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Titelbild zu Aktien: Eine Person trägt ein goldenes Stück aus einem Unternehmensgebäude, goldene Münzen als Dividende fallen in eine Schale.

Aktien einfach erklärt: Dividende, Order, Steuer und Risiko

Samira HarkatSamira HarkatStand: 7. Oktober 2026

Eine Aktie ist ein kleines Stück eines Unternehmens. Wer Aktien kauft, wird Miteigentümerin oder Miteigentümer, verdient an Gewinnen mit und trägt Verluste mit. Viele kennen das Wort seit Jahren und haben trotzdem nie eine gekauft, weil Börse nach Zockerei klingt.

Dabei sind Aktien kein Glücksspiel, wenn man die Regeln kennt. Entscheidend ist nicht, die eine richtige Aktie zu finden. Entscheidend ist, zu verstehen, wie Kurse entstehen, was eine Order wirklich tut und warum eine einzelne Aktie ein ganz anderes Risiko ist als viele zusammen.

Hier steht alles dazu: Dividende, Börse, Ordertypen, Hauptversammlung, Steuer und Verlustverrechnung, mit Paragrafen und Rechenwegen. Wir nennen keine Unternehmen und geben keine Kauftipps. Stand: Oktober 2026.

Betrifft dich, wenn du Vermögen aufbauen willst du ins Berufsleben startest dein Einkommen steigt du erbst

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit einer Aktie besitzt du einen Anteil an einem Unternehmen. Du hast Anspruch auf einen Teil des ausgeschütteten Gewinns, die Dividende, und meist ein Stimmrecht in der Hauptversammlung.
  • Der Kurs entsteht an der Börse aus Angebot und Nachfrage. Er kann stark schwanken. Geht das Unternehmen pleite, kann die Aktie wertlos werden.
  • Eine einzelne Aktie ist ein Klumpenrisiko. Breit gestreut haben Aktien laut Deutschem Aktieninstitut auf lange Sicht im Schnitt 6 bis 9 Prozent im Jahr gebracht, Stand: Rendite-Dreiecke 2025. Eine Garantie ist das nicht.
  • Dividenden und Kursgewinne kosten 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag, Stand: Oktober 2026. Anders als beim Aktien-ETF bleibt nichts teilweise steuerfrei.
  • Verluste aus Aktienverkäufen darf die Bank nur mit Gewinnen aus Aktienverkäufen verrechnen, so steht es in § 20 Absatz 6 Einkommensteuergesetz.
Inhalt
  1. Was ist eine Aktie?
  2. Stammaktie, Vorzugsaktie, Namensaktie: welche Aktienarten es gibt
  3. Wie die Dividende funktioniert und wann sie gezahlt wird
  4. Wie der Aktienkurs entsteht
  5. Börse, Handelsplätze und Handelszeiten: wo Aktien gehandelt werden
  6. Welche Ordertypen es gibt und wann welcher passt
  7. Was mit deinem Geld ohne Aktien passiert
  8. Risiko und Rendite von Aktien auf lange Sicht
  9. Einzelaktie oder breite Streuung: warum das Klumpenrisiko zählt
  10. Was der Handel mit Aktien kostet
  11. So kaufst du eine Aktie: vom Depot bis zur ersten Abrechnung
  12. Die Hauptversammlung: welche Rechte du als Aktionärin oder Aktionär hast
  13. Wie Aktien besteuert werden: Dividende, Kursgewinn und Quellensteuer
  14. Wenn eine Aktie fällt: Verkauf, Verluste und Verlustverrechnung
  15. Mitarbeiteraktien, geerbte Aktien und Jahre mit wenig Einkommen
  16. Was bei Aktien als Nächstes zählt
  17. Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Aktie?

Die kurze Antwort: Eine Aktie ist ein Wertpapier, das einen Anteil am Grundkapital einer Aktiengesellschaft verbrieft. Wer sie kauft, wird Miteigentümerin oder Miteigentümer des Unternehmens. So beschreibt es auch die Finanzaufsicht BaFin.

Als Miteigentümerin bist du am Erfolg beteiligt. Wächst das Unternehmen und verdient es mehr, steigt meist der Wert deines Anteils. Schüttet es Gewinn aus, bekommst du deinen Teil als Dividende. Läuft es schlecht, sinkt der Kurs. Bei einer Insolvenz werden zuerst alle Gläubigerinnen und Gläubiger bedient. Für Aktionärinnen und Aktionäre bleibt dann meist nichts.

Mit einer Anleihe leihst du dagegen Geld und bekommst Zinsen. Mit einer Aktie bist du Eigentümerin, ohne festen Zins und ohne Rückzahlungstermin.

Vom Aktien-ETF unterscheidet sich die Einzelaktie durch die Streuung. Ein ETF bündelt hunderte oder tausende Aktien in einem Fonds. Mit einer Einzelaktie hängt dein Geld an genau einem Unternehmen. Wie ETFs funktionieren, steht auf unserer Seite zum ETF.

Deine Aktien liegen in einem Depot und gehören dir, nicht der Bank. Geht die Bank pleite, bleiben sie dein Eigentum. Vor fallenden Kursen schützt das aber nicht. Mehr dazu auf der Seite Depot.

Stammaktie, Vorzugsaktie, Namensaktie: welche Aktienarten es gibt

Aktien unterscheiden sich vor allem in zwei Punkten: welche Rechte sie geben und ob das Unternehmen weiß, wem sie gehören.

AktienartWas sie ausmachtWas das für dich heißt
StammaktieNormalfall mit Stimmrecht in der HauptversammlungDu darfst über Dividende, Aufsichtsrat und andere Beschlüsse mit abstimmen
VorzugsaktieMeist ohne Stimmrecht, dafür mit Vorrang oder Aufschlag bei der DividendeEtwas mehr Ertrag, dafür weniger Mitsprache, oft ein anderer Kurs als die Stammaktie
InhaberaktieDas Unternehmen kennt die Eigentümerinnen und Eigentümer nichtEinladungen zur Hauptversammlung kommen über deine Bank
NamensaktieDu stehst mit Namen im Aktienregister des UnternehmensDie Bank meldet deine Daten, das Unternehmen kann dich direkt einladen

Heute sind fast alle Aktien Stückaktien. Sie haben keinen festen Nennwert, sondern stehen für einen gleich großen Teil des Grundkapitals.

Notiert eine Aktie in einer anderen Währung, kommt ein Währungsrisiko dazu. Steigt der Euro, sinkt der Wert einer Dollar-Aktie in Euro, auch bei gleichem Kurs.

Wie die Dividende funktioniert und wann sie gezahlt wird

Die Dividende ist der Teil des Gewinns, den eine Aktiengesellschaft an ihre Eigentümerinnen und Eigentümer ausschüttet. Eine Pflicht dazu gibt es nicht. Viele wachsende Unternehmen behalten ihre Gewinne und stecken sie in Forschung oder Wachstum.

In Deutschland läuft es so: Vorstand und Aufsichtsrat schlagen eine Dividende vor, die Hauptversammlung beschließt sie. Fällig ist sie nach § 58 Absatz 4 Aktiengesetz am dritten Geschäftstag nach dem Beschluss, wenn Satzung oder Beschluss keinen späteren Tag festlegen. Die meisten deutschen Unternehmen zahlen einmal im Jahr, viele US-Unternehmen vierteljährlich.

Am Tag nach der Hauptversammlung wird die Aktie meist „ex Dividende“ gehandelt. Der Kurs sinkt dann ungefähr um die Dividende, so beschreibt es die Verbraucherzentrale, Stand: Dezember 2025. Die Dividende ist also kein Geschenk obendrauf. Ein Teil des Unternehmenswerts wandert vom Unternehmen auf dein Verrechnungskonto.

Die Dividendenrendite setzt die Dividende ins Verhältnis zum Kurs. Bei 1,50 Euro Dividende und 50 Euro Kurs sind das 3 Prozent. Eine hohe Dividendenrendite kann auch ein Warnsignal sein: Manchmal ist sie nur hoch, weil der Kurs stark gefallen ist.

„Lisa Logisch ist unsere Beispielperson. Sie ist erfunden, ihr Verlauf ist alltagsecht.“ Lisa ist 31, Projektmanagerin, und verdient 2.500 Euro netto im Monat. Ihren Notgroschen hält sie auf dem Tagesgeld, dazu spart sie 200 Euro im Monat in einen ETF. Stell dir vor: Sie kauft zusätzlich 40 Aktien eines Unternehmens zu je 50 Euro. Beschließt die Hauptversammlung 1,50 Euro Dividende, bekommt Lisa 60 Euro. Weil ihr Freistellungsauftrag noch nicht ausgeschöpft ist, landen die 60 Euro ohne Abzug auf ihrem Verrechnungskonto.

Wie der Aktienkurs entsteht

Der Kurs einer Aktie entsteht aus Angebot und Nachfrage. Wollen mehr Menschen kaufen als verkaufen, steigt er. Wollen mehr verkaufen, fällt er. Einen festen, „richtigen“ Preis gibt es nicht.

Technisch sammelt die Börse alle Kauf- und Verkaufsaufträge in einem Orderbuch. In Auktionen, etwa zur Eröffnung und zum Schluss, sucht sie den Preis, zu dem am meisten Aktien den Besitz wechseln. Dazwischen läuft der fortlaufende Handel: Passen ein Kauf- und ein Verkaufsauftrag zusammen, kommt sofort ein Geschäft zustande. Der zuletzt bezahlte Preis ist der aktuelle Kurs.

Neben dem Kurs siehst du zwei Preise. Der Briefkurs ist der Preis, zu dem du kaufen kannst. Der Geldkurs ist der Preis, zu dem du verkaufen kannst. Der Abstand heißt Spread. Bei großen, viel gehandelten Aktien ist er klein, bei kleinen Werten und außerhalb der Hauptzeiten oft deutlich größer.

Kurse hängen an Erwartungen zu Gewinnen, Zinsen und Politik und reagieren oft heftig auf Nachrichten. Im HB-Kurs erlebt Lisa das so: Ihre Aktie steht heute bei 100 Euro, im nächsten Monat bei 83, drei Monate später bei 114. Diese Schwankung heißt Volatilität. Wer bei 83 Euro aus Angst verkauft, macht aus einem Buchverlust einen echten.

Börse, Handelsplätze und Handelszeiten: wo Aktien gehandelt werden

Eine Börse ist ein geregelter Marktplatz mit eigener Handelsüberwachung. Der wichtigste Handelsplatz für deutsche Aktien ist das elektronische System Xetra. Dazu kommen die Börse Frankfurt und mehrere Regionalbörsen, an denen Spezialistinnen und Spezialisten für Kurse sorgen.

Daneben gibt es den außerbörslichen Handel. Du handelst dann direkt mit einer Bank oder einem Market Maker, also einem Handelshaus, das laufend Kauf- und Verkaufskurse stellt.

Den Handelsplatz wählst du bei der Order. Für große Aktien macht er zu den Hauptzeiten wenig Unterschied. Bei kleinen Werten oder Orders am Abend lohnt ein Blick auf Spread und Umsatz.

Nach dem Kauf dauert es in der Regel zwei Börsentage, bis die Aktie in deinem Depot und das Geld beim Verkäufer gebucht ist.

Welche Ordertypen es gibt und wann welcher passt

Eine Order ist dein Auftrag an die Bank, eine Aktie zu kaufen oder zu verkaufen. Mit dem Ordertyp legst du fest, zu welchem Preis und unter welcher Bedingung das passieren soll. Hier entstehen viele teure Fehler.

OrdertypWas passiertWofür er passtDer Haken
Market-Order, auch „bestens“ oder „billigst“Ausführung sofort zum nächsten verfügbaren PreisGroße, viel gehandelte Aktien zu den HauptzeitenDer Preis ist offen, bei wenig Umsatz kann er weit vom letzten Kurs abweichen
Limit-OrderKauf höchstens oder Verkauf mindestens zum Preis, den du festlegstFast immer die sicherere WahlErreicht der Kurs dein Limit nicht, passiert nichts
Stop-LossFällt der Kurs auf deinen Stopkurs, wird daraus eine Verkaufsorder bestensVerluste begrenzen, wenn du nicht ständig zuschaustBei einer Kurslücke wird deutlich unter dem Stop verkauft
Stop-LimitAm Stopkurs wird daraus eine Limit-OrderVerkauf unter einer Untergrenze verhindernFällt der Kurs weiter, bleibt die Aktie unverkauft
Trailing-StopDer Stopkurs wandert mit steigendem Kurs nach oben, mit festem AbstandGewinne absichernKurze Schwankungen können ihn auslösen, danach steigt der Kurs vielleicht wieder

Jede Order hat eine Gültigkeit. Sie kann nur für den Tag gelten, bis zu einem Datum oder bis zum Monatsende, bei vielen Banken bis zu einem Jahr. Vergessene Orders werden manchmal Monate später ausgeführt. Bei Dividenden oder Kapitalmaßnahmen löschen manche Handelsplätze oder Banken offene Aufträge. Prüfe dann, ob deine Order noch steht.

Was eine Kurslücke ist

Eine Kurslücke entsteht, wenn zwischen zwei Kursen kein Handel stattfindet, etwa über Nacht nach einer schlechten Nachricht. Schließt eine Aktie bei 50 Euro und eröffnet bei 40 Euro, wird ein Stop-Loss bei 47 Euro erst bei rund 40 Euro ausgeführt. Ein Stop ist eine Bedingung, keine Preisgarantie.

Was mit deinem Geld ohne Aktien passiert

Ohne Aktien bleibt dein Erspartes auf Giro-, Tages- oder Festgeldkonten oder in Zinsanlagen. Das ist sicher im Sinne der Einlagensicherung: Bis 100.000 Euro je Person und Bank sind Guthaben gesetzlich geschützt, Stand: September 2026. Für den Notgroschen ist genau das richtig.

Auf lange Sicht hat Kontogeld aber einen Preis. Die Verbraucherzentrale verweist auf Daten aus 21 Ländern: Von 1900 bis 2023 brachten Aktien im Schnitt 3,3 Prozent mehr im Jahr als langfristige Zinspapiere, Stand der Veröffentlichung: Januar 2026. Über Jahrzehnte wird aus diesem Unterschied viel Geld.

Dieser Mehrertrag ist der Lohn dafür, Schwankungen auszuhalten. Liegt die Inflation über dem Zins, verliert Kontogeld zudem still an Kaufkraft.

Risiko und Rendite von Aktien auf lange Sicht

Aktien haben hohe Renditechancen und starke Schwankungen. Was davon ankommt, hängt von Streuung und Anlagedauer ab. Das Deutsche Aktieninstitut wertet dafür jedes Jahr lange Zeitreihen aus, die sogenannten Rendite-Dreiecke. Seine Botschaft: Wer langfristig und breit gestreut anlegt, kam im Schnitt auf 6 bis 9 Prozent im Jahr, Stand: Rendite-Dreiecke 2025.

Wie wichtig die Zeit ist, zeigt eine Auswertung, auf die sich die Verbraucherzentrale stützt. Wer von 1970 bis 2018 jeweils 25 Jahre lang in Aktien sparte, lag im Durchschnitt bei 5,2 Prozent im Jahr nach Inflation. Im schlechtesten Zeitraum waren es minus 0,1 Prozent im Jahr, also fast null. Stand der Veröffentlichung: Januar 2026.

Was du hältstTypisches RisikoWas die Daten zeigen
Eine einzelne AktieTotalverlust möglich, wenn das Unternehmen pleitegehtKein Durchschnitt schützt dich, wenn dein Unternehmen scheitert
Wenige Aktien einer Branche oder eines LandesStarke Einbrüche, wenn die Branche oder das Land in eine Krise gerätStreuung nur zum Teil, das Klumpenrisiko bleibt
Breit gestreut über viele Länder und BranchenMarktrisiko, also Einbrüche des ganzen MarktesIm Schnitt 6 bis 9 Prozent im Jahr bei langer Anlagedauer laut Deutschem Aktieninstitut, Stand 2025

Alles Werte aus der Vergangenheit, keine Prognose. Für Ziele in den nächsten Jahren, etwa eine Wohnung oder eine Auszeit, passen Tagesgeld oder Festgeld besser.

Einzelaktie oder breite Streuung: warum das Klumpenrisiko zählt

Ein Klumpenrisiko entsteht, wenn viel Geld an wenigen Unternehmen, einer Branche oder einem Land hängt. Die Verbraucherzentrale nennt das Risiko einzelner Aktien ein „schlechtes Risiko“: Man kann alles verlieren, und niemand kann zuverlässig vorhersagen, welche Aktie die erfolgreiche wird. Selbst Unternehmen aus dem DAX sind schon pleitegegangen.

Im HB-Kurs erlebt das Lisas Freundin. Sie setzt alles auf eine einzige Technologie-Aktie. Alle schwärmen, die Aktie läuft gut. Dann geht das Unternehmen pleite, und das Geld ist weg. In einem breit gestreuten Fonds mit hunderten Unternehmen wäre dieselbe Pleite kaum spürbar gewesen.

Streuung senkt das Risiko des einzelnen Unternehmens, ohne die erwartete Rendite des Marktes zu senken. Vor einem Einbruch des ganzen Marktes schützt sie nicht.

Wer trotzdem Einzelaktien hält, tut das oft aus Interesse oder Überzeugung. Viele trennen dann zwischen einem breit gestreuten Kern, etwa über einen Sparplan, und einem kleinen Teil für Einzelwerte, dessen Verlust sie verkraften könnten.

Vorsicht bei Aktientipps aus Chatgruppen, Videos oder Anrufen. Oft werden kleine Aktien hochgeredet, und wer zuletzt kauft, trägt die Verluste. Diese Warnzeichen helfen:

  • Es wird schneller, sicherer oder sehr hoher Gewinn versprochen.
  • Du sollst sofort handeln, weil die Chance „nur heute“ besteht.
  • Die Aktie ist klein, wird kaum gehandelt und wird plötzlich überall erwähnt.
  • Wer den Tipp gibt, sagt nicht, ob er selbst an steigenden Kursen verdient.

Was der Handel mit Aktien kostet

Aktien haben keine laufenden Fondskosten wie ein ETF. Dafür kostet jeder Kauf und Verkauf. Die wichtigsten Posten sind Ordergebühr, Handelsplatzentgelt und fremde Spesen, dazu der Spread zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Bei ausländischen Börsen kommen oft Auslandsgebühren und Kosten für den Währungstausch dazu.

Die Ordergebühr ist je nach Depotbank fest, prozentual oder beides mit Mindestgebühr. Bei kleinen Beträgen wirkt eine feste Gebühr stark. Ein Rechenbeispiel: Wer für 250 Euro kauft und 5 Euro Gebühr zahlt, hat schon 2 Prozent Kosten. Beim Verkauf kommen noch einmal 5 Euro dazu. Die Aktie muss also rund 4 Prozent steigen, bevor überhaupt Gewinn bleibt.

Wie du Depotkosten nach Kriterien vergleichst, steht auf unserer Seite zum Depot. Häufiges Hin und Her kostet jedes Mal Gebühren und Spread.

So kaufst du eine Aktie: vom Depot bis zur ersten Abrechnung

Für den Kauf brauchst du ein Depot mit Verrechnungskonto. Bei der Eröffnung fragt die Bank nach deinen Kenntnissen und Erfahrungen mit Wertpapieren. Das schreibt das Wertpapierhandelsgesetz vor. Antworte ehrlich. Wenig Erfahrung schließt dich nicht aus, du bekommst bei riskanten Produkten nur einen Hinweis.

Vor dem ersten Kauf lohnt ein Freistellungsauftrag. Die Aktie suchst du über ihren Namen oder ihre ISIN, die internationale Wertpapierkennung. Prüfe, ob du Stamm- oder Vorzugsaktie erwischst.

Stell dir vor, Lisa kauft ihre ersten Aktien. So sieht der Weg vom Klick bis zur ersten Dividende aus:

  • OrdermaskeLisa wählt Stückzahl, Handelsplatz und eine Limit-Order knapp über dem aktuellen Briefkurs, gültig bis zum Tagesende.
  • AusführungDie Order wird ausgeführt. Die Bank schickt eine Abrechnung mit Kurs, Gebühren und Handelsplatz.
  • Zwei Börsentage späterDie Aktien stehen in ihrem Depot, der Betrag ist vom Verrechnungskonto abgebucht.
  • FrühjahrÜber die Bank kommt die Einladung zur Hauptversammlung. Lisa kann abstimmen oder eine Vollmacht erteilen.
  • Dritter Geschäftstag nach dem BeschlussDie Dividende ist fällig und kommt mit einer Dividendenabrechnung aufs Verrechnungskonto.

Hebe alle Abrechnungen auf. Bei Steuerfragen oder einem Depotwechsel brauchst du die Anschaffungsdaten.

Die Hauptversammlung: welche Rechte du als Aktionärin oder Aktionär hast

Die Hauptversammlung ist das Treffen der Eigentümerinnen und Eigentümer. Nach § 118 Aktiengesetz üben Aktionärinnen und Aktionäre dort ihre Rechte aus. Sie findet einmal im Jahr statt. Sie beschließt über den Gewinn, den Aufsichtsrat und Kapitalmaßnahmen.

Mit einer Stammaktie hast du Stimmrecht. Du darfst teilnehmen, Fragen stellen und abstimmen. Dein Auskunftsrecht steht in § 131 Aktiengesetz. Die Satzung kann erlauben, online teilzunehmen oder per Briefwahl abzustimmen. Unternehmen dürfen die Versammlung auch ganz virtuell abhalten, wenn ihre Satzung das vorsieht.

Du musst nicht hingehen. Du kannst eine Vollmacht erteilen, etwa an deine Bank, an eine Aktionärsvereinigung oder an Vertreterinnen und Vertreter des Unternehmens mit konkreten Weisungen. Ein Recht, das oft übersehen wird, ist das Bezugsrecht. Gibt das Unternehmen neue Aktien aus, darfst du nach § 186 Aktiengesetz einen Teil davon kaufen, damit dein Anteil nicht schrumpft. Die Frist beträgt mindestens zwei Wochen.

Wie Aktien besteuert werden: Dividende, Kursgewinn und Quellensteuer

Dividenden und Gewinne aus dem Verkauf von Aktien sind Einkünfte aus Kapitalvermögen nach § 20 Einkommensteuergesetz. Die Bank zieht 25 Prozent Abgeltungsteuer ab, dazu 5,5 Prozent davon als Solidaritätszuschlag. Zusammen sind das 26,375 Prozent. Bist du in der Kirche, kommen 8 oder 9 Prozent Kirchensteuer auf die Abgeltungsteuer dazu, je nach Bundesland. Stand: Oktober 2026.

Steuerfrei bleibt der Sparer-Pauschbetrag: 1.000 Euro im Jahr für Einzelne, 2.000 Euro für Ehepaare und eingetragene Lebenspartnerschaften. Der große Unterschied zum Aktien-ETF: Bei Einzelaktien gibt es keine Teilfreistellung. Beim Aktienfonds bleiben 30 Prozent der Erträge steuerfrei, weil der Fonds selbst schon Steuern zahlt. Bei der Aktie wird der volle Gewinn besteuert.

Stell dir vor: Lisa verkauft Aktien mit 1.500 Euro Gewinn. Bei ihrer Depotbank sind noch 600 Euro Freibetrag übrig. Zum Vergleich steht daneben ein Aktien-ETF mit demselben Gewinn.

SchrittEinzelaktieAktien-ETF
Gewinn aus dem Verkauf1.500,00 Euro1.500,00 Euro
Teilfreistellungkeineminus 30 Prozent, bleiben 1.050,00 Euro
minus freier Rest des Freistellungsauftrags900,00 Euro450,00 Euro
25 Prozent Abgeltungsteuer225,00 Euro112,50 Euro
5,5 Prozent Solidaritätszuschlag12,38 Euro6,19 Euro
Steuer zusammen, ohne Kirchensteuer237,38 Euro118,69 Euro

Gerechnet nach § 20 und § 32d Einkommensteuergesetz und dem Investmentsteuergesetz, Stand: Oktober 2026. Der ETF ist nicht wirklich günstiger, ein Teil der Steuer wurde schon im Fonds bezahlt.

Bei ausländischen Dividenden behält der Staat des Unternehmens oft eine Quellensteuer ein. Die USA nehmen 15 Prozent, wenn du bei der Bank das Formular W-8BEN abgegeben hast. Deutschland rechnet die Quellensteuer meist bis 15 Prozent auf die Abgeltungsteuer an. Was ein Land darüber hinaus einbehält, musst du dort selbst zurückfordern. Alle Details stehen auf der Seite Steuern auf Kapitalerträge.

Wenn eine Aktie fällt: Verkauf, Verluste und Verlustverrechnung

Ein Kursverlust ist zunächst nur ein Buchverlust. Echt wird er, wenn du verkaufst. Ob du verkaufst, sollte davon abhängen, ob du dem Unternehmen noch vertraust und ob du das Geld brauchst, nicht vom Kaufpreis.

Verkaufst du mit Verlust, merkt sich die Bank den Betrag in einem Verlusttopf. Für Aktien gilt eine Sonderregel. Nach § 20 Absatz 6 Satz 4 Einkommensteuergesetz dürfen Verluste aus dem Verkauf von Aktien nur mit Gewinnen aus dem Verkauf von Aktien verrechnet werden. Nicht mit Dividenden, nicht mit Zinsen, nicht mit ETF-Gewinnen. Was im Jahr nicht aufgeht, trägt die Bank automatisch ins nächste Jahr vor.

Stell dir vor: Lisa hat eine Aktie für 2.000 Euro gekauft und verkauft sie für 1.400 Euro. Im Aktientopf liegen jetzt 600 Euro Verlust. Im selben Jahr verkauft sie ETF-Anteile mit Gewinn. Der Aktienverlust hilft ihr dabei nicht. Zwei Jahre später verkauft sie eine andere Aktie mit 800 Euro Gewinn. Jetzt verrechnet die Bank die 600 Euro, versteuert werden nur noch 200 Euro, und auch die fallen in ihren Freibetrag.

Ob diese Sonderregel verfassungsgemäß ist, ist offen. Der Bundesfinanzhof hält sie für bedenklich und hat sie am 17. November 2020 unter dem Aktenzeichen VIII R 11/18 dem Bundesverfassungsgericht vorgelegt. Dort läuft das Verfahren unter 2 BvL 3/21, nach unserem Stand vom Oktober 2026 noch ohne Entscheidung. Wer betroffen ist, kann den Steuerbescheid mit Verweis auf das Verfahren offenhalten.

Liegen Verluste und Gewinne bei verschiedenen Banken, beantragst du bei der Bank mit den Verlusten bis zum 15. Dezember eine Verlustbescheinigung. Wird eine Aktie nach einer Insolvenz wertlos ausgebucht, ist auch das ein steuerlicher Verlust. Wie er verrechnet wird, zeigt deine Jahressteuerbescheinigung. Im Zweifel lohnt hier eine Steuerberatung.

Mitarbeiteraktien, geerbte Aktien und Jahre mit wenig Einkommen

Mitarbeiteraktien: doppeltes Klumpenrisiko

Viele Arbeitgeber bieten eigene Aktien mit Rabatt an. Der Rabatt ist ein echter Vorteil und kann teils steuerbegünstigt sein. Der Haken: Gerät das Unternehmen in eine Krise, fällt der Kurs, und gleichzeitig ist vielleicht dein Arbeitsplatz in Gefahr. Gehalt und Erspartes hängen dann am selben Unternehmen.

Stell dir vor, Lisas Arbeitgeber bietet ihr Mitarbeiteraktien an. Sie kann den Rabatt mitnehmen und darauf achten, dass dieser Teil klein bleibt. Viele Programme haben eine Haltefrist, in der sie nicht verkaufen kann.

Geerbte Aktien: was mit den Anschaffungsdaten passiert

Erbst du Aktien, übernimmst du die Anschaffungsdaten der verstorbenen Person. Bei einem Verkauf rechnet die Bank also mit dem ursprünglichen Kaufpreis. Hat die Person die Aktien vor dem 1. Januar 2009 gekauft, sind Kursgewinne nach einer Übergangsregel in § 52 Einkommensteuergesetz bis heute steuerfrei. Dividenden sind dagegen immer steuerpflichtig.

Ob geerbte Einzelaktien zu deinem Plan passen, ist eine eigene Entscheidung, die selten eilt. Wie die Bank im Erbfall vorgeht, steht auf der Seite Depot.

Elternzeit, Teilzeit, Sabbatical: Aktien in Phasen mit wenig Einkommen

Aktien musst du nicht laufend besparen. In Phasen mit weniger Einkommen, bei Frauen wie bei Männern, bleiben sie einfach liegen. Liegt dein Steuersatz dann unter 25 Prozent, kann sich in der Steuererklärung die Günstigerprüfung lohnen. Geld für eine geplante Auszeit gehört vorher aufs Tagesgeld, damit du nicht in einer Schwächephase verkaufen musst.

Was bei Aktien als Nächstes zählt

Bei Aktien ist die Versuchung groß, nach der einen richtigen Aktie zu suchen. Wichtiger sind die Fragen davor: Wie viel Geld brauchst du in den nächsten Jahren nicht, wie viel Schwankung hältst du aus, und wie viel darf an einem einzelnen Unternehmen hängen.

Danach zählt Handwerk: Limit statt bestens, ein Blick auf Gebühren, ein Freistellungsauftrag und das Wissen um den Aktientopf. Dann sind Aktien kein Glücksspiel, sondern eine Beteiligung, die du verstehst.

Lisa hat für sich entschieden, dass ihr breit gestreuter Sparplan der Kern bleibt und Einzelaktien nur ein kleiner Teil sind, den sie mit Interesse verfolgt. Wenn du deine Aufteilung zwischen Rücklage, Fonds und Einzelwerten einmal gemeinsam durchgehen willst, findest du uns unter Beratung.

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Die Prüfung ist unabhängig davon, ob am Ende ein neuer Vertrag steht. Oft ist der alte Vertrag mit Lücken besser als ein neuer mit neuen Gesundheitsfragen.

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Häufig gestellte Fragen

Mein Arbeitgeber bietet mir Aktien mit Rabatt an. Worauf muss ich achten?

Der Rabatt ist ein echter Vorteil. Bedenke aber, dass dann Gehalt und Erspartes am selben Unternehmen hängen. Gerät es in eine Krise, fällt der Kurs, während vielleicht auch dein Job wackelt. Halte diesen Teil darum klein im Vergleich zu breit gestreuten Anlagen und prüfe, ob es eine Haltefrist gibt.

Ich habe von meiner Oma Aktien geerbt. Muss ich die jetzt verkaufen?

Nein. Du kannst die Aktien in dein eigenes Depot übertragen lassen, ohne sie zu verkaufen. Die Anschaffungsdaten deiner Oma gehen mit. Hat sie die Aktien vor 2009 gekauft, sind Kursgewinne steuerfrei, Dividenden bleiben steuerpflichtig. Ob die Aktien zu deinem Plan passen, kannst du in Ruhe entscheiden.

Meine Aktie ist 40 Prozent im Minus. Kann ich den Verlust mit meinen ETF-Gewinnen verrechnen?

Nein. Verluste aus dem Verkauf von Aktien dürfen nur mit Gewinnen aus dem Verkauf von Aktien verrechnet werden. Der Verlust geht aber nicht verloren. Die Bank trägt ihn automatisch ins nächste Jahr vor, bis du wieder Aktiengewinne machst. Solange du nicht verkaufst, ist der Verlust ohnehin nur ein Buchverlust.

Mein Stop-Loss stand bei 47 Euro, verkauft wurde aber bei 40 Euro. Wie kann das sein?

Der Stop-Loss wird beim Erreichen des Stopkurses zu einer Verkaufsorder ohne Preisgrenze. Ist die Aktie über Nacht nach einer schlechten Nachricht deutlich tiefer eröffnet, wird zum nächsten verfügbaren Kurs verkauft. Das nennt man Kurslücke. Eine Stop-Limit-Order verhindert einen Verkauf unter deiner Untergrenze, kann dafür aber unausgeführt bleiben.

Ich habe eine Einladung zur Hauptversammlung bekommen. Muss ich hingehen?

Nein. Die Teilnahme ist freiwillig. Du kannst persönlich oder, wenn die Satzung es erlaubt, online teilnehmen, per Briefwahl abstimmen oder eine Vollmacht mit Weisungen erteilen, etwa an deine Bank oder eine Aktionärsvereinigung. Die Dividende bekommst du auch, wenn du nicht teilnimmst.

Auf meiner Dividendenabrechnung fehlt ein Viertel der Dividende. Warum?

Meist hat die Bank Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag abgezogen, weil dein Freistellungsauftrag fehlt oder ausgeschöpft ist. Bei ausländischen Aktien kommt oft Quellensteuer dazu. Prüfe deinen Freistellungsauftrag. Zu viel gezahlte Steuer holst du über die Anlage KAP in der Steuererklärung zurück.

Quellen: BaFin: Aktien, ohne Datumsangabe, geprüft am 07.10.2026 · Verbraucherzentrale: Augenmaß bei Geldanlagen: So können Sie Risiken streuen, Stand 21.01.2026, geprüft am 07.10.2026 · Verbraucherzentrale: Aktien: Fragen und Antworten zur Dividende, Stand 16.12.2025, geprüft am 07.10.2026 · Deutsches Aktieninstitut: Rendite-Dreiecke 2025, Stand 2025, geprüft am 07.10.2026 · dejure.org: § 20 EStG, § 58 AktG und § 186 AktG, Stand aktuelle Fassung, sowie BFH, VIII R 11/18, geprüft am 07.10.2026

Was sich geändert hat: 07.10.2026 – erste Fassung.

Haftungsausschluss: Dieser Artikel ist allgemeine Information und ersetzt keine persönliche Beratung. Welche Lösung zu dir passt, hängt von deiner Situation ab. Darüber sprechen wir am besten direkt. Alles Weitere steht im Haftungsausschluss.

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Tipps unter Fachkolleg:innen: Aktien

Für Versicherungsvermittlerinnen und -vermittler, Finanzberaterinnen und -berater mit IHK-Registrierung

  • Viele Kundinnen und Kunden halten geerbte Einzelaktien oder Mitarbeiteraktien, ohne sie je besprochen zu haben. Eine Frage nach dem Depot öffnet oft ein gutes Gespräch über Klumpenrisiken.
  • Im Herbst lohnt ein kurzer Hinweis auf Aktientopf und Verlustbescheinigung bis 15. Dezember. Das wird gern angenommen.

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