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Berufsstart: Gehaltsabrechnung, Versicherungen und erste Rücklage

Samira HarkatSamira HarkatStand: 7. Oktober 2026

Der erste Arbeitsvertrag ist unterschrieben. Und plötzlich stehen auf der Gehaltsabrechnung Zahlen, die dir keiner erklärt hat.

Beim Berufsstart entscheidest du viele Dinge zum ersten Mal: Krankenkasse, Absicherung, Rücklage, Vorsorge.

Hier siehst du, was zuerst zählt und was warten kann.

Betrifft dich, wenn dein erster Job beginnt du in einen neuen Job wechselst du anfangen willst zu sparen

Das Wichtigste in Kürze

  • Von deinem Brutto gehen rund 20 bis 22 Prozent an die Sozialversicherung. Dazu kommt die Lohnsteuer.
  • In der Probezeit gilt eine Kündigungsfrist von zwei Wochen. Plane deshalb zuerst eine kleine Rücklage.
  • Die wichtigste frühe Absicherung ist die Berufsunfähigkeitsversicherung. Gesundheit ist jetzt noch ein Vorteil.
  • Du hast Anspruch auf Entgeltumwandlung für die Betriebsrente. Der Arbeitgeber muss mindestens 15 Prozent dazugeben.
  • Der Mindestlohn liegt 2026 bei 13,90 Euro. Für 2027 sind 14,60 Euro beschlossen.
Inhalt
  1. Was ändert sich beim Berufsstart?
  2. Was steht auf deiner Gehaltsabrechnung?
  3. Beispiel: So sieht das bei Lisa aus
  4. Welche Zahlen gelten 2026 und 2027?
  5. Wie viel Rücklage brauchst du zum Start?
  6. Welche Absicherung passt in diese Phase?
  7. Was tust du, je nachdem, was du findest?
  8. Was beim Berufsstart als Nächstes zählt
  9. Häufig gestellte Fragen

Was ändert sich beim Berufsstart?

Die kurze Antwort: Du bekommst zum ersten Mal ein festes Einkommen und zum ersten Mal feste Abzüge. Beides prägt dein Geld für die nächsten Jahre.

Viele geben zuerst das aus, was übrig ist, und sparen, was bleibt. Besser ist die Reihenfolge andersherum: zuerst Rücklage und Absicherung, dann der Rest.

Wichtig ist, dass du die Abrechnung verstehst. Dann erkennst du auch, was du beeinflussen kannst und was nicht.

Was steht auf deiner Gehaltsabrechnung?

Vom Brutto zahlst du die Hälfte der Sozialversicherung. Den Rest zahlt dein Arbeitgeber.

PostenSatz 2026Wer zahlt
Rentenversicherung18,6 Prozentdu und Arbeitgeber je 9,3 Prozent
Arbeitslosenversicherung2,6 Prozentdu und Arbeitgeber je 1,3 Prozent
Krankenversicherung14,6 Prozent plus Zusatzbeitrag, im Schnitt 2,9 Prozentdu und Arbeitgeber je zur Hälfte
Pflegeversicherung3,6 Prozent, ohne Kinder mit ZuschlagZuschlag zahlst nur du
Lohnsteuernach Steuerklasse und Einkommendu

Die Krankenkasse darfst du frei wählen. Der Zusatzbeitrag unterscheidet sich je Kasse. Mehr dazu unter gesetzliche Krankenversicherung.

Startest du direkt nach dem Studium in einen Job, bist du als Angestellte automatisch pflichtversichert. Dein Arbeitgeber meldet dich an. Du wählst nur deine Krankenkasse.

Gibt es eine Lücke zwischen Studium und Job, brauchst du einen eigenen Schutz, oft freiwillig gesetzlich oder privat. Die Familienversicherung über die Eltern endet, sobald dein eigenes Einkommen die Grenze überschreitet. Frag in dem Fall früh bei deiner Kasse nach den Fristen.

Beispiel: So sieht das bei Lisa aus

Lisa Logisch ist unsere Beispielperson. Sie ist erfunden, ihr Verlauf ist alltagsecht.

Lisa verdient 3.850 Euro brutto. Auf ihrem Konto landen 2.500 Euro netto. Der Unterschied ist groß.

PostenBetrag im Monat, grob
Brutto3.850 Euro
Sozialabgaben, Anteil von Lisarund 840 Euro
Lohnsteuerrund 510 Euro
Nettorund 2.500 Euro
Fixkosten1.600 Euro
Übrig für Rücklage, Vorsorge und Lebenrund 900 Euro

Die Zahlen sind gerundet. Dein Gehaltszettel zeigt die genauen Werte. Lisa teilt die 900 Euro in drei Töpfe: Rücklage, Vorsorge, Leben.

Welche Zahlen gelten 2026 und 2027?

Alle Werte stehen mit Stand Oktober 2026. Werte für 2027 sind, wo es sie gibt, beschlossen. Sie können sich noch ändern.

Was20262027, kann sich noch ändern
Mindestlohn pro Stunde13,90 Euro14,60 Euro
Minijob-Grenze im Monat603 Eurofolgt dem Mindestlohn
Midijob-Zone603,01 bis 2.000 Euronach Mindestlohn
Beitragsbemessungsgrenze Rente im Jahr101.400 Eurowird jährlich angepasst
Beitragsbemessungsgrenze Kranken- und Pflegeversicherung im Jahr69.750 Eurowird jährlich angepasst
Versicherungspflichtgrenze im Jahr77.400 Eurowird jährlich angepasst
Frühstart-Rente für Kinder von 6 bis 18nicht in Kraftgeplant ab 2027, noch nicht beschlossen
Kündigungsfrist in der Probezeitzwei Wochenunverändert

Wie viel Rücklage brauchst du zum Start?

Orientierung: 3 bis 12 Nettogehälter. Am Anfang reicht der untere Rand, aber er sollte bald stehen.

Dein Puffer für diese Phase

7.500 bis 30.000 Euro

Das ist die Faustregel für Lisa bei 2.500 Euro netto. Fang mit einem Monatsgehalt an und baue jeden Monat ein Stück auf.

Gute Orte sind Tagesgeld und ein getrenntes Konto. Mehr unter Notgroschen.

Welche Absicherung passt in diese Phase?

  • Berufsunfähigkeit: Je früher du abschließt, desto leichter und günstiger ist es. Die Gesundheitsfragen sind noch einfach.
  • Privathaftpflicht: günstig und wichtig. Sie schützt bei Schäden, die du anderen zufügst.
  • Gesetzliche Rente: Prüfe, wie du ab jetzt Rentenpunkte sammelst.
  • Betriebsrente: Frag früh nach Entgeltumwandlung und Zuschuss.
  • Rechtsschutz: Arbeitsrecht hat oft eine Wartezeit.

Was tust du, je nachdem, was du findest?

  1. Das kannst du so lassen: Du hast eine Rücklage, eine Berufsunfähigkeitsversicherung und eine Privathaftpflicht. Dann prüfe nur einmal im Jahr.
  2. Du startest gerade: Lege ein Konto für die Rücklage an und richte einen Dauerauftrag ein. Das ist der wichtigste erste Schritt.
  3. Du hast noch keine Absicherung: Beginne mit der Berufsunfähigkeit. Sie wird mit jedem Jahr teurer und schwerer.
  4. Du bist unsicher bei Rente und Betriebsrente: Frag nach dem Zuschuss des Arbeitgebers, bevor du etwas abschließt. Nutze die Beratung dazu.

Was beim Berufsstart als Nächstes zählt

Beginne mit der Rücklage. Dann kommt die Berufsunfähigkeit. Danach schaust du auf Rente und Betriebsrente.

Wenn du später den Job wechselst, lohnt ein kurzer Check deiner Verträge. Mehr dazu unter Jobwechsel.

Lass uns deinen Berufsstart einmal durchgehen.

Die Prüfung ist unabhängig davon, ob am Ende ein neuer Vertrag steht. Oft ist der alte Vertrag mit Lücken besser als ein neuer mit neuen Gesundheitsfragen.

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Beratung durch die FemininFinance GmbH & Co. KG, Versicherungsmaklerin nach § 34d Abs. 1 GewO, Register-Nr. D-TAJS-4I8JO-48, und ihre Kooperationspartner:innen mit eigener Erlaubnis und eigener Registrierung bei der IHK.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel Netto bleibt vom Brutto?

Das hängt von Steuerklasse, Kinderlosigkeit und Krankenkasse ab. Als Faustregel bleiben bei Steuerklasse 1 etwa zwei Drittel des Brutto übrig. Dein Gehaltszettel zeigt die genauen Abzüge.

Wie lange ist die Kündigungsfrist in der Probezeit?

Die gesetzliche Frist in der Probezeit beträgt zwei Wochen. Die Probezeit darf höchstens sechs Monate dauern. Dein Arbeitsvertrag kann etwas anderes regeln.

Brauche ich als Berufseinsteigerin eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Sie gehört zu den wichtigsten Absicherungen. Die staatliche Erwerbsminderungsrente ist niedrig. Je früher du abschließt, desto leichter sind die Gesundheitsfragen.

Habe ich Anspruch auf eine Betriebsrente?

Du hast Anspruch auf Entgeltumwandlung, also darauf, einen Teil deines Gehalts in eine Betriebsrente zu stecken. Der Arbeitgeber muss mindestens 15 Prozent Zuschuss zahlen, wenn er Sozialabgaben spart.

Wie hoch ist der Mindestlohn?

2026 liegt er bei 13,90 Euro pro Stunde. Für 2027 sind 14,60 Euro beschlossen.

Quellen: dejure.org: § 6 SGB V Versicherungsfreiheit, Stand Oktober 2026, geprüft am 07.10.2026 · dejure.org: § 622 BGB Kündigungsfristen, Stand Oktober 2026, geprüft am 07.10.2026 · dejure.org: § 1a BetrAVG Anspruch auf Entgeltumwandlung, Stand Oktober 2026, geprüft am 07.10.2026 · dejure.org: § 1 MiLoG Mindestlohn, Stand Oktober 2026, geprüft am 07.10.2026 · Deutsche Rentenversicherung: Informationen zur Rente, Stand Oktober 2026, geprüft am 07.10.2026

Was sich geändert hat: 07.10.2026 – erste Fassung.

Haftungsausschluss: Dieser Artikel ist allgemeine Information und ersetzt keine persönliche Beratung. Welche Lösung zu dir passt, hängt von deiner Situation ab. Darüber sprechen wir am besten direkt. Alles Weitere steht im Haftungsausschluss.

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Unsere Beratung: Wir sind Versicherungsmaklerin. Vermitteln wir dir einen Vertrag, bekommen wir vom Versicherer eine Vergütung, die Courtage. Sie steckt im Beitrag. Vermittelt eine unserer Kooperationspartner:innen, bekommt sie die Courtage. Ob wir davon einen Anteil bekommen, ist unterschiedlich. Die Prüfung deines Vertrags ist unabhängig davon, ob am Ende ein neuer Vertrag steht. Mehr dazu: So verdienen wir Geld.

Tipps unter Fachkolleg:innen: Berufsstart

Für Versicherungsvermittlerinnen und -vermittler, Finanzberaterinnen und -berater mit IHK-Registrierung

  • Berufseinsteigerinnen sind eine dankbare Zielgruppe für Berufsunfähigkeit und Haftpflicht, weil die Gesundheitsfragen noch einfach sind.
  • Der Anspruch auf Entgeltumwandlung samt Arbeitgeberzuschuss ist ein guter Gesprächseinstieg zur Betriebsrente.
  • Eine einfache Aufteilung des Netto in drei Töpfe hilft Kundinnen beim Start in die Rücklage.

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