Beim Abschluss wirkt es wie eine kleine Stellschraube: Die BU-Laufzeit bis 60 statt bis 67, und der Beitrag sinkt. Im Ernstfall fehlen dann sieben Jahre Rente. Genau in den Jahren, in denen das Risiko, berufsunfähig zu werden, am höchsten ist.
Hier steht, was Versicherungsdauer und Leistungsdauer bedeuten, was zwischen 60 und 67 ohne BU passiert und was eine kurze Laufzeit kostet. Mit einem durchgerechneten Beispiel, Stand Oktober 2026.
Betrifft dich, wenn du länger ausfällst du ins Berufsleben startest du an die Rente denkst
Hier geht es nur um die Laufzeit deiner BU
Diese Seite erklärt, bis zu welchem Alter deine BU laufen sollte und warum. Wie hoch die Rente sein muss und welche Klauseln zählen, steht auf der Hauptseite zur Berufsunfähigkeitsversicherung.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Verbraucherzentrale rät: Die BU sollte bis zum Rentenbeginn mit 67 laufen. Ab Jahrgang 1964 liegt die Regelaltersgrenze bei 67.
- Die Wahrscheinlichkeit, berufsunfähig zu werden, steigt mit dem Alter. Frauen gingen 2024 im Schnitt mit 53,5 Jahren in Erwerbsminderungsrente.
- Es gibt zwei Laufzeiten: die Versicherungsdauer (bis wann du berufsunfähig werden darfst) und die Leistungsdauer (bis wann die Rente fließt).
- Bei 1.500 € Rente fehlen dir mit Endalter 60 statt 67 sieben Jahre Rente, also 126.000 €, wenn du vor 60 berufsunfähig wirst. Gerechnet ohne Dynamik.
- Eine kurze Laufzeit nachträglich zu verlängern, gelingt meist nur mit einer Option im Vertrag oder mit neuen Gesundheitsfragen.
So gehst du vor
- Such in deinem Versicherungsschein zwei Daten: das Ende der Versicherungsdauer und das Ende der Leistungsdauer.
- Vergleiche beide mit deiner Regelaltersgrenze. Ab Jahrgang 1964 ist das 67.
- Endet eine davon früher, kündige nichts. Lass zuerst prüfen, ob dein Vertrag eine Verlängerungsoption hat.
Inhalt
- Was bedeutet die Laufzeit einer BU genau?
- Warum sollte deine BU bis 67 laufen und nicht bis 60?
- Was passiert zwischen 60 und 67, wenn deine BU vorher endet?
- Beispiel: So sieht das bei Lisa aus
- Was kostet eine BU bis 67 mehr als eine bis 60?
- Was tun, wenn deine BU nur bis 60 oder 65 läuft?
- Was bei der Laufzeit deiner BU jetzt zählt
- Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet die Laufzeit einer BU genau?
Die kurze Antwort: Die Laufzeit legt fest, bis zu welchem Alter dich die BU schützt. Genau genommen sind es zwei Daten: die Versicherungsdauer und die Leistungsdauer. Beide sollten bis zu deinem Rentenbeginn reichen.
Die Versicherungsdauer ist die Zeit, in der du berufsunfähig werden darfst, damit die Versicherung zahlt. Die Leistungsdauer ist die Zeit, bis zu der die Rente gezahlt wird. Nach dem Bund der Versicherten fließt die Rente, solange die Berufsunfähigkeit besteht, längstens bis zum Ende der Vertragslaufzeit.
Wenn du berufsunfähig wirst: Was die Laufzeit im Leistungsfall bedeutet
Im Leistungsfall zählt zuerst, wann deine Berufsunfähigkeit begonnen hat. Liegt der Beginn in der Versicherungsdauer und erkennt die Versicherung an, zahlt sie, solange die Berufsunfähigkeit besteht, längstens bis zum Ende der Leistungsdauer.
Meist sind Versicherungsdauer und Leistungsdauer gleich lang. Es gibt aber Verträge, in denen sie auseinanderfallen. Ein Beispiel: Versicherungsdauer bis 60, Leistungsdauer bis 67. Wirst du mit 58 berufsunfähig, zahlt der Vertrag bis 67. Wirst du mit 61 berufsunfähig, zahlt er gar nichts.
Wie lange dein Vertrag läuft, steht im Versicherungsschein. Laut Bund der Versicherten lässt sich die Laufzeit oft bis zum gesetzlichen Rentenalter vereinbaren, also bis 67.
Warum sollte deine BU bis 67 laufen und nicht bis 60?
Die kurze Antwort: Weil deine Altersrente erst mit 67 ohne Abschlag beginnt und das Risiko mit dem Alter steigt. Die Jahre zwischen 60 und 67 sind keine Restzeit, sondern die Phase, in der du den Schutz am ehesten brauchst.
Die Regelaltersgrenze steigt bis 2031 schrittweise auf 67. Für alle ab Jahrgang 1964 gilt 67, für Jahrgang 1961 sind es 66 Jahre und 6 Monate (Deutsche Rentenversicherung, Stand 2026). Erst dann gibt es die Altersrente ohne Abzüge.
Die Verbraucherzentrale schreibt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Berufsunfähigkeit im Alter ansteigt. Sie empfiehlt eine Laufzeit bis zum Ruhestand mit 67. Ein Vertrag, der früher endet, lässt dich in der riskanteren Phase ohne Schutz.
Die gesetzliche Rente zeigt, wann es typischerweise passiert. Frauen gingen 2024 im Schnitt mit 53,5 Jahren in Erwerbsminderungsrente, Männer mit 54,5 Jahren. Laut Deutscher Aktuarvereinigung wird etwa jede vierte Person mindestens einmal im Berufsleben berufsunfähig, so der Bund der Versicherten.
Was passiert zwischen 60 und 67, wenn deine BU vorher endet?
Die kurze Antwort: Dann bleibt dir nur, was der Staat zahlt. Das ist die Erwerbsminderungsrente, wenn du kaum noch arbeiten kannst, oder eine vorgezogene Altersrente mit dauerhaftem Abschlag. Beides liegt meist deutlich unter dem, was du vorher hattest.
Die Erwerbsminderungsrente läuft bis zur Regelaltersgrenze (§ 43 SGB VI). Sie gibt es aber nur, wenn du in keinem Job mehr sechs Stunden am Tag arbeiten kannst.
Frauen, die bei der Deutschen Rentenversicherung Bund versichert sind, bekamen 2024 bei Rentenbeginn im Schnitt 1.198 € volle und 621 € teilweise Erwerbsminderungsrente ausgezahlt. Das ist der Zahlbetrag nach Kranken- und Pflegeversicherung, vor Steuern.
Kannst du nur deinen Beruf nicht mehr ausüben, aber noch anderes arbeiten, zahlt der Staat nichts. Dann bleibt die Altersrente für langjährig Versicherte. Sie ist mit 35 Versicherungsjahren frühestens ab 63 möglich (§ 36 SGB VI).
Jeder Monat vor der Regelaltersgrenze kostet 0,3 Prozent Rente, und zwar für immer (§ 77 SGB VI). Gehst du mit 63 statt mit 67, sind das 48 Monate, also 14,4 Prozent weniger Rente bis zum Lebensende.
Die zweite Lücke: deine Altersrente
Während du BU-Rente bekommst, zahlst du meist keine Pflichtbeiträge in die Rentenversicherung mehr ein. Deine spätere Altersrente fällt dadurch kleiner aus. Die Verbraucherzentrale rät deshalb, die Altersvorsorge in die Höhe der BU-Rente einzurechnen. Wie du deine Lücke berechnest, steht auf der Seite Rentenlücke berechnen.
Beispiel: So sieht das bei Lisa aus
Lisa Logisch ist unsere Beispielperson. Sie ist erfunden, ihr Verlauf ist alltagsecht.
Lisa ist 31 und Projektmanagerin in Vollzeit. Sie verdient 2.500 € netto und hat seit 2019 eine BU über 1.500 € im Monat. Sie ist Jahrgang 1995, ihre Regelaltersgrenze ist 67. Die erreicht sie im Jahr 2062.
Stell dir vor, Lisa hätte beim Abschluss mit 24 das Endalter 60 gewählt, um Beitrag zu sparen. So viel BU-Rente bekäme sie, je nachdem, wann es passiert. Gerechnet ohne Dynamik, mit vollen Jahren:
| Berufsunfähig ab | Endalter 60 | Endalter 67 | Es fehlen |
|---|---|---|---|
| 40 | 360.000 € | 486.000 € | 126.000 € |
| 54 | 108.000 € | 234.000 € | 126.000 € |
| 62 | 0 € | 90.000 € | 90.000 € |
Wird Lisa vor 60 berufsunfähig, fehlen ihr immer sieben Jahre. Das sind 7 mal 12 mal 1.500 €, also 126.000 €. Wird sie mit 62 berufsunfähig, zahlt der Vertrag bis 60 gar nichts mehr. Bis 67 bekäme sie noch fünf Jahre lang 1.500 € im Monat.
Dazu kommt die Kaufkraft. Bei 2 Prozent Inflation sind 1.000 € nach 20 Jahren nur noch etwa 673 € wert, rechnet die Verbraucherzentrale vor. Eine Rente, die Lisa mit 24 festgelegt hat, ist mit 60 deutlich weniger wert. Eine Dynamik gleicht das aus.
Der häufigste Denkfehler: „Ab 60 brauche ich keine BU mehr, dann ist ja bald Rente.“ Bis zur Altersrente ohne Abschlag sind es dann noch sieben Jahre. Wer in dieser Zeit berufsunfähig wird, hat ohne BU nur die Wahl zwischen der Erwerbsminderungsrente und einer vorgezogenen Rente mit Abschlag auf Lebenszeit.
Was kostet eine BU bis 67 mehr als eine bis 60?
Die kurze Antwort: Mehr, weil die Versicherung die riskantesten Jahre mitträgt. Wie viel genau, hängt von Alter, Beruf, Gesundheit, Rentenhöhe und Tarif ab. Ein fester Aufschlag lässt sich nicht nennen.
Der Beitrag einer BU hängt von mehreren Dingen ab. Dazu gehören dein Alter beim Abschluss, dein Beruf, deine Gesundheit, die Rentenhöhe und die Laufzeit. Die Laufzeit ist also ein Hebel unter mehreren.
Sparst du an der Laufzeit, sparst du an den Jahren, in denen du die BU am ehesten brauchst. Sparst du an der Rentenhöhe, bleibt der Schutz über die ganze Strecke erhalten. Rechne beide Varianten nebeneinander, bevor du entscheidest.
Bezahlbar bleibt der Vertrag auch über andere Wege. Eine Dynamik lässt die Rente mitwachsen, statt heute zu hoch einzusteigen. Und eine Nachversicherungsgarantie erlaubt es, die Rente später ohne neue Gesundheitsfragen zu erhöhen, etwa nach der Geburt eines Kindes.

Samiras Blick
Samira Harkat
„Wenn das Budget eng ist, würde ich lieber an der Höhe der Rente drehen als am Endalter. Eine kleinere Rente bis 67 lässt sich mit Nachversicherung und Dynamik später aufstocken. Ein Vertrag bis 60 lässt sich selten verlängern, wenn die Gesundheit nicht mehr mitspielt. Die Jahre ab 60 kauft man am günstigsten mit 25.“
Was tun, wenn deine BU nur bis 60 oder 65 läuft?
Die kurze Antwort: Zuerst nachsehen, ob dein Vertrag eine Verlängerungsoption hat. Fehlt sie, geht eine längere Laufzeit meist nur über einen neuen oder zweiten Vertrag mit neuen Gesundheitsfragen. Den alten kündigst du erst, wenn der neue steht.
Manche Verträge enthalten eine Option, mit der sich die Laufzeit ohne neue Gesundheitsprüfung an eine spätere Regelaltersgrenze anpassen lässt. Ob deiner das kann und unter welchen Bedingungen, steht in den Bedingungen.
Ohne Option brauchst du einen neuen Antrag. Dann gelten wieder Gesundheitsfragen nach § 19 VVG, und alles, was seit dem ersten Abschluss passiert ist, zählt mit. Bist du heute gesund, kann das gut gehen. Hast du Vorerkrankungen, hilft vorher eine anonyme Risikovoranfrage.
Eine Möglichkeit ist ein zweiter Vertrag bis 67, der neben dem alten läuft. Der alte Vertrag bleibt dann bestehen. Wie viel Rente du insgesamt versichern kannst, begrenzt die Versicherung nach deinem Einkommen. Oft ist der alte Vertrag mit Lücken besser als ein neuer mit neuen Gesundheitsfragen.
Tipp
Schreib dir neben deinen Versicherungsschein drei Zahlen: dein Geburtsjahr, deine Regelaltersgrenze und das Endalter deiner BU. Passen sie nicht zusammen, gehört der Vertrag auf deine Liste für die nächste Prüfung.
Was bei der Laufzeit deiner BU jetzt zählt
Die Laufzeit entscheidet nicht beim Abschluss, sondern Jahrzehnte später. Eine BU bis 60 ist billiger, weil sie dich in den riskantesten Jahren allein lässt. Darum sollte sie dort enden, wo deine Altersrente ohne Abschlag beginnt: für die meisten bei 67.
Läuft dein Vertrag schon, ist die erste Aufgabe ein Blick auf zwei Daten im Versicherungsschein. Stimmen sie, ist alles gut. Stimmen sie nicht, zählt die Reihenfolge: Option prüfen, neuen Schutz sichern, erst dann am alten Vertrag etwas ändern.
Läuft deine BU lange genug?
Wir prüfen mit dir Versicherungsdauer, Leistungsdauer und Verlängerungsoptionen in deinem Vertrag und rechnen, was eine Lücke bis 67 für dich bedeutet. Die Prüfung ist unabhängig davon, ob am Ende ein neuer Vertrag steht.
Beratung durch die FemininFinance GmbH & Co. KG, Versicherungsmaklerin nach § 34d Abs. 1 GewO, Register-Nr. D-TAJS-4I8JO-48, und ihre Kooperationspartner:innen mit eigener Erlaubnis und eigener Registrierung bei der IHK.
Häufig gestellte Fragen
Nicht kündigen, bevor der neue Schutz steht. Ein neuer Antrag bedeutet neue Gesundheitsfragen, und alles seit dem ersten Abschluss zählt mit. Prüf zuerst, ob dein Vertrag eine Verlängerungsoption hat. Sonst kann ein zweiter Vertrag die Jahre ab 60 abdecken.
Die Versicherungsdauer sagt, bis wann du berufsunfähig werden darfst, damit die Versicherung zahlt. Die Leistungsdauer sagt, bis wann die Rente fließt. Endet die Versicherungsdauer mit 60, zahlt der Vertrag bei Berufsunfähigkeit mit 61 nichts, auch wenn die Leistungsdauer bis 67 geht.
Ja, wenn Versicherungsdauer und Leistungsdauer bis 67 laufen und die Bedingungen deines Vertrags erfüllt sind. Endet einer der beiden Zeiträume früher, bekommst du für die Zeit danach nichts.
Sie endet mit der vereinbarten Leistungsdauer. Danach bekommst du deine Altersrente. Weil du während der BU meist keine Pflichtbeiträge zahlst, fällt sie kleiner aus. Rechne deine Altersvorsorge deshalb in die Höhe der BU-Rente ein.
Das hängt von deiner Gesundheit, deinem Beitrag und deinem Vermögen ab. Das Risiko steigt mit dem Alter, darum ist der Schutz gerade dann wertvoll. Der Beitrag ist aber höher als mit 25. Lass dir beide Seiten durchrechnen, bevor du entscheidest.
Quellen: Änderungen in der Rentenversicherung 2026, Deutsche Rentenversicherung, Stand 18.12.2025, geprüft am 11.10.2026 · §§ 36, 43 und 77 SGB VI, dejure.org, Stand 2026, geprüft am 12.10.2026 · Antwort der Bundesregierung „Aktuelle Entwicklungen bei der Erwerbsminderungsrente“, Drucksache 21/1792, Deutscher Bundestag, Stand 23.09.2025, geprüft am 11.10.2026 · Berufsunfähigkeit – Wie Sie sich gegen Verlust des Einkommens absichern, Verbraucherzentrale, Stand 02.01.2025, geprüft am 12.10.2026 · Infoblatt Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherung, Bund der Versicherten, Stand 25.03.2025, geprüft am 12.10.2026 · Pressemitteilung Berufsunfähigkeitsversicherung: unabhängige Beratung, Bund der Versicherten, Stand 27.05.2026, geprüft am 11.10.2026
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Tipps unter Fachkolleg:innen: BU-Laufzeit
Für Versicherungsvermittlerinnen und -vermittler, Finanzberaterinnen und -berater mit IHK-Registrierung
- Ein Blick auf Versicherungs- und Leistungsdauer passt gut ins Jahresgespräch. Ältere Verträge mit Endalter 60 oder 65 fallen so früh auf.
- Steht eine Verlängerungsoption im Vertrag, lohnt es, ihre Fristen gemeinsam mit der Kundin zu notieren.
- Bei engem Budget hilft es, Rentenhöhe und Endalter nebeneinander zu rechnen, bevor an der Laufzeit gespart wird.
