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Titelbild zur Kinderinvaliditätsversicherung: ein Elternteil hält ein Kind an der Hand, darüber ein goldener Schirm, daneben Pflaster und Thermometer für Unfall und Krankheit.

Kinderinvaliditätsversicherung: Wann sie zahlt und für wen

Samira HarkatSamira HarkatStand: 7. Oktober 2026

Die meisten Eltern denken bei einem Kind zuerst an Unfälle: der Sturz vom Klettergerüst, das Fahrrad, die heiße Herdplatte. Eine Kinderinvaliditätsversicherung schützt auch dort, wo die Kinderunfallversicherung nicht hinkommt: bei schweren Krankheiten. Sie zahlt, wenn ein Kind dauerhaft schwer beeinträchtigt ist, egal ob ein Unfall oder eine Krankheit die Ursache war.

Das ist kein Randfall. Laut Statistischem Bundesamt haben gut 91 Prozent aller schweren Behinderungen in Deutschland eine Krankheit als Ursache. Nur gut 1 Prozent geht auf einen Unfall oder eine Berufskrankheit zurück, Stand: Ende 2025, veröffentlicht im Juli 2026.

Hier liest du, wann die Versicherung zahlt, was der Staat ohne sie leistet, wie die Gesundheitsfragen für dein Kind funktionieren, was der Schutz kostet und wie der Vertrag später in eine Berufsunfähigkeitsversicherung übergehen kann.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kinderinvaliditätsversicherung zahlt eine Rente, oft zusätzlich eine Einmalzahlung, wenn dein Kind dauerhaft schwer beeinträchtigt ist. Auslöser ist meist ein Grad der Behinderung von mindestens 50.
  • Sie zahlt bei Krankheit und bei Unfall. Die Kinderunfallversicherung zahlt nur nach Unfällen, die gesetzliche Unfallversicherung nur in Kita, Schule und auf dem Weg dorthin.
  • Die Gesundheitsfragen entscheiden über alles. Abschließen kannst du meist ab dem ersten Geburtstag, bei manchen Versicherern ab der sechsten Lebenswoche.
  • Der Schutz endet meist mit 18, bei manchen Verträgen später. Wichtig ist ein Recht, ihn ohne neue Gesundheitsfragen in eine Berufsunfähigkeitsversicherung umzuwandeln.
Inhalt
  1. Was ist eine Kinderinvaliditätsversicherung?
  2. Wann die Kinderinvaliditätsversicherung zahlt: der Grad der Behinderung
  3. Was gilt ohne Kinderinvaliditätsversicherung?
  4. Kinderinvalidität, Kinderunfall, Grundfähigkeit, Schüler-BU: die Unterschiede
  5. Worauf es im Vertrag einer Kinderinvaliditätsversicherung ankommt
  6. Was kostet eine Kinderinvaliditätsversicherung?
  7. So läuft der Abschluss einer Kinderinvaliditätsversicherung ab
  8. Wenn dein Kind erwachsen wird: der Wechsel in die Berufsunfähigkeitsversicherung
  9. Wenn dein Kind schwer erkrankt: so bekommst du die Leistung
  10. Was bei der Kinderinvaliditätsversicherung als Nächstes zählt
  11. Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Kinderinvaliditätsversicherung?

Die kurze Antwort: Eine Kinderinvaliditätsversicherung ist eine private Versicherung für Kinder und Jugendliche, die zahlt, wenn das Kind durch Krankheit oder Unfall dauerhaft schwer beeinträchtigt ist. Sie leistet meist eine monatliche Rente, je nach Vertrag dazu eine einmalige Kapitalzahlung.

Versicherungsnehmerin oder Versicherungsnehmer sind die Eltern, manchmal auch Großeltern. Versichert ist das Kind. Die Eltern zahlen die Beiträge, füllen die Gesundheitsfragen aus und beantragen später die Leistung.

Die beiden Leistungsarten haben verschiedene Aufgaben. Das Kapital hilft am Anfang, wenn auf einmal viel Geld gebraucht wird: für den Umbau der Wohnung, ein größeres Auto, Therapien, die keine Kasse zahlt. Die Rente hilft auf Dauer, weil ein Elternteil oft weniger arbeiten kann und das Kind später womöglich nie ein eigenes Einkommen hat.

Gerade dieser lange Zeitraum macht den Unterschied. Ein Kind hat kein Vermögen und meist keinerlei Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente, weil es noch nie Beiträge gezahlt hat. Die Verbraucherzentrale nennt das als Hauptgrund, warum sie diese Versicherung für wichtig hält, Stand: Februar 2026.

Bei vielen Verträgen läuft die Rente lebenslang weiter, wenn der Leistungsfall vor dem Vertragsende eingetreten ist. Die Versicherungsdauer selbst ist kürzer, meist bis zum 18. Geburtstag. Manche Versicherer bauen eine kleine Todesfallleistung ein. Es gibt auch Kombinationen mit einer Kapitallebens- oder Rentenversicherung. Davon rät die Verbraucherzentrale ab: Der Sparanteil koste so viel, dass für eine ausreichende Absicherung oft kein Geld mehr bleibe.

Wann die Kinderinvaliditätsversicherung zahlt: der Grad der Behinderung

Die Versicherung zahlt, wenn zwei Dinge zusammenkommen. Die Beeinträchtigung muss mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate bestehen und vom Zustand abweichen, der für das Alter des Kindes typisch ist. Und es muss ein Grad der Behinderung von mindestens 50 vorliegen. Bei manchen Versicherern reicht schon der Grad der Behinderung allein.

Der Grad der Behinderung, kurz GdB, ist ein Maß aus dem Sozialrecht. Er beschreibt, wie stark eine Beeinträchtigung die Teilhabe am Leben einschränkt. Festgestellt wird er auf Antrag von einer Behörde, meist dem Versorgungsamt, in Zehnerschritten von 20 bis 100. So regelt es § 152 Sozialgesetzbuch IX. Ab einem GdB von 50 gilt ein Mensch nach § 2 Sozialgesetzbuch IX als schwerbehindert.

Der Vorteil für dich: Ob dein Kind die Hürde erreicht, entscheidet in erster Linie eine staatliche Stelle nach festen Regeln, den versorgungsmedizinischen Grundsätzen. Der Versicherer muss keine eigene Tabelle anwenden wie bei der Gliedertaxe der Unfallversicherung. Bei Kindern zählt dabei immer der Vergleich mit gleichaltrigen Kindern ohne Beeinträchtigung.

Welche Ursachen in der Praxis eine Rolle spielen

Zum Jahresende 2025 lebten in Deutschland rund 231.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren mit einer schweren Behinderung, das sind 3 Prozent aller schwerbehinderten Menschen. So meldet es das Statistische Bundesamt im Juli 2026. Über alle Altersgruppen gerechnet entsteht eine schwere Behinderung zu gut 91 Prozent durch Krankheit, zu 3 Prozent ist sie angeboren oder im ersten Lebensjahr entstanden, zu gut 1 Prozent durch Unfall.

Für Kinder heißt das: Typ-1-Diabetes, Epilepsie, Krebs, eine schwere Hirnhautentzündung oder eine Stoffwechselkrankheit sind viel häufiger der Grund für einen hohen GdB als ein Sturz. Ob eine bestimmte Diagnose einen GdB von 50 erreicht, hängt immer vom Einzelfall ab, vor allem von der Schwere und dem Aufwand im Alltag.

Was viele Verträge ausschließen

Fast alle Tarife haben Ausschlüsse. Häufig betreffen sie bestimmte psychische Erkrankungen wie Psychosen oder Neurosen. Manche Verträge schließen auch Entwicklungsstörungen, Lernstörungen oder bestimmte angeborene Krankheiten aus. Die Verbraucherzentrale rät, auf Tarife mit möglichst wenigen Krankheits-Ausschlüssen zu achten.

Bei angeborenen Krankheiten gibt es eine wichtige Grenze. Der Bundesgerichtshof hat am 26.09.2007 unter dem Aktenzeichen IV ZR 252/06 eine Klausel für unwirksam erklärt, die in einer Kinder-Invaliditäts-Zusatzversicherung Invalidität durch angeborene Krankheiten pauschal ausschloss. Eine solche Klausel höhle das Leistungsversprechen aus und sei nicht klar genug. Neue Bedingungen sind seitdem genauer formuliert. Lies die Ausschlüsse deshalb Wort für Wort.

Was gilt ohne Kinderinvaliditätsversicherung?

Ohne private Absicherung bleiben die Leistungen des Staates. Sie helfen, aber sie ersetzen kein Einkommen. Und für Krankheiten gibt es aus der gesetzlichen Unfallversicherung gar nichts.

Die gesetzliche Unfallversicherung gilt nur in Kita und Schule

Kinder in Kita und Tagespflege, Schülerinnen und Schüler sowie Studierende sind nach § 2 Sozialgesetzbuch VII gesetzlich unfallversichert, aber nur dort und auf dem Weg dorthin. Dazu zählen Betreuungsangebote der Schule direkt vor oder nach dem Unterricht. Der Nachmittag auf dem Spielplatz, das Fußballtraining im Verein und der Urlaub sind nicht versichert. Krankheiten sind es nie.

Viel passiert trotzdem. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung meldet für 2025 rund 1,03 Millionen meldepflichtige Unfälle in der Schüler-Unfallversicherung, 2 Prozent mehr als im Vorjahr, Stand: September 2026.

Nach einem Schulunfall gibt es eine Verletztenrente, wenn die Erwerbsfähigkeit über die 26. Woche hinaus um mindestens 20 Prozent gemindert ist, so § 56 Sozialgesetzbuch VII. Bei Kindern wird dafür ein fiktives Einkommen angesetzt, der Mindest-Jahresarbeitsverdienst nach § 85. Er beträgt bis 6 Jahre 25 Prozent, von 6 bis 15 Jahren ein Drittel und von 15 bis 18 Jahren 40 Prozent der Bezugsgröße. Die Bezugsgröße liegt 2026 bei 47.460 Euro im Jahr.

„Lisa Logisch ist unsere Beispielperson. Sie ist erfunden, ihr Verlauf ist alltagsecht.“ Lisa ist 31, Projektmanagerin, verdient 2.500 Euro netto und hat Fixkosten von 1.600 Euro im Monat. Stell dir vor: Lisa hat ein Kind, es ist acht und stürzt in der Pause so schwer von der Kletterwand, dass ein bleibender Schaden mit einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von 50 Prozent festgestellt wird. Ein Drittel von 47.460 Euro sind 15.820 Euro. Die Vollrente beträgt zwei Drittel davon, rund 879 Euro im Monat. Bei 50 Prozent gibt es die Hälfte: rund 440 Euro im Monat.

Später wird der Betrag neu festgesetzt, wenn das Kind 15 und 18 wird, und noch einmal mit 30. Dann zählen nach § 90 Sozialgesetzbuch VII 100 Prozent der Bezugsgröße, mit Abitur oder Fachhochschulreife 120 Prozent. Passiert derselbe Sturz am Nachmittag auf dem Spielplatz, zahlt die gesetzliche Unfallversicherung nichts.

Rentenversicherung, Pflegeversicherung und Grundsicherung

Eine Erwerbsminderungsrente setzt in der Regel fünf Jahre Beiträge voraus. Wer schon vor dieser Wartezeit voll erwerbsgemindert war und es ununterbrochen bleibt, bekommt sie nach § 43 Absatz 6 Sozialgesetzbuch VI erst, wenn 20 Jahre Wartezeit erfüllt sind. Das gilt etwa nach vielen Jahren Arbeit in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung.

Braucht dein Kind viel Hilfe, kann es einen Pflegegrad bekommen. Das Pflegegeld beträgt 2026 für die Pflegegrade 2 bis 5 je nach Grad 347, 599, 800 oder 990 Euro im Monat. Es ist für die Pflege gedacht, nicht für den Lebensunterhalt. Ab 18 kommt bei dauerhafter voller Erwerbsminderung die Grundsicherung infrage. Der Regelsatz für eine alleinstehende Person liegt 2026 bei 563 Euro im Monat.

Eltern eines volljährigen Kindes mit Behinderung werden für Sozialhilfe in der Regel nur herangezogen, wenn ihr Jahreseinkommen über 100.000 Euro liegt, so § 94 Sozialgesetzbuch XII. Bekommt dein Kind später eine private Rente, wird sie bei der Grundsicherung als Einkommen angerechnet. Die private Rente sorgt also nicht für mehr Sozialleistungen, aber für ein Leben über dem Existenzminimum.

Steuerliche Hilfen für Familien

Kindergeld gibt es für ein Kind mit Behinderung ohne Altersgrenze, wenn die Behinderung vor dem 25. Geburtstag eingetreten ist und das Kind sich nicht selbst unterhalten kann, so § 32 Absatz 4 Einkommensteuergesetz. Eigene Einkünfte des Kindes spielen bei dieser Prüfung eine Rolle. Dazu kommt der Behinderten-Pauschbetrag nach § 33b Einkommensteuergesetz: bei einem GdB von 50 sind es 1.140 Euro im Jahr, bei 100 sind es 2.840 Euro. Nutzt das Kind ihn nicht selbst, können ihn die Eltern übernehmen, Stand: 2026.

Kinderinvalidität, Kinderunfall, Grundfähigkeit, Schüler-BU: die Unterschiede

Die Kinderinvaliditätsversicherung ist nicht die einzige Absicherung für Kinder. Jede schaut auf ein anderes Ereignis. Die Tabelle zeigt, was jeweils auslöst und was gezahlt wird.

AbsicherungWann sie zahltWas sie zahltBei Krankheit?
Gesetzliche UnfallversicherungUnfall in Kita, Schule, Hochschule oder auf dem Weg dorthinBehandlung, Reha, Verletztenrente ab 20 Prozent Minderung der Erwerbsfähigkeitnein
KinderunfallversicherungUnfall rund um die Uhr mit bleibender InvaliditätEinmalsumme nach Gliedertaxe, teils Unfallrentenein
KinderinvaliditätsversicherungGdB ab 50 und Beeinträchtigung länger als sechs MonateRente, oft lebenslang, je nach Vertrag dazu Kapitalja
Grundfähigkeitsversicherung für KinderVerlust einer versicherten Fähigkeit wie Gehen oder SehenMonatsrente, oft mit Recht zum Wechsel in eine BUja, wenn eine Fähigkeit verloren geht
Schul- und Schüler-BUKind kann nicht mehr zur Schule, später den Beruf nicht mehr ausübenMonatsrenteja

Kinderinvalidität oder Kinderunfall

Die private Unfallversicherung ist günstiger. Guter Schutz für Kinder kostet laut Stiftung Warentest ab rund 50 Euro im Jahr, sehr guter ab 127 Euro, Stand: Februar 2026, aktualisiert Mai 2026. Sie zahlt aber nur nach einem Unfall. Ein Kind, das an Diabetes oder Krebs erkrankt, bekommt aus ihr nichts.

Die Kinderinvaliditätsversicherung deckt beides ab und wird darum oft als Ausbau der Unfallversicherung beschrieben. Dafür zahlt sie erst ab einem GdB von 50, also bei einer schweren Beeinträchtigung. Ein steifer Finger oder ein dauerhaft eingeschränktes Knie erreichen diese Hürde meist nicht. Hier zahlt die Unfallversicherung schon ab kleinen Invaliditätsgraden. Manche Familien kombinieren darum beides, manche Versicherer bieten die Kinderinvalidität auch als Baustein zur Unfallversicherung an.

Kinderinvalidität, Grundfähigkeit oder frühe BU

Eine Grundfähigkeitsversicherung für Kinder gibt es teils schon ab sechs Monaten, bei anderen Versicherern ab drei Jahren. Sie fragt nicht nach dem GdB, sondern ob eine genau beschriebene Fähigkeit verloren ist. Eine Schul-BU ist laut einer Ratgeberseite ab etwa fünf Jahren möglich, eine Schüler-BU laut Verbraucherzentrale ab etwa zehn Jahren. Für Babys und Kleinkinder ist die Kinderinvaliditätsversicherung oft der einzige Schutz, der Krankheiten abdeckt.

Worauf es im Vertrag einer Kinderinvaliditätsversicherung ankommt

Die Bedingungen unterscheiden sich stark. Diese Punkte entscheiden, wie viel der Vertrag im Ernstfall wert ist.

PunktWorauf du achtest
AuslöserGdB ab 50 reicht allein, ohne weitere Hürden. Je weniger Zusatzbedingungen, desto besser.
AusschlüsseMöglichst wenige Krankheiten ausgeschlossen. Prüfe Psyche, Entwicklungsstörungen und angeborene Krankheiten genau.
RentendauerLebenslange Rente, wenn der Leistungsfall während der Laufzeit eintritt, statt Rente nur bis zum Vertragsende.
KapitalleistungEinmalzahlung für Umbau, Hilfsmittel und Therapien zusätzlich zur Rente.
DynamikSteigende Rente im Leistungsfall gegen die Inflation, auch wenn sie den Beitrag erhöht.
LaufzeitMindestens bis 18, besser bis 21 oder länger.
UmtauschrechtWechsel in eine BU, eine Grundfähigkeits- oder Unfallversicherung ohne neue Gesundheitsfragen, mit klarer Frist.
BeitragsbefreiungDer Vertrag läuft weiter, wenn die Person stirbt oder berufsunfähig wird, die die Beiträge zahlt.
Kündigungsrecht des VersicherersKein ordentliches Kündigungsrecht für den Versicherer, damit der Schutz nicht vorzeitig endet.

Der letzte Punkt wird oft übersehen. Manche Kinderinvaliditätsversicherungen sind wie eine Sachversicherung aufgebaut. Dort kann der Versicherer den Vertrag je nach Bedingungen zum Ende eines Versicherungsjahrs kündigen, etwa nach einem Leistungsfall. Ein Vertrag mit lebenslang garantierter Rente ist dann mehr wert als ein billiger Tarif mit Kündigungsklausel.

Was kostet eine Kinderinvaliditätsversicherung?

Die Kinderinvaliditätsversicherung kostet deutlich mehr als eine Kinderunfallversicherung, weil sie auch Krankheiten abdeckt. Verlässliche Marktübersichten mit Beitragsspannen gibt es derzeit nicht. Ein Rechenbeispiel einer Maklerseite zeigt die Größenordnung: Für 1.000 Euro Rente im Monat zahlt man dort rund 24 Euro im Monat, mit einer jährlichen Steigerung der Rente um 1,5 Prozent rund 38 Euro. Die Seite nennt kein Datum, abgerufen am 07.10.2026.

Der Preis hängt vor allem an der Höhe der Rente, an einer möglichen Kapitalleistung, an der Dynamik und an der Laufzeit. Bei manchen Versicherern spielt auch das Alter beim Abschluss eine Rolle, bei anderen nicht. Die versicherbare Rente ist begrenzt, im genannten Beispiel auf 2.000 Euro im Monat.

Lisa rechnet so: Ein Beitrag von rund 24 Euro im Monat sind knapp 290 Euro im Jahr. Eine gute Kinderunfallversicherung gibt es ab rund 50 Euro im Jahr. Der Aufpreis für den Schutz bei Krankheit liegt also bei gut 20 Euro im Monat. Bei Fixkosten von 1.600 Euro passt das in ihr Budget, auch wenn in der Elternzeit weniger hereinkommt.

Welche Rente sinnvoll ist, hängt davon ab, was im Ernstfall fehlt. Eine Orientierung: der Einkommensverlust, wenn ein Elternteil die Arbeitszeit reduziert, plus Kosten, die keine Kasse übernimmt. Eine höhere Rente ist sinnvoll, solange der Beitrag auf Dauer tragbar bleibt.

Steuerlich bringt der Beitrag meist wenig. Er zählt zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen. Deren Höchstbetrag von 1.900 Euro für Angestellte nach § 10 Absatz 4 Einkommensteuergesetz ist durch die Kranken- und Pflegeversicherung meist schon ausgeschöpft.

So läuft der Abschluss einer Kinderinvaliditätsversicherung ab

Den Vertrag schließen die Eltern für ihr Kind ab. Laut Verbraucherzentrale ist das meist ab dem ersten Geburtstag möglich, bei manchen Versicherern schon sechs Wochen nach der Geburt. Abschließen kannst du nur bis zu einem bestimmten Alter, je nach Versicherer bis 14 oder 16 Jahre.

Die Gesundheitsfragen für dein Kind

Vor dem Vertrag stellt der Versicherer Gesundheitsfragen. Anzeigen musst du nach § 19 Versicherungsvertragsgesetz alles, was dir bekannt ist und wonach der Versicherer in Textform fragt. Typisch sind Fragen nach Behandlungen, Untersuchungen, Therapien und Auffälligkeiten in einem festen Zeitraum.

Die Annahme ist streng, ein Maklerbüro nennt sie sehr hart. Schon eine Therapie oder ein auffälliger Befund bei einer Vorsorgeuntersuchung kann je nach Versicherer zu einem Ausschluss oder einer Ablehnung führen. Gerade darum zählt jedes Detail: Falsche oder unvollständige Antworten können im Leistungsfall dazu führen, dass der Versicherer gar nicht zahlt.

Lisa füllt den Antrag darum nicht zwischen Tür und Angel aus. Sie nimmt sich das gelbe Kinderuntersuchungsheft und die Rechnungen der Kinderarztpraxis zur Hand und fragt im Zweifel in der Praxis nach, was in der Akte steht. Sie gibt alles an, auch Kleinigkeiten, und hebt eine Kopie des Antrags auf.

Samira Harkat, Versicherungsmaklerin

Samiras Blick

Samira Harkat

„Gesundheitsfragen werden oft im Termin beim Abschluss ausgefüllt und gleich unterschrieben. Im Leistungsfall droht dann Leistungsfreiheit, also 0 Euro.“

Was die Eltern nicht wussten, müssen sie nicht angeben. Eine Krankheit, die erst später entdeckt wird, ist darum keine Verletzung der Anzeigepflicht. Wer unsicher ist, ob das Kind überhaupt angenommen wird, kann über eine anonyme Risikovoranfrage bei mehreren Versicherern klären lassen, wer zu welchen Bedingungen versichert. So landet keine Ablehnung unter dem Namen deines Kindes in den Akten der Versicherer.

Früh abschließen hat einen Grund

Je jünger das Kind, desto weniger steht meist in der Krankenakte. Jede Diagnose, die vor dem Antrag gestellt wird, kann zu einem Ausschluss führen. Nach dem Abschluss gilt umgekehrt: Was dein Kind später bekommt, ist versichert, sofern es nicht unter einen allgemeinen Ausschluss fällt.

Wenn dein Kind erwachsen wird: der Wechsel in die Berufsunfähigkeitsversicherung

Der Schutz endet meist mit dem 18. Geburtstag, bei manchen Verträgen mit 21 oder später. Danach braucht dein Kind eine eigene Absicherung seiner Arbeitskraft. Dafür ist das Umtauschrecht wichtig: Dein Kind darf dann ohne neue Gesundheitsfragen in eine Berufsunfähigkeitsversicherung wechseln, je nach Vertrag auch in eine Grundfähigkeits- oder Unfallversicherung.

Das ist mehr wert, als es klingt. Eine Allergie, eine Therapie in der Pubertät oder eine Knie-OP nach dem Sport können eine spätere BU teuer machen oder verhindern. Mit Umtauschrecht spielen diese Diagnosen keine Rolle mehr. Die Verbraucherzentrale rät, sich frühzeitig um eine eigene BU zu kümmern, weil der Kinderschutz danach erlischt. Angebote für Schülerinnen und Schüler gibt es ab etwa zehn Jahren.

Achte auf die Details. Oft ist der Umtausch nur in einem bestimmten Zeitraum möglich, etwa zum Ende der Laufzeit, zum Start einer Ausbildung oder eines Studiums. Die Höhe der neuen BU-Rente ist begrenzt, und der Beitrag richtet sich dann nach dem Beruf oder der Schulform. Wer die Frist verpasst, muss neu Gesundheitsfragen beantworten.

Lisa kennt das von sich selbst. Sie hat ihre BU mit 24 zum Berufsstart abgeschlossen. Hätte sie damals schon eine Diagnose gehabt, wäre es schwerer geworden. Für ihr Kind trägt sie das Ende der Umtauschfrist darum gleich in ihren Kalender ein.

Wenn dein Kind schwer erkrankt: so bekommst du die Leistung

Der Weg zur Leistung führt über zwei Stellen: zuerst das Versorgungsamt, dann der Versicherer. Die Reihenfolge zählt, weil der Versicherer meist den Bescheid über den GdB sehen will.

1

Den Grad der Behinderung beim Versorgungsamt beantragen

Den Antrag stellst du als Elternteil für dein Kind, je nach Bundesland beim Versorgungsamt oder einer anderen Behörde. Lege alle Arzt- und Klinikberichte bei. Der GdB wird ab dem Tag des Antrags festgestellt, für frühere Zeiträume nur bei besonderem Interesse. Warte darum nicht zu lange.

Bist du mit dem Bescheid nicht einverstanden, kannst du Widerspruch einlegen, in der Regel innerhalb eines Monats. Das lohnt sich, wenn der GdB knapp unter 50 liegt.

2

Den Versicherer früh informieren

Melde den Fall beim Versicherer, sobald absehbar ist, dass eine dauerhafte schwere Beeinträchtigung bleibt. Die Fristen stehen in den Bedingungen. Schicke den GdB-Bescheid, die ärztlichen Berichte und eine Beschreibung, wie sich die Krankheit auf den Alltag auswirkt.

3

Prüfung und Entscheidung

Der Versicherer prüft die Unterlagen, fordert oft weitere Berichte an und kann eine eigene Untersuchung verlangen. Er prüft auch, ob die Gesundheitsfragen beim Abschluss richtig beantwortet wurden. Die Leistung wird fällig, wenn diese Prüfungen abgeschlossen sind. Wie lange das dauert, hängt vom Fall ab. Belastbare Zahlen zur Dauer oder zu Anerkennungsquoten gibt es für diese Versicherung bisher nicht.

4

Nach der Anerkennung

Ist die Leistung anerkannt, gibt es die Kapitalzahlung und dann monatlich die Rente. Viele Versicherer prüfen später nach, ob die Voraussetzungen noch vorliegen. Auch das Versorgungsamt kann den GdB überprüfen. Wie es weitergeht, wenn der GdB unter 50 sinkt, regeln die Bedingungen. Lies diesen Punkt vor dem Abschluss.

Was bei der Kinderinvaliditätsversicherung als Nächstes zählt

Bei der Kinderinvaliditätsversicherung zählt vor allem der richtige Zeitpunkt. Je früher der Antrag gestellt wird, desto weniger Diagnosen stehen im Weg. Wer schon eine Kinderunfallversicherung hat, sollte wissen, dass sie die häufigste Ursache schwerer Behinderungen, die Krankheit, nicht abdeckt.

Ebenso wichtig ist der Blick nach vorn. Ein Vertrag, der mit 18 einfach endet, lässt dein Kind genau dann ohne Schutz, wenn es für seine Arbeitskraft vorsorgen sollte. Ein Umtauschrecht in die BU macht aus einer Kinderversicherung eine Brücke ins Erwachsenenleben. Wie die Absicherung deines Kindes in den Rest eurer Familienplanung passt, zeigt unsere Seite Familie absichern.

Lass uns die Absicherung deines Kindes gemeinsam durchgehen.

Die Prüfung ist unabhängig davon, ob am Ende ein neuer Vertrag steht. Oft ist der alte Vertrag mit Lücken besser als ein neuer mit neuen Gesundheitsfragen.

Vertrag prüfen lassen

Rückrufbitte

Beratung durch die FemininFinance GmbH & Co. KG, Versicherungsmaklerin nach § 34d Abs. 1 GewO, Register-Nr. D-TAJS-4I8JO-48, und ihre Kooperationspartner:innen mit eigener Erlaubnis und eigener Registrierung bei der IHK.

Häufig gestellte Fragen

Unser Sohn hat mit sechs Jahren Typ-1-Diabetes bekommen. Zahlt die Kinderinvaliditätsversicherung?

Das hängt vom Grad der Behinderung ab. Das Versorgungsamt bewertet ihn nach dem Aufwand der Insulintherapie und den Einschnitten im Alltag. Erreicht er 50 und war die Krankheit beim Abschluss nicht bekannt, zahlt der Vertrag in der Regel. Stelle den Antrag beim Versorgungsamt früh und informiere den Versicherer.

Meine Tochter ist beim Fußball im Verein gestürzt und hat jetzt ein dauerhaft eingeschränktes Knie. Wer zahlt?

Die gesetzliche Unfallversicherung nicht, denn das Vereinstraining gehört nicht zu Kita oder Schule. Eine private Unfallversicherung zahlt nach der Gliedertaxe schon bei kleinen Invaliditätsgraden. Die Kinderinvaliditätsversicherung zahlt nur, wenn ein Grad der Behinderung von mindestens 50 erreicht wird. Bei einem Knie ist das selten.

Unser Kind war ein Frühchen und lange in der Klinik. Bekommt es überhaupt eine Kinderinvaliditätsversicherung?

Oft nur mit Ausschluss oder gar nicht, aber das hängt vom Versicherer und vom Befund ab. Gib alles vollständig an. Eine anonyme Risikovoranfrage bei mehreren Versicherern zeigt, wer dein Kind zu welchen Bedingungen nimmt, ohne dass eine Ablehnung gespeichert wird.

Mein Kind ist in der Pause vom Klettergerüst gefallen. Zahlt die Schule?

Ja, für Unfälle in der Schule und auf dem Schulweg ist die gesetzliche Unfallversicherung zuständig. Sie zahlt Behandlung, Reha und bei einem bleibenden Schaden ab 20 Prozent Minderung der Erwerbsfähigkeit eine Verletztenrente. Melde den Unfall im Sekretariat. Passiert dasselbe nachmittags auf dem Spielplatz, zahlt sie nicht.

Bei unserer Tochter wurde Autismus festgestellt. Zahlt die Kinderinvaliditätsversicherung?

Das entscheiden zwei Dinge. Erstens der Grad der Behinderung, den das Versorgungsamt feststellt. Zweitens die Ausschlüsse im Vertrag, denn manche Tarife schließen Entwicklungsstörungen oder psychische Erkrankungen aus. Gab es beim Abschluss schon Auffälligkeiten, kommt es auch darauf an, ob sie richtig angegeben wurden.

Was passiert mit der Kinderinvaliditätsversicherung, wenn mein Kind 18 wird?

Meist endet der Vertrag, bei manchen Versicherern erst mit 21 oder später. Eine bereits laufende Rente zahlen viele Verträge lebenslang weiter. Hat der Vertrag ein Umtauschrecht, kann dein Kind in eine Berufsunfähigkeitsversicherung wechseln, ohne neue Gesundheitsfragen. Achte auf die Frist.

Wir haben schon eine Kinderunfallversicherung. Brauchen wir zusätzlich eine Kinderinvaliditätsversicherung?

Die Unfallversicherung zahlt nur nach Unfällen, schwere Behinderungen entstehen aber meist durch Krankheiten. Die Kinderinvaliditätsversicherung schließt diese Lücke. Manche Familien behalten die günstige Unfallversicherung für kleinere Dauerschäden und ergänzen die Kinderinvalidität für schwere Fälle.

Quellen: Verbraucherzentrale: Versicherung gegen Kinderinvalidität: Darum ist sie wichtig, Stand 11.02.2026, geprüft am 07.10.2026 · Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung Nr. 246 zu schwerbehinderten Menschen, Stand 13.07.2026, geprüft am 07.10.2026 · Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung: Unfallzahlen 2025, Stand 22.09.2026, geprüft am 07.10.2026 · Stiftung Warentest: Private Unfallversicherung im Test, Stand 18.02.2026, aktualisiert 06.05.2026, geprüft am 07.10.2026 · dejure.org: § 85 SGB VII, § 90 SGB VII, § 152 SGB IX und § 33b EStG, Stand 2026, geprüft am 07.10.2026 · dejure.org: BGH, Urteil vom 26.09.2007, IV ZR 252/06, geprüft am 07.10.2026

Was sich geändert hat: 07.10.2026 – erste Fassung.

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Tipps unter Fachkolleg:innen: Kinderinvaliditätsversicherung

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  • Frag junge Eltern in deinem Bestand von dir aus, ob ihr Kinderschutz auch Krankheiten abdeckt oder nur Unfälle.
  • Notiere dir die Umtauschfristen laufender Kinderverträge. Ein Anruf vor dem 18. Geburtstag sichert die BU ohne Gesundheitsfragen.
  • Biete Eltern an, die Gesundheitsfragen gemeinsam mit dem Kinderuntersuchungsheft in Ruhe durchzugehen.

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