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BU-Testsieger und Ratings: Illustration zum Thema

BU-Testsieger und Ratings: was sie wirklich aussagen

Samira HarkatSamira HarkatStand: 15. Oktober 2026

„Testsieger“, „Note sehr gut“, „Top-Rating“: Kaum eine Werbung für eine Berufsunfähigkeitsversicherung kommt ohne Siegel aus. Das wirkt wie eine Abkürzung. Wer das Siegel hat, muss gut sein, oder?

Ganz so einfach ist es nicht. Hier steht, was Tests, Ratings und Leistungsquoten wirklich messen, was sie nicht messen und woran du eine gute BU stattdessen erkennst. Stand Oktober 2026.

Betrifft dich, wenn du ins Berufsleben startest du den Job wechselst du länger ausfällst du deine Finanzen im Blick behalten möchtest

Hier geht es nur um Siegel, Ratings und Quoten

Diese Seite erklärt, wie du Testergebnisse und Kennzahlen zur BU einordnest. Alles Grundsätzliche zur Berufsunfähigkeitsversicherung steht auf der Hauptseite. Welche Klauseln bei Pause und Teilzeit zählen, erklärt BU-Klauseln: Diese drei zählen bei Pause und Teilzeit.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Testsiegel bewertet vor allem das Bedingungswerk, also das Papier. Es sagt wenig darüber, ob dieser Tarif zu deinem Beruf, deiner Gesundheit und deinem Budget passt.
  • Stiftung Warentest hat im Mai 2026 56 BU-Tarife geprüft. 42 davon bekamen „sehr gut“. Ein Siegel trennt also kaum noch.
  • Eine Leistungsquote zeigt, wie viele entschiedene Anträge anerkannt wurden. Wie lange das dauerte und wie viele vor Gericht gingen, zeigt sie nicht.
  • Wichtiger als jedes Siegel sind wenige Zeilen im Vertrag: Leistung ab 50 Prozent, Prognose von sechs Monaten mit Leistung ab Beginn, kein abstraktes Verweisen, Schutz bei psychischen Erkrankungen.
  • Eine bestehende BU nur wegen eines neuen Testsiegers zu wechseln, lohnt meist nicht. Alter und Gesundheit zählen dann neu.

So gehst du vor

  • Leg deine Versicherungsbedingungen neben die Liste im Abschnitt Worauf kommt es statt Siegel an? und hake ab, was drinsteht.
  • Schau bei jedem Siegel auf drei Dinge: Wer hat geprüft, wann, und welcher Tarif genau.
  • Hast du Vorerkrankungen, frag vor dem Antrag mehrere Versicherer über eine anonyme Risikovoranfrage an.
  • Bevor du eine laufende BU kündigst, lass beide Verträge nebeneinanderlegen. Das machen wir mit dir in der Beratung.
Inhalt
  1. Was messen Testsiegel, Ratings und Leistungsquoten?
  2. Was gilt ohne gute Bedingungen und ohne BU?
  3. Wie testet Stiftung Warentest BU-Versicherungen?
  4. Wie liest du ein Rating richtig?
  5. Was verrät eine Leistungsquote wirklich?
  6. Beispiel: So sieht das bei Lisa aus
  7. Was kostet eine gute BU, und warum hilft der Preis im Test kaum?
  8. Worauf kommt es statt Siegel an?
  9. Wenn du berufsunfähig wirst: Was zählt dann wirklich?
  10. Wo bekommst du einen neutralen Vergleich?
  11. Was bei Siegeln und Ratings jetzt zählt
  12. Häufig gestellte Fragen

Was messen Testsiegel, Ratings und Leistungsquoten?

Die kurze Antwort: Ein Testsiegel und ein Rating bewerten meist die Versicherungsbedingungen und den Antrag eines Tarifs zu einem Stichtag. Eine Leistungsquote zählt, wie viele Anträge auf BU-Rente ein Versicherer anerkannt hat. Keine der drei Zahlen sagt dir, ob ein Vertrag zu deinem Leben passt.

Die drei Begriffe klingen ähnlich, messen aber Verschiedenes. Ein Test vergleicht viele Tarife nach einem festen Schema und vergibt Noten. Ein Rating ist eine Einstufung durch ein Analysehaus, oft in Sternen oder Buchstaben. Eine Leistungsquote ist eine Kennzahl aus der Schadenbearbeitung.

WasWas gemessen wirdWas es nicht zeigt
TestsiegelBedingungen und Antragsfragen eines Tarifs zu einem Stichtagob der Tarif für deinen Beruf bezahlbar ist und ob du angenommen wirst
RatingEinstufung nach den Regeln des jeweiligen Analysehauseswie gewichtet wurde, wenn die Methode nicht offenliegt
LeistungsquoteAnteil der anerkannten an den entschiedenen AnträgenDauer der Prüfung, Streit vor Gericht, deinen Einzelfall

Gemeinsam ist allen dreien: Sie schauen auf einen Tarif oder einen Versicherer, nicht auf dich. Ob die gleiche Krankengeschichte zu normaler Annahme, Zuschlag oder Ablehnung führt, entscheidet jeder Versicherer anders. Darauf weist die Verbraucherzentrale ausdrücklich hin.

Was gilt ohne gute Bedingungen und ohne BU?

Die kurze Antwort: Das Gesetz legt nur den Rahmen fest. Die 50 Prozent und die sechs Monate stehen nicht im Gesetz, sondern im Vertrag. Und ohne BU gibt es vom Staat nur die Erwerbsminderungsrente, die nicht auf deinen Beruf schaut.

Das Versicherungsvertragsgesetz beschreibt in § 172 VVG, was Berufsunfähigkeit ist: Du kannst deinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Einschränkung aussah, voraussichtlich auf Dauer ganz oder teilweise nicht mehr ausüben. Wie viel „teilweise“ ist und wie lange „auf Dauer“ dauert, regelt dein Vertrag.

Genau hier unterscheiden sich gute und schwache Bedingungen. Fehlt die verkürzte Prognose von sechs Monaten mit Leistung ab Beginn, gilt Berufsunfähigkeit laut Bund der Versicherten erst bei einer Prognose von drei Jahren als dauerhaft. Sonst zahlt der Vertrag erst ab dem 7. Monat.

Ganz ohne BU bleibt nur die Erwerbsminderungsrente. Sie prüft, ob du überhaupt noch arbeiten kannst, egal in welchem Job. Wie wichtig das Thema ist, zeigt eine Zahl: Laut Berechnungen der Deutschen Aktuarvereinigung wird etwa jede vierte Person mindestens einmal im Berufsleben berufsunfähig.

Wie testet Stiftung Warentest BU-Versicherungen?

Die kurze Antwort: Stiftung Warentest bewertet die Versicherungsbedingungen mit 75 Prozent und die Antragsfragen mit 25 Prozent. Der Preis fließt nicht in die Note ein. Im Test vom Mai 2026 bekamen 42 von 56 Tarifen „sehr gut“.

Stiftung Warentest ist die bekannteste unabhängige Stelle für BU-Tests. Auch die Verbraucherzentrale nennt sie als Quelle für unabhängige Tarifvergleiche. Für den Test 2026 hat sie alle Lebensversicherer mit Niederlassung in Deutschland angefragt, Stichtag war der 1. April 2026.

Geprüft wurden unter anderem diese Punkte in den Bedingungen: Verzicht auf abstrakte Verweisung, Prognose von sechs Monaten, rückwirkende Leistung für mindestens drei Jahre, Nachversicherungsgarantie, Stundung bei Zahlungsschwierigkeiten und weltweiter Schutz.

Bei den Anträgen zählt, wie weit die Gesundheitsfragen zurückreichen, etwa zu Krankenhausaufenthalten oder Arztbesuchen. Nimmt ein Versicherer nicht am Ombudsverfahren teil, also an der kostenlosen Schlichtung bei Streit, wird die Note um 0,5 abgewertet.

Was der Test bewusst weglässt

Die Beiträge der vier Modellkundinnen und Modellkunden sind laut Stiftung Warentest „nicht bewertungsrelevant“. Sie dienen nur der Orientierung. Kombinationen aus BU und Altersvorsorge wurden gar nicht getestet, ebenso wenig Sondertarife, die es nur über Maklerinnen und Makler gibt. Einige Versicherer haben die Teilnahme abgelehnt.

Für dich heißt das: Ein „sehr gut“ sagt, dass das Bedingungswerk stark ist. Ob es für deinen Beruf das beste Verhältnis aus Preis und Leistung gibt und ob du mit deiner Gesundheit angenommen wirst, steht nicht in der Note.

Wie liest du ein Rating richtig?

Die kurze Antwort: Frag bei jedem Rating: Wer hat geprüft, nach welcher Methode, wann, und welcher Tarif genau? Fehlt eine dieser Antworten, ist das Siegel nur Werbung.

Neben Stiftung Warentest bewerten Analysehäuser BU-Tarife und vergeben Sterne, Noten oder Buchstaben. Jedes Haus legt seine Kriterien und deren Gewicht selbst fest. Zwei Ratings für denselben Tarif sind deshalb nicht direkt vergleichbar.

Wichtig ist der Stichtag. Ein Siegel gilt für eine bestimmte Tarifgeneration, also eine Fassung der Bedingungen. Versicherer überarbeiten ihre Tarife regelmäßig. Ein Siegel von früher sagt nichts über den Tarif, der dir heute angeboten wird, und nichts über deinen Vertrag von damals.

Schau auch darauf, was das Rating abdeckt. Manche bewerten die Bedingungen, andere die Finanzkraft eines Versicherers oder seinen Service. Ein Siegel für Service sagt nichts über die Klauseln in deinem Vertrag.

Was verrät eine Leistungsquote wirklich?

Die kurze Antwort: Eine Leistungsquote zeigt nur, wie viele der entschiedenen Anträge anerkannt wurden. Wie lange das gedauert hat, wie viele Anträge zurückgezogen wurden und wie oft es vor Gericht ging, bleibt offen. Für deinen Einzelfall sagt sie wenig.

Eine Quote ist ein Bruch: oben die anerkannten Anträge, unten die Anträge, die gezählt werden. Was unten mitgezählt wird, bestimmt das Ergebnis. Zählen zurückgezogene Anträge mit? Anträge, bei denen jemand auf Rückfragen nicht mehr reagiert hat? Vergleiche, also Einigungen über eine geringere Zahlung?

Schon 2016 haben der Bund der Versicherten und die Verbraucherzentrale NRW gefordert, dass Versicherer ihre Ablehnungs-, Prozess- und Schadenquoten für die Arbeitskraftabsicherung regelmäßig und gesondert veröffentlichen.

Wer eine Quote nennt, legt selbst fest, was er zählt. Frag deshalb immer, wer sie berechnet hat und welche Anträge im Nenner stehen.

Dazu kommt: Eine Ablehnung kann gute Gründe haben, die nichts mit dem Versicherer zu tun haben. Die Einschränkung liegt unter der Schwelle im Vertrag. Oder bei den Gesundheitsfragen wurde etwas nicht angegeben. Den zweiten Fall kannst du selbst verhindern, die Quote nicht.

Beispiel: So sieht das bei Lisa aus

Lisa Logisch ist unsere Beispielperson. Sie ist erfunden, ihr Verlauf ist alltagsecht.

  • Mit 24Lisa schließt 2019 zum Berufsstart eine BU über 1.500 € Monatsrente ab.
  • Mit 30Lisa arbeitet als Projektmanagerin in Vollzeit, 2.500 € netto. Stell dir vor, sie ist wegen Rückenschmerzen ein paar Wochen in Physiotherapie.
  • Im Beispiel jetzt · 31Stell dir vor, Lisa sieht eine Werbung mit „Testsieger 2026“ und fragt sich, ob ihr Vertrag noch gut ist.

Lisa macht nicht den Fehler, sofort zu wechseln. Sie nimmt ihre Bedingungen von 2019 und sucht die wichtigen Zeilen. Das Ergebnis, als Annahme im Beispiel:

PunktLisas Vertrag von 2019Neuer Tarif mit Siegel
Leistung ab 50 Prozentjaja
Prognose sechs Monatejaja
Leistung rückwirkend ab Beginnnein, erst ab dem 7. Monatja
Verzicht auf abstrakte Verweisungjaja
Gesundheitsprüfungerledigt, mit 24neu, mit 31 und Rückenbehandlung

Eine Lücke hat Lisas alter Vertrag. Ohne Leistung ab Beginn fehlen ihr im Ernstfall sechs Monatsrenten. Bei 1.500 € sind das 9.000 €. Das ist viel Geld, aber es ist die einzige Lücke.

Beim neuen Tarif würde Lisa mit 31 statt mit 24 einsteigen. Ihre Rückenbehandlung müsste sie angeben. Das kann zu einem Zuschlag oder einem Ausschluss für die Wirbelsäule führen. Und die Fristen, in denen der Versicherer falsche Gesundheitsangaben prüfen darf, beginnen neu: fünf Jahre, bei Vorsatz zehn Jahre (§ 21 VVG).

Lisa entscheidet sich, erst einmal zu behalten und die Lücke mit einem Krankentagegeld oder einer Rücklage für die ersten sechs Monate zu schließen. Den neuen Tarif prüft sie nur über eine anonyme Risikovoranfrage, ohne Spuren in ihren Daten.

Der häufigste Denkfehler: „Der Testsieger ist die beste BU für mich.“ Ein Siegel bewertet einen Tarif im Durchschnitt über Modellkundinnen und Modellkunden. Ob er für deinen Beruf bezahlbar ist, ob du angenommen wirst und ob er besser ist als dein bestehender Vertrag, prüft kein Test.

Was kostet eine gute BU, und warum hilft der Preis im Test kaum?

Die kurze Antwort: Für die gleiche Leistung unterscheiden sich die Beiträge laut Verbraucherzentrale um bis zu 200 Prozent. Weil der Preis bei Stiftung Warentest nicht in die Note einfließt, kann ein Tarif mit „sehr gut“ für deinen Beruf teuer sein.

Der Bund der Versicherten beobachtet innerhalb einer Berufsgruppe Prämienspannen von bis zu etwa 300 Prozent. Zwischen der günstigsten und der teuersten Berufsgruppe liegen 400 bis 800 Prozent. Der Beruf entscheidet also stärker über den Preis als jedes Siegel.

Ein Beispiel aus der eigenen Recherche des Bundes der Versicherten, Stand Dezember 2024: Bei Eintritt mit 30, Laufzeit bis 67 und 2.000 € Monatsrente kostete eine BU für eine Versicherungsmathematikerin 69 bis 98 € im Monat. Für eine Gerüstbauerin lagen die Beiträge bei 417 bis 610 €, jeweils ohne mögliche Zuschläge.

Achte beim Preisvergleich auf zwei Zahlen. Der Zahlbeitrag ist das, was du heute zahlst. Der Bruttobeitrag ist die Obergrenze, bis zu der er steigen kann, wenn die Überschüsse sinken. Ein Tarif, der heute günstig ist, kann mit großem Abstand zwischen beiden später teurer werden.

Tipp

Frag bei jedem Angebot nach Brutto- und Zahlbeitrag und schreib beide nebeneinander. Vergleiche Tarife immer über den Bruttobeitrag. Er ist der Preis, den du im schlechtesten Fall zahlst.

Worauf kommt es statt Siegel an?

Die kurze Antwort: Auf ein paar Zeilen in den Bedingungen. Der Bund der Versicherten nennt vier K.-o.-Kriterien, die Verbraucherzentrale ergänzt einige mehr. Wer diese Liste abhakt, braucht kein Siegel, um einen Vertrag einzuordnen.

Die K.-o.-Kriterien des Bundes der Versicherten sind: Der Versicherer verzichtet auf Kündigung oder Vertragsanpassung, wenn du eine Gesundheitsfrage schuldlos falsch beantwortet hast. Er zahlt rückwirkend ohne starre Meldefristen. Er leistet auch bei psychischen Erkrankungen. Und der Schutz gilt weltweit.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt außerdem:

  • Leistung ab 50 Prozent Berufsunfähigkeit, wenn sie voraussichtlich sechs Monate dauert oder schon sechs Monate bestanden hat, rückwirkend ab Beginn.
  • Kein abstraktes Verweisen: Der Versicherer prüft nicht, ob du theoretisch einen anderen Beruf ausüben könntest.
  • Bei verspäteter Meldung mindestens drei Jahre rückwirkende Leistung.
  • Stundung der Beiträge während der Leistungsprüfung, auf Wunsch. Stiftung Warentest bewertet positiv, wenn sie zinslos ist.
  • Beim befristeten Anerkenntnis keine Rückforderung bereits gezahlter Renten.

Ein befristetes Anerkenntnis heißt: Der Versicherer erkennt deine Berufsunfähigkeit nur für eine bestimmte Zeit an. Das darf er laut § 173 VVG nur einmal. Mehr zu den Klauseln, die bei Pause und Teilzeit zählen, steht in Die Teilzeitklausel in der BU.

Samira Harkat, Versicherungsmaklerin

Samiras Blick

Samira Harkat

„Ich werde oft gefragt, welcher Versicherer der beste ist. Meine ehrliche Antwort: Das hängt von dir ab. Für eine Pflegekraft mit Rückenproblemen ist ein anderer Tarif richtig als für eine gesunde Projektmanagerin. Siegel helfen mir, eine Vorauswahl zu treffen. Entschieden wird an deinem Beruf, deiner Krankenakte und den Zeilen im Vertrag.“

Wenn du berufsunfähig wirst: Was zählt dann wirklich?

Die kurze Antwort: Im Ernstfall zählen deine Bedingungen, deine Unterlagen und dein Tätigkeitsprofil. Welches Siegel der Tarif beim Abschluss hatte, spielt dann keine Rolle mehr.

Wirst du berufsunfähig, stellst du einen Antrag mit ärztlichen Unterlagen und einer Beschreibung deines Arbeitsalltags. Der Versicherer prüft, ob du deinen zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens dem vereinbarten Grad nicht mehr ausüben kannst. Maßgeblich ist der Beruf, wie er ohne gesundheitliche Einschränkung ausgestaltet war (§ 172 Abs. 2 VVG).

Nach Elternzeit oder Teilzeit kann strittig sein, welche Tätigkeit zählt. Hier hilft eine gute Teilzeitregel mehr als jede Note. Während der Prüfung schützt dich eine zinslose Stundung davor, die Beiträge weiterzahlen zu müssen, obwohl dein Einkommen fehlt.

Kommt es zum Streit, ist die Teilnahme am Ombudsverfahren wichtig. Der Versicherungsombudsmann schlichtet kostenlos. Stiftung Warentest wertet Versicherer ab, die daran nicht teilnehmen. Das ist einer der wenigen Punkte, bei denen ein Test etwas über den Umgang im Leistungsfall verrät.

Wo bekommst du einen neutralen Vergleich?

Die kurze Antwort: Bei Stiftung Warentest, bei den Verbraucherzentralen und bei Beraterinnen und Beratern, die deinen ganzen Vertrag lesen. Kostenlose Vergleichsportale zeigen laut Verbraucherzentrale oft nur ausgewählte Anbieter und arbeiten meist mit Provision.

Die Verbraucherzentralen bieten kostenpflichtige Vergleiche an. Behördlich zugelassene Versicherungsberaterinnen und -berater vergleichen gegen Honorar, ohne Provisionsinteresse. Maklerinnen und Makler wie wir bekommen eine Courtage, wenn ein Vertrag zustande kommt. Wie wir damit umgehen, steht unten bei „Unsere Beratung“.

Egal, wen du fragst: Ein guter Vergleich beginnt bei deinem Beruf und deiner Gesundheit, nicht bei einer Rangliste. Und er schaut zuerst auf deinen bestehenden Vertrag, bevor er einen neuen empfiehlt.

Was bei Siegeln und Ratings jetzt zählt

Siegel sind ein Startpunkt, kein Urteil über deinen Vertrag. Ein „sehr gut“ zeigt, dass ein Bedingungswerk stark ist. Da inzwischen die meisten getesteten Tarife so abschneiden, trennt es kaum noch. Leistungsquoten sind Momentaufnahmen, deren Berechnung du von außen kaum prüfen kannst.

Was wirklich zählt, passt auf eine Seite: die Schwelle von 50 Prozent, sechs Monate Prognose mit Leistung ab Beginn, kein abstraktes Verweisen, Schutz bei psychischen Erkrankungen, Stundung im Leistungsfall. Hast du eine BU, prüf diese Zeilen, bevor du an einen Wechsel denkst. Suchst du eine, prüf sie zusammen mit dem Bruttobeitrag für deinen Beruf.

Hält deine BU, was das Siegel verspricht?

Wir legen deine Bedingungen neben die Kriterien, die im Ernstfall zählen, und sagen dir, wo eine Lücke ist. Die Prüfung ist unabhängig davon, ob am Ende ein neuer Vertrag steht. Oft ist der alte Vertrag mit Lücken besser als ein neuer mit neuen Gesundheitsfragen.

BU-Vertrag prüfen lassen

Rückrufbitte

Beratung durch die FemininFinance GmbH & Co. KG, Versicherungsmaklerin nach § 34d Abs. 1 GewO, Register-Nr. D-TAJS-4I8JO-48, und ihre Kooperationspartner:innen mit eigener Erlaubnis und eigener Registrierung bei der IHK.

Häufig gestellte Fragen

Ist der BU-Testsieger von Stiftung Warentest automatisch die beste Wahl?

Nein. Stiftung Warentest bewertet Bedingungen und Antragsfragen, nicht den Preis für deinen Beruf und nicht, ob du mit deiner Gesundheit angenommen wirst. Im Test vom Mai 2026 hatten 42 von 56 Tarifen die Note „sehr gut“.

Mein BU-Vertrag hat kein Siegel. Ist er deshalb schlecht?

Nicht unbedingt. Siegel gelten für einen Tarif zu einem Stichtag. Ältere Verträge werden nicht neu bewertet. Prüf lieber die wichtigen Zeilen: Leistung ab 50 Prozent, Prognose von sechs Monaten mit Leistung ab Beginn, kein abstraktes Verweisen, Schutz bei psychischen Erkrankungen.

Eine Freundin hat eine BU mit Top-Rating für weniger Geld. Soll ich wechseln?

Erst vergleichen, dann entscheiden. Bei einem neuen Vertrag zählen dein heutiges Alter und deine heutige Gesundheit, und die Prüffristen für deine Gesundheitsangaben beginnen neu. Für einen fairen Preisvergleich brauchst du außerdem den Bruttobeitrag, nicht nur den Zahlbeitrag.

Was sagt eine hohe Leistungsquote aus?

Sie zeigt, welcher Anteil der entschiedenen Anträge anerkannt wurde. Wie lange die Prüfung dauerte, welche Anträge mitgezählt wurden und wie oft es vor Gericht ging, steht nicht in der Zahl. Darum taugt sie nicht als Kaufkriterium.

Wo bekomme ich einen unabhängigen BU-Vergleich?

Stiftung Warentest veröffentlicht unabhängige Tests. Die Verbraucherzentralen bieten kostenpflichtige Vergleiche an, behördlich zugelassene Versicherungsberaterinnen und -berater arbeiten gegen Honorar ohne Provisionsinteresse. Kostenlose Online-Portale arbeiten laut Verbraucherzentrale meist mit Provision und zeigen oft nur ausgewählte Anbieter.

Quellen: §§ 172, 173 VVG, lxgesetze.de, Stand zuletzt geändert 26.05.2026, geprüft am 11.10.2026 · Berufsunfähigkeitsversicherungen im Vergleich, Stiftung Warentest, Stand 19.05.2026, geändert 15.09.2026, geprüft am 12.10.2026 · Berufsunfähigkeit – Wie Sie sich gegen Verlust des Einkommens absichern, Verbraucherzentrale, Stand 02.01.2025, geprüft am 11.10.2026 · Infoblatt Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherung, Bund der Versicherten, Stand 25.03.2025, geprüft am 12.10.2026 · Pressemitteilung Berufsunfähigkeitsversicherung: Unabhängige Beratung ist unverzichtbar, Bund der Versicherten, Stand 27.05.2026, geprüft am 12.10.2026 · Positionspapier zur Absicherung der Arbeitskraft, Bund der Versicherten und Verbraucherzentrale NRW, Stand März 2016, geprüft am 12.10.2026

Haftungsausschluss: Dieser Artikel ist allgemeine Information und ersetzt keine persönliche Beratung. Welche Lösung zu dir passt, hängt von deiner Situation ab. Darüber sprechen wir am besten direkt. Alles Weitere steht im Haftungsausschluss.

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Unsere Beratung: Wir sind Versicherungsmaklerin. Vermitteln wir dir einen Vertrag, bekommen wir vom Versicherer eine Vergütung, die Courtage. Sie steckt im Beitrag. Vermittelt eine unserer Kooperationspartner:innen, bekommt sie die Courtage. Ob wir davon einen Anteil bekommen, ist unterschiedlich. Die Prüfung deines Vertrags ist unabhängig davon, ob am Ende ein neuer Vertrag steht. Mehr dazu: So verdienen wir Geld.

Tipps unter Fachkolleg:innen: BU-Siegel und Ratings

Für Versicherungsvermittlerinnen und -vermittler, Finanzberaterinnen und -berater mit IHK-Registrierung

  • Viele Kundinnen bringen ein Siegel aus der Werbung mit. Ein guter Moment, gemeinsam ihre eigenen Bedingungen danebenzulegen.
  • Im Jahresgespräch lohnt die Frage, ob sich Beruf, Gesundheit oder Einkommen geändert haben, bevor über neue Tarife gesprochen wird.
  • Den Bruttobeitrag offen zu zeigen, schafft Vertrauen, gerade wenn der Zahlbeitrag im Vergleich glänzt.

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