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Titelbild zur Existenzschutzversicherung: ein goldener Schirm schützt eine Person mit Gehstock, umgeben von Herz, Auge und Pflaster als Zeichen für Organe, Grundfähigkeiten und Unfall.

Existenzschutzversicherung: Auslöser, Kosten, Grenzen

Samira HarkatSamira HarkatStand: 7. Oktober 2026

Eine Existenzschutzversicherung zahlt dir eine monatliche Rente, wenn dein Körper auf Dauer schwer beeinträchtigt ist. Sie bündelt mehrere Auslöser in einem Vertrag: den Verlust von Grundfähigkeiten wie Gehen oder Sehen, schwere Schäden an Organen, bestimmte Krebserkrankungen, Pflegebedürftigkeit und schwere Unfallfolgen.

Sie richtet sich vor allem an Menschen, die keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen oder sie sich nicht leisten können. Dein Beruf spielt für die Leistung keine Rolle. Das macht sie für körperlich Arbeitende und für Menschen mit Vorerkrankungen interessant.

Hier liest du, wann genau sie zahlt, wie sie sich von BU, Grundfähigkeits-, Unfall- und Schwere-Krankheiten-Versicherung unterscheidet, was sie kostet und wo ihre Grenzen liegen.

Betrifft dich, wenn du dich selbstständig machst du länger ausfällst du selbst Pflege brauchst du ins Berufsleben startest

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Existenzschutzversicherung ist ein Kombiprodukt. Sie zahlt eine Monatsrente bei Verlust von Grundfähigkeiten, schweren Organschäden, bestimmten Krebserkrankungen, Pflegebedürftigkeit und schwerer Unfallinvalidität.
  • Dein Beruf zählt nicht. Es zählt, ob dein Körper eine im Vertrag beschriebene Beeinträchtigung hat, die voraussichtlich dauerhaft bleibt.
  • Psychische Erkrankungen sind meist nicht versichert. Sie sind laut Morgen & Morgen mit 32,3 Prozent die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit, Stand 2026. Die BU bleibt darum für die meisten die erste Wahl.
  • Die Hürden sind hoch. Viele Verträge verlangen, dass die Beeinträchtigung mindestens zwölf Monate andauert oder dauerhaft ist. Einen einheitlichen Standard gibt es nicht.
  • Die Gesundheitsfragen fallen oft kürzer aus als bei der BU. Ehrlich und vollständig beantworten musst du sie trotzdem.
Inhalt
  1. Was ist eine Existenzschutzversicherung?
  2. Wann die Existenzschutzversicherung zahlt: die fünf Leistungsauslöser
  3. Was gilt ohne Existenzschutzversicherung?
  4. Existenzschutz, BU, Grundfähigkeit, Unfall und schwere Krankheiten: was zahlt wann?
  5. Für wen eine Existenzschutzversicherung infrage kommt
  6. Worauf es im Vertrag einer Existenzschutzversicherung ankommt
  7. Was eine Existenzschutzversicherung kostet und wie die Rente versteuert wird
  8. So läuft der Abschluss einer Existenzschutzversicherung ab
  9. Wenn der Ernstfall eintritt: so bekommst du deine Existenzschutzrente
  10. Was bei der Existenzschutzversicherung jetzt zählt
  11. Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Existenzschutzversicherung?

Die kurze Antwort: Eine Existenzschutzversicherung ist eine private Versicherung, die mehrere Absicherungen in einem Vertrag vereint. Sie zahlt eine feste Monatsrente, wenn einer von mehreren genau beschriebenen schweren Gesundheitsschäden eintritt. Ob du noch arbeiten kannst, prüft sie nicht.

Im Kern steckt eine Grundfähigkeitsversicherung. Um sie herum legt der Versicherer weitere Bausteine: eine Rente bei schweren Schäden an Organen und Nervensystem, bei bestimmten Krebserkrankungen, bei Pflegebedürftigkeit und bei schwerer Invalidität nach einem Unfall. Andere Namen für ähnliche Produkte sind Multi-Risk-Versicherung oder Funktionsinvaliditätsversicherung.

Das Produkt ist vergleichsweise jung. Die ersten Verträge kamen Mitte der 2000er-Jahre auf den Markt und bauten auf einer erweiterten Unfallversicherung auf. Inzwischen haben sich die Bedingungen weiterentwickelt, Krankheiten zählen genauso wie Unfälle.

Warum es keinen Standard gibt

Eine einheitliche Definition gibt es nicht. Jeder Versicherer stellt seine Bausteine selbst zusammen und beschreibt selbst, ab wann ein Schaden schwer genug ist. Zwei Verträge mit gleichem Namen können darum im Ernstfall sehr unterschiedlich zahlen.

Gemeinsam ist allen Verträgen der Grundgedanke. Die Beeinträchtigung muss erheblich sein und voraussichtlich auf Dauer bleiben, also nicht mehr heilen. Eine Krankschreibung von einigen Wochen reicht nie.

Wann die Existenzschutzversicherung zahlt: die fünf Leistungsauslöser

Die Existenzschutzversicherung zahlt, sobald einer der vereinbarten Auslöser erfüllt ist. Es reicht einer. Verlierst du mehrere Fähigkeiten zugleich, gibt es in der Regel trotzdem nur eine Rente.

Der Verlust einer Grundfähigkeit

Das ist der Kern. Versichert sind körperliche und geistige Fähigkeiten, die du für den Alltag brauchst. Typisch sind Sehen, Hören, Sprechen, Gehen, Stehen, Sitzen und Aufstehen, Treppensteigen, Knien und Bücken, Heben und Tragen, Arme bewegen, der Gebrauch der Hände und Autofahren. Bei Kindertarifen fällt Autofahren meist weg.

Jede Fähigkeit hat im Vertrag eine eigene Grenze. Beim Sehen kann das Blindheit sein, beim Hören Taubheit, beim Gehen eine bestimmte Strecke. Wie eng diese Grenzen sein können, erklärt die Seite zur Grundfähigkeitsversicherung. Dort steht auch, wie Brille, Hörgerät oder Gehhilfe zählen.

Schwere Schäden an Organen und Nervensystem

Dieser Baustein heißt oft Organrente. Er zahlt, wenn ein wichtiges Organ auf Dauer stark an Leistung verliert. Gemeint sind meist Herz, Lunge, Nieren, Leber und das zentrale Nervensystem. Die Bedingungen nennen dafür messbare Werte, etwa die Pumpleistung des Herzens, die Lungenfunktion oder eine Dialysepflicht.

Das schließt eine Lücke, die viele überrascht. Eine Herzmuskelentzündung nach einer Virusgrippe, ein schweres Asthma oder Nierenschäden durch Diabetes nehmen dir keine Grundfähigkeit im engen Sinn. Deine Leistungskraft kann trotzdem dauerhaft verloren sein. Genau hier greift die Organrente.

Bestimmte Krebserkrankungen

Viele Verträge zahlen bei einer im Vertrag definierten Krebserkrankung, teils als Rente für eine begrenzte Zeit, teils als Einmalbetrag. Wie bei der Schwere-Krankheiten-Versicherung entscheidet die Definition. Frühstadien sind oft ausgeschlossen. Lies nach, welche Krebsarten und Stadien zählen und wie lange gezahlt wird.

Pflegebedürftigkeit

Der Pflegebaustein zahlt, wenn die gesetzliche Pflegeversicherung dir einen bestimmten Pflegegrad zuerkennt. Manche Verträge setzen höher an. Ältere Unterlagen sprechen noch von Pflegestufen, die es seit 2017 nicht mehr gibt.

Den Pflegegrad bestimmt der Medizinische Dienst nach Punkten. Pflegegrad 2 beginnt laut § 15 SGB XI bei 27 Punkten, Pflegegrad 3 bei 47,5 Punkten. Gezählt werden auch geistige und psychische Einschränkungen. Darum kann der Pflegebaustein bei schweren psychischen Erkrankungen zahlen, obwohl die Psyche sonst meist ausgeschlossen ist. Ob die Ursache eine Rolle spielt, steht in deinen Bedingungen.

Schwere Invalidität nach einem Unfall

Der Unfallbaustein zahlt eine Rente, wenn ein Unfall eine Invalidität von mindestens 50 Prozent hinterlässt. Den Grad bestimmt die Gliedertaxe, eine Tabelle mit festen Prozentwerten für Körperteile. Kleinere Unfallfolgen deckt er nicht, anders als eine klassische Unfallversicherung, die schon ab niedrigen Graden eine Einmalsumme zahlt.

Wie lange die Beeinträchtigung dauern muss

Hier liegt die größte Hürde. Bei reinen Grundfähigkeitsversicherungen sind sechs Monate verbreitet, so Stiftung Warentest, Stand Juli 2025. Für die verwandte Funktionsinvaliditätsversicherung nennt Stiftung Warentest Fälle, in denen die Beeinträchtigung drei Jahre anhalten muss, Stand Juni 2025.

Zusätzlich verlangen viele Bedingungen, dass der Schaden nicht mehr heilt. Nachweisen musst du ihn mit fachärztlichen Befunden.

Was gilt ohne Existenzschutzversicherung?

Ohne private Absicherung bleiben Krankengeld, später vielleicht eine Erwerbsminderungsrente und bei Pflegebedürftigkeit das Pflegegeld. Für die gesetzlichen Leistungen zählt, wie viele Stunden du noch arbeiten kannst und wie viel Hilfe du brauchst. Ob du eine Fähigkeit verloren hast, spielt keine Rolle.

„Lisa Logisch ist unsere Beispielperson. Sie ist erfunden, ihr Verlauf ist alltagsecht.“ Lisa ist 31, Projektmanagerin in Vollzeit und verdient 3.850 Euro brutto, 2.500 Euro netto. Ihre Fixkosten liegen bei 1.600 Euro im Monat. Seit 2019 hat sie eine BU mit 1.500 Euro Monatsrente.

Wird Lisa krank, zahlt ihr Arbeitgeber sechs Wochen das volle Gehalt. Danach bekommt sie Krankengeld von rund 1.980 Euro netto im Monat. Es fehlen rund 520 Euro. Krankengeld gibt es höchstens 78 Wochen innerhalb von drei Jahren für dieselbe Krankheit, die Lohnfortzahlung eingerechnet.

Danach bleibt die Erwerbsminderungsrente. Nach § 43 SGB VI bekommt die volle Rente nur, wer auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt weniger als drei Stunden täglich arbeiten kann. Wer drei bis unter sechs Stunden schafft, bekommt die halbe Rente. Im Schnitt lag eine neue Erwerbsminderungsrente 2025 bei rund 1.067 Euro im Monat, so die Deutsche Rentenversicherung, Stand 2026.

Bei Pflegebedürftigkeit zahlt die Pflegekasse. Das Pflegegeld für die Pflege durch Angehörige liegt bei 347 Euro in Pflegegrad 2, 599 Euro in Pflegegrad 3, 800 Euro in Pflegegrad 4 und 990 Euro in Pflegegrad 5, Stand 2026 laut Bundesgesundheitsministerium. Das ist ein Zuschuss, kein Einkommen.

Lisas Fall aus dem Kurs: Pflegegrad mit 31

Stell dir vor: Lisa erkrankt an einer schweren Depression mit Angststörung. Über Monate schafft sie es nicht mehr, aufzustehen, zu kochen oder Termine einzuhalten. Der Medizinische Dienst stuft sie in Pflegegrad 3 ein. Ein ambulanter Pflegedienst kostet sie 2.000 Euro im Monat.

Die Pflegekasse übernimmt dafür bei Pflegegrad 3 als Sachleistung bis zu 1.497 Euro, Stand 2026. Es bleiben gut 500 Euro Pflegekosten im Monat. Dazu fällt ihr Gehalt weg. Ihre BU kann hier zahlen, weil sie ihren Beruf nicht mehr ausüben kann. Ohne BU würde ein Existenzschutzvertrag mit Pflegebaustein ab Pflegegrad 2 eine Rente zahlen, sofern die Bedingungen die psychische Ursache nicht ausschließen. Eine reine Grundfähigkeitsversicherung ohne Pflegebaustein zahlt nichts.

Pflegebedürftig wirst du also nicht nur im Alter oder nach einem Unfall. Der Pflegebaustein ist deshalb einer der wichtigsten Teile des Vertrags. Wie die Einstufung abläuft, prüft der Medizinische Dienst bei einem Hausbesuch.

Existenzschutz, BU, Grundfähigkeit, Unfall und schwere Krankheiten: was zahlt wann?

Jede dieser Versicherungen schaut auf etwas anderes. Die BU fragt nach deinem Beruf, die Grundfähigkeitsversicherung nach einzelnen Fähigkeiten, die Unfallversicherung nach einem Unfall und die Schwere-Krankheiten-Versicherung nach einer Diagnose. Die Existenzschutzversicherung legt mehrere dieser Blickwinkel übereinander.

Die Tabelle zeigt typische Fälle. Sie vereinfacht, denn am Ende entscheidet immer der Wortlaut deines Vertrags.

FallBUExistenzschutzGrundfähigkeitUnfallSchwere Krankheiten
Burnout, Depression, Arbeit monatelang unmöglichzahlt, wenn Beruf mindestens 6 Monate zu 50 % nicht möglichmeist nein, nur über Pflegegradmeist neinneinmeist nein
Schlaganfall, rechte Hand bleibt gelähmt, Bürojob geht mit Spracheingabe weiteroft nein, wenn der Beruf zu mehr als der Hälfte möglich istja, Verlust einer Grundfähigkeitjanein, kein UnfallEinmalbetrag, wenn Definition erfüllt
Herzmuskelentzündung nach Grippe, Pumpleistung dauerhaft stark gemindertnur bei 50 % Berufsunfähigkeitja, über die Organrente, wenn die Grenzwerte erreicht sindnur, wenn eine Fähigkeit verloren istneinoft nein, wenn nur Herzinfarkt versichert ist
Skiunfall, Bein bleibt bis unterhalb des Knies unbrauchbar, 50 % Invaliditätnur bei 50 % Berufsunfähigkeitja, Unfallrente ab 50 %ja, wenn Gehen versichert und Grenze erreichtEinmalsumme nach Gliedertaxenein
Brustkrebs, Behandlung über ein Jahr, danach Rückkehr in den Jobzahlt für die Zeit der Berufsunfähigkeitje nach Vertrag Krebsrente oder Einmalbetragmeist neinneinja, Einmalbetrag

Der wichtigste Unterschied zur BU liegt bei der Psyche. Morgen & Morgen nennt psychische Erkrankungen mit 32,3 Prozent als häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit, Stand 2026. Diese Fälle deckt die Existenzschutzversicherung meist nicht ab.

Gegenüber einer reinen Grundfähigkeitsversicherung ist der Existenzschutz breiter. Organrente, Krebs und Pflege fangen Fälle auf, in denen keine einzelne Fähigkeit verloren geht. Dafür verlangen viele Existenzschutzverträge eine längere Dauer. Gegenüber der Unfallversicherung deckt er Krankheiten mit ab, zahlt beim Unfall aber erst ab 50 Prozent Invalidität.

Für Lisa heißt das: Ihre BU bleibt der Kern. Eine Existenzschutzversicherung wäre für sie nur eine Ergänzung, etwa für den Fall, dass sie nach einem Schlaganfall zwar wieder arbeitet, aber eine Hand nicht mehr nutzen kann. Ob sich das lohnt, ist eine Frage des Budgets. Den Überblick über alle Bausteine gibt die Seite Was ist Einkommenssicherung?.

Für wen eine Existenzschutzversicherung infrage kommt

Sie passt vor allem, wenn eine BU nicht möglich, zu teuer oder schlecht passend ist.

Körperlich arbeitende Berufe

Dachdeckerinnen und Dachdecker, Pflegekräfte, Erzieherinnen und Erzieher, Handwerkerinnen und Handwerker zahlen für eine BU oft hohe Beiträge. Bei vielen Existenzschutzverträgen spielt der Beruf für den Preis keine oder nur eine kleine Rolle. Gerade hier kann der Preisunterschied groß sein.

Menschen mit Vorerkrankungen

Eine frühere Psychotherapie oder Rückenbeschwerden führen bei der BU oft zu Ausschlüssen oder einer Ablehnung. Weil die Existenzschutzversicherung diese Risiken ohnehin kaum abdeckt, fallen sie bei der Annahme oft weniger ins Gewicht. Vorher Klarheit bringt eine anonyme Risikovoranfrage.

Selbständige

Viele Selbständige zahlen nicht in die gesetzliche Rentenversicherung ein und haben deshalb keinen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente. Für sie kann der Existenzschutz eine Grundsicherung für den Körper sein, wenn die BU zu teuer ist oder abgelehnt wurde.

Hausfrauen und Hausmänner, Elternzeit, Sabbatical, Studierende

Wer gerade keinen Beruf ausübt, bekommt eine BU oft nur mit niedriger Rente oder gar nicht. Die Existenzschutzversicherung braucht keinen Beruf als Maßstab. Sie zahlt auch, wenn du Kinder betreust, eine Auszeit nimmst, dich weiterbildest oder studierst. Das passt zu Lebenswegen, die bewusst nicht geradeaus laufen.

Kinder

Viele Anbieter haben Kindertarife, bei denen Autofahren als Fähigkeit wegfällt. Prüfe, ob es ein Recht gibt, später ohne neue Gesundheitsprüfung in eine BU zu wechseln. Beamtinnen und Beamte sichern sich dagegen zuerst über eine Dienstunfähigkeitsversicherung ab, der Existenzschutz kann sie höchstens ergänzen.

Worauf es im Vertrag einer Existenzschutzversicherung ankommt

Weil es keinen Standard gibt, entscheidet jedes Detail im Bedingungswerk. Diese Punkte trennen einen tragfähigen Vertrag von einem, der im Ernstfall wenig bringt.

Punkt im VertragGute LösungWarum das zählt
BausteineGrundfähigkeiten, Organe, Krebs, Pflege und UnfallJeder fehlende Baustein ist eine Lücke
Definition der Fähigkeiten und Organeklare, erreichbare Grenzwertehäufigster Streitpunkt im Leistungsfall
Dauer der Beeinträchtigungsechs statt zwölf Monatedie Rente beginnt früher
Pflege als Auslöserab Pflegegrad 2, unabhängig von der Ursachefängt auch schwere psychische Fälle auf
Unfallrenteab 50 % Invalidität mit verbesserter Gliedertaxebei niedrigeren Graden gibt es nichts
Laufzeit der Rentebis 67 oder lebenslangeine kurze Laufzeit lässt dich im Alter allein
Dynamik vor dem Leistungsfalljährliches Erhöhungsangebot ohne Gesundheitsfragendie Rente wächst mit den Preisen
Dynamik im Leistungsfallfeste jährliche Rentensteigerunggleicht die Inflation während der Rente aus
NachversicherungErhöhung bei Heirat, Geburt, Gehaltssprung oder Gründung ohne Gesundheitsfragenein früher Vertrag wird sonst zu klein
Innovationsklauselneue, bessere Bedingungen gelten automatisch auch für dichdu profitierst von Verbesserungen ohne neuen Antrag

Zwei Begriffe aus der Tabelle verwechseln viele. Die Aktivdynamik erhöht Beitrag und versicherte Rente jedes Jahr, solange du gesund bist. Die Passivdynamik, auch Rentendynamik genannt, erhöht die Rente, während sie schon läuft. Beide gleichen den Kaufkraftverlust durch Inflation aus.

Was ausgeschlossen ist

Die Ausschlüsse ähneln denen einer Unfallversicherung. Typisch sind diese Fälle:

  • bewusst herbeigeführte Krankheiten, Selbstverletzung und versuchte Selbsttötung
  • vorsätzliche Straftaten, Kriegsereignisse und Strahlen aus Kernenergie
  • aktive Teilnahme an inneren Unruhen und Aufenthalte in Ländern mit Reisewarnung des Auswärtigen Amts
  • Rennen mit Motorfahrzeugen, bei denen es um Höchstgeschwindigkeit geht, samt Übungsfahrten
  • Unfälle am Steuer unter Drogen oder oberhalb einer Promillegrenze, die manche Bedingungen bei 1,3 Promille ziehen

Die Liste unterscheidet sich von Versicherer zu Versicherer. Lies sie vor dem Abschluss, besonders wenn du riskante Hobbys hast oder viel reist.

Samira Harkat, Versicherungsmaklerin

Samiras Blick

Samira Harkat

„Je früher, desto besser stimmt beim Preis. Aber ein früher Vertrag wird ohne Überprüfung zu klein.“

Beim Existenzschutz gilt das doppelt. Eine Rente, die mit Mitte zwanzig gereicht hat, deckt mit einem Kind, einer Wohnung oder einer Selbständigkeit oft nicht mehr die Fixkosten. Nutze die Nachversicherung zu den Anlässen, die dein Vertrag nennt. Die Fristen dafür sind meist kurz.

Was eine Existenzschutzversicherung kostet und wie die Rente versteuert wird

Belastbare Marktpreise speziell für Existenzschutzverträge veröffentlicht keine unabhängige Stelle. Zur Orientierung helfen die Zahlen von Stiftung Warentest zu verwandten Produkten.

Für eine Funktionsinvaliditätsversicherung, die Unfall, schwere Krankheiten und Grundfähigkeiten verbindet, nennt Stiftung Warentest ein Beispiel: Eine 40-jährige Altenpflegerin zahlt rund 1.300 Euro im Jahr für 2.000 Euro Monatsrente bis zum 67. Geburtstag, Stand Juni 2025. Für eine reine Grundfähigkeitsversicherung mit hohem Leistungsniveau zahlen 25-Jährige laut Stiftung Warentest unter 1.000 Euro im Jahr, Stand Juli 2025.

Der Preis hängt vor allem an deinem Alter beim Abschluss, deiner Gesundheit, der Rentenhöhe, der Laufzeit und den Bausteinen. Für Bürojobs ist der Abstand zur BU deshalb oft klein, für körperliche Berufe oft groß.

Wie hoch die Rente sein sollte

Besser rechnest du von deinen echten Ausgaben aus. Bei Lisa wären das 1.600 Euro Fixkosten plus ein Puffer für Pflege, Therapien oder Hilfe im Haushalt.

Die Rente kann befristet bis zu einem Endalter laufen oder lebenslang. Eine lebenslange Rente ist teurer, schützt aber auch dann, wenn die gesetzliche Rente später wegen der Lücken zu klein ausfällt. Einmalzahlungen sind in manchen Tarifen möglich, aber oft in der Höhe begrenzt.

So werden Rente und Beiträge versteuert

Die Rente ist nicht steuerfrei. Eine Rente mit festem Ende gilt als abgekürzte Leibrente. Versteuert wird nur der Ertragsanteil, der sich nach § 55 EStDV an der höchstmöglichen Laufzeit richtet. Ein Rechenbeispiel: Bekäme Lisa ab 31 eine Rente von 1.500 Euro bis 67, wären das bis zu 36 Jahre. Der Ertragsanteil liegt dann bei 35 Prozent. Steuerpflichtig wären 525 Euro im Monat.

Die Beiträge können als sonstige Vorsorgeaufwendungen nach § 10 EStG zählen. Der Höchstbetrag liegt bei 1.900 Euro im Jahr für Angestellte und 2.800 Euro für Selbständige ohne steuerfreien Zuschuss, Stand 2026. Diesen Rahmen füllen meist schon die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Steuerlich bringen die Beiträge deshalb in der Regel nichts.

Auf private Renten wie die BU-Rente zahlen Pflichtversicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung in der Regel keine Beiträge, freiwillig Versicherte den vollen Satz. Für die Existenzschutzrente gilt nach unserem Verständnis dasselbe. Lass es dir von deiner Krankenkasse bestätigen.

So läuft der Abschluss einer Existenzschutzversicherung ab

Zuerst klärst du, wofür das Geld im Ernstfall reichen soll. Daraus ergeben sich Rentenhöhe, Laufzeit und Bausteine. Danach vergleichst du die Bedingungen nach den Punkten aus der Tabelle oben, nicht nach dem Preis allein.

Die Gesundheitsfragen sind beim Existenzschutz meist kürzer als bei der BU. Viele Versicherer fragen weniger Jahre zurück und lassen psychische Behandlungen teils außen vor, weil die Psyche ohnehin kaum versichert ist. Bei Grundfähigkeitstarifen gibt es bis zu einer bestimmten Rentenhöhe vereinfachte Fragen. Darüber wird ausführlich geprüft.

Kürzere Fragen heißen nicht, dass weniger zählt. Nach § 19 VVG musst du alles angeben, wonach der Versicherer in Textform fragt, vollständig und richtig. Verschweigst du etwas, kann er zurücktreten, kündigen oder den Vertrag rückwirkend anpassen. Diese Rechte erlöschen nach fünf Jahren, bei Arglist nach zehn Jahren. Hatte die verschwiegene Erkrankung nichts mit dem Leistungsfall zu tun, muss er nach § 21 Abs. 2 VVG trotzdem zahlen.

Hol dir vor dem Antrag deine Patientenakte oder eine Leistungsauskunft deiner Krankenkasse. Füll die Fragen nicht im Termin zwischen Tür und Angel aus. Mehr dazu auf der Seite zu Gesundheitsfragen und vorvertraglicher Anzeigepflicht. Nach dem Abschluss prüfst du den Versicherungsschein und notierst dir die Fristen für Nachversicherung und Dynamik.

Kündige eine bestehende Absicherung erst, wenn der neue Vertrag angenommen ist. Eine BU ersetzt du nicht durch einen Existenzschutz, solange die BU noch läuft und bezahlbar ist.

Wenn der Ernstfall eintritt: so bekommst du deine Existenzschutzrente

Du meldest den Schaden, belegst ihn fachärztlich und wartest die Prüfung ab. Weil die Hürden hoch sind, entscheidet die Vorbereitung mit über den Erfolg.

1

Den passenden Auslöser im Vertrag finden

Prüfe, welcher Baustein zu deinem Fall passt: Grundfähigkeit, Organ, Krebs, Pflege oder Unfall. Oft kommen mehrere infrage. Lies die Definition und die verlangte Dauer. Melde dich trotzdem früh beim Versicherer, wenn ein dauerhafter Schaden absehbar ist.

2

Befunde in der Sprache des Vertrags sammeln

Ein Attest mit „Herzschwäche“ reicht oft nicht. Bitte deine Ärztin oder deinen Arzt, die Werte zu nennen, die der Vertrag misst: Pumpleistung, Lungenfunktion, Gehstrecke, Sehschärfe. Beim Pflegebaustein brauchst du den Bescheid der Pflegekasse, beim Unfall das Gutachten zum Invaliditätsgrad.

3

Die Prüfung durch den Versicherer

Der Versicherer fordert Unterlagen an, lässt sich von deinen Ärztinnen und Ärzten berichten und kann ein eigenes Gutachten beauftragen. Er prüft auch, ob deine Gesundheitsangaben beim Abschluss vollständig waren. Belastbare Zahlen zu Dauer und Anerkennungsquote für Existenzschutzverträge gibt es bisher nicht.

4

Rente, Nachprüfung und was bei einer Ablehnung hilft

Erkennt der Versicherer an, zahlt er die Rente und befreit dich meist von den Beiträgen. Er darf später prüfen, ob der Schaden fortbesteht. Lehnt er ab, lass dir die Gründe schriftlich geben. Du kannst widersprechen, dich kostenlos an den Versicherungsombudsmann wenden oder eine Fachanwältin oder einen Fachanwalt für Versicherungsrecht fragen.

Für die BU regeln die §§ 172 bis 177 VVG genau, wie Anerkenntnis und Nachprüfung ablaufen. Ob diese Regeln über § 177 VVG auch für Existenzschutzverträge gelten, ist rechtlich nicht abschließend geklärt. Umso wichtiger ist, was in deinen Bedingungen steht.

Was bei der Existenzschutzversicherung jetzt zählt

Die Existenzschutzversicherung ist kein Ersatz für eine gute BU. Sie ist ein eigener Weg für Menschen, denen die BU verschlossen ist oder zu viel kostet. Sie zahlt, wenn der Körper schwer und dauerhaft getroffen ist, und deckt dabei mehr ab als eine reine Grundfähigkeitsversicherung.

Ihre Schwäche liegt dort, wo die meisten Berufsunfähigkeiten entstehen, bei der Psyche, und in der langen Dauer, die viele Verträge verlangen. Entscheidend sind die Bausteine, besonders die Pflege, die Grenzwerte, die verlangte Dauer und eine ehrliche Antwort auf jede Gesundheitsfrage.

Hast du schon einen Vertrag, lohnt der Blick, ob Rente und Bausteine noch zu deinem Leben passen. Wenn du das mit uns gemeinsam ansehen willst, sprich uns an.

Lass uns deine Existenzschutzversicherung einmal durchgehen.

Die Prüfung ist unabhängig davon, ob am Ende ein neuer Vertrag steht. Oft ist der alte Vertrag mit Lücken besser als ein neuer mit neuen Gesundheitsfragen.

Vertrag prüfen lassen

Rückrufbitte

Beratung durch die FemininFinance GmbH & Co. KG, Versicherungsmaklerin nach § 34d Abs. 1 GewO, Register-Nr. D-TAJS-4I8JO-48, und ihre Kooperationspartner:innen mit eigener Erlaubnis und eigener Registrierung bei der IHK.

Häufig gestellte Fragen

Ich bin Altenpflegerin und habe nach einem Bandscheibenvorfall keine BU bekommen. Ist eine Existenzschutzversicherung dann sinnvoll?

Oft ist sie dann eine der besten erreichbaren Lösungen. Der Beruf spielt für den Preis meist kaum eine Rolle, und die Auslöser passen zu körperlicher Arbeit. Rückenleiden können aber ausgeschlossen werden. Eine anonyme Risikovoranfrage zeigt vorher, wie Versicherer dich annehmen würden.

Mein Mann ist nach einer schweren Grippe an einer Herzmuskelentzündung erkrankt. Sein Herz pumpt nur noch schwach. Zahlt die Existenzschutzversicherung?

Gut möglich, über die Organrente. Entscheidend ist, ob die Pumpleistung den Grenzwert in den Bedingungen erreicht und voraussichtlich dauerhaft so bleibt. Lass die Messwerte fachärztlich bescheinigen. Eine Unfallversicherung würde hier nicht zahlen.

Zahlt die Existenzschutzversicherung bei Burnout oder Depression?

In der Regel nicht über die Grundfähigkeiten. Eine Chance besteht über den Pflegebaustein, wenn die Erkrankung so schwer ist, dass ein Pflegegrad festgestellt wird, und die Bedingungen die psychische Ursache nicht ausschließen. Wer vor allem dieses Risiko absichern will, braucht eine BU.

Meine Tochter ist beim Skifahren gestürzt, ihr Knie bleibt steif. Bekommt sie Geld aus der Existenzschutzversicherung?

Nur wenn der Unfall eine Invalidität von mindestens 50 Prozent hinterlässt oder eine versicherte Fähigkeit wie Gehen so stark eingeschränkt ist, wie der Vertrag es verlangt. Ein steifes Knie erreicht diese Grenze oft nicht. Eine klassische Unfallversicherung zahlt dagegen schon bei niedrigen Graden einen Einmalbetrag.

Ich habe schon eine BU. Brauche ich zusätzlich eine Existenzschutzversicherung?

Meist nicht. Eine gute BU deckt die häufigsten Fälle ab, auch die Psyche. Der Existenzschutz kann sie ergänzen, wenn du nach einem schweren Schaden zwar weiterarbeitest, aber zusätzliches Geld bräuchtest. Prüfe zuerst, ob deine BU-Rente noch hoch genug ist.

Ist die Rente aus der Existenzschutzversicherung steuerfrei?

Nein. Eine Rente mit festem Ende wird mit dem Ertragsanteil versteuert, der von der Laufzeit abhängt. Bei 36 Jahren Laufzeit sind es 35 Prozent der Rente. Die Beiträge bringen steuerlich meist nichts, weil der Höchstbetrag durch die Kranken- und Pflegeversicherung schon ausgeschöpft ist.

Kann ich als Hausfrau oder Hausmann eine Existenzschutzversicherung abschließen?

Ja. Weil kein Beruf geprüft wird, ist sie gerade für Hausfrauen und Hausmänner, Menschen in Elternzeit oder im Sabbatical eine Möglichkeit. Manche Versicherer begrenzen die Rentenhöhe ohne eigenes Einkommen. Frag nach diesen Grenzen, bevor du den Antrag stellst.

Quellen:Stiftung Warentest: Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung, Stand 17.06.2025, geprüft am 07.10.2026 · Stiftung Warentest: Grundfähigkeitsversicherung im Vergleich, Stand Juli 2025, geprüft am 07.10.2026 · Verbraucherzentrale: Grundfähigkeitsversicherung: Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung?, Stand 08.05.2025, geprüft am 07.10.2026 · Deutsche Rentenversicherung: Jahresbericht 2025 in Zahlen, Stand 2026, geprüft am 07.10.2026 · Bundesgesundheitsministerium: Leistungsbeträge der Pflegeversicherung 2026, Stand 2026, geprüft am 07.10.2026 · dejure.org: § 19 VVG, § 15 SGB XI, § 43 SGB VI, § 10 EStG, § 55 EStDV, Stand Oktober 2026, geprüft am 07.10.2026

Was sich geändert hat: 07.10.2026 – erste Fassung.

Haftungsausschluss: Dieser Artikel ist allgemeine Information und ersetzt keine persönliche Beratung. Welche Lösung zu dir passt, hängt von deiner Situation ab. Darüber sprechen wir am besten direkt. Alles Weitere steht im Haftungsausschluss.

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Tipps unter Fachkolleg:innen: Existenzschutzversicherung

Für Versicherungsvermittlerinnen und -vermittler, Finanzberaterinnen und -berater mit IHK-Registrierung

  • Geh nach einer BU-Ablehnung von dir aus auf Kundinnen und Kunden zu. Eine anonyme Risikovoranfrage für den Existenzschutz ist oft ein guter nächster Schritt.
  • Schau bei älteren Verträgen im Bestand, ob noch Pflegestufe statt Pflegegrad im Bedingungswerk steht, und biete ein Gespräch an.
  • Sprich körperlich arbeitende Kundinnen und Kunden aktiv auf den Pflegebaustein an.

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