Ein Sparplan ist ein Dauerauftrag für Wertpapiere. Jeden Monat kauft deine Bank automatisch für einen festen Betrag Anteile an einem ETF, einem Fonds oder einer Aktie. Du musst dich um nichts kümmern, keinen Kurs beobachten und keinen Zeitpunkt abpassen.
Genau das macht ihn so stark. Und genau darum wird er oft falsch erklärt. Der berühmte Cost-Average-Effekt ist kein Zaubertrick, und ein Sparplan muss nicht starr sein. Du darfst ihn anpassen, pausieren und wieder hochfahren, wenn dein Leben sich ändert.
Hier steht, wie ein Sparplan funktioniert, was jede Ausführung kostet, was der Zinseszins über 36 Jahre ausmacht, wie Dynamik und Pausen wirken und wie aus dem Sparplan im Alter ein Entnahmeplan wird. Mit Rechenwegen, ohne Banknamen. Stand: Oktober 2026.
Betrifft dich, wenn du Vermögen aufbauen willst du ins Berufsleben startest ein Kind kommt du deine Arbeitszeit reduzierst
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Sparplan kauft regelmäßig für einen festen Betrag Wertpapiere. Je nach Bank geht das schon ab 1 bis 25 Euro im Monat, Stand: Oktober 2026.
- Der Cost-Average-Effekt sorgt dafür, dass du bei niedrigen Kursen mehr Anteile bekommst. Er ist aber kein Renditevorteil. Liegt Geld schon bereit, schneidet eine Einmalanlage in steigenden Märkten meist besser ab.
- Der wahre Vorteil ist die Gewohnheit: Du fängst früh an, sparst automatisch und gibst dem Zinseszins Zeit.
- Achte auf die Kosten je Ausführung. 1 Euro bei einer Rate von 25 Euro sind 4 Prozent jeder Einzahlung. Viele ETF-Sparpläne sind heute gebührenfrei.
- Rate erhöhen, senken oder aussetzen geht meist jederzeit und kostenlos. Elternzeit, Teilzeit oder Sabbatical sind kein Grund, den Sparplan aufzulösen.
Inhalt
- Was ist ein Sparplan?
- Was mit deinem Geld ohne Sparplan passiert
- Der Cost-Average-Effekt ehrlich erklärt
- Sparplan oder Einmalanlage: was besser passt
- Wie der Zinseszins einen Sparplan über Jahrzehnte wachsen lässt
- Was ein Sparplan kostet: Ausführung, Ausgabeaufschlag und Fondskosten
- So richtest du einen Sparplan ein: von der Rate bis zur ersten Ausführung
- Warum eine Dynamik deinen Sparplan mitwachsen lässt
- Rate anpassen und pausieren: Sparplan in Elternzeit, Teilzeit und Sabbatical
- Wie Erträge aus einem Sparplan besteuert werden
- Wenn du an dein Geld willst: Verkauf, Teilverkauf und Entnahmeplan
- Worauf es bei deinem Sparplan auf Dauer ankommt
- Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Sparplan?
Die kurze Antwort: Ein Sparplan ist ein Auftrag an deine Bank, in einem festen Rhythmus für einen festen Betrag Wertpapiere zu kaufen. Meist monatlich, an einem Tag, den du wählst. Das Geld kommt vom Verrechnungskonto deines Depots.
Weil der Betrag fest ist und nicht die Stückzahl, kauft die Bank fast nie ganze Anteile. Sie bucht dir Bruchstücke ein, also Teile eines Anteils, zum Beispiel 0,83 Stück. Dadurch fließt jeder Euro der Rate in die Anlage.
Am häufigsten ist der ETF-Sparplan. Ein ETF ist ein Fonds, der einen Börsenindex wie den MSCI World nachbildet. Mit einer kleinen Rate streust du so über hunderte Unternehmen. Wie ETFs aufgebaut sind, steht auf unserer Seite zum ETF.
Daneben gibt es den Fondssparplan auf aktiv verwaltete Fonds. Dort wählen Fondsmanagerinnen und Fondsmanager die Aktien aus, was meist deutlich mehr kostet. Ein Aktiensparplan kauft regelmäßig Anteile einer einzelnen Aktie. Das ist bequem, streut aber nicht.
Vom Wertpapier-Sparplan zu unterscheiden ist der Banksparplan. Dort zahlst du regelmäßig auf ein Sparkonto ein und bekommst Zinsen. Das Geld schwankt nicht und ist bis 100.000 Euro je Person und Bank durch die Einlagensicherung geschützt. Dafür wächst es langsamer.
Auch eine fondsgebundene Rentenversicherung spart monatlich in Fonds. Der Unterschied: Dort liegt das Geld in einem Versicherungsvertrag mit eigenen Kosten, eigener Steuer und oft langer Bindung. Beim Sparplan im Depot gehören dir die Anteile direkt, und du kommst an jedem Börsentag an dein Geld.
Ab dem 1. Januar 2027 kommt das geförderte Altersvorsorgedepot dazu, mit Zulagen und Bindung bis zur Rente. Das Gesetz ist beschlossen, die Regeln können sich bis zum Start noch ändern.
Was mit deinem Geld ohne Sparplan passiert
Ohne Sparplan wird das Geld oft im Alltag ausgegeben, oder es liegt auf dem Tagesgeld und verliert langsam an Kaufkraft.
Die Inflation ist der Grund. Laut Statistischem Bundesamt lagen die Verbraucherpreise im September 2026 um 3,3 Prozent über dem Vorjahresmonat, vorläufiger Wert, Stand: 30. September 2026. Liegt der Zins auf dem Konto darunter, kannst du dir jedes Jahr etwas weniger von deinem Ersparten kaufen.
„Lisa Logisch ist unsere Beispielperson. Sie ist erfunden, ihr Verlauf ist alltagsecht.“ Lisa ist 31, Projektmanagerin in Vollzeit und verdient 2.500 Euro netto im Monat. Nach 1.600 Euro Fixkosten bleiben ihr 900 Euro für Alltag, Reisen und Sparen. Auf ihrem Tagesgeldkonto liegen 10.000 Euro. Sie hat lange gezögert, mehr daraus zu machen, weil die Fachbegriffe sie abschrecken.
Ihr Notgroschen von drei Nettogehältern, also 7.500 Euro, bleibt auf dem Tagesgeld. Die Verbraucherzentrale empfiehlt zwei bis drei Nettogehälter als Rücklage. Für alles darüber richtet Lisa jetzt einen ETF-Sparplan über 200 Euro im Monat ein. Erst die Rücklage, dann der Sparplan: Diese Reihenfolge schützt davor, im falschen Moment verkaufen zu müssen.
Der Cost-Average-Effekt ehrlich erklärt
Der Cost-Average-Effekt, auf Deutsch Durchschnittskosteneffekt, beschreibt eine einfache Mechanik. Weil du jeden Monat denselben Betrag investierst, bekommst du bei hohen Kursen weniger Anteile und bei niedrigen Kursen mehr. Dein durchschnittlicher Kaufpreis je Anteil liegt dadurch unter dem Durchschnitt der Kurse.
Ein Beispiel mit 100 Euro im Monat über fünf Monate. Der Kurs fällt von 100 auf 60 Euro und steigt wieder auf 100 Euro. Im Schnitt lag er bei 84 Euro. Für 500 Euro hast du aber 6,17 Anteile bekommen, im Schnitt also für rund 81 Euro je Stück. Am Ende sind sie 617 Euro wert, obwohl der Kurs nur wieder dort steht, wo er anfing.
So weit stimmt die Werbung. Ehrlich wird es, wenn man andere Verläufe danebenlegt. Das zeigt die Tabelle, jeweils 500 Euro, einmal am Anfang angelegt oder in fünf Raten zu 100 Euro.
| Kursverlauf über fünf Monate | Sparplan mit 5 mal 100 Euro | Einmalanlage von 500 Euro am Anfang | Wer vorn liegt |
|---|---|---|---|
| Fällt von 100 auf 60 Euro und erholt sich auf 100 Euro | rund 617 Euro | 500 Euro | Sparplan |
| Steigt gleichmäßig von 100 auf 140 Euro | rund 592 Euro | 700 Euro | Einmalanlage |
| Fällt gleichmäßig von 100 auf 60 Euro | rund 387 Euro | 300 Euro | Sparplan, aber beide im Minus |
Der Effekt hilft also nur, wenn die Kurse zwischendurch fallen und sich danach erholen. Steigen sie stetig, liegt das Geld, das noch auf seinen Einsatz wartet, ungenutzt herum.
In der Wissenschaft gilt der Effekt darum nicht als Renditevorteil. Wer mit „automatisch günstiger einkaufen“ wirbt, erzählt nur die halbe Geschichte. Der echte Vorteil des Sparplans ist die Gewohnheit: Aus dem Gehalt wird Monat für Monat Vermögen, ohne dass du jedes Mal neu entscheiden musst.
Sparplan oder Einmalanlage: was besser passt
Die Antwort hängt davon ab, ob das Geld schon da ist. Kommt es Monat für Monat aus deinem Gehalt, ist der Sparplan der natürliche Weg. Es gibt dann nichts, das du auf einmal anlegen könntest.
Liegt ein größerer Betrag bereit, etwa aus einem Erbe, einer Abfindung oder einem lange gesparten Tagesgeld, spricht die Statistik für die Einmalanlage. Börsen steigen über lange Zeiträume häufiger, als sie fallen. Je früher das Geld angelegt ist, desto länger arbeitet es.
Statistik ist aber nicht alles. Wer kurz nach einer großen Einmalanlage einen Einbruch erlebt und in Panik verkauft, verliert mehr als jeden Renditevorteil. Ein Mittelweg ist, den Betrag über sechs bis zwölf Monate zu verteilen.
Bei Lisa sind es 2.500 Euro über ihrem Notgroschen. Sie legt sie auf einmal in denselben ETF, in den ihr Sparplan läuft, und behält die 200 Euro im Monat bei.
Wie der Zinseszins einen Sparplan über Jahrzehnte wachsen lässt
Der Zinseszins heißt so, weil nicht nur dein eingezahltes Geld Erträge bringt, sondern auch die Erträge der Vorjahre. Der Gewinn von gestern wird zur Basis von heute. Am Anfang merkst du davon wenig. Nach Jahrzehnten macht er den größten Teil deines Vermögens aus.
Lisa ist 31 und möchte mit 67 in Rente gehen. Das sind 36 Jahre. Für das Modell nehmen wir an, ihr ETF bringt im Schnitt 6 Prozent im Jahr vor Kosten, so rechnet auch unser HB-Kurs. Nach 0,2 Prozent laufenden Kosten bleiben 5,8 Prozent. Steuern und Inflation sind nicht eingerechnet.
- Mit 41 · nach 10 Jahren24.000 Euro eingezahlt, Depotwert rund 32.200 Euro. Der Ertrag ist noch klein.
- Mit 51 · nach 20 Jahren48.000 Euro eingezahlt, Depotwert rund 88.700 Euro. Die Erträge sind fast so groß wie die Einzahlungen.
- Mit 61 · nach 30 Jahren72.000 Euro eingezahlt, Depotwert rund 188.000 Euro. Jetzt wächst das Depot jedes Jahr um mehr, als Lisa einzahlt.
- Mit 67 · nach 36 Jahren86.400 Euro eingezahlt, Depotwert rund 280.800 Euro. Fast 70 Prozent davon sind Erträge.
Zwischen dem 61. und dem 67. Geburtstag kommen fast 93.000 Euro dazu. Lisa zahlt in dieser Zeit nur 14.400 Euro ein. Das ist der Zinseszins in seiner stärksten Phase. Er braucht vor allem eines: Zeit.
Darum kostet Warten so viel. In unserem HB-Kurs starten Lisa und ihre Freundin Julia beide mit 100 Euro im Monat, bei 7 Prozent Rendite im Modell. Lisa fängt sofort an, Julia zehn Jahre später. Nach 30 Jahren hat Lisa über 121.000 Euro, Julia nach ihren 20 Jahren rund 52.000 Euro. Zehn Jahre Unterschied, mehr als doppelt so viel Geld.
Ehrlich gehört dazu: 280.800 Euro in 36 Jahren sind nicht 280.800 Euro von heute. Bei 2 Prozent Inflation im Jahr entspricht das einer Kaufkraft von rund 137.600 Euro. Und 6 Prozent sind eine Annahme. Aktienkurse können in einzelnen Jahren deutlich fallen. Eine Garantie gibt es nicht.
Die Verbraucherzentrale zeigt, wie viel Zeit ausgleicht. In einer Auswertung der Jahre 1970 bis 2018 lag ein Sparplan über 25 Jahre mit 100 Euro im Monat in reinen Aktien im Schnitt bei real 5,2 Prozent im Jahr. Selbst im schlechtesten Zeitraum waren es nur minus 0,1 Prozent im Jahr. Stand der Veröffentlichung: Januar 2026.
Was ein Sparplan kostet: Ausführung, Ausgabeaufschlag und Fondskosten
Die kurze Antwort: Ein ETF-Sparplan kann fast nichts kosten. Teuer wird es an drei Stellen: Gebühren je Ausführung, Ausgabeaufschläge bei aktiven Fonds und hohe laufende Fondskosten.
Die Kosten je Ausführung
Manche Banken verlangen für jeden Kauf aus dem Sparplan eine Gebühr, entweder als festen Betrag oder als Prozentsatz der Rate.
Ein Euro klingt nach wenig. Entscheidend ist aber, wie viel das von deiner Rate ist. Die Tabelle zeigt den Anteil, der jeden Monat sofort weg ist, bevor dein Geld überhaupt angelegt wird.
| Monatliche Rate | Gebühr 1 Euro je Ausführung | Gebühr 1,50 Euro je Ausführung | Gebührenfreier Sparplan |
|---|---|---|---|
| 25 Euro | 4 Prozent | 6 Prozent | 0 Prozent |
| 50 Euro | 2 Prozent | 3 Prozent | 0 Prozent |
| 100 Euro | 1 Prozent | 1,5 Prozent | 0 Prozent |
| 200 Euro | 0,5 Prozent | 0,75 Prozent | 0 Prozent |
Bei kleinen Raten frisst eine feste Gebühr also schnell mehr als ein ETF im ganzen Jahr an laufenden Kosten hat. Wer nur 25 Euro sparen kann, sollte darum gezielt einen gebührenfreien Sparplan wählen oder alle zwei Monate 50 Euro sparen statt monatlich 25 Euro.
Der Ausgabeaufschlag bei aktiven Fonds
Kaufst du Anteile an einem aktiv verwalteten Fonds direkt über die Fondsgesellschaft oder die Bank, zahlst du meist einen Ausgabeaufschlag. Das ist eine Gebühr auf jede Einzahlung. Laut Verbraucherzentrale liegt er in der Regel bei 5 Prozent, Stand: März 2026. Die BaFin weist darauf hin, dass er zusätzlich zum Anteilspreis anfällt.
Für Lisa hieße das: Von ihren 200 Euro würden nur rund 190 Euro angelegt. Über 36 Jahre wären das rund 4.100 Euro Aufschlag, bevor überhaupt ein Euro Rendite entsteht. Manche Banken geben Rabatte auf den Aufschlag. Bei ETFs über die Börse fällt er in der Regel nicht an.
Die laufenden Kosten im Fonds
Dazu kommen die laufenden Kosten des Fonds, meist als TER angegeben, die Gesamtkostenquote. Sie wird täglich aus dem Fondsvermögen entnommen und mindert den Kurs. Aktiv gemanagte Aktienfonds verlangen laut Verbraucherzentrale im Schnitt gut 1,5 Prozent im Jahr, breite ETFs einen Bruchteil davon, Stand: März 2026.
Über Jahrzehnte wirkt dieser Unterschied enorm. Die Verbraucherzentrale rechnet mit 100 Euro im Monat über 40 Jahre in weltweit gestreuten Aktien: Allein durch niedrigere Kosten steigt der mögliche Ertrag von 54.600 auf 96.500 Euro, Stand: August 2025. Vor dem Kauf muss dir die Bank alle erwarteten Kosten in einer Ex-ante-Kosteninformation nennen. So schreibt es die BaFin vor.
So richtest du einen Sparplan ein: von der Rate bis zur ersten Ausführung
Die kurze Antwort: Du brauchst ein Depot mit Verrechnungskonto, einen Freistellungsauftrag und einen ETF oder Fonds, der bei deiner Bank sparplanfähig ist. Dann legst du Rate, Rhythmus und Ausführungstag fest. Das dauert wenige Minuten.
Zuerst kommt die Höhe der Rate. Sie sollte so bemessen sein, dass du sie auch in einem teuren Monat nicht anrühren musst. Ein guter Weg ist, mit dem Betrag anzufangen, der dir heute leicht fällt, und ihn mit jeder Gehaltserhöhung nachzuziehen. Lisa nimmt 200 Euro von ihren 900 Euro Spielraum. So bleibt genug für Reisen und den Sonntag im Café.
Dann wählst du den Rhythmus. Viele Banken bieten monatlich, alle zwei Monate, vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich an, manche auch wöchentlich. Auch die Zahl der sparplanfähigen ETFs unterscheidet sich stark.
Beim Ausführungstag bieten Banken meist einige feste Termine im Monat an. Welcher Tag „der beste“ ist, lässt sich nicht vorhersagen. Wichtiger ist, dass der Tag kurz nach deinem Gehaltseingang liegt. Dann ist das Geld sicher auf dem Verrechnungskonto. Fehlt es dort, wird die Rate meist einfach nicht ausgeführt.
Den Freistellungsauftrag richtest du ein, bevor die ersten Erträge fließen. Danach lohnt ein Dauerauftrag vom Girokonto auf das Verrechnungskonto, ein bis zwei Tage vor der Ausführung. Bei der Auswahl helfen diese Kriterien.
| Worauf du achtest | Was gut ist | Warum es zählt |
|---|---|---|
| Kosten je Ausführung | 0 Euro für den gewünschten ETF | Feste Gebühren wiegen bei kleinen Raten schwer |
| Laufende Kosten des Fonds | Niedrig im Vergleich zu Fonds auf denselben Index | Wirken jedes Jahr auf das ganze Depot |
| Index | Breit, weltweit, viele Länder und Branchen | Bestimmt Streuung und Risiko |
| Fondsgröße | Laut Verbraucherzentrale mindestens 500 Millionen Euro, Stand März 2026 | Große Fonds werden seltener geschlossen |
| Ertragsverwendung | Thesaurierend für den Aufbau, ausschüttend für laufendes Einkommen | Bestimmt, ob Dividenden automatisch wieder angelegt werden |
| Flexibilität | Rate, Rhythmus und Pause jederzeit online änderbar, ohne Gebühr | Dein Leben ändert sich, dein Sparplan sollte mitgehen |
Warum eine Dynamik deinen Sparplan mitwachsen lässt
Eine Dynamik bedeutet, dass deine Rate regelmäßig steigt, zum Beispiel jedes Jahr um 3 Prozent. Manche Banken bieten das als Einstellung an. Wo nicht, setzt du dir einen festen Termin im Jahr und erhöhst die Rate selbst.
Warum das wichtig ist: Ein Sparplan, der 36 Jahre bei 200 Euro bleibt, wird jedes Jahr kleiner im Verhältnis zu deinem Gehalt und zu den Preisen. Was heute ein spürbarer Betrag ist, ist in 20 Jahren eine Kleinigkeit. Steigt dein Einkommen, darf deine Sparrate mitsteigen.
| Lisas Sparplan von 31 bis 67 | Rate am Ende | Eingezahlt | Depotwert mit 67 |
|---|---|---|---|
| 200 Euro gleichbleibend | 200 Euro | 86.400 Euro | rund 280.800 Euro |
| 200 Euro mit 3 Prozent Dynamik im Jahr | rund 563 Euro | rund 151.900 Euro | rund 414.600 Euro |
Gerechnet ist wie oben mit 5,8 Prozent nach Kosten im Modell, ohne Steuern und Inflation. Die Dynamik bringt Lisa rund 134.000 Euro mehr. Knapp die Hälfte davon zahlt sie selbst ein, der Rest ist Zinseszins. Weil die Erhöhungen in kleinen Schritten kommen, merkt sie sie im Alltag kaum.
Eine Dynamik ist kein Zwang. Passt die Erhöhung in einem Jahr nicht, lässt du sie beim Wertpapier-Sparplan ohne Nachteil aus.
Rate anpassen und pausieren: Sparplan in Elternzeit, Teilzeit und Sabbatical
Die kurze Antwort: Bei den meisten Banken kannst du die Rate jederzeit online erhöhen, senken oder aussetzen. Es gibt keine Kündigungsfrist und keine Strafgebühr. Das Geld, das schon im Depot liegt, bleibt angelegt und gehört weiter dir.
Elternzeit, Teilzeit, ein Sabbatical oder eine Weiterbildung sind oft bewusste Entscheidungen, bei Frauen wie bei Männern. Der Sparplan geht diese Phasen mit. Trag die Änderung nur rechtzeitig vor dem nächsten Ausführungstag ein.
Stell dir vor: Lisa bekommt mit 33 ein Kind und nimmt zwölf Monate Elternzeit. Das Elterngeld ersetzt laut Bundesfamilienministerium bei ihrem Einkommen 65 Prozent des Nettos, mindestens 300 und höchstens 1.800 Euro im Monat, Regeln ab 1. April 2024. Für Lisa sind das rund 1.625 Euro. Das deckt ihre Fixkosten knapp. Sie setzt den Sparplan für diese zwölf Monate aus.
Danach arbeitet sie zwei Jahre in Teilzeit mit 75 Prozent, also 30 Stunden in der Woche. Ihr Netto liegt dann bei rund 1.875 Euro, wie in unserem HB-Kurs. Lisa spart in dieser Zeit 50 Euro im Monat. Mit 36 kehrt sie zu 200 Euro zurück.
| Lisas Weg im Modell | Eingezahlt bis 67 | Depotwert mit 67 |
|---|---|---|
| Durchgehend 200 Euro | 86.400 Euro | rund 280.800 Euro |
| Ein Jahr Pause, zwei Jahre 50 Euro, ab 36 wieder 200 Euro | 80.400 Euro | rund 243.100 Euro |
| Wie oben, aber ab 36 dann 240 Euro | 95.280 Euro | rund 283.400 Euro |
Lisa zahlt in den drei Jahren nur 6.000 Euro weniger ein. Am Ende fehlen trotzdem rund 37.700 Euro, weil gerade die frühen Raten am längsten wachsen. Erhöht sie ab 36 auf 240 Euro, also 40 Euro mehr im Monat, gleicht sie die Lücke bis 67 aus. Die Pause ist also kein Scheitern. Sie ist eine Entscheidung mit einem Preis, den man kennen und ausgleichen kann.
Für Paare kommt ein Punkt dazu. Wer in Elternzeit oder Teilzeit geht, spart oft weniger, während die Partnerin oder der Partner weiterspart. Unser HB-Kurs empfiehlt darum klar: Vorsorge getrennt aufbauen, jede Person im eigenen Depot. Ein Ausgleich kann so aussehen, dass die Person mit dem höheren Einkommen in dieser Zeit auf den Sparplan der anderen einzahlt. Das gilt auch für Hausfrauen und Hausmänner ohne eigenes Einkommen.
Beim Sabbatical gilt dasselbe: Sparplan aussetzen, Depot liegen lassen, die Auszeit vorher als eigenes Ziel ansparen.
Für Kinder läuft ein Sparplan am besten in einem Depot auf den Namen des Kindes. Dann gehört das Geld dem Kind, es nutzt eigene Freibeträge, und mit 18 entscheidet es selbst. Mehr dazu auf unserer Seite zum Kinderdepot.
Wie Erträge aus einem Sparplan besteuert werden
Die kurze Antwort: genauso wie jede andere Anlage im Depot. Auf Gewinne fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer an, dazu 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag auf die Steuer und gegebenenfalls Kirchensteuer. Bei Aktien-ETFs bleiben 30 Prozent der Erträge steuerfrei, die Teilfreistellung. Stand: 2026.
Mit einem Freistellungsauftrag bleiben 1.000 Euro Kapitalerträge im Jahr steuerfrei, für Ehepaare und eingetragene Lebenspartnerschaften 2.000 Euro.
Bei thesaurierenden ETFs, die Dividenden wieder anlegen, verlangt das Finanzamt jedes Jahr eine Vorabpauschale. Das ist ein unterstellter Mindestertrag, der im Januar des Folgejahres abgerechnet wird. Für Sparpläne gibt es eine Besonderheit: Anteile, die du im Lauf des Jahres kaufst, zählen anteilig. Für jeden vollen Monat vor dem Kauf sinkt die Vorabpauschale um ein Zwölftel. Die Rate aus dem Dezember fällt darum kaum ins Gewicht.
Beim Verkauf gilt das First-in-first-out-Prinzip. Die zuerst gekauften Anteile gelten als zuerst verkauft. Bei einem langen Sparplan sind das meist die mit dem höchsten Gewinn. Alles zu Freibetrag, Vorabpauschale und Verlusttöpfen steht auf unserer Seite zu den Steuern auf Kapitalerträge.
Wenn du an dein Geld willst: Verkauf, Teilverkauf und Entnahmeplan
Die kurze Antwort: Du kannst an jedem Börsentag ganz oder teilweise verkaufen. Das Geld landet nach kurzer Abwicklung auf dem Verrechnungskonto, die Steuer ist dann schon abgezogen. Der Sparplan kann dabei weiterlaufen.
Für größere Ziele wie eine Wohnung schichtest du besser ein bis drei Jahre vorher schrittweise in Tagesgeld um, statt am Stichtag im Tief verkaufen zu müssen.
Im Ruhestand dreht sich der Sparplan um. Beim Entnahmeplan, auch Auszahlplan genannt, verkauft die Bank jeden Monat Anteile für einen festen Betrag. Der Rest bleibt angelegt und arbeitet weiter.
Wie lange das Geld reicht, hängt von drei Dingen ab: der Höhe der Entnahme, der Rendite in der Auszahlphase und davon, wie alt du wirst. Für Lisa rechnen wir mit ihren rund 280.800 Euro aus dem Modell und 4 Prozent Rendite im Jahr nach dem 67. Geburtstag, ohne Steuern und Inflation.
| Monatliche Entnahme | So lange reicht das Geld im Modell | Was das bedeutet |
|---|---|---|
| rund 920 Euro | dauerhaft | Lisa lebt nur von den Erträgen, das Kapital bleibt erhalten und kann vererbt werden |
| 1.200 Euro | gut 37 Jahre, bis etwa 104 | Das Kapital wird langsam aufgebraucht |
| 1.500 Euro | gut 24 Jahre, bis etwa 91 | Reicht für viele, aber nicht für ein sehr langes Leben |
Das größte Risiko liegt am Anfang. Fallen die Kurse in den ersten Jahren der Entnahme stark, verkaufst du viele Anteile zu niedrigen Preisen. Diese Anteile fehlen dann für die Erholung. Fachleute nennen das Reihenfolgerisiko. Ein Puffer von ein bis zwei Jahresentnahmen auf dem Tagesgeld hilft. Fallen die Kurse, lebst du eine Weile daraus und musst nicht im Tief verkaufen.
Steuerlich ist der Entnahmeplan günstig. Versteuert wird nur der Gewinnanteil der verkauften Anteile, nicht die ganze Auszahlung. Davon bleiben bei Aktien-ETFs 30 Prozent frei, und der Freibetrag von 1.000 Euro gilt jedes Jahr neu. Wer sicher planen will, kombiniert den Entnahmeplan mit einer lebenslangen Rente, die die festen Kosten deckt.
Worauf es bei deinem Sparplan auf Dauer ankommt
Ein Sparplan ist schnell eingerichtet. Was ihn wertvoll macht, ist nicht der perfekte Start, sondern die Zeit danach. Der Cost-Average-Effekt ist dabei Nebensache. Entscheidend sind ein früher Beginn, niedrige Kosten, eine Rate, die zu deinem Leben passt, und die Ruhe, in einem Einbruch nicht auszusteigen.
Dazu gehört ein fester Blick im Jahr: Passt die Rate noch zum Einkommen, ist eine Erhöhung drin, kommt eine Elternzeit, eine Teilzeitphase oder ein Sabbatical? Eine Pause kostet weniger, als viele fürchten, wenn man sie danach bewusst ausgleicht. Und irgendwann stellt sich die Frage, wie aus dem angesparten Vermögen ein Einkommen wird.
Lisa hat mit 200 Euro angefangen, ohne alles zu wissen. Sie versteht jetzt, warum es funktioniert, und sie weiß, wann sie nachsteuern kann. Wenn du deinen Sparplan, deine Rücklage und deine Vorsorge einmal gemeinsam ansehen willst, findest du uns hier: Beratung.
Lass uns deinen Sparplan einmal gemeinsam durchgehen.
Die Prüfung ist unabhängig davon, ob am Ende ein neuer Vertrag steht. Oft ist der alte Vertrag mit Lücken besser als ein neuer mit neuen Gesundheitsfragen.
Beratung durch die FemininFinance GmbH & Co. KG, Versicherungsmaklerin nach § 34d Abs. 1 GewO, Register-Nr. D-TAJS-4I8JO-48, und ihre Kooperationspartner:innen mit eigener Erlaubnis und eigener Registrierung bei der IHK.
Häufig gestellte Fragen
Meist nicht. Gerade jetzt kauft deine Rate mehr Anteile für dasselbe Geld. Wer im Einbruch stoppt oder verkauft, verpasst oft die Erholung. Wichtig ist, dass dein Notgroschen steht und du das Geld im Depot viele Jahre nicht brauchst.
Nein. Du kannst die Rate senken oder den Sparplan aussetzen, meist online und ohne Gebühr. Das Geld im Depot bleibt angelegt und gehört weiter dir. Nach der Elternzeit startest du wieder, gern mit einer etwas höheren Rate, um die Pause auszugleichen.
In der Regel nichts Schlimmes. Die Bank lässt die Ausführung ausfallen, der Sparplan läuft im nächsten Monat normal weiter. Zieht die Bank die Rate per Lastschrift von deinem Girokonto ein, kann eine geplatzte Lastschrift Gebühren kosten. Lege den Dauerauftrag auf das Verrechnungskonto ein bis zwei Tage vor den Ausführungstag.
Statistisch liegt die Einmalanlage in steigenden Märkten meist vorn, weil das Geld länger arbeitet. Wenn dich Schwankungen nervös machen, verteile den Betrag über sechs bis zwölf Monate. Prüfe vorher, ob dein Notgroschen voll ist, und lege nur Geld an, das du viele Jahre nicht brauchst.
So viel, wie dein neues Budget nach Fixkosten sicher hergibt, ohne dass du an den Notgroschen musst. Auch 25 oder 50 Euro halten die Gewohnheit am Leben. Wähle dann einen gebührenfreien Sparplan, damit feste Kosten die kleine Rate nicht auffressen.
Je nach Bank geht es ab 1 bis 25 Euro im Monat. Lohnend ist jeder Betrag, wenn der Sparplan gebührenfrei ist. Kostet jede Ausführung 1 Euro, sind das bei 25 Euro schon 4 Prozent jeder Einzahlung. Dann ist ein gebührenfreier Sparplan oder ein längerer Rhythmus besser.
Quellen: Verbraucherzentrale: ETF-Kauf: Auf diese Kriterien sollten Sie bei der Auswahl achten, Stand 12.03.2026, geprüft am 07.10.2026 · Verbraucherzentrale: Augenmaß bei Geldanlagen: So können Sie Risiken streuen, Stand 21.01.2026, geprüft am 07.10.2026 · Verbraucherzentrale: ETF für Anfänger, die häufigsten Fragen, Stand 26.08.2025, geprüft am 07.10.2026 · BaFin: Wertpapierfonds, Stand 2026, geprüft am 07.10.2026 · Statistisches Bundesamt: Verbraucherpreisindex, Stand 30.09.2026, geprüft am 07.10.2026 · Bundesfamilienministerium: Elterngeld, Regeln ab 01.04.2024, geprüft am 07.10.2026
Was sich geändert hat: 07.10.2026 – erste Fassung.
Haftungsausschluss: Dieser Artikel ist allgemeine Information und ersetzt keine persönliche Beratung. Welche Lösung zu dir passt, hängt von deiner Situation ab. Darüber sprechen wir am besten direkt. Alles Weitere steht im Haftungsausschluss.
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Tipps unter Fachkolleg:innen: Sparplan
Für Versicherungsvermittlerinnen und -vermittler, Finanzberaterinnen und -berater mit IHK-Registrierung
- Viele Sparpläne laufen seit Jahren mit derselben Rate. Eine Frage nach der letzten Erhöhung öffnet oft ein gutes Gespräch.
- Wer eine Elternzeit plant, freut sich über einen ruhigen Hinweis, dass Pausieren möglich ist und wie man danach ausgleicht.
- Kurz vor dem Ruhestand ist der Entnahmeplan ein guter Anlass, den Bestand gemeinsam anzusehen.
