Eine Indexpolice ist eine Rentenversicherung, die dir zwei Dinge zugleich verspricht: Dein eingezahltes Geld ist sicher, und trotzdem verdienst du mit, wenn die Börse steigt. Fällt der Aktienindex, bekommst du für dieses Jahr einfach nichts dazu. Verluste gibt es nicht.
Das klingt wie das Beste aus zwei Welten. In Wahrheit ist es ein Tausch. Du gibst einen sicheren Zins her und bekommst dafür eine gedeckelte Chance. Wie gut dieser Tausch für dich ist, entscheiden Zahlen, die im Vertrag versteckt sind und jedes Jahr neu festgelegt werden.
Hier liest du, wie Cap, Quote und Stichtag rechnen, was die Garantie schützt, wie die Indexpolice versteuert wird und wo sie neben klassischer und fondsgebundener Rentenversicherung steht.
Betrifft dich, wenn du an die Rente denkst die Rente näher rückt du erbst
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Indexpolice ist eine klassische Rentenversicherung. Dein Guthaben liegt im sicheren Topf des Versicherers. Nur die jährlichen Überschüsse werden genutzt, um dich an einem Aktienindex zu beteiligen.
- Steigt der Index, bekommst du eine Gutschrift, aber nur bis zu einer Obergrenze, dem Cap, oder nur zu einem Anteil, der Partizipationsquote. Fällt er, bekommst du null. Was einmal gutgeschrieben ist, bleibt dir sicher.
- Null ist nicht gratis: In einem schlechten Börsenjahr fehlt dir der sichere Zins, den du sonst bekommen hättest. Die laufende Verzinsung klassischer Verträge lag 2026 im Schnitt bei 2,62 Prozent.
- Steuerlich ist sie eine Rentenversicherung: Als Rente zählt nur der Ertragsanteil, als Kapital nach zwölf Jahren und ab 62 nur die Hälfte des Ertrags.
- Sie passt zu einem hohen Sicherheitsbedürfnis. Wer Jahrzehnte Zeit hat und Schwankungen aushält, bekommt mit einer günstigen Fondspolice oder einem ETF-Sparplan meist mehr.
Inhalt
- Was ist eine Indexpolice?
- Was du im Alter ohne private Vorsorge hast
- Wie die Überschussbeteiligung zur Indexbeteiligung wird
- Cap und Partizipationsquote: so wird die Börsenchance gedeckelt
- Jahresstichtag, Wahlrecht und Lock-in: was jedes Jahr passiert
- Drei Indexjahre im Rechenbeispiel
- Was die Beitragsgarantie wirklich schützt
- Was eine Indexpolice kostet und wo die Kosten versteckt sind
- So wird die Indexpolice versteuert
- Indexpolice, klassische und fondsgebundene Rentenversicherung im Vergleich
- Worauf es im Vertrag einer Indexpolice ankommt
- So läuft der Abschluss einer Indexpolice ab
- Wenn die Rente beginnt, du pausierst oder kündigst: so kommt das Geld zu dir
- Für wen eine Indexpolice passt
- Was bei der Indexpolice als Nächstes zählt
- Häufig gestellte Fragen
Was ist eine Indexpolice?
Die kurze Antwort: Eine Indexpolice ist eine private Rentenversicherung mit Beitragsgarantie, bei der du jedes Jahr wählen kannst, ob deine Überschüsse sicher verzinst werden oder ob du sie in eine Beteiligung an einem Aktienindex steckst.
Technisch ist sie ein konventioneller Vertrag. Dein Geld liegt im Deckungsstock des Versicherers, also in dem großen, streng beaufsichtigten Topf, aus dem auch die klassischen Renten gezahlt werden. Dort steckt es vor allem in Anleihen, Immobilien und Darlehen. An der Börse liegt dein Guthaben nicht.
Der Unterschied zur klassischen Rentenversicherung liegt allein in der Überschussbeteiligung. Bei der klassischen Variante bekommst du jedes Jahr einen Zins auf dein Guthaben gutgeschrieben. Bei der Indexpolice kannst du stattdessen sagen: Nimm das Geld, das für meinen Zins da wäre, und beteilige mich damit an der Entwicklung eines Index. Das ist die Indexbeteiligung.
Der Index ist meist ein großer Aktienindex. Bei manchen Verträgen ist es ein Index, den der Versicherer oder eine Bank eigens berechnet, mit eigenen Regeln. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass solche Policen mit günstigen ETFs nichts gemein haben, auch wenn das Wort Index ähnlich klingt, Stand: April 2026. Viele Policen nutzen einen Kursindex ohne Dividenden, dann fehlt dir dieser Teil der Aktienrendite.
Damit liegt die Indexpolice zwischen den beiden bekannten Formen. Die klassische private Rentenversicherung gibt dir Garantiezins und Überschüsse ohne Börse. Die fondsgebundene Rentenversicherung legt dein ganzes Guthaben in Fonds an, mit voller Chance und vollem Risiko. Die Indexpolice nimmt die Sicherheit der ersten und leiht sich ein kleines Stück Chance der zweiten.
Sie gehört zur dritten Schicht der Altersvorsorge. Der Staat fördert die Beiträge nicht, dafür bleibst du frei. Wie die Schichten zusammenhängen, steht unter Die drei Schichten der Altersvorsorge.
Was du im Alter ohne private Vorsorge hast
Ohne private Vorsorge bleibt Angestellten im Alter vor allem die gesetzliche Rente. Wer 45 Jahre lang genau durchschnittlich verdient hat, bekommt eine Standardrente von 1.913,40 Euro brutto im Monat, Stand: Juli 2026. Das Rentenniveau liegt bei 48 Prozent und ist bis 2031 gesetzlich gehalten.
„Lisa Logisch ist unsere Beispielperson. Sie ist erfunden, ihr Verlauf ist alltagsecht.“ Lisa ist 31, Projektmanagerin in Vollzeit, und verdient 3.850 Euro brutto und 2.500 Euro netto im Monat. Ihre Renteninformation schätzt ihre gesetzliche Rente auf 1.333 Euro brutto. Will sie im Alter mit 2.500 Euro in heutigem Geld leben, fehlen ihr rund 1.167 Euro im Monat. Wie man so eine Lücke genau rechnet, steht unter Rentenlücke berechnen.
Lisa spart bisher auf dem Tagesgeld. Dort ist ihr Geld bis 100.000 Euro je Person und Bank durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Genau solche Sparerinnen und Sparer spricht die Indexpolice an: Wer Verluste scheut und trotzdem mehr will als ein Sparkonto.
Wie die Überschussbeteiligung zur Indexbeteiligung wird
Die kurze Antwort: Der Versicherer nimmt das Geld, das er dir als Überschuss gutschreiben würde, und kauft damit Optionen auf den Index. Steigt der Index, zahlt die Option, und der Gewinn landet auf deinem Konto. Fällt der Index, verfällt die Option, und es kommt nichts dazu.
Eine Option ist ein Finanzvertrag, der nur etwas wert ist, wenn ein Kurs in eine bestimmte Richtung läuft. Sie ist billig im Verhältnis zu ihrer Wirkung.
Dein Guthaben selbst wird nicht angetastet.
Daraus folgt der wichtigste Zusammenhang der ganzen Indexpolice: Je mehr Überschuss ein Versicherer erwirtschaftet, desto mehr Optionen kann er kaufen und desto großzügiger fallen Cap und Quote aus. Sinken die Zinsen am Kapitalmarkt, schrumpft das Budget. In den Jahren der Niedrigzinsen mussten viele Versicherer ihre Caps deutlich senken.
Die laufende Verzinsung klassischer Verträge lag im Branchenschnitt 2025 bei 2,53 Prozent und 2026 bei 2,62 Prozent, Stand: September 2026. Sie zeigt ungefähr, was die sichere Wahl im Jahr bringt.
Cap und Partizipationsquote: so wird die Börsenchance gedeckelt
Die kurze Antwort: Weil das Budget für Optionen klein ist, bekommst du nicht die volle Indexentwicklung. Entweder wird jeder Anstieg bei einer Obergrenze abgeschnitten, das ist der Cap. Oder du bekommst einen festen Anteil des Anstiegs, das ist die Partizipationsquote.
Der Cap: Obergrenze für jeden Monat
Bei vielen Policen wird jeder Monat des Indexjahres einzeln betrachtet. Ein Monat mit Minus zählt voll. Ein Monat mit Plus zählt nur bis zum Cap. Liegt der Cap etwa bei 3,5 Prozent und steigt der Index in einem Monat um 6 Prozent, werden nur 3,5 Prozent angerechnet. Am Ende des Jahres werden alle zwölf Monatswerte addiert.
Ist die Summe positiv, bekommst du sie gutgeschrieben. Ist sie negativ, wird sie auf null gesetzt. Dein Guthaben bleibt unberührt. Die Schieflage: Gewinnmonate werden gekappt, Verlustmonate zählen ganz. In einem wilden Jahr kann darum null herauskommen, obwohl der Index im Plus endet.
Die Quote: ein Anteil vom Anstieg
Andere Policen arbeiten mit einer Partizipationsquote. Du bekommst einen festen Anteil der positiven Indexentwicklung. Bei einer Quote von 80 Prozent und einem Plus von 6 Prozent wären das 4,8 Prozent. In sehr starken Börsenjahren bringt eine Quote mehr als ein Cap.
Welche Rechnung gilt, steht in den Bedingungen unter Überschussbeteiligung. Entscheidend ist: Cap und Quote gelten nur für ein Jahr. Der Versicherer legt sie vor jedem neuen Indexjahr neu fest.
Jahresstichtag, Wahlrecht und Lock-in: was jedes Jahr passiert
Die kurze Antwort: Eine Indexpolice läuft in Indexjahren. Vor jedem Jahr entscheidest du, ob du sichere Verzinsung oder Indexbeteiligung willst. Am Jahresstichtag wird abgerechnet, und ein Gewinn wird für immer festgeschrieben.
Der Stichtag ist meist der Jahrestag des Vertragsbeginns. Bis zu einer Frist davor kannst du die Anlageform für das kommende Jahr wählen. Die Entscheidung gilt dann ein ganzes Jahr, auch wenn die Börse mittendrin einbricht. Wer die Frist verpasst, bleibt bei der Regel, die der Vertrag für diesen Fall vorsieht. Wie lang die Frist ist und was ohne Antwort gilt, steht in deinen Unterlagen.
Dieser Ablauf wiederholt sich Jahr für Jahr in derselben Reihenfolge:
1
Der Versicherer nennt Cap oder Quote
Vor dem Stichtag erfährst du, zu welchen Bedingungen die Indexbeteiligung im kommenden Jahr läuft, und meist auch, welchen sicheren Zins du alternativ bekämst.
2
Du wählst die Anlageform
Bis zur Frist entscheidest du dich für Indexbeteiligung oder sichere Verzinsung. Manche Verträge erlauben auch eine Aufteilung.
3
Das Indexjahr läuft
Der Versicherer verfolgt den Index, bei Cap-Modellen Monat für Monat. Du musst nichts tun und kannst nichts mehr ändern.
4
Abrechnung und Lock-in am Stichtag
Ist das Ergebnis positiv, wird es deinem Guthaben gutgeschrieben und ist ab dann garantiert. Ist es negativ, gibt es null. Danach beginnt das nächste Jahr mit dem neuen, höheren Guthaben als Basis.
Dieses Festschreiben heißt Lock-in. Gewinne, die einmal gebucht sind, kann dir kein späterer Börsencrash nehmen. Das ist der echte Vorteil der Indexpolice gegenüber einer Fondspolice, deren Guthaben bis zum letzten Tag schwankt.
Drei Indexjahre im Rechenbeispiel
Wie Cap und Quote wirken, zeigt ein Beispiel mit angenommenen Zahlen. Es geht um 10.000 Euro Guthaben, einen Cap von 2,5 Prozent pro Monat und alternativ eine Quote von 60 Prozent auf den Jahresanstieg. Als sicheren Zins setzen wir 2,5 Prozent an. Das sind keine aktuellen Werte eines Anbieters, sondern Rechenzahlen.
| Indexjahr | Index im Jahr | Gutschrift mit Cap | Gutschrift mit Quote | Sichere Verzinsung |
|---|---|---|---|---|
| Ruhiger Anstieg: viele kleine Plusmonate, drei kleine Minusmonate | rund plus 12,5 Prozent | 12,0 Prozent, also 1.200 Euro | 7,5 Prozent, also 750 Euro | 250 Euro |
| Wildes Jahr: starke Plusmonate wechseln mit starken Minusmonaten | rund plus 6 Prozent | null, weil die gekappten Gewinne die vollen Verluste nicht ausgleichen | 3,6 Prozent, also 360 Euro | 250 Euro |
| Crash: der Index fällt deutlich | rund minus 20 Prozent | null | null | 250 Euro |
Im ruhigen Jahr gewinnt die Indexbeteiligung klar. Im wilden Jahr verliert das Cap-Modell, obwohl die Börse gestiegen ist: Sechs Monate mit 3 bis 6 Prozent Plus zählen nur mit je 2,5 Prozent, die Minusmonate mit 2 bis 5 Prozent zählen ganz. Im Crash-Jahr ist dein Guthaben geschützt, aber du verzichtest auf die 250 Euro, die die sichere Variante gebracht hätte.
Stell dir vor: Lisa hätte nach einigen Jahren 10.000 Euro in einer Indexpolice. Drei Jahre wie in der Tabelle bringen ihr mit Cap 1.200 Euro, mit sicherer Verzinsung 750 Euro plus Zinseszins. Kommen zwei wilde Jahre hintereinander, dreht sich das Bild. Die Indexpolice ist also eine Wette darauf, dass die Börse eher ruhig steigt, als dass sie springt.
Warum null nicht gratis ist
Werbung für Indexpolicen betont, dass du nie verlierst. Das stimmt für dein Guthaben. Aber in jedem Nulljahr fehlt dir der Zins, den du mit der sicheren Variante bekommen hättest. Diese entgangene Verzinsung ist der eigentliche Preis der Indexchance.
Was die Beitragsgarantie wirklich schützt
Die kurze Antwort: Meist garantiert der Versicherer, dass zum Rentenbeginn mindestens die Summe deiner eingezahlten Beiträge da ist. Eine Garantieverzinsung über die ganze Laufzeit gibt es bei Indexpolicen in der Regel nicht.
Das ist ein wichtiger Unterschied zur klassischen Rentenversicherung. Dort bekommst du auf den Sparanteil einen festen Rechnungszins. Für neue Verträge darf er seit dem 1. Januar 2025 höchstens 1 Prozent betragen, Stand: Mai 2025 laut Stiftung Warentest. Bei der Indexpolice bekommst du statt dieses festen Zinses nur das Versprechen, dass deine Beiträge nicht weniger werden.
Die Beitragsgarantie gilt meist erst zum Rentenbeginn. Kündigst du früher, bekommst du nur den Rückkaufswert, und der kann in den ersten Jahren unter deinen Einzahlungen liegen. Prüfe außerdem, ob wirklich 100 Prozent der Beiträge garantiert sind oder weniger, und ob Zuzahlungen mitzählen.
Wie sicher ist die Garantie, wenn ein Versicherer selbst in Not gerät? Die Eigenmittel der Branche lagen 2025 im Schnitt bei 409,3 Prozent dessen, was die Aufsicht verlangt. Seit Dezember 2004 schreibt das Versicherungsaufsichtsgesetz zudem einen Sicherungsfonds vor, der Verträge eines angeschlagenen Lebensversicherers übernimmt. Die Verbraucherzentrale weist aber darauf hin, dass im Krisenfall auch garantierte Leistungen gekürzt werden dürfen, Stand: April 2026.
Eine zweite Garantie entscheidet über deine spätere Rente: der Rentenfaktor. Er sagt, wie viel Monatsrente du je 10.000 Euro Guthaben bekommst.
Was eine Indexpolice kostet und wo die Kosten versteckt sind
Die kurze Antwort: Eine Indexpolice hat dieselben Kosten wie eine klassische Rentenversicherung, also Abschluss-, Vertriebs- und Verwaltungskosten. Dazu kommt ein Preis, der nirgends als Kosten auftaucht: Die Optionen für die Indexbeteiligung werden aus deinen Überschüssen bezahlt und stecken in der Höhe von Cap und Quote.
Die Abschlusskosten werden meist in den ersten Jahren mit deinen Beiträgen verrechnet. Das heißt Zillmerung. Für die Rückstellung darf der Versicherer höchstens 2,5 Prozent der Beitragssumme ansetzen, Stand: September 2026. Zahlt Lisa 200 Euro im Monat über 36 Jahre, sind das 86.400 Euro Beiträge und bis zu 2.160 Euro, die zuerst verrechnet werden.
Kündigst du früh, schützt dich § 169 Versicherungsvertragsgesetz ein Stück: Der Rückkaufswert muss mindestens so hoch sein, als wären die Abschluss- und Vertriebskosten gleichmäßig auf die ersten fünf Jahre verteilt worden. Einen Stornoabzug darf der Versicherer nur machen, wenn er vereinbart, beziffert und angemessen ist.
Fondskosten wie bei einer Fondspolice fallen nicht an, weil dein Geld nicht in Fonds liegt. Die gesamte Belastung zeigt die Kennzahl Effektivkosten. Sie sagt, um wie viele Prozentpunkte die Kosten deine Rendite pro Jahr senken. Du findest sie im Basisinformationsblatt oder Produktinformationsblatt, das du vor dem Abschluss bekommen musst. Wie stark Kosten wirken, rechnet die Verbraucherzentrale vor: Bei 1 Prozent Rendite und 1 Prozent Effektivkosten bleibt vom Ertrag nichts übrig, Stand: April 2026.
Bei der Indexpolice ist das heikel, weil ihr Vorsprung vor der klassischen Police klein ist. Vergleiche immer bei gleicher Laufzeit und gleichem Beitrag.
So wird die Indexpolice versteuert
Die kurze Antwort: Steuerlich ist die Indexpolice eine private Rentenversicherung. Solange das Geld im Vertrag bleibt, zahlst du keine Steuer. Besteuert wird erst die Auszahlung, und zwar je nach Form unterschiedlich.
Auf Indexgutschriften fällt keine Abgeltungsteuer an, einen Freistellungsauftrag brauchst du nicht. Die Beiträge kannst du nicht absetzen.
Als lebenslange Rente: nur der Ertragsanteil
Nimmst du eine Rente, versteuerst du nur den Ertragsanteil nach § 22 Einkommensteuergesetz. Er hängt allein vom Alter bei Rentenbeginn ab und bleibt danach gleich. Bei Rentenbeginn mit 67 sind es 17 Prozent, mit 65 sind es 18 Prozent, Stand: Oktober 2026. Bekommt Lisa mit 67 eine private Rente von 200 Euro, sind 34 Euro im Monat steuerpflichtig, zum persönlichen Steuersatz.
Als Kapital: die Hälfte nach zwölf Jahren und ab 62
Lässt du dir das Guthaben auszahlen, wird der Ertrag versteuert, also die Auszahlung minus die Summe deiner Beiträge. So steht es in § 20 Absatz 1 Nummer 6 Einkommensteuergesetz. Läuft der Vertrag mindestens zwölf Jahre und bist du bei Auszahlung mindestens 62, wird nur die Hälfte des Ertrags mit deinem persönlichen Steuersatz besteuert. Für Verträge, die von 2005 bis Ende 2011 geschlossen wurden, reicht das 60. Lebensjahr.
Sind die Bedingungen nicht erfüllt, gilt die Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag auf den vollen Ertrag, abzüglich deines Sparerpauschbetrags von 1.000 Euro. Ein Unterschied zur Fondspolice: Dort bleiben zusätzlich 15 Prozent des Ertrags steuerfrei, weil er aus Investmentfonds stammt. Bei der Indexpolice liegt das Geld im Deckungsstock, diese Teilfreistellung gibt es darum in der Regel nicht.
Indexpolice, klassische und fondsgebundene Rentenversicherung im Vergleich
Die kurze Antwort: Die Indexpolice ist sicherer als eine Fondspolice und hat mehr Chance als eine klassische Police, aber nur in Jahren, in denen die Börse ruhig steigt. Auf lange Sicht bekommst du mit ihr deutlich weniger als mit Aktienfonds, weil Cap oder Quote die guten Jahre beschneiden.
| Merkmal | Klassische Rentenversicherung | Indexpolice | Fondsgebundene Rentenversicherung |
|---|---|---|---|
| Wo dein Geld liegt | Deckungsstock des Versicherers | Deckungsstock, nur Überschüsse fließen in Optionen | in Fonds, die du auswählst |
| Garantie | Rechnungszins auf den Sparanteil, neu höchstens 1 Prozent | meist Beitragsgarantie zum Rentenbeginn, kein Garantiezins | je nach Tarif keine, 80, 90 oder 100 Prozent der Beiträge |
| Chance | Überschüsse, jährlich neu festgelegt | Indexgutschrift bis Cap oder zur Quote, jedes Jahr neu | volle Börsenentwicklung abzüglich Kosten |
| Verlustrisiko im Vertrag | keines, außer bei früher Kündigung | keines, außer bei früher Kündigung, aber Nulljahre | Guthaben schwankt bis Rentenbeginn |
| Gewinne gesichert | ja, Überschüsse werden fest zugeteilt | ja, Lock-in am Stichtag | nein, erst mit Ablaufmanagement teilweise |
| Kosten | Abschluss und Verwaltung | Abschluss und Verwaltung, Optionspreis steckt im Cap | Abschluss, Verwaltung und Fondskosten |
| Steuer bei Kapital nach 12 Jahren und ab 62 | Hälfte des Ertrags zum persönlichen Satz | Hälfte des Ertrags zum persönlichen Satz | 42,5 Prozent des Ertrags zum persönlichen Satz |
Gegenüber einem ETF-Sparplan im Depot fehlt der Indexpolice vor allem die volle Rendite. Ein ETF bildet den Index vollständig ab, mit Dividenden und ohne Cap. Dafür kann er fallen, und eine lebenslange Rente bietet er nicht.
Ab dem 1. Januar 2027 kommt ein gefördertes Altersvorsorgedepot mit einer Grundzulage von bis zu 480 Euro im Jahr, erstmals auch für Selbständige. Der Bundesrat hat das Gesetz am 8. Mai 2026 beschlossen, Einzelheiten können sich bis zum Start noch ändern. Wer jetzt über eine Indexpolice nachdenkt, sollte diese Möglichkeit mitprüfen.
Worauf es im Vertrag einer Indexpolice ankommt
Zwei Indexpolicen mit gleichem Beitrag können am Ende sehr unterschiedlich viel zahlen. Die Unterschiede stehen nicht in der Werbung, sondern in den Bedingungen und im Informationsblatt. Diese Punkte solltest du vor dem Abschluss schwarz auf weiß sehen:
- Welcher Index gilt und ob Dividenden mitzählen. Ein selbst berechneter Index mit eigenen Regeln ist schwerer zu durchschauen als ein bekannter Börsenindex.
- Wie gerechnet wird: Cap pro Monat, Quote auf das Jahr oder eine Mischung. Und wie hoch Cap und Quote in den vergangenen Jahren tatsächlich waren.
- Bis wann du vor dem Stichtag wählen musst, was ohne Antwort gilt und ob du Guthaben aufteilen kannst.
- Wie hoch die Beitragsgarantie ist, ob sie nur zum Rentenbeginn gilt und ob Zuzahlungen mitzählen.
- Ob der Rentenfaktor voll garantiert ist und für dein ganzes Guthaben gilt, ohne einseitige Senkungsklausel.
- Wie hoch die Effektivkosten sind und ob du Beiträge pausieren, zuzahlen und Teile entnehmen kannst.
Das lässt sich nur im Vergleich beantworten. Das machen wir gern mit dir in der Beratung.
So läuft der Abschluss einer Indexpolice ab
Am Anfang steht deine Lücke und die Frage, wie viel Schwankung du aushältst. Vor dem Antrag bekommst du ein Informationsblatt mit den Effektivkosten, die Versicherungsbedingungen und eine Modellrechnung. Achte darauf, welche Werte garantiert sind und welche nur angenommen.
Modellrechnungen zeigen oft, was in der Vergangenheit mit heutigen Caps herausgekommen wäre. Das ist eine Rückschau, keine Zusage.
Gesundheitsfragen gibt es meist nur, wenn du einen Zusatzbaustein wie eine Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit einschließt.
Nach dem Abschluss hast du 30 Tage Zeit, den Vertrag ohne Angabe von Gründen zu widerrufen, so regelt es § 152 Versicherungsvertragsgesetz. Die Frist beginnt erst, wenn du alle Unterlagen und eine korrekte Belehrung bekommen hast.
Wenn die Rente beginnt, du pausierst oder kündigst: so kommt das Geld zu dir
Einige Monate vor dem vereinbarten Rentenbeginn schreibt dir der Versicherer. Er nennt dein Guthaben, die Rente nach dem dann gültigen Rentenfaktor und die Frist für das Kapitalwahlrecht. Du entscheidest dich für eine lebenslange Rente, eine Auszahlung auf einen Schlag oder eine Mischung.
Kurz vor Rentenbeginn ist der Lock-in besonders wertvoll: Ein Crash kann dein Guthaben nicht mehr verkleinern.
Elternzeit, Teilzeit, ein Sabbatical oder eine Weiterbildung sind oft bewusste Entscheidungen, bei Frauen wie bei Männern. Viele Verträge erlauben dann eine Beitragspause oder eine Beitragsfreistellung. Das Guthaben bleibt bestehen und nimmt weiter an Indexjahren teil. Eine Kündigung ist fast immer die teuerste Lösung.
Kündigst du doch, bekommst du den Rückkaufswert. In den ersten Jahren liegt er oft unter deinen Einzahlungen, und die Beitragsgarantie greift nicht. Dazu kommt die Steuer: Vor zwölf Jahren Laufzeit oder vor dem 62. Geburtstag wird der volle Ertrag besteuert.
Stirbst du vor Rentenbeginn, bekommt die Person mit dem Bezugsrecht meist Guthaben oder Beiträge. Das regelt der Vertrag, nicht dein Testament.
Für wen eine Indexpolice passt
Die Indexpolice passt zu Menschen mit hohem Sicherheitsbedürfnis, die Verluste auf keinen Fall sehen wollen und trotzdem eine kleine Chance auf mehr als die klassische Verzinsung suchen. Sie kann auch passen, wenn du wenige Jahre vor der Rente einen Einmalbetrag anlegen willst, etwa aus einer Erbschaft, und ihn später in eine lebenslange Rente umwandeln möchtest.
Sie passt aber nur, wenn du dir jedes Jahr kurz Zeit für deinen Vertrag nimmst. Wer ihn nie wieder ansieht, verschenkt den Kern des Produkts.

Samiras Blick
Samira Harkat
„Verträge werden nach dem Abschluss fast nie geprüft.“
Weniger passend ist sie, wenn du jung bist und Jahrzehnte Zeit hast. Über so lange Zeiträume gleichen sich Börsenschwankungen meist aus, und jede gekappte Gewinnphase fehlt dir am Ende. Eine günstige fondsgebundene Rentenversicherung oder ein eigenes Depot mit breit gestreuten ETF holen auf lange Sicht in aller Regel mehr heraus.
Für Lisa mit 31 und 36 Jahren bis zur Rente heißt das: Ihr größter Vorteil ist die Zeit. Für sie zählt zuerst, dass sie regelmäßig und günstig investiert. Eine Indexpolice wird für sie eher in 20 Jahren interessant, wenn ein Crash nicht mehr ausgesessen werden kann.
Was bei der Indexpolice als Nächstes zählt
Bei einer Indexpolice zählt nicht das Versprechen, nie zu verlieren, sondern was du dafür hergibst. Die entgangene sichere Verzinsung in Nulljahren, die Höhe von Cap und Quote und die Effektivkosten entscheiden, ob sie für dich mehr bringt als eine klassische Police. Wer diese drei Zahlen kennt, kann ehrlich vergleichen.
Hast du schon eine Indexpolice, zählt der jährliche Blick vor dem Stichtag: neuer Cap gegen sichere Verzinsung. Vor einer Kündigung lohnen Beitragspause und Beitragsfreistellung, vor dem Rentenbeginn der Blick auf den Rentenfaktor.
Lass uns deine Indexpolice einmal durchrechnen.
Die Prüfung ist unabhängig davon, ob am Ende ein neuer Vertrag steht. Oft ist der alte Vertrag mit Lücken besser als ein neuer mit neuen Gesundheitsfragen.
Beratung durch die FemininFinance GmbH & Co. KG, Versicherungsmaklerin nach § 34d Abs. 1 GewO, Register-Nr. D-TAJS-4I8JO-48, und ihre Kooperationspartner:innen mit eigener Erlaubnis und eigener Registrierung bei der IHK.
Häufig gestellte Fragen
Ja. Cap und Partizipationsquote gelten immer nur für ein Indexjahr und werden vor jedem neuen Jahr festgelegt. Sie hängen davon ab, wie viel Überschuss der Versicherer erwirtschaftet. Prüfe vor dem Stichtag, was dir die sichere Verzinsung im selben Jahr bringen würde, und entscheide dann neu.
Meist nicht. Bei Cap-Modellen werden Plusmonate nur bis zur Obergrenze angerechnet, Minusmonate aber voll. In einem Jahr mit starkem Auf und Ab bleibt deshalb wenig oder null übrig, auch wenn der Index am Ende im Plus steht. Lass dir die Monatswerte zeigen.
Dein Guthaben verliert durch den Index nichts. Ist das Indexjahr negativ, bekommst du null gutgeschrieben, frühere Gewinne bleiben durch den Lock-in sicher. Du verzichtest in diesem Jahr aber auf die sichere Verzinsung, die du sonst bekommen hättest.
Dann gilt für das kommende Indexjahr die Regel, die dein Vertrag für diesen Fall vorsieht. Oft ist das die bisherige Wahl. Ändern kannst du es erst wieder zum nächsten Stichtag.
Nein, eine Kündigung ist meist die teuerste Lösung. Viele Verträge erlauben eine Beitragspause oder eine Beitragsfreistellung. Dein Guthaben bleibt bestehen und nimmt weiter an Indexjahren teil. Frag deinen Versicherer schriftlich, wie lange die Pause dauern darf und ob die Beitragsgarantie dadurch sinkt.
Bei langer Laufzeit meist nicht. Ein ETF bildet den Index ganz ab, mit Dividenden und ohne Cap, kann aber auch fallen. Die Indexpolice schützt dein Guthaben und sichert Gewinne jährlich, schneidet aber die guten Jahre ab.
Ja, aber oft wenig. Als lebenslange Rente ab 67 sind nur 17 Prozent jeder Zahlung steuerpflichtig. Als Kapital wird nur der Ertrag besteuert, also Auszahlung minus Beiträge. Nach zwölf Jahren Laufzeit und ab 62 zählt davon nur die Hälfte, zu deinem persönlichen Steuersatz.
Quellen:Verbraucherzentrale: Private Rentenversicherung zur Altersvorsorge, Stand 17.04.2026, geprüft am 07.10.2026 · Verbraucherzentrale: Gerichte kippen Klauseln zur Rentenkürzung, Stand September 2026, geprüft am 07.10.2026 · Stiftung Warentest: Private Rentenversicherungen im Vergleich, Stand 26.05.2025, geprüft am 07.10.2026 · dejure.org: § 20 Einkommensteuergesetz, Stand Oktober 2026, geprüft am 07.10.2026 · dejure.org: § 169 Versicherungsvertragsgesetz, Stand Oktober 2026, geprüft am 07.10.2026. Rechengrößen der Rentenversicherung, laufende Verzinsung, Solvenzquote und Höchstzillmersatz laut HB-Faktencheck, Stand 20.09.2026.
Was sich geändert hat: 07.10.2026 – erste Fassung.
Haftungsausschluss: Dieser Artikel ist allgemeine Information und ersetzt keine persönliche Beratung. Welche Lösung zu dir passt, hängt von deiner Situation ab. Darüber sprechen wir am besten direkt. Alles Weitere steht im Haftungsausschluss.
Werbung: Dieser Artikel kann Werbelinks enthalten. Sie sind mit * markiert. Schließt du darüber etwas ab, bekommen wir vielleicht eine Provision. Für dich ändert sich der Preis nicht.
Unsere Beratung: Wir sind Versicherungsmaklerin. Vermitteln wir dir einen Vertrag, bekommen wir vom Versicherer eine Vergütung, die Courtage. Sie steckt im Beitrag. Vermittelt eine unserer Kooperationspartner:innen, bekommt sie die Courtage. Ob wir davon einen Anteil bekommen, ist unterschiedlich. Die Prüfung deines Vertrags ist unabhängig davon, ob am Ende ein neuer Vertrag steht. Mehr dazu: So verdienen wir Geld.
Tipps unter Fachkolleg:innen: Indexpolice
Für Versicherungsvermittlerinnen und -vermittler, Finanzberaterinnen und -berater mit IHK-Registrierung
- Ein kurzer Anruf vor dem Stichtag mit neuem Cap und sicherer Alternative im Vergleich ist ein Anlass, den Kundinnen und Kunden schätzen.
- Zeigt bei Indexpolicen von euch aus, was die Nulljahre an entgangener Verzinsung gekostet haben.
- Bestandsverträge mit Senkungsklausel beim Rentenfaktor lassen sich gut aktiv auf das BGH-Urteil von 2025 ansprechen.
