wichtig. Das Sondervermögen schützt vor der Pleite des Anbieters. Es schützt nicht vor fallenden Kursen und nicht vor schlechten Entscheidungen des Managements. Die BaFin genehmigt die Anlagebedingungen, sie prüft aber nicht, ob eine Strategie Erfolg haben wird.

Welche Fondsarten es gibt: von Aktienfonds bis zu offenen Immobilienfonds

Aktive Fonds gibt es für fast jede Anlageklasse. Die Fondsart bestimmt, wie stark der Fonds schwankt, was er kostet und wie er besteuert wird.

FondsartWas drinstecktWofür typischSteuerfrei über die Teilfreistellung
Aktienfondsmehr als die Hälfte Aktienlangfristiger Vermögensaufbau, starke Schwankungen30 Prozent
Rentenfonds, auch AnleihefondsAnleihen von Staaten und Unternehmenruhigere Anlage, aber mit Zins- und Ausfallrisiko0 Prozent
MischfondsAktien und Anleihen, oft mit flexibler GewichtungAnlage aus einer Hand15 Prozent bei mindestens einem Viertel Aktien, sonst 0 Prozent
Geldmarktfondssehr kurz laufende ZinspapiereGeld kurzfristig parken0 Prozent
Offene ImmobilienfondsGebäude und ImmobiliengesellschaftenSachwertanteil, eingeschränkte Rückgabe60 Prozent bei mehr als der Hälfte Immobilien
DachfondsAnteile an anderen Fondsbreite Mischung, aber zwei Kostenebenenje nach Aktien- oder Immobilienanteil

Die Fondsarten folgen der Übersicht der BaFin. Die Sätze der Teilfreistellung stehen im Investmentsteuergesetz und gelten für ETFs genauso.

Bei Mischfonds lohnt ein zweiter Blick. Manche dürfen den Aktienanteil sehr frei verschieben. Dann weißt du vorher nicht genau, wie viel Risiko du gerade trägst. Bei Dachfonds zahlst du die Kosten des Dachfonds und zusätzlich die der Fonds darin.

Offene Immobilienfonds haben eigene Regeln. Nach § 255 KAGB musst du Anteile mindestens 24 Monate halten und die Rückgabe zwölf Monate vorher unwiderruflich erklären. Für Geld, das du bald brauchst, sind sie darum nicht gedacht.

Was du ohne Fondsmanagement bekommst: die Marktrendite als Maßstab

Ohne aktives Management bekommst du ziemlich genau die Rendite des Marktes, abzüglich kleiner Kosten. Das ist der Maßstab, an dem sich jeder aktive Fonds messen lassen muss.

Ein breiter ETF auf einen Welt-Index kostet laut Verbraucherzentrale meist unter 0,2 Prozent im Jahr, Stand: März 2026. Er wird seinen Index nie schlagen. Er bleibt aber auch nur um diese kleinen Kosten dahinter.

Hier liegt der Kern der Debatte. Alle Anlegerinnen und Anleger zusammen besitzen den ganzen Markt. Vor Kosten erzielen sie im Schnitt also genau die Marktrendite. Was die einen mehr verdienen, verdienen andere weniger. Nach Kosten liegt der Durchschnitt aller aktiven Fonds darum unter dem Markt.

Wer gar nicht anlegt, bekommt Sicherheit, verliert aber Kaufkraft durch die Inflation. Für den Notgroschen ist das richtig, für Geld, das du viele Jahre nicht brauchst, eher nicht.

Was Studien wie SPIVA über die Outperformance aktiver Fonds zeigen

Die bekannteste Langzeitauswertung heißt SPIVA. Der Indexanbieter S&P Dow Jones Indices vergleicht darin seit über 20 Jahren aktive Fonds mit Indizes, die zu ihrer Anlagekategorie passen. Dass sie von einem Indexanbieter stammt, solltest du wissen. Die Methode ist offengelegt.

Gemessen wird die Rendite nach laufenden Kosten, aber ohne Ausgabeaufschlag. Für dich fällt das Ergebnis also eher noch schlechter aus. Außerdem zählt SPIVA alle Fonds mit, die zu Beginn am Start waren, auch solche, die später geschlossen oder mit anderen Fonds verschmolzen wurden.

Aktive Aktienfonds in EuroHinter dem Index nach 1 Jahrnach 5 Jahrennach 10 Jahren
Global70,6 Prozent95,3 Prozent98,4 Prozent
Europa81,8 Prozent93,9 Prozent97,0 Prozent
Eurozone88,9 Prozent92,2 Prozent97,9 Prozent
Deutschland70,0 Prozent87,9 Prozent94,6 Prozent
USA77,0 Prozent97,0 Prozent98,2 Prozent
Schwellenländer47,7 Prozent76,7 Prozent90,9 Prozent

Quelle der Tabelle: SPIVA Europe Scorecard, Stand: 31. Dezember 2025, veröffentlicht im März 2026.

Über ein Jahr hat ein Teil der Fonds Glück oder ein gutes Händchen. Über zehn Jahre schrumpft dieser Teil auf wenige Prozent. Bei globalen Aktienfonds in Euro blieben nur rund 1,6 Prozent vor ihrem Index.

Dazu kommt das Überleben. Von 1.087 globalen Aktienfonds in Euro, die zu Beginn des Zehnjahreszeitraums existierten, gab es laut SPIVA am Ende nur noch gut 62 Prozent. Mehr als jeder dritte Fonds wurde geschlossen oder verschmolzen. Fehlen solche Fonds in Ranglisten, sehen die übrigen besser aus, als sie sind. Das heißt Survivorship Bias.

Die Studien sagen nicht, dass kein aktiver Fonds den Markt schlagen kann. Sie sagen, dass die wenigen Gewinner vorher kaum zu erkennen sind. In unserem HB-Kurs heißt es knapp: Die Kosten fressen derweil die Rendite.

Was ein aktiver Fonds kostet: Ausgabeaufschlag, laufende Kosten und Performance Fee

Die Kosten eines aktiven Fonds entstehen an drei Stellen: einmal beim Kauf, laufend im Fonds und manchmal zusätzlich erfolgsabhängig. Dazu kommen die Kosten deines Depots.

Der Ausgabeaufschlag: Kosten, bevor dein Geld arbeitet

Der Ausgabeaufschlag ist eine einmalige Gebühr beim Kauf über Bank oder Fondsgesellschaft. Bei aktiven Aktienfonds liegt er laut Verbraucherzentrale in der Regel bei 5 Prozent, Stand: März 2026.

Der Aufschlag kommt auf den Anteilswert obendrauf. Zahlst du 3.000 Euro bei 5 Prozent Aufschlag, kaufst du Anteile im Wert von rund 2.857 Euro. Gut 140 Euro sind weg, bevor sich der Kurs überhaupt bewegt hat.

Lisa Logisch ist unsere Beispielperson. Sie ist erfunden, ihr Verlauf ist alltagsecht. Lisa ist 31, Projektmanagerin, verdient 2.500 Euro netto und spart bisher auf dem Tagesgeld. In unserem HB-Kurs legt ihre Freundin Julia 3.000 Euro in einen Aktienfonds, einen Monat später stehen 2.810 Euro im Depot. Mit 5 Prozent Ausgabeaufschlag wären rund 143 Euro dieses Minus Gebühr gewesen. Die Schwankung erholt sich mit der Zeit, die Gebühr nicht.

Viele Online-Banken und Fondsplattformen geben Rabatt auf den Ausgabeaufschlag, manchmal bis zum vollen Erlass. Kaufst du über die Börse, fällt statt des Aufschlags meist der Spread an, also der Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufskurs, dazu die Ordergebühr.

Die laufenden Kosten: jedes Jahr ein Stück vom Vermögen

Die laufenden Kosten werden täglich anteilig aus dem Fondsvermögen entnommen. Du siehst sie nicht als Abbuchung, sie mindern den Anteilspreis. Den größten Teil macht die Verwaltungsvergütung für das Management aus.

Im Basisinformationsblatt stehen sie als laufende Kosten, oft auch als TER, Total Expense Ratio, auf Deutsch Gesamtkostenquote. Bei aktiven Aktienfonds sind es laut Verbraucherzentrale gut 1,5 Prozent im Jahr, Stand: März 2026. In ihrem Einsteiger-Ratgeber nennt sie 1,5 bis 2 Prozent, Stand: August 2025.

Nicht in der TER stecken die Transaktionskosten, die beim Kaufen und Verkaufen im Fonds entstehen. Das Basisinformationsblatt weist sie gesondert aus.

Die Performance Fee: eine Prämie für gute Jahre

Manche Fonds verlangen zusätzlich eine erfolgsabhängige Vergütung, die Performance Fee. Sie wird fällig, wenn der Fonds besser läuft als ein festgelegter Maßstab. Die europäische Wertpapieraufsicht ESMA hat dafür Leitlinien erlassen.

Danach darf die Fee höchstens einmal im Jahr festgeschrieben werden. Wird sie am Vergleichsindex gemessen, müssen Rückstände aus mindestens fünf Jahren aufgeholt sein, bevor wieder eine Fee anfällt. Bei einer High-Water-Mark gibt es sie nur, wenn der Fonds einen neuen Höchststand erreicht.

Eine Fee kann laut ESMA sogar fällig werden, wenn der Fonds Geld verloren hat, aber weniger als sein Index. Darauf muss die Fondsgesellschaft ausdrücklich hinweisen, und der Verkaufsprospekt muss Rechenbeispiele enthalten.

So rechnet eine Performance Fee

Ein Beispiel mit angenommenen Zahlen: Ein Fonds nimmt 20 Prozent von allem, was er besser macht als sein Index. Der Index steigt in einem Jahr um 6 Prozent, der Fonds vor dieser Fee um 10 Prozent. Vom Vorsprung von 4 Prozentpunkten gehen 0,8 Prozentpunkte an die Fondsgesellschaft. Bei 10.000 Euro sind das 80 Euro, zusätzlich zu den laufenden Kosten.

Was die Kosten über Jahrzehnte ausmachen

Wie stark sich Kosten summieren, zeigt dieselbe Modellrechnung wie auf unserer ETF-Seite. Stell dir vor: Lisa legt ab 31 jeden Monat 200 Euro an, 36 Jahre lang bis 67. Angenommen sind 6 Prozent Rendite im Jahr vor Kosten, wie in unserem HB-Kurs. Steuern und Inflation sind nicht eingerechnet.

VarianteEingezahltDepotwert mit 67Davon Ertrag
Breiter ETF, 0,2 Prozent laufende Kosten86.400 Eurorund 280.800 Eurorund 194.400 Euro
Aktiver Fonds, 1,8 Prozent laufende Kosten mit Nebenkosten86.400 Eurorund 197.900 Eurorund 111.500 Euro
Aktiver Fonds, 1,8 Prozent und 5 Prozent Ausgabeaufschlag auf jede Rate86.400 Eurorund 188.400 Eurorund 102.000 Euro

Der Unterschied liegt bei mehr als 90.000 Euro. Das Modell unterstellt, dass das Management vor Kosten genau den Markt erreicht. Schafft es mehr, wird die Lücke kleiner. Nach den SPIVA-Zahlen gelingt das über zehn Jahre nur wenigen. Die Verbraucherzentrale kommt in einem eigenen Beispiel mit 100 Euro im Monat über 40 Jahre auf rund 96.500 Euro mit ETFs gegen rund 54.600 Euro mit provisionsbasierten Produkten, Stand: August 2025.

Wer an deinem Fonds mitverdient: Ausgabeaufschlag und Bestandsprovision offen erklärt

Ein großer Teil der Kosten bleibt nicht bei der Fondsgesellschaft. Er bezahlt den Vertrieb, also Banken, Sparkassen, Fondsplattformen sowie Vermittlerinnen und Vermittler.

Aus dem Ausgabeaufschlag fließt in der Regel ein großer Teil an die Stelle, die den Fonds verkauft. Dazu kommt die Bestandsprovision. Das ist ein Teil der jährlichen Verwaltungsvergütung, den die Fondsgesellschaft an die vermittelnde Stelle weitergibt, solange du den Fonds hältst. Du zahlst sie nicht extra, sie steckt in den laufenden Kosten.

Provision ist nicht automatisch schlecht, denn Beratung kostet Zeit. Schwierig wird es, wenn du es nicht weißt. Dann wird ein Fonds vielleicht empfohlen, weil er gut vergütet wird, nicht weil er zu dir passt.

Darum gibt es klare Regeln. Der Bundesgerichtshof hat 2006 entschieden, dass eine beratende Bank über Rückvergütungen aus Ausgabeaufschlägen und Verwaltungsgebühren aufklären muss, Aktenzeichen XI ZR 56/05. Heute erlaubt § 70 Wertpapierhandelsgesetz, kurz WpHG, solche Zuwendungen nur, wenn sie die Qualität der Dienstleistung verbessern sollen. Art und Umfang müssen dir vorher offengelegt werden, die tatsächlichen Beträge mindestens einmal im Jahr.

Nach § 63 WpHG bekommst du vor dem Kauf eine Kosteninformation. Sie fasst alle Kosten zusammen, auch Zahlungen von Dritten, und zeigt, wie stark sie deine Rendite mindern. Auf Wunsch bekommst du sie aufgeschlüsselt. Such darin die Zeile zu Zuwendungen. Dort steht in Euro, was Bank oder Vermittlung an deinem Fonds verdienen.

Es gibt Alternativen. Bei einer unabhängigen Honorar-Anlageberatung zahlst du die Beratung direkt. Zuwendungen darf sie nach § 64 WpHG nicht behalten, sie muss sie an dich weitergeben. Manche Fonds haben außerdem Anteilsklassen ohne Vertriebsprovision, oft Clean Share Class genannt. Sie sind günstiger, werden aber nicht überall angeboten.

Zu unserer Rolle: Samira Harkat ist Versicherungsmaklerin. Wer Fonds vermittelt, braucht eine Erlaubnis als Finanzanlagenvermittlerin oder Finanzanlagenvermittler nach § 34f Gewerbeordnung oder ist eine Bank. Vermittelt dir eine Beraterin aus unserem Netzwerk einen Fonds, kann sie dafür Provision bekommen. Diese Beträge siehst du vorher in der Kosteninformation.

Wie aktive Fonds besteuert werden und was beim Umschichten gilt

Steuerlich behandelt das Investmentsteuergesetz aktive Fonds und ETFs gleich. Gewinne und Ausschüttungen unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag, bei Kirchenmitgliedschaft auch Kirchensteuer. Steuerfrei bleibt der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro im Jahr, für Ehepaare und eingetragene Lebenspartnerschaften 2.000 Euro, Stand: 2026. Bei Aktienfonds bleiben über die Teilfreistellung 30 Prozent der Erträge steuerfrei.

Thesaurierende Fonds, die Erträge wieder anlegen, lösen jedes Jahr eine Vorabpauschale aus. Das ist eine vorgezogene Steuer, die beim Verkauf angerechnet wird. Alles Weitere steht auf unserer Seite zu Steuern auf Kapitalerträge.

Ein Punkt betrifft aktive Fonds besonders: das Umschichten. Verkaufst du einen alten Fonds, um in einen ETF zu wechseln, wird der Gewinn versteuert. Einen steuerfreien Tausch gibt es im normalen Depot nicht. Das ist kein Grund, an einem teuren Fonds festzuhalten. Es ist ein Grund, den Wechsel zu planen.

Fondsanteile, die vor 2009 gekauft wurden, haben teilweise steuerliche Besonderheiten. Bei solchen Altbeständen lohnt vor dem Verkauf ein Gespräch mit einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater.

So läuft der Kauf eines aktiven Fonds ab: Beratung, Unterlagen und Kosteninformation

Der Weg zum Fonds bestimmt mit, wie viel du zahlst. In der Beratung bei einer Bank oder Vermittlung wirst du zuerst nach Kenntnissen, Erfahrungen, finanzieller Lage, Zielen und Risikobereitschaft gefragt. Das ist die Geeignetheitsprüfung nach § 64 WpHG. Vor dem Abschluss bekommst du eine Geeignetheitserklärung. Darin steht, warum der Fonds zu dir passen soll. Klingt die Begründung allgemein, frag nach.

Vor jedem Kauf erhältst du das Basisinformationsblatt. Es hat laut BaFin höchstens drei Seiten und zeigt einheitlich Ziel, Risiko, empfohlene Haltedauer, Szenarien und Kosten. Dazu kommt die Kosteninformation in Euro.

Im eigenen Depot kaufst du ohne Beratung. Über die Fondsgesellschaft oder eine Fondsplattform zahlst du den Ausgabepreis, also Anteilswert plus Ausgabeaufschlag, oft mit Rabatt. Über die Börse zahlst du Ordergebühr und Spread. Viele aktive Fonds lassen sich auch als Sparplan besparen. Dann fällt ein Ausgabeaufschlag auf jede Rate an, wenn er nicht erlassen wird. Mehr zur Wahl des Depots steht auf unserer Seite zum Depot.

Diese Fragen helfen dir in jedem Gespräch über einen aktiven Fonds:

  • Welcher Vergleichsindex gilt, und wie lag der Fonds über zehn Jahre nach Kosten im Vergleich?
  • Wie hoch sind Ausgabeaufschlag, laufende Kosten und eine mögliche Performance Fee in Euro?
  • Welcher Teil davon geht als Provision an die Bank oder die Vermittlung?
  • Gibt es eine günstigere Anteilsklasse oder einen ETF, der dasselbe abdeckt?
  • Seit wann führt das heutige Management den Fonds?

Wenn du Geld brauchst: so gibst du Fondsanteile zurück

Anteile an offenen Fonds kannst du verkaufen oder an die Fondsgesellschaft zurückgeben. Das Gesetz verlangt in § 98 KAGB, dass eine Rückgabe mindestens zweimal im Monat möglich ist. Bei Wertpapierfonds geht das in der Praxis börsentäglich, so beschreibt es die BaFin.

Du bekommst den Rücknahmepreis, also den Anteilswert. Manche Fonds ziehen davon einen Rücknahmeabschlag ab. Ob deiner das tut, steht im Basisinformationsblatt.

In außergewöhnlichen Lagen darf die Fondsgesellschaft die Rücknahme vorübergehend aussetzen. Auch die BaFin kann das anordnen. Bei offenen Immobilienfonds gelten ohnehin die 24 Monate Mindesthaltedauer und die zwölf Monate Rückgabefrist.

Beim Verkauf zieht die Bank die Abgeltungsteuer direkt ab. Sie berücksichtigt dabei Teilfreistellung, schon versteuerte Vorabpauschalen und deinen Freistellungsauftrag. Für den Ruhestand ist ein Entnahmeplan möglich, bei dem regelmäßig Anteile verkauft werden.

Wann aktive Fonds sinnvoll sein können

Aktive Fonds sind nicht grundsätzlich falsch. In weniger effizienten Märkten schneiden sie etwas besser ab. Bei Schwellenländer-Aktienfonds in Euro lagen laut SPIVA nach einem Jahr knapp 48 Prozent hinter dem Index, bei Anleihenfonds in Euro je nach Kategorie 48 bis 57 Prozent, Stand: 31. Dezember 2025. Über zehn Jahre blieben aber auch bei Schwellenländern knapp 91 Prozent zurück.

Manche Strategien gibt es als Index kaum, etwa bestimmte Anleihen, sehr kleine Unternehmen oder Fonds mit festen Regeln zur Begrenzung von Verlusten. Wer genau so etwas sucht und die Kosten kennt, kann einen aktiven Fonds bewusst wählen.

Manche Menschen schätzen bei einem Mischfonds, dass jemand anderes die Aufteilung zwischen Aktien und Anleihen übernimmt. Dieselbe Aufgabe übernehmen auch Mischungen aus ETFs oder eine Vermögensverwaltung, oft zu geringeren Kosten.

In einer fondsgebundenen Rentenversicherung stehen manchmal nur bestimmte Fonds zur Auswahl. Dann vergleichst du nicht aktiv gegen passiv im Depot, sondern die Fonds im Vertrag. Frag nach, ob der Vertrag auch günstige Indexfonds anbietet.

Für den breiten Kern deines Vermögens bleibt ein günstiger, weltweit gestreuter Indexfonds die naheliegende Wahl. So sieht es auch die Verbraucherzentrale.

Wenn du schon aktive Fonds hast: erst prüfen, dann umschichten

Stell dir vor: Lisa erbt von ihrer Tante ein Depot mit drei aktiven Aktienfonds im Wert von 25.000 Euro. Die laufenden Kosten liegen bei rund 1,7 Prozent. Das sind etwa 425 Euro im Jahr, die Lisa nie als Rechnung sieht. Ein breiter ETF mit 0,2 Prozent käme auf rund 50 Euro.

Lisa will verstehen, bevor sie handelt. Sie schaut zuerst, wie die Fonds über zehn Jahre nach Kosten gegen ihren Vergleichsindex lagen. Dann prüft sie, wie viel Gewinn beim Verkauf steuerpflichtig wäre. Liegt er deutlich über ihrem Freibetrag, kann sie den Umstieg auf mehrere Jahre verteilen und den Freibetrag jedes Jahr nutzen.

Einen laufenden Sparplan kann man sofort ändern. Neue Raten fließen dann in einen günstigeren Fonds, ohne dass etwas verkauft wird. Das löst keine Steuer aus und stoppt neue Ausgabeaufschläge.

Ein teurer Fonds, der lange hinter seinem Index liegt, gehört auf den Prüfstand. Ein günstiger, der eine Lücke füllt, kann bleiben.

Was bei aktiven Fonds als Nächstes zählt

Bei aktiven Fonds zählt am Ende eine Frage: Was bleibt nach allen Kosten im Vergleich zu einem günstigen Index? Die Studien sind deutlich. Über zehn Jahre liegen die allermeisten aktiven Fonds zurück, und die wenigen Gewinner lassen sich vorher kaum erkennen.

Wichtiger als jede Prognose sind darum die Dinge, die du selbst in der Hand hast: Kosten, Transparenz und ein Plan, der zu deinem Leben passt. Schau in die Kosteninformation, frag nach Provisionen in Euro und stell jeden aktiven Fonds neben einen passenden ETF. Wenn du das gemeinsam durchgehen willst, findest du uns unter Beratung.

Lass uns deine Fonds einmal gemeinsam durchgehen.

Die Prüfung ist unabhängig davon, ob am Ende ein neuer Vertrag steht. Oft ist der alte Vertrag mit Lücken besser als ein neuer mit neuen Gesundheitsfragen.

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Häufig gestellte Fragen

Meine Bankberaterin will mir einen Fonds mit 5 Prozent Ausgabeaufschlag verkaufen. Ist das normal?

Bei aktiven Aktienfonds ist ein Ausgabeaufschlag von rund 5 Prozent laut Verbraucherzentrale üblich. Normal heißt aber nicht günstig. Frag nach dem Vergleichsindex, den laufenden Kosten und der Provision in Euro und vergleiche mit einem ETF auf einen ähnlichen Markt.

Ich habe von meiner Oma einen alten Fondssparplan geerbt. Soll ich ihn sofort verkaufen?

Nicht überstürzt. Prüfe zuerst Kosten und Wertentwicklung nach Kosten gegen den Vergleichsindex. Beim Verkauf wird der Gewinn versteuert, bei Anteilen von vor 2009 kann es Besonderheiten geben. Den laufenden Sparplan kannst du sofort ändern, ohne etwas zu verkaufen.

In meinem Depot steht eine Performance Fee. Zahle ich die auch, wenn der Fonds Verlust macht?

Das ist möglich, wenn der Fonds weniger verloren hat als sein Vergleichsindex. Die ESMA-Leitlinien erlauben das, die Fondsgesellschaft muss aber ausdrücklich darauf hinweisen. Wie die Fee berechnet wird, steht mit Beispielen im Verkaufsprospekt.

Wie finde ich heraus, wie viel meine Bank an meinem Fonds verdient?

Schau in die Kosteninformation, die du vor dem Kauf bekommst, und in die jährliche Kostenaufstellung. Dort stehen Zuwendungen wie die Bestandsprovision in Euro. Auf Wunsch muss die Bank sie dir aufschlüsseln.

Kann ich meinen aktiven Fonds einfach steuerfrei in einen ETF tauschen?

Nein. Im normalen Depot ist der Wechsel ein Verkauf, und der Gewinn wird versteuert. Mit dem Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro im Jahr kannst du den Wechsel aber über mehrere Jahre verteilen. Neue Sparraten kannst du sofort umleiten.

Ist mein Geld weg, wenn die Fondsgesellschaft pleitegeht?

Nein. Das Fondsvermögen ist ein Sondervermögen und gehört nach § 99 KAGB nicht zur Insolvenzmasse. Die Verwahrstelle übernimmt und wickelt ab oder überträgt den Fonds. Kursverluste deckt dieser Schutz aber nicht ab.

Quellen: S&P Dow Jones Indices: SPIVA Europe Scorecard Year-End 2025, Stand 31.12.2025, geprüft am 07.10.2026 · Verbraucherzentrale: ETF-Kauf: Auf diese Kriterien sollten Sie bei der Auswahl achten, Stand 12.03.2026, geprüft am 07.10.2026 · Verbraucherzentrale: ETF für Anfänger: die häufigsten Fragen, Stand 26.08.2025, geprüft am 07.10.2026 · BaFin: Wertpapierfonds, Stand 2026, geprüft am 07.10.2026 · dejure.org: § 99 KAGB, Kündigung und Verlust des Verwaltungsrechts, Stand 2026, geprüft am 07.10.2026 · dejure.org: § 70 WpHG, Zuwendungen, Stand 2026, geprüft am 07.10.2026 · ESMA: Leitlinien zu erfolgsabhängigen Vergütungen bei OGAW, Stand 2020, geprüft am 07.10.2026

Was sich geändert hat: 07.10.2026 – erste Fassung.

Haftungsausschluss: Dieser Artikel ist allgemeine Information und ersetzt keine persönliche Beratung. Welche Lösung zu dir passt, hängt von deiner Situation ab. Darüber sprechen wir am besten direkt. Alles Weitere steht im Haftungsausschluss.

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Tipps unter Fachkolleg:innen: Aktive Fonds

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  • Viele Kundinnen und Kunden haben alte Fondssparpläne, die lange niemand angesehen hat. Die jährliche Kostenaufstellung ist ein guter Anlass für ein Gespräch.
  • Fragen nach der Bestandsprovision lassen sich offen und in Euro beantworten. Das schafft Vertrauen.
  • Wer ein Depot erbt, freut sich oft über Begleitung beim ersten Durchsehen.

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