Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kostet nicht einfach „so um die 50 Euro“. Für dieselbe Rente zahlt eine Gerüstbauerin ein Vielfaches dessen, was eine Versicherungsmathematikerin zahlt. Und zwei Versicherer verlangen für fast dasselbe Versprechen oft sehr unterschiedliche Beiträge.
Hier steht, was eine BU 2026 kostet, warum vor allem dein Beruf den Preis bestimmt und was du selbst beeinflussen kannst. Mit Beispielbeiträgen aus neutralen Quellen, jeweils mit Stand.
Betrifft dich, wenn du ins Berufsleben startest du den Job wechselst dein Einkommen steigt du länger ausfällst
Hier geht es nur um den Preis
Diese Seite erklärt, wovon der Beitrag einer BU abhängt. Was eine BU leistet und welche Klauseln im Ernstfall zählen, steht auf der Seite Berufsunfähigkeitsversicherung.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine 30-jährige kaufmännisch angestellte Person zahlt für 1.000 € BU-Rente bis 67 laut Verbraucherzentrale etwa 50 € im Monat beim günstigen und über 100 € beim teuren Versicherer.
- Der Beruf ist der größte Preistreiber. Zwischen der günstigsten und der teuersten Berufsgruppe liegen laut Bund der Versicherten 400 bis 800 Prozent.
- Dazu kommen Alter beim Abschluss, Gesundheit, Hobbys, Rentenhöhe und Laufzeit. Je früher und gesünder du abschließt, desto günstiger.
- Du zahlst meist den Nettobeitrag. Der höhere Bruttobeitrag ist die Grenze, bis zu der dein Beitrag steigen darf.
- Ein höherer Preis heißt nicht bessere Leistung. Für gleiche Leistungen liegen Beiträge bis zu 200 Prozent auseinander.
So gehst du vor
- Lege deine Wunschrente fest: als Richtwert etwa 80 Prozent deines Nettos.
- Beschreibe deine Tätigkeit genau so, wie du sie ausübst, nicht nur mit dem Jobtitel.
- Kläre Vorerkrankungen vorab mit einer anonymen Risikovoranfrage.
- Vergleiche Angebote nur bei gleich guten Bedingungen und mit Laufzeit bis 67.
- Lass einen bestehenden Vertrag prüfen, bevor du wegen des Preises wechselst.
Inhalt
- Was kostet eine BU?
- Was zahlt der Staat, wenn du keine BU hast?
- Warum macht dein Beruf den Preis?
- Was bestimmt den Beitrag außer dem Beruf?
- Was ist der Unterschied zwischen Brutto- und Nettobeitrag?
- Beispiel: So sieht das bei Lisa aus
- So läuft der Abschluss einer BU ab, und wo der Preis entsteht
- Was kostet die BU, wenn du sie brauchst?
- Kannst du den BU-Beitrag von der Steuer absetzen?
- Lohnt es sich, eine BU wegen des Preises zu wechseln?
- Was beim Preis deiner BU jetzt zählt
- Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine BU?
Die kurze Antwort: Für eine Bürotätigkeit liegen typische Beiträge bei etwa 50 bis über 100 € im Monat für 1.000 € Rente. In körperlichen Berufen ist es leicht das Doppelte. Den genauen Preis kennst du erst nach der Prüfung deines Antrags.
Eine BU zahlt dir eine monatliche Rente, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf wegen Krankheit, Unfall oder Kräfteverfall voraussichtlich auf Dauer nicht mehr oder nur noch teilweise ausüben kannst. Der Beitrag ist der Preis für dieses Versprechen, oft über 30 Jahre und länger.
Die Verbraucherzentrale rechnet zwei Fälle vor.
Ein 30-jähriger kaufmännischer Angestellter mit 1.000 € Rente bis 67 zahlt etwa 50 € im Monat beim günstigen und über 100 € beim teuren Versicherer. Ein 20-jähriger Dachdecker mit 1.000 € Rente bis 65 zahlt etwa 100 € beim günstigen und über 200 € beim teuren Anbieter (Stand: 02.01.2025).
Zwei Dinge fallen auf. Der Dachdecker ist zehn Jahre jünger und hat die kürzere Laufzeit. Trotzdem zahlt er etwa das Doppelte. Und in beiden Berufen kostet derselbe Schutz beim einen Versicherer doppelt so viel wie beim anderen.
Was zahlt der Staat, wenn du keine BU hast?
Die kurze Antwort: Für deinen Beruf zahlt der Staat nichts. Wer nach dem 1. Januar 1961 geboren ist, hat keinen gesetzlichen Berufsschutz mehr. Es bleibt nur die Erwerbsminderungsrente.
Die Erwerbsminderungsrente fragt nicht, ob du deinen Beruf noch ausüben kannst. Sie fragt, wie viele Stunden du überhaupt noch arbeiten kannst, in irgendeiner Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarktes.
Unter drei Stunden am Tag gilt als voll erwerbsgemindert, drei bis unter sechs Stunden als teilweise (§§ 43 und 240 SGB VI, Stand 2026).
Wer noch sechs Stunden irgendetwas arbeiten könnte, bekommt nichts. Auch dann, wenn der eigene Beruf nicht mehr geht. Genau diese Lücke schließt die BU. Ihr Preis ist also der Preis dafür, dass dein Einkommen an deinem Beruf hängt und nicht an irgendeinem Job.
Warum macht dein Beruf den Preis?
Die kurze Antwort: Weil Versicherer am Beruf ablesen, wie wahrscheinlich ein Leistungsfall ist. Körperlich belastende Berufe kosten deutlich mehr als überwiegend sitzende Tätigkeiten. Das ist Statistik, kein Urteil über dich.
Versicherer teilen Berufe in Gruppen ein. Laut Bund der Versicherten sind es teils über 25 Berufsgruppen, die wiederum Hunderte Tätigkeiten umfassen. Jeder Versicherer ordnet anders ein. Derselbe Beruf kann darum bei einer Gesellschaft günstig und bei einer anderen teuer sein.
Stiftung Warentest fasst die Berufe grob in vier Risikogruppen zusammen. Die Zuordnung kann je nach Versicherer abweichen:
| Risiko | Beispiele für Berufe |
|---|---|
| gering | Anwältinnen und Anwälte, Architektinnen und Architekten, Ärztinnen und Ärzte, Ingenieurinnen und Ingenieure, Kaufleute, Psychologinnen und Psychologen |
| normal | Angestellte im Büro oder in der Verwaltung, Informatikerinnen und Informatiker, Technikerinnen und Techniker |
| erhöht | Erzieherinnen und Erzieher, Kfz-Mechatronikerinnen und -Mechatroniker, Lehrkräfte, Pflegefachkräfte, Physiotherapeutinnen und -therapeuten |
| hoch | Dachdeckerinnen und Dachdecker, Gerüstbauerinnen und Gerüstbauer, Heizungsinstallateurinnen und -installateure, Kellnerinnen und Kellner, Tischlerinnen und Tischler |
Stand: Stiftung Warentest, Berufsunfähigkeitsversicherungen im Vergleich, 19.05.2026, geändert 15.09.2026.
Wie groß die Unterschiede in Euro sind, zeigt eine Recherche des Bundes der Versicherten. Gerechnet ist immer mit Eintritt mit 30, Rente 2.000 € im Monat, Laufzeit bis 67 und ohne Vorerkrankungen:
| Beruf | BU-Beitrag im Monat |
|---|---|
| Versicherungsmathematikerin oder -mathematiker | 69 bis 98 € |
| kaufmännische Angestellte oder kaufmännischer Angestellter | 101 bis 164 € |
| Chemielaborantin oder -laborant, Sozialpädagogin oder -pädagoge | 110 bis 292 € |
| Hebamme oder Entbindungspfleger, Physiotherapeutin oder -therapeut | 173 bis 369 € |
| Pflegefachkraft in der Alten- oder Krankenpflege, Heizungsbauerin oder -bauer | 257 bis 552 € |
| Gerüstbauerin oder Gerüstbauer | 417 bis 610 € |
Stand: Bund der Versicherten, Infoblatt vom 25.03.2025, Beiträge recherchiert im Dezember 2024. Für manche Berufe, etwa bei der Berufsfeuerwehr oder in der Flugbegleitung, ließ sich keine verlässliche Spanne berechnen.
Der teuerste Wert in der Tabelle ist fast neunmal so hoch wie der günstigste. Und schon innerhalb einer Berufsgruppe liegen Beiträge laut Bund der Versicherten bis zu 300 Prozent auseinander. Darum ist „Was kostet eine BU?“ ohne deinen Beruf nicht zu beantworten.
Tipp
Beschreibe im Antrag, was du wirklich tust, und nicht nur deinen Jobtitel. Weil jeder Versicherer anders einordnet, entscheidet die genaue Beschreibung mit über die Gruppe. Beschönigen hilft nicht: Falsche Angaben können dir im Leistungsfall den Schutz kosten.
Es lohnt sich also nicht, den Preis „nach Gefühl“ zu beurteilen. Ein Beitrag von 150 € kann für eine Pflegefachkraft günstig und für eine Juristin teuer sein. Vergleichen kannst du nur innerhalb deines Berufs und bei gleichen Bedingungen.
Was bestimmt den Beitrag außer dem Beruf?
Die kurze Antwort: Vor allem dein Alter beim Abschluss, deine Gesundheit, riskante Hobbys, die Höhe der Rente und wie lange sie laufen soll. Auch Rauchen kann eine Rolle spielen: Stiftung Warentest nennt ihre Modellbeiträge ausdrücklich für Nichtraucherinnen und Nichtraucher.
Alter und Gesundheit
Wer jünger und gesünder abschließt, bekommt in der Regel einen günstigeren und besseren Vertrag. Vorerkrankungen wie Rückenprobleme oder Hobbys wie Motor- oder Flugsport können zu einem Risikozuschlag führen, also einem Aufpreis. Oder zu einem Ausschluss, dann ist eine bestimmte Erkrankung nicht versichert.
Wie du Gesundheitsfragen richtig beantwortest, steht auf der Seite Gesundheitsfragen und Anzeigepflicht.
Früh abschließen sichert die Berufsgruppe
Wer schon als Schülerin oder Schüler abschließt, behält laut Verbraucherzentrale die günstige Einstufung. Das gilt auch, wenn später ein riskanterer Beruf folgt. Ein späterer Dachdecker zahlt so nur etwa die Hälfte bis ein Drittel dessen, was er beim Abschluss als Dachdecker zahlen würde.
Starter-Tarife sind ein anderer Weg zum niedrigen Einstieg. Sie kosten in den ersten Jahren weniger, später mehr als ein normaler Tarif und insgesamt mehr. Prüfe dabei, ob die Bedingungen gleich gut sind und die Laufzeit bis zur Rente reicht.
Rentenhöhe und Laufzeit
Mehr Rente kostet mehr Beitrag. Als Richtwert nennt die Verbraucherzentrale etwa 80 Prozent deines Nettos, denn Miete, Krankenversicherung und Altersvorsorge laufen weiter.
Nach oben gibt es eine Grenze: Versicherbar ist meist nur ein Teil deines Einkommens, laut Bund der Versicherten zum Beispiel 60 Prozent vom Brutto, über alle Verträge zusammen.
Eine kürzere Laufzeit macht den Beitrag kleiner, lässt aber Jahre ohne Schutz. Ideal ist eine Laufzeit bis 67. Später verlängern geht laut Stiftung Warentest allenfalls mit einer neuen Gesundheitsprüfung.
Dynamik und Nachversicherung
Mit einer Dynamik steigen Rente und Beitrag regelmäßig, damit die Rente nicht an Kaufkraft verliert. Mit einer Nachversicherungsgarantie kannst du die Rente bei bestimmten Anlässen erhöhen, ohne neue Gesundheitsfragen. Beides kostet später mehr Beitrag, schützt dich aber vor einer Rente, die nicht mehr reicht.
Was ist der Unterschied zwischen Brutto- und Nettobeitrag?
Die kurze Antwort: Der Nettobeitrag ist das, was du heute zahlst. Der Bruttobeitrag ist die Obergrenze, bis zu der er steigen darf, wenn die Überschüsse des Versicherers sinken.
Viele Versicherer erwirtschaften Überschüsse und rechnen sie direkt mit dem Beitrag. Stiftung Warentest nennt den Bruttobeitrag Tarifbeitrag und den Nettobeitrag Zahlbeitrag. Der Zahlbeitrag ist keine feste Größe. Er hängt davon ab, wie hoch die Überschüsse ausfallen.
Ein Beispiel mit Annahmen: Ein Vertrag hat einen Bruttobeitrag von 140 € und einen Nettobeitrag von 100 €. Du zahlst 100 €. Sinken die Überschüsse, darf der Versicherer bis zu 140 € verlangen. Schau darum beim Vergleich auf beide Zahlen und auf den Abstand dazwischen.
Beispiel: So sieht das bei Lisa aus
Lisa Logisch ist unsere Beispielperson. Sie ist erfunden, ihr Verlauf ist alltagsecht.
Lisa ist 31 und arbeitet als Projektmanagerin in Vollzeit. Sie verdient 3.850 € brutto und 2.500 € netto im Monat. Ihre BU hat sie 2019 mit 24 zum Berufsstart abgeschlossen. Versichert sind 1.500 € Rente im Monat.
Nach dem Richtwert der Verbraucherzentrale bräuchte Lisa heute etwa 80 Prozent von 2.500 €, also 2.000 €. Ihr fehlen 500 € im Monat. Die Obergrenze nach dem Beispiel des Bundes der Versicherten liegt bei 60 Prozent von 3.850 €, also 2.310 €. Mehr Rente wäre also möglich.
Lisas Bürojob zählt bei Stiftung Warentest zur normalen Risikogruppe. Eine vergleichbare Person, kaufmännisch angestellt, 30 Jahre, 2.000 € Rente bis 67, zahlt laut Bund der Versicherten 101 bis 164 € im Monat. Der Abstand von 63 € im Monat wirkt klein. Über die 37 Jahre Laufzeit dieser Rechnung sind es 27.972 €.
Was heißt das für Lisa? Sie kündigt ihren alten Vertrag nicht.
Er stammt aus einer Zeit, in der sie jünger und gesund war. Sie prüft zuerst, ob er eine Nachversicherungsgarantie hat, mit der sie ohne neue Gesundheitsfragen erhöhen kann. Nur für einen Teil, den sie so nicht abdecken kann, käme ein zweiter Vertrag in Frage.
Der häufigste Denkfehler: „Eine teure BU ist eine gute BU.“ Der Preis sagt wenig über die Leistung. Für gleiche Leistungen liegen die Beiträge laut Verbraucherzentrale bis zu 200 Prozent auseinander. Entscheidend sind die Bedingungen, nicht der Betrag auf der Rechnung.
Umgekehrt gilt genauso: Der günstigste Tarif ist nur dann ein guter Kauf, wenn die Bedingungen mithalten. Die Klauseln, auf die es ankommt, stehen in BU-Klauseln: Diese drei zählen bei Pause und Teilzeit.
So läuft der Abschluss einer BU ab, und wo der Preis entsteht
Die kurze Antwort: Erst den Bedarf klären, dann die Gesundheit, dann Angebote mit gleichen Bedingungen vergleichen, dann den Antrag stellen. Der Preis steht erst fest, wenn der Versicherer deinen Antrag geprüft hat.
1
Bedarf festlegen
Wie viel Rente brauchst du, bis zu welchem Alter? Rechne mit etwa 80 Prozent deines Nettos und einer Laufzeit bis 67. Prüfe, was du schon hast, etwa einen alten Vertrag.
2
Gesundheit klären
Hol dir deine Unterlagen bei Ärztinnen, Ärzten und Krankenkasse. Bei Vorerkrankungen fragt eine anonyme Risikovoranfrage, zu welchen Bedingungen du versicherbar bist, ohne dass du deinen Namen nennst.
3
Beruf genau beschreiben
Die Einstufung in die Berufsgruppe entscheidet über einen großen Teil des Preises. Beschreibe, was du tust, wie du es tust und mit welcher Ausbildung.
4
Gleiches mit Gleichem vergleichen
Vergleiche Beiträge nur bei gleicher Rente, gleicher Laufzeit und gleich guten Bedingungen. Schau auf Brutto- und Nettobeitrag.
5
Antrag stellen
Der Versicherer prüft und nimmt an, verlangt einen Zuschlag, schließt etwas aus oder lehnt ab. Erst jetzt kennst du deinen Preis. Beantworte jede Gesundheitsfrage vollständig, sonst steht der Schutz im Ernstfall in Frage.
Was kostet die BU, wenn du sie brauchst?
Die kurze Antwort: Während der Versicherer deinen Antrag auf BU-Rente prüft, läuft der Beitrag weiter. Gute Verträge stunden ihn auf Wunsch zinslos, bis die Entscheidung da ist.
Verbraucherzentrale und Stiftung Warentest empfehlen Verträge, die während der Leistungsprüfung die Beiträge auf Wunsch stunden, laut Stiftung Warentest zinslos. Gestundet heißt: Du zahlst vorerst nicht, der Betrag wird aufgeschoben. Das hilft, wenn das Gehalt schon weggefallen ist und die Entscheidung noch aussteht.
Wie der Antrag auf BU-Rente abläuft und wie lange die Prüfung dauert, erklären wir auf der Seite „Leistungsfall in der BU: So bekommst du deine Rente“.
Kannst du den BU-Beitrag von der Steuer absetzen?
Die kurze Antwort: Ja, als sonstige Vorsorgeaufwendungen. Der Höchstbetrag ist aber bei den meisten schon durch die Krankenversicherung ausgeschöpft. Dann bringt die BU steuerlich nichts mehr.
Beiträge zu einer eigenständigen BU zählen nach § 10 EStG zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen. Zusammen mit Kranken- und Pflegeversicherung gilt ein Höchstbetrag von 1.900 € im Jahr für Angestellte und 2.800 € für alle, die ihre Krankenversicherung allein zahlen, etwa Selbständige (Stand 2026).
Weil die Beiträge zur Basis-Krankenversicherung schon meist mehr als diese Summe ausmachen, wirkt sich der BU-Beitrag oft nicht mehr aus. Trag ihn trotzdem in die Steuererklärung ein. Dann ist nichts verschenkt, falls bei dir noch Luft im Höchstbetrag ist.
Lohnt es sich, eine BU wegen des Preises zu wechseln?
Die kurze Antwort: Meistens nicht. Beim neuen Vertrag zählen dein heutiges Alter und deine heutige Gesundheit. Und die Fristen, in denen der Versicherer falsche Angaben noch prüfen darf, beginnen neu.
Nach § 21 VVG kann sich ein Versicherer bei Fehlern in den Gesundheitsangaben fünf Jahre nach Vertragsschluss lösen, bei Vorsatz oder Arglist zehn Jahre. Ein alter Vertrag ist aus dieser Zeit oft schon heraus. Ein neuer fängt wieder bei null an.

Samiras Blick
Samira Harkat
„Ich frage in der Beratung nicht zuerst: Was kostet die BU? Ich frage: Was kostet es dich, wenn sie fehlt? Ohne BU fehlt Lisa im Ernstfall ein großer Teil ihrer 2.500 € netto, womöglich über Jahrzehnte. Dagegen wirken auch 100 € Beitrag klein. Und ein alter Vertrag, abgeschlossen in jungen und gesunden Jahren, ist oft mehr wert als jeder neue, der ein paar Euro weniger kostet.“
Ein Wechsel kann sich lohnen, wenn dein alter Vertrag echte Lücken hat, etwa eine abstrakte Verweisung. Mit ihr darf die Versicherung dich auf einen anderen Beruf verweisen, den du gar nicht ausübst. Dann prüfst du den neuen Vertrag zuerst, und erst wenn er angenommen ist, kündigst du den alten. Nie umgekehrt.
Was beim Preis deiner BU jetzt zählt
Der Preis einer BU ist keine Frage des Gefühls. Er ist eine Rechnung aus Beruf, Alter, Gesundheit, Rente und Laufzeit. Den größten Teil davon legt dein Beruf fest. Den Rest bestimmst du mit, vor allem mit dem Zeitpunkt.
Darum zählt zuerst: früh abschließen, wenn du noch gesund bist, den Beruf genau beschreiben und nur gleich gute Bedingungen vergleichen. Wer schon eine BU hat, prüft zuerst, ob die Rente noch reicht, und denkt erst dann über den Preis nach. Ein Vertrag, der bezahlbar bleibt und im Ernstfall hält, ist der richtige.
Zahlst du für deine BU den richtigen Preis?
Wir schauen mit dir auf Beitrag, Rente und Bedingungen deiner BU und zeigen, ob die Rente noch zu deinem Einkommen passt. Die Prüfung ist unabhängig davon, ob am Ende ein neuer Vertrag steht.
Beratung durch die FemininFinance GmbH & Co. KG, Versicherungsmaklerin nach § 34d Abs. 1 GewO, Register-Nr. D-TAJS-4I8JO-48, und ihre Kooperationspartner:innen mit eigener Erlaubnis und eigener Registrierung bei der IHK.
Häufig gestellte Fragen
Weil Versicherer Berufe nach dem Risiko einer Berufsunfähigkeit einstufen. Erzieherinnen und Erzieher stehen bei Stiftung Warentest in der Gruppe mit erhöhtem Risiko, Büroberufe in der normalen. Für dieselbe Rente zahlst du deshalb mehr. Vergleiche darum nur Angebote für deinen eigenen Beruf.
Älter heißt teurer, aber nicht automatisch zu teuer. Für eine Bürotätigkeit nennt der Bund der Versicherten mit Eintritt 30 und 2.000 € Rente 101 bis 164 € im Monat (Stand Dezember 2024). Mit 35 liegt der Beitrag darüber. Entscheidend ist eher deine Gesundheit: Je länger du wartest, desto mehr kann sich ändern.
Ja, wenn du bisher den Nettobeitrag gezahlt hast und die Überschüsse des Versicherers gesunken sind. Er darf dann bis zum Bruttobeitrag erhöhen, der in deinem Vertrag steht. Auch eine vereinbarte Dynamik erhöht Rente und Beitrag regelmäßig. Wie das bei dir geregelt ist, steht in deinen Bedingungen.
Das hängt von deinem Vertrag ab. Die Verbraucherzentrale beschreibt es für frühe Abschlüsse so: Wer als Schülerin oder Schüler abschließt, behält die günstige Einstufung auch in einem riskanteren späteren Beruf. Lies in deinen Bedingungen nach, ob du einen Berufswechsel melden musst und was dann gilt.
Ja, als sonstige Vorsorgeaufwendungen nach § 10 EStG. Der Höchstbetrag von 1.900 € für Angestellte und 2.800 € für alle, die ihre Krankenversicherung allein zahlen, ist aber meist schon durch die Krankenversicherung ausgeschöpft (Stand 2026).
Quellen: §§ 43 und 240 SGB VI (Erwerbsminderung, Berufsunfähigkeit), lxgesetze.de: § 43 und § 240, Stand 2026, geprüft am 11.10.2026 · § 10 EStG (Sonderausgaben), lxgesetze.de, Stand 2026, geprüft am 11.10.2026 · § 21 VVG (Ausübung der Rechte des Versicherers), lxgesetze.de, Stand 2026, geprüft am 11.10.2026 · Berufsunfähigkeit – Wie Sie sich gegen Verlust des Einkommens absichern, Verbraucherzentrale, Stand 02.01.2025, geprüft am 12.10.2026 · Infoblatt Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherung, Bund der Versicherten, Stand 25.03.2025, geprüft am 12.10.2026 · Berufsunfähigkeitsversicherungen im Vergleich, Stiftung Warentest, Stand 19.05.2026, geändert 15.09.2026, geprüft am 12.10.2026
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Unsere Beratung: Wir sind Versicherungsmaklerin. Vermitteln wir dir einen Vertrag, bekommen wir vom Versicherer eine Vergütung, die Courtage. Sie steckt im Beitrag. Vermittelt eine unserer Kooperationspartner:innen, bekommt sie die Courtage. Ob wir davon einen Anteil bekommen, ist unterschiedlich. Die Prüfung deines Vertrags ist unabhängig davon, ob am Ende ein neuer Vertrag steht. Mehr dazu: So verdienen wir Geld.
Tipps unter Fachkolleg:innen: BU-Kosten
Für Versicherungsvermittlerinnen und -vermittler, Finanzberaterinnen und -berater mit IHK-Registrierung
- Ein Gehaltssprung oder ein neuer Job ist ein guter Anlass, gemeinsam auf die Einstufung in die Berufsgruppe und die Höhe der Rente zu schauen.
- Den Abstand zwischen Brutto- und Nettobeitrag offen zu zeigen, schafft Vertrauen, gerade bei langen Laufzeiten.
- Bei jungen Kundinnen und Kunden lohnt die Frage, ob eine frühe Einstufung als Schülerin oder Schüler noch möglich ist.
