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Pensionskasse: Förderung, Haftung und Jobwechsel 2026

Samira HarkatSamira HarkatStand: 7. Oktober 2026

Auf deiner Gehaltsabrechnung steht ein Abzug für die Pensionskasse, und du weißt nicht genau, was damit passiert. Damit bist du nicht allein. Die Pensionskasse ist einer der ältesten Wege der Betriebsrente und zugleich einer der am wenigsten erklärten.

Viele Menschen haben gleich mehrere davon: aus der Ausbildung, aus dem ersten Job, aus einer Branche mit eigener Kasse. Dann kommen ein Jobwechsel, eine Elternzeit oder ein Sabbatical, und die Frage ist, was mit dem Geld geschieht.

Hier liest du, wie eine Pensionskasse funktioniert, was sie 2026 an Förderung bringt, was im Alter an Steuer und Krankenkasse abgeht und wer haftet, wenn eine Kasse ihre Leistungen kürzt.

Betrifft dich, wenn du an die Rente denkst du den Job wechselst ein Kind kommt du ins Berufsleben startest

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Pensionskasse ist eine eigene Versorgungseinrichtung, über die dein Arbeitgeber deine Betriebsrente zahlt. Sie steht unter Aufsicht der BaFin, und du hast einen eigenen Rechtsanspruch auf die Leistung.
  • 2026 sind Beiträge bis 676 Euro im Monat steuerfrei und bis 338 Euro im Monat sozialabgabenfrei. Diesen Rahmen teilt sie sich mit Direktversicherung und Pensionsfonds.
  • Die Rente ist im Alter voll steuerpflichtig. Gesetzlich Krankenversicherte zahlen Kranken- und Pflegebeitrag darauf, für die Krankenversicherung gilt ein Freibetrag von 197,75 Euro im Monat.
  • Kürzt eine Pensionskasse ihre Leistungen, muss dein Arbeitgeber die Lücke nach § 1 Betriebsrentengesetz ausgleichen. Ist er insolvent, springt bei vielen Kassen der Pensions-Sicherungs-Verein ein.
Inhalt
  1. Was ist eine Pensionskasse?
  2. Was gilt ohne Betriebsrente aus der Pensionskasse?
  3. Welche Arten von Pensionskassen es gibt
  4. Pensionskasse, Direktversicherung und Pensionsfonds im Vergleich
  5. Wie der Staat die Pensionskasse 2026 fördert
  6. Was dich eine Pensionskasse netto kostet
  7. Steuer und Krankenkasse auf die Rente aus der Pensionskasse
  8. Wenn eine Pensionskasse kürzt: wer für deine Rente haftet
  9. Was beim Jobwechsel mit deiner Pensionskasse passiert
  10. Elternzeit, Sabbatical, Krankengeld: die Pensionskasse in Zeiten ohne Gehalt
  11. So läuft der Einstieg in die Pensionskasse deines Arbeitgebers ab
  12. Wenn die Rente beginnt: so bekommst du dein Geld aus der Pensionskasse
  13. Was bei der Pensionskasse als Nächstes zählt
  14. Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Pensionskasse?

Die kurze Antwort: Eine Pensionskasse ist ein rechtlich eigenständiger Versorger, über den dein Arbeitgeber dir eine Betriebsrente zusagt. Er zahlt Beiträge ein, die Kasse legt sie an und zahlt dir später eine lebenslange Rente.

Rechtlich ist sie eine Aktiengesellschaft oder ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, also ein Verein, der seinen Mitgliedern gehört. Sie arbeitet ähnlich wie ein Lebensversicherer und steht wie dieser unter der Aufsicht der BaFin, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.

Vertragspartner der Kasse ist dein Arbeitgeber. Er meldet dich an und überweist die Beiträge. Trotzdem hast du einen eigenen Rechtsanspruch auf die Leistungen. So steht es in § 1b Absatz 3 Betriebsrentengesetz. Das unterscheidet die Pensionskasse von der Unterstützungskasse, die formal keinen Rechtsanspruch gewährt.

Die Pensionskasse ist einer von fünf Durchführungswegen der betrieblichen Altersvorsorge. Mit der Direktversicherung und dem Pensionsfonds bildet sie die Gruppe der externen Wege, bei denen das Geld außerhalb des Betriebs liegt und dieselbe Steuerförderung gilt.

Wer bezahlt die Beiträge an die Pensionskasse?

Es gibt drei Varianten. Bei der arbeitgeberfinanzierten Betriebsrente zahlt der Betrieb allein, zusätzlich zu deinem Gehalt. Bei der Entgeltumwandlung verzichtest du auf einen Teil deines Bruttogehalts, und dieser Teil fließt in die Kasse. Die dritte Variante ist eine Mischung aus beidem.

Auf die Entgeltumwandlung hast du einen Anspruch, wenn du in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert bist. Nach § 1a Betriebsrentengesetz darfst du bis zu 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze umwandeln. Hat dein Arbeitgeber eine Pensionskasse oder einen Pensionsfonds, darf er dich dorthin lenken. Bietet er keinen der beiden an, kannst du eine Direktversicherung verlangen.

Welche Zusagen über eine Pensionskasse möglich sind

Die Zusage ist das Versprechen deines Arbeitgebers, was du am Ende bekommst. Über eine Pensionskasse sind drei Formen üblich. Bei der Leistungszusage verspricht er eine bestimmte Rente. Bei der beitragsorientierten Leistungszusage rechnet die Kasse feste Beiträge in eine Rente um.

Bei der Beitragszusage mit Mindestleistung bekommst du mindestens die Summe der Beiträge zurück, soweit sie nicht für einen Risikoschutz wie eine Invaliditätsrente verbraucht wurden. Alle drei Formen stehen in § 1 Absatz 2 Betriebsrentengesetz. Eine reine Beitragszusage ganz ohne Garantie gibt es nur im Sozialpartnermodell, das Gewerkschaften und Arbeitgeber per Tarifvertrag vereinbaren.

Was gilt ohne Betriebsrente aus der Pensionskasse?

Ohne Betriebsrente bleibt dir im Alter die gesetzliche Rente und das, was du privat zurückgelegt hast. Das Rentenniveau liegt bei 48 Prozent und ist bis 2031 gesetzlich gesichert, Stand: 2026. Es beschreibt eine Standardrente nach 45 Beitragsjahren mit Durchschnittsverdienst, 2026 sind das 1.913,40 Euro brutto im Monat.

Wer in Teilzeit gearbeitet oder länger pausiert hat, kommt oft nicht an diesen Wert heran. Das betrifft Frauen häufiger als Männer, weil sie öfter in Teilzeit arbeiten. Die Pensionskasse soll einen Teil dieser Lücke füllen.

„Lisa Logisch ist unsere Beispielperson. Sie ist erfunden, ihr Verlauf ist alltagsecht.“ Lisa ist 31, Projektmanagerin in Vollzeit und verdient 3.850 Euro brutto. Netto bleiben 2.500 Euro. Ihre Renteninformation schätzt ihre gesetzliche Rente auf 1.333 Euro brutto. Zwischen ihrem heutigen Netto und dieser Rente liegen rund 1.167 Euro im Monat, und von der Rente gehen noch Steuer und Krankenkasse ab.

Mehr dazu, wie du deine eigene Lücke schätzt, steht auf unserer Seite zur Rentenlücke.

Welche Arten von Pensionskassen es gibt

Pensionskassen unterscheiden sich darin, wen sie versorgen. Eine Firmen- oder Konzernpensionskasse ist nur für die Beschäftigten eines Unternehmens oder einer Unternehmensgruppe offen. Überbetriebliche Kassen nehmen Beschäftigte vieler Betriebe auf, oft aus einer Branche, manche auch branchenübergreifend.

Ein zweiter Unterschied betrifft die Aufsicht. Ältere Kassen sind meist reguliert. Die BaFin genehmigt ihre Tarife, und ihre Satzung erlaubt oft, Leistungen herabzusetzen, wenn das Geld nicht reicht. Dafür sind sie meist nicht in den Sicherungsfonds der Lebensversicherer eingebunden.

Deregulierte Kassen arbeiten wie Lebensversicherer, kalkulieren ihre Tarife selbst und sind Mitglied im gesetzlichen Sicherungsfonds. Daneben gibt es Kassen, die Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände gemeinsam per Tarifvertrag tragen, sogenannte gemeinsame Einrichtungen. Welche Art deine Kasse ist, steht in den Vertragsunterlagen. Sie entscheidet mit, wer einspringt, wenn es eng wird.

Pensionskasse, Direktversicherung und Pensionsfonds im Vergleich

Die drei externen Wege sehen auf der Gehaltsabrechnung gleich aus. Unterschiede gibt es bei der Anlage, der Sicherung und der Frage, ob du den Vertrag später selbst weiterführen kannst.

MerkmalPensionskasseDirektversicherungPensionsfonds
TrägerEigene Versorgungseinrichtung, oft für einen Betrieb oder eine BrancheLebensversicherer, Vertrag auf dein LebenEigene Versorgungseinrichtung mit freierer Anlage
Förderung 2026bis 676 € steuerfrei, 338 € sozialabgabenfreigleicher Rahmen, gemeinsamgleicher Rahmen, gemeinsam
AnlageEher sicherheitsorientiert, GarantienKlassisch oder fondsgebundenMehr Aktien möglich
Insolvenz des ArbeitgebersPensions-Sicherungs-Verein, außer bei Kassen im Sicherungsfonds oder gemeinsamen EinrichtungenBei unwiderruflichem Bezugsrecht läuft der Vertrag beim Versicherer weiterPensions-Sicherungs-Verein
Abtretung, BeleihungBei Entgeltumwandlung ausgeschlossenBei Entgeltumwandlung ausgeschlossenBei Entgeltumwandlung ausgeschlossen
Mitnahme zum neuen JobAnspruch nach § 4 Abs. 3 BetrAVGAnspruch nach § 4 Abs. 3 BetrAVGAnspruch nach § 4 Abs. 3 BetrAVG

Für den Arbeitgeber hat die Pensionskasse einen Vorteil: Sie belastet seine Bilanz nicht, weil die Verpflichtung ausgelagert ist. Für dich zählt eher, wie sicher die Kasse ist und was sie kostet.

Wie der Staat die Pensionskasse 2026 fördert

Beiträge an eine Pensionskasse sind nach § 3 Nr. 63 Einkommensteuergesetz bis 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung steuerfrei. 2026 liegt diese Grenze bei 101.400 Euro im Jahr. Steuerfrei sind also 8.112 Euro im Jahr oder 676 Euro im Monat, Stand: 2026.

Sozialabgabenfrei ist nur die Hälfte davon, 4 Prozent oder 338 Euro im Monat. Was darüber liegt, bleibt zwar steuerfrei, aber du zahlst darauf Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung, genauso wie dein Arbeitgeber.

Diesen Rahmen teilen sich Pensionskasse, Direktversicherung und Pensionsfonds beim selben Arbeitgeber. Zahlt dein Arbeitgeber schon 200 Euro in eine Direktversicherung, bleiben für die Pensionskasse noch 476 Euro steuerfrei.

Zwei Sonderregeln aus § 3 Nr. 63 Einkommensteuergesetz helfen bei Brüchen im Lebenslauf. Hast du wegen Elternzeit oder Sabbatical Jahre ohne Gehalt, darf dein Arbeitgeber für diese Jahre Beiträge steuerfrei nachzahlen, höchstens für zehn Jahre. Und beim Ausscheiden aus dem Betrieb kann eine Einmalzahlung steuerfrei bleiben, bis 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze mal die Jahre im Betrieb, ebenfalls höchstens zehn.

Der Pflichtzuschuss deines Arbeitgebers

Wandelst du Gehalt um, spart dein Arbeitgeber Sozialbeiträge. Nach § 1a Absatz 1a Betriebsrentengesetz muss er dann 15 Prozent des umgewandelten Betrags dazugeben, soweit er tatsächlich spart. Das gilt seit 2019 für neue Verträge und seit 2022 auch für ältere. Viele Tarifverträge und Betriebe geben mehr. Die Verbraucherzentrale hält 15 Prozent für zu wenig und sieht eine Entgeltumwandlung erst bei deutlich höheren Zuschüssen als klar lohnend, Stand: März 2026.

Für Beschäftigte mit kleinem Einkommen bekommt der Arbeitgeber einen eigenen Förderbetrag, wenn er selbst Beiträge zahlt. Dieser Betrag steigt laut dem Zweiten Betriebsrentenstärkungsgesetz ab dem 1. Januar 2027 von 960 auf 1.200 Euro Beitrag im Jahr. Das ist beschlossen, kann sich bis dahin aber noch ändern.

Alte Verträge mit Pauschalsteuer

Pensionskassen gibt es seit Jahrzehnten. Für Zusagen, die vor 2005 erteilt wurden, konnte der Arbeitgeber die Beiträge pauschal mit 20 Prozent versteuern, nach § 40b Einkommensteuergesetz in der alten Fassung. Solche Verträge laufen teilweise noch. Die spätere Rente wird dann anders besteuert, meist nur mit dem Ertragsanteil, also einem kleinen Teil der Rente.

Findest du in alten Unterlagen das Wort Pauschalversteuerung, lohnt sich ein genauer Blick. Ob ein Vertrag nach altem oder neuem Recht läuft, ändert die Rechnung im Alter deutlich.

Was dich eine Pensionskasse netto kostet

Bei der Entgeltumwandlung kostet dich ein Euro Beitrag deutlich weniger als ein Euro Netto. Steuer und Sozialabgaben sinken, weil dein Bruttogehalt kleiner wird. Wie viel du sparst, hängt von deinem Steuersatz und davon ab, ob du Kinder hast, denn Kinderlose zahlen einen höheren Pflegebeitrag.

Ein Beispiel mit Lisa. Stell dir vor: Ihr Arbeitgeber gehört zu einer Branche mit eigener Pensionskasse. Lisa wandelt 150 Euro im Monat um, ihr Arbeitgeber legt die Pflicht-15-Prozent dazu, das sind 22,50 Euro. In die Kasse fließen 172,50 Euro im Monat.

Lisa ist kinderlos, ihr Anteil an den Sozialbeiträgen liegt 2026 bei rund 21,75 Prozent. Sie spart also rund 32,60 Euro Sozialabgaben. Auf den Rest spart sie bei einem Grenzsteuersatz von rund 30 Prozent etwa 35 Euro Steuer. Ihr Netto sinkt nach dieser groben Rechnung nur um rund 82 Euro.

Die Kehrseite: Weil Lisa weniger Beiträge in die gesetzliche Rente zahlt, sinkt ihre gesetzliche Rente. Mit dem Durchschnittsentgelt von 51.944 Euro und dem Rentenwert von 42,52 Euro, Stand: 2026, sind das pro Jahr Umwandlung rund 1,47 Euro Monatsrente. Nach 36 Jahren bis 67 fehlen ihr rund 53 Euro gesetzliche Rente im Monat. Die Verbraucherzentrale kommt auf eine ähnliche Größe: 100 Euro Umwandlung über 40 Jahre kosten rund 40 Euro gesetzliche Rente, Stand: März 2026.

Dazu kommen die Kosten der Kasse selbst. Firmen- und Branchenkassen arbeiten oft ohne Vertrieb und damit günstig. Überbetriebliche Kassen, die am Markt um Betriebe werben, rechnen ähnlich wie eine Direktversicherung. Die Verbraucherzentrale kritisiert, dass viele Angebote der Betriebsrente intransparent sind und hohe Kosten die Rendite drücken. Hohe Garantien bremsen zusätzlich, weil dann kaum Geld in ertragreiche Anlagen fließt, Stand: März 2026. Frag nach, welche Kosten die Kasse von jedem Beitrag und vom Guthaben abzieht.

Steuer und Krankenkasse auf die Rente aus der Pensionskasse

Was beim Einzahlen gefördert wurde, wird beim Auszahlen besteuert. Renten aus steuerfrei gezahlten Beiträgen sind nach § 22 Nr. 5 Einkommensteuergesetz voll steuerpflichtig. Weil dein Einkommen im Alter meist niedriger ist, ist auch der Steuersatz meist kleiner als heute.

Bist du im Alter gesetzlich pflichtversichert, zählt die Rente als Versorgungsbezug nach § 229 Sozialgesetzbuch V. Für die Krankenversicherung gilt ein Freibetrag von einem Zwanzigstel der Bezugsgröße, 2026 sind das 197,75 Euro im Monat. Auf den Teil darüber zahlst du den vollen Beitragssatz von 14,6 Prozent plus Zusatzbeitrag, im Schnitt 2,9 Prozent, Stand: 2026.

In der Pflegeversicherung gibt es nur eine Freigrenze in gleicher Höhe. Liegt die Rente darüber, zahlst du auf den ganzen Betrag 3,6 Prozent, kinderlos 4,2 Prozent. Bleibt Lisa kinderlos und bekommt sie später 300 Euro aus der Pensionskasse, gehen rund 17,90 Euro an die Krankenkasse und 12,60 Euro an die Pflegekasse.

Lässt du dir statt der Rente Kapital auszahlen, verteilt die Krankenkasse den Betrag auf zehn Jahre und rechnet jeden Monat ein Hundertzwanzigstel an. Freiwillig Versicherte zahlen auf alle Einkünfte und haben keinen Freibetrag. Privat Versicherte zahlen keinen Beitrag auf die Rente. Mehr dazu auf unserer Seite zur Krankenversicherung der Rentnerinnen und Rentner.

Eine Ausnahme ist wichtig nach einem Jobwechsel. Führst du die Pensionskasse privat weiter und bist dann selbst Versicherungsnehmerin oder Versicherungsnehmer, ist der Teil aus deinen privaten Beiträgen frei von Kranken- und Pflegebeiträgen. So steht es in § 229 Sozialgesetzbuch V.

Wenn eine Pensionskasse kürzt: wer für deine Rente haftet

Dein Arbeitgeber haftet. Nach § 1 Absatz 1 Satz 3 Betriebsrentengesetz steht er für die zugesagte Leistung ein, auch wenn er sie über eine Pensionskasse auszahlen lässt. Juristen nennen das Einstandspflicht.

Die lange Niedrigzinsphase hat mehrere regulierte Pensionskassen unter Druck gesetzt. Einige haben ihre Leistungen nach ihrer Satzung herabgesetzt oder für neue Beiträge gesenkt. Die BaFin hatte zeitweise etwa ein Drittel der Kassen unter verschärfte Beobachtung gestellt, berichtete die Verbraucherzentrale im Juni 2018. Bei regulierten Kassen ist die Möglichkeit, Leistungen zu kürzen, sogar Voraussetzung für die Zulassung, so die BaFin.

Das Bundesarbeitsgericht hat 2012 entschieden: Eine Kürzung durch die Kasse ändert nichts an der Zusage des Arbeitgebers. Er muss die Differenz aus eigener Tasche zahlen, Urteil vom 19.06.2012, Aktenzeichen 3 AZR 408/10. Bekommst du von der Kasse ein Schreiben über eine Herabsetzung, wende dich darum an deinen früheren oder heutigen Arbeitgeber.

Wenn auch der Arbeitgeber pleite ist

Dann hilft die Einstandspflicht wenig. Der Europäische Gerichtshof hat 2019 entschieden, dass Beschäftigte in diesem Fall einen Mindestschutz brauchen, Urteil vom 19.12.2019, Rechtssache C-168/18. Darauf hat Deutschland reagiert.

Seit einer Änderung des Betriebsrentengesetzes als Folge dieses Urteils sichert der Pensions-Sicherungs-Verein auch Betriebsrenten aus Pensionskassen ab, wenn der Arbeitgeber insolvent ist. Ausgenommen sind Kassen, die dem Sicherungsfonds der Lebensversicherer angehören, und gemeinsame Einrichtungen der Tarifpartner. Dort greifen deren eigene Sicherungen.

Der Pensions-Sicherungs-Verein zahlt nach § 7 Absatz 3 Betriebsrentengesetz höchstens das Dreifache der monatlichen Bezugsgröße. 2026 sind das 11.865 Euro im Monat, eine Grenze, die bei normalen Betriebsrenten kaum eine Rolle spielt.

Noch ein Schutz: Bei der Entgeltumwandlung darf der Anspruch weder abgetreten, verpfändet noch beliehen werden, so § 1b Absatz 5 Betriebsrentengesetz. Das Geld bleibt für deine Rente reserviert. Gläubigerinnen und Gläubiger kommen in der Ansparphase nicht heran.

Samira Harkat, Versicherungsmaklerin

Samiras Blick

Samira Harkat

„Verträge werden nach dem Abschluss fast nie geprüft.“

Bei der Pensionskasse ist das besonders schade. Die jährliche Mitteilung zeigt, ob die Kasse ihre Leistung gesenkt hat und welche Rente garantiert ist. Wer sie einmal im Jahr liest, merkt eine Kürzung früh und kann sich rechtzeitig an den Arbeitgeber wenden.

Was beim Jobwechsel mit deiner Pensionskasse passiert

Was du selbst per Entgeltumwandlung eingezahlt hast, gehört dir sofort. Diese Anwartschaft ist vom ersten Tag an unverfallbar, nach § 1b Absatz 5 Betriebsrentengesetz. Was allein dein Arbeitgeber gezahlt hat, bleibt dir, wenn du beim Ausscheiden mindestens 21 Jahre alt bist und die Zusage mindestens drei Jahre bestanden hat.

Beim Wechsel hast du mehrere Wege. Du kannst den Vertrag beitragsfrei ruhen lassen. Dann bleibt dein Guthaben stehen und wird später als Rente ausgezahlt. Du kannst ihn privat mit eigenen Beiträgen weiterführen, ohne Steuerförderung, aber im Alter ohne Krankenkassenbeitrag auf diesen Teil.

Oder du nimmst ihn mit. Nach § 4 Absatz 3 Betriebsrentengesetz kannst du innerhalb eines Jahres nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses verlangen, dass dein Guthaben zum neuen Arbeitgeber übertragen wird. Das gilt bis zur Beitragsbemessungsgrenze, 2026 also bis 101.400 Euro. Der neue Arbeitgeber muss dir eine gleichwertige Zusage geben.

In der Praxis landet das Geld oft in einem neuen Vertrag mit schlechterem Garantiezins. Die Verbraucherzentrale beschreibt die Mitnahme darum als häufig schwierig, Stand: März 2026. Viele Versicherer und Pensionskassen haben sich in einem Übertragungsabkommen verpflichtet, Guthaben ohne neue Abschlusskosten aufzunehmen. Frag vor dem Wechsel nach, ob deine alte und die neue Kasse dabei sind.

Sehr kleine Anwartschaften darf dein Arbeitgeber abfinden, also auszahlen. Seit dem Zweiten Betriebsrentenstärkungsgesetz, in Kraft seit 22. Januar 2026, liegt die Grenze ohne deine Zustimmung bei 59,33 Euro Monatsrente oder 7.119 Euro Kapital, Stand: 2026. Willst du die Anwartschaft mitnehmen, ist eine Abfindung ausgeschlossen. Mit deiner Zustimmung sind bis 79,10 Euro Monatsrente oder 9.492 Euro Kapital möglich, dann aber nur, wenn das Geld in deine gesetzliche Rente fließt.

Bei einer Scheidung wird die Pensionskasse wie jedes Rentenanrecht geteilt. Wie das abläuft, steht auf unserer Seite zum Versorgungsausgleich.

Elternzeit, Sabbatical, Krankengeld: die Pensionskasse in Zeiten ohne Gehalt

Ohne Gehalt gibt es nichts umzuwandeln. In der Elternzeit, in einem unbezahlten Sabbatical oder während du Krankengeld bekommst, ruht die Entgeltumwandlung. Auch arbeitgeberfinanzierte Beiträge fließen in dieser Zeit meist nicht.

Du hast zwei Möglichkeiten. Die Kasse stellt den Vertrag beitragsfrei, dein Guthaben bleibt stehen und verzinst sich weiter. Oder du zahlst nach § 1a Absatz 4 Betriebsrentengesetz mit eigenen Beiträgen weiter. Dein Arbeitgeber steht auch für diese Leistungen ein.

Stell dir vor: Lisa bekommt ein Kind und nimmt zwölf Monate Elternzeit. Ihr Vertrag ruht in dieser Zeit. Ihr fehlen am Ende rund 2.070 Euro Beiträge, die zwölf Monatsraten von 172,50 Euro. Nach der Rückkehr läuft die Umwandlung wieder an.

Achte auf einen mitversicherten Schutz bei Erwerbsminderung oder für Hinterbliebene. Er kann in einer beitragsfreien Zeit kleiner werden oder entfallen. Frag bei der Kasse nach, was in deinem Fall gilt. Mehr zur Elternzeit findest du in der Lebensphase Ein Kind kommt.

So läuft der Einstieg in die Pensionskasse deines Arbeitgebers ab

Eine Pensionskasse schließt du nicht selbst ab. Dein Arbeitgeber legt fest, ob er eine anbietet und welche. Oft regelt das ein Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung. Du entscheidest, ob und mit welchem Betrag du Gehalt umwandelst.

Am Anfang steht die Entgeltumwandlungsvereinbarung. Darin stehen dein Betrag, der Zuschuss deines Arbeitgebers und der Beginn. Der Mindestbeitrag liegt bei einem Hundertsechzigstel der Bezugsgröße, 2026 sind das rund 296,63 Euro im Jahr. Die Kasse meldet dich dann an und schickt dir die Vertragsunterlagen.

Gesundheitsfragen gibt es bei der reinen Altersrente in der Regel nicht. Anders kann es sein, wenn du eine Invaliditäts- oder Hinterbliebenenrente einschließen willst. Dann frag nach, ob die Kasse Fragen stellt oder ob vereinfachte Regeln für die ganze Belegschaft gelten.

Prüfe vor der Unterschrift diese Punkte. Wie hoch ist der Zuschuss deines Arbeitgebers? Gibt er nur die gesetzlichen 15 Prozent oder mehr? Ist die Kasse reguliert, und gehört sie einem Sicherungsfonds an? Welche Rente ist garantiert, und welche hängt von Überschüssen ab? Gibt es ein Kapitalwahlrecht, also die Möglichkeit, statt Rente einen Einmalbetrag zu nehmen?

Und schließlich: Wer bekommt etwas, wenn du vor der Rente stirbst? Betriebsrenten sind nicht frei vererbbar. Nach Auskunft der Verbraucherzentrale bekommen nur Ehe- oder eingetragene Lebenspartnerinnen und -partner und Kinder mit Kindergeldanspruch Leistungen. Andere Personen erhalten höchstens ein Sterbegeld bis 8.000 Euro, Stand: März 2026.

Wenn die Rente beginnt: so bekommst du dein Geld aus der Pensionskasse

Die Pensionskasse zahlt die Rente direkt an dich, nicht über deinen Arbeitgeber. Die Reihenfolge zählt hier.

1

Etwa ein halbes Jahr vorher alle Kassen zusammensuchen

Sammle die Mitteilungen aller Pensionskassen aus früheren Jobs. Fehlt dir eine Adresse, hilft dein damaliger Arbeitgeber.

2

Den Antrag mit Nachweisen stellen

Die Kasse braucht in der Regel den Rentenbescheid der gesetzlichen Rentenversicherung, deine Steuer-Identifikationsnummer, deine Bankverbindung und die Angabe deiner Krankenkasse. Die Betriebsrente beginnt meist zusammen mit der gesetzlichen Rente. Der früheste Beginn steht in deinen Vertragsunterlagen.

3

Rente oder Kapital wählen, falls der Vertrag es erlaubt

Hast du ein Kapitalwahlrecht, gilt dafür meist eine Frist vor Rentenbeginn, die in den Bedingungen steht. Kapital bringt Freiheit, wird aber im Auszahlungsjahr voll versteuert und zehn Jahre lang bei der Krankenkasse angerechnet. Die lebenslange Rente schützt dich davor, das Geld zu früh aufzubrauchen.

4

Die erste Abrechnung prüfen

Die Kasse meldet die Rente an deine Krankenkasse und an das Finanzamt. Sie behält Kranken- und Pflegebeitrag gleich ein. Vergleiche die erste Zahlung mit der zuletzt mitgeteilten Rente. Liegt sie darunter, frag nach dem Grund und denk an die Einstandspflicht deines früheren Arbeitgebers.

Bei Invalidität oder Tod läuft es ähnlich. Ist eine Erwerbsminderungsrente eingeschlossen, braucht die Kasse den Bescheid der Rentenversicherung oder ärztliche Nachweise. Hinterbliebene melden den Todesfall mit Sterbeurkunde und Nachweis der Ehe oder der Kinder.

Was bei der Pensionskasse als Nächstes zählt

Eine Pensionskasse ist kein Produkt, das du dir aussuchst. Sie kommt mit deinem Arbeitgeber. Darum zählt weniger der Vergleich am Markt als die Frage, wie gut das Angebot deines Betriebs ist: Wie viel legt er dazu, wie sicher ist die Kasse, was kostet sie?

Gibt dein Arbeitgeber deutlich mehr als die gesetzlichen 15 Prozent, ist die Pensionskasse oft ein guter Baustein für die Rente. Gibt er nur das Minimum, lohnt sich ein genauer Blick auf Kosten, Garantien und die Abzüge im Alter. Und wenn du schon Verträge aus früheren Jobs hast, lohnt es sich, sie einmal zusammenzulegen, gedanklich oder tatsächlich.

Die Betriebsrente ist eine Säule unter mehreren. Wie sie mit gesetzlicher und privater Vorsorge zusammenspielt, liest du auf unserer Seite zu den drei Schichten der Altersvorsorge. Wenn du deine Pensionskasse mit uns durchgehen willst, findest du uns unter Beratung.

Lass uns deine Pensionskasse einmal durchgehen.

Die Prüfung ist unabhängig davon, ob am Ende ein neuer Vertrag steht. Oft ist der alte Vertrag mit Lücken besser als ein neuer mit neuen Gesundheitsfragen.

Vertrag prüfen lassen

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Beratung durch die FemininFinance GmbH & Co. KG, Versicherungsmaklerin nach § 34d Abs. 1 GewO, Register-Nr. D-TAJS-4I8JO-48, und ihre Kooperationspartner:innen mit eigener Erlaubnis und eigener Registrierung bei der IHK.

Häufig gestellte Fragen

Auf meiner Gehaltsabrechnung steht ein Abzug für die Pensionskasse. Was ist das?

Das ist deine Entgeltumwandlung oder dein Eigenanteil zur Betriebsrente. Dein Arbeitgeber überweist den Betrag an die Pensionskasse, die ihn für deine spätere Rente anlegt. Weil der Beitrag bis 338 Euro im Monat sozialabgabenfrei und bis 676 Euro steuerfrei ist, Stand: 2026, sinkt dein Netto um weniger als den Beitrag. Die Kasse schickt dir einmal im Jahr eine Mitteilung über dein Guthaben.

Ich wechsle den Job. Ist mein Geld in der Pensionskasse dann weg?

Nein. Was du selbst umgewandelt hast, gehört dir vom ersten Tag an. Arbeitgeberbeiträge bleiben dir, wenn du mindestens 21 bist und die Zusage drei Jahre bestand. Du kannst den Vertrag ruhen lassen, privat weiterführen oder innerhalb eines Jahres verlangen, dass er zum neuen Arbeitgeber übertragen wird.

Ich gehe in Elternzeit. Muss ich weiter in die Pensionskasse einzahlen?

Nein. Ohne Gehalt ruht die Entgeltumwandlung, und der Vertrag wird meist beitragsfrei gestellt. Du darfst aber mit eigenen Beiträgen weiterzahlen. Frag bei der Kasse nach, ob ein Schutz für Erwerbsminderung oder Hinterbliebene in dieser Zeit kleiner wird.

Meine Pensionskasse hat geschrieben, dass sie meine Rente kürzt. Was kann ich tun?

Wende dich an deinen Arbeitgeber, auch wenn du dort nicht mehr arbeitest. Er muss nach dem Betriebsrentengesetz für die zugesagte Leistung einstehen und die Lücke ausgleichen. Das hat das Bundesarbeitsgericht 2012 bestätigt. Ist der Arbeitgeber insolvent, springt bei vielen Kassen der Pensions-Sicherungs-Verein ein.

Kann ich mir das Geld aus der Pensionskasse vor der Rente auszahlen lassen?

In der Regel nicht. Abtreten, beleihen oder vorzeitig kündigen ist bei der Entgeltumwandlung ausgeschlossen, damit das Geld für das Alter bleibt. Nur sehr kleine Anwartschaften darf der Arbeitgeber abfinden. Ob du zum Rentenbeginn statt einer Rente einen Einmalbetrag wählen kannst, steht in deinen Vertragsunterlagen.

Was bekommt mein Partner, wenn ich vor der Rente sterbe und wir nicht verheiratet sind?

Oft wenig. Betriebsrenten sind nicht frei vererbbar. Leistungen gehen meist nur an Ehe- oder eingetragene Lebenspartnerinnen und -partner und an Kinder mit Kindergeldanspruch. Ob eine Lebensgefährtin oder ein Lebensgefährte etwas bekommen kann, hängt von den Regeln deiner Kasse ab. Frag rechtzeitig danach. Andere Personen bekommen nach Angaben der Verbraucherzentrale höchstens ein Sterbegeld bis 8.000 Euro.

Quellen: dejure.org: Betriebsrentengesetz §§ 1a, 1b, 3, 4 und 7, Fassung vom 22.01.2026, geprüft am 07.10.2026 · dejure.org: Einkommensteuergesetz § 3 Nr. 63, geltende Fassung, geprüft am 07.10.2026 · dejure.org: Sozialgesetzbuch V § 229, geltende Fassung, geprüft am 07.10.2026 · Bundesarbeitsgericht: Urteil vom 19.06.2012, 3 AZR 408/10, geprüft am 07.10.2026 · Verbraucherzentrale: Betriebliche Altersvorsorge: Gehaltsumwandlung – wann lohnt sich das?, Stand 02.03.2026, geprüft am 07.10.2026 · Verbraucherzentrale: Betriebsrenten durch Niedrigzinsen in Gefahr, Stand 22.06.2018, geprüft am 07.10.2026 · BaFin: Pensionskassen, Stand 16.03.2023, geprüft am 07.10.2026

Was sich geändert hat: 07.10.2026 – erste Fassung.

Haftungsausschluss: Dieser Artikel ist allgemeine Information und ersetzt keine persönliche Beratung. Welche Lösung zu dir passt, hängt von deiner Situation ab. Darüber sprechen wir am besten direkt. Alles Weitere steht im Haftungsausschluss.

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Tipps unter Fachkolleg:innen: Pensionskasse

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  • Frag in jedem Erstgespräch nach alten Pensionskassen aus früheren Jobs. Viele Kundinnen und Kunden wissen nicht, dass sie welche haben.
  • Ein Schreiben über eine Leistungskürzung ist ein guter Anlass, gemeinsam die Einstandspflicht des Arbeitgebers zu prüfen.
  • Vor Elternzeit oder Sabbatical lohnt ein kurzer Blick auf Hinterbliebenen- und Invaliditätsschutz in der Kasse.

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