Du willst, dass dein Kind einmal gut startet. Viele denken sofort an einen Sparvertrag. Das ist verständlich, aber es ist nicht der erste Schritt.
Zuerst kommen deine eigene Absicherung und deine Rücklage. Danach sparst du für dein Kind. Hier siehst du die Reihenfolge.
Betrifft dich, wenn du für dein Kind vorsorgen willst ihr ein Kind plant du dein Geld ordnen willst
Das Wichtigste in Kürze
- Erst ordnest du dein eigenes Geld. Dann sparst du für dein Kind.
- Absicherung geht vor Geldanlage. Ein Schaden bedroht mehr als ein fehlender Sparplan.
- Das Geld auf dem Namen des Kindes gehört ihm. Mit 18 kann es frei darüber verfügen.
- Kombi-Produkte wie Kinderpolicen sind oft teuer. Trenne Absicherung und Sparen.
- Ein Sparplan mit breiter Streuung ist für lange Zeiträume eine Möglichkeit. Er hat Risiken.
- Die Frühstart-Rente ist geplant, aber noch nicht beschlossen.
Inhalt
- Beispiel: Lisa und Emma
- Was kommt zuerst: Die Reihenfolge
- Schritt 1: Dein Kind und dich absichern
- Schritt 2: Fürs Kind sparen
- Warum du Kombi-Produkte prüfen solltest
- Schritt 3: Steuern und Freibeträge
- Was passiert mit 18?
- Was ist die Frühstart-Rente?
- Welche Werte gelten 2026 und 2027?
- Welche Absicherung passt dazu?
- Was tust du, je nachdem, was du findest?
- Was als Nächstes zählt
- Häufig gestellte Fragen
Beispiel: Lisa und Emma
Lisa Logisch ist unsere Beispielperson. Sie ist erfunden, ihr Verlauf ist alltagsecht. Ihre Tochter Emma ist drei Jahre alt.
Lisa bekommt 259 Euro Kindergeld im Monat. Davon legt sie 100 Euro für Emma zurück. Der Rest fließt in den Alltag.
Nach 15 Jahren sind es 18.000 Euro, ohne Zinsen gerechnet. Mit Zinsen oder Kursgewinnen kann es mehr sein. Sicher ist das nicht.
Was kommt zuerst: Die Reihenfolge
Die Verbraucherzentralen raten dazu, zuerst die eigenen Finanzen zu ordnen. Das heißt: ein ausgeglichenes Konto, eine Rücklage für Unvorhergesehenes und deine eigene Altersvorsorge.
Erst danach kommt das Sparen fürs Kind. Fehlt dir die Rücklage, ist ein Sparplan für Emma das falsche Signal. Ein Notfall würde ihn gefährden.
So passt es zum Kontenmodell. Das Sparen fürs Kind kommt aus dem Sparkonto, nicht aus der Rücklage.
Schritt 1: Dein Kind und dich absichern
Absicherung ist keine Geldanlage. Sie schützt vor Schäden, die dein Budget sprengen würden. Trenne beides.
Dein Kind ist in der Regel in deiner Privathaftpflicht mitversichert. Prüfe die Bedingungen. Die Krankenversicherung läuft für Kinder meist über die Familienversicherung. Mehr dazu im Beitrag Krankenversicherung für Kinder.
Eine Unfallversicherung zahlt nur nach einem Unfall. Eine Kinderinvaliditätsversicherung zahlt eine Rente bei schwerer Behinderung, auch nach Krankheit. Die Gesundheitsprüfung ist streng. Schließe sie darum früh ab. Für dich selbst zählen Berufsunfähigkeit und, bei Verantwortung für ein Kind, eine Risikolebensversicherung.
Schritt 2: Fürs Kind sparen
Wie du sparst, hängt von der Zeit ab. Ein Spar- oder Tagesgeldkonto ist sicher und jederzeit verfügbar. Es bringt meist wenig Zinsen.
Für Zeiträume von zehn Jahren und mehr kommen Sparpläne mit breiter Streuung in Frage, zum Beispiel auf Aktien oder Fonds. Sie können mehr bringen. Sie schwanken aber auch und können Verluste machen.
Du hast zwei Wege. Beim Depot auf deinen Namen entscheidest du. Willst du das Geld später dem Kind geben, musst du es übertragen. Beim Kinderdepot gehört das Geld dem Kind. Alle Sorgeberechtigten müssen bei der Eröffnung unterschreiben.
Mehr zu Aufbau und Regeln steht im Beitrag Kinderdepot.
Warum du Kombi-Produkte prüfen solltest
Ausbildungsversicherungen, Kinderpolicen und ähnliche Produkte kombinieren Sparen mit Todesfallschutz und weiteren Bausteinen. Jede Leistung kostet extra.
Die Verbraucherzentralen raten, Absicherung und Sparen zu trennen. Eine Risikolebensversicherung passt sich an deinen Schutzbedarf an. Ein Sparplan bleibt flexibel.
Auch ein Bausparvertrag ist bei den heutigen Zinsen für die meisten kein guter Sparweg fürs Kind. Die Abschlussgebühr kostet zusätzlich.
Schritt 3: Steuern und Freibeträge
Dein Kind hat eigene Freibeträge. Kapitalerträge bis 1.000 Euro im Jahr sind steuerfrei, wenn du einen Freistellungsauftrag einrichtest. Darüber hinaus gibt es den Grundfreibetrag beim Einkommen.
Gib bei der Bank einen Freistellungsauftrag für dein Kind an. Dann zahlst du auf Zinsen und Kursgewinne bis zur Grenze keine Steuer.
Was passiert mit 18?
Das Geld auf dem Namen deines Kindes gehört ihm. Mit 18 verfügt es frei darüber. Du hast keinen Zugriff mehr.
Sprich früh mit deinem Kind über das Geld. Wie das Thema mit 18 weitergeht, steht im Beitrag Volljährig werden: Was sich bei Geld, Konto und Versicherungen ändert.
Was ist die Frühstart-Rente?
Die Frühstart-Rente ist ein Plan der Bundesregierung. Der Staat soll für Kinder von sechs bis 18 Jahren zehn Euro im Monat in ein Altersvorsorgedepot zahlen.
Der Gesetzentwurf ist noch nicht beschlossen. Der Bundestag hat ihn am 25. September 2026 zum ersten Mal beraten. Zunächst soll nur der Geburtsjahrgang 2020 gefördert werden. Es kann sich noch etwas ändern.
Plane deshalb nicht fest damit. Prüfe vor dem Abschluss eines Vertrags den Stand.
Welche Werte gelten 2026 und 2027?
Alle Angaben stehen mit Stand Oktober 2026.
| Was | 2026 | 2027, kann sich noch ändern |
|---|---|---|
| Kindergeld je Kind und Monat | 259 Euro | noch nicht festgelegt |
| Sparer-Pauschbetrag je Person | 1.000 Euro | unverändert |
| Frühstart-Rente | geplant, nicht beschlossen | 10 Euro im Monat, wenn beschlossen |
| Einlagensicherung je Person und Bank | 100.000 Euro | unverändert |
Welche Absicherung passt dazu?
- Privathaftpflicht: Dein Kind ist meist mitversichert. Prüfe die Bedingungen.
- Kinderinvaliditätsversicherung: Für schwere Folgen nach Unfall oder Krankheit.
- Risikolebensversicherung: Wenn du für dein Kind Verantwortung trägst.
- Berufsunfähigkeitsversicherung: Sie sichert das Einkommen, von dem dein Kind lebt.
Was tust du, je nachdem, was du findest?
- Du hast keine Rücklage: Baue zuerst die Rücklage auf. Dann spare fürs Kind.
- Dein Kind hat keine eigene Absicherung: Prüfe Haftpflicht und Unfall. Das ist günstig und wichtig.
- Du hast eine Kinderpolice: Lass sie prüfen. Frage nach Kosten und Kündigungsfolgen.
- Du willst langfristig sparen: Richte einen Dauerauftrag oder Sparplan ein und prüfe ihn einmal im Jahr.
Was als Nächstes zählt
Prüfe zuerst deine Rücklage. Danach legst du einen festen Betrag für dein Kind fest.
Wie du das Geld verteilst, zeigt der Budgetplaner.
Lass uns gemeinsam die Reihenfolge für dich und dein Kind klären.
Die Prüfung ist unabhängig davon, ob am Ende ein neuer Vertrag steht. Oft ist der alte Vertrag mit Lücken besser als ein neuer mit neuen Gesundheitsfragen.
Beratung durch die FemininFinance GmbH & Co. KG, Versicherungsmaklerin nach § 34d Abs. 1 GewO, Register-Nr. D-TAJS-4I8JO-48, und ihre Kooperationspartner:innen mit eigener Erlaubnis und eigener Registrierung bei der IHK.
Häufig gestellte Fragen
Das hängt von deinem Budget ab. Wichtig ist ein fester Betrag, den du dauerhaft halten kannst. Viele starten mit 25 bis 100 Euro im Monat.
Sparbuch und Tagesgeld sind sicher, bringen aber wenig. Ein Sparplan mit breiter Streuung kann mehr bringen, schwankt aber. Welcher Weg passt, hängt von der Zeit und deiner Risikobereitschaft ab.
Es gehört deinem Kind. Mit 18 kann es frei darüber verfügen.
Meist nicht. Sie kombinieren Sparen und Absicherung und sind oft teuer. Die Verbraucherzentralen raten, beides zu trennen.
Der Sparer-Pauschbetrag liegt 2026 bei 1.000 Euro je Person. Er gilt auch für dein Kind, wenn du einen Freistellungsauftrag einrichtest.
Sie ist geplant, aber noch nicht beschlossen. Der Bundestag berät den Gesetzentwurf. Zunächst soll nur der Jahrgang 2020 gefördert werden.
Quellen: vzhh.de: Sinnvoll für Kinder und Enkelkinder sparen, Stand Oktober 2026, geprüft am 07.10.2026 · bundestag.de: Einführung einer Frühstartrente für Sechs- bis Achtzehnjährige beraten, Stand Oktober 2026, geprüft am 07.10.2026 · gesetze-im-internet.de: § 20 EStG Einkünfte aus Kapitalvermögen, Stand Oktober 2026, geprüft am 07.10.2026 · gesetze-im-internet.de: § 8 EinSiG Umfang der Entschädigung, Stand Oktober 2026, geprüft am 07.10.2026
Was sich geändert hat: 07.10.2026 – erste Fassung.
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Tipps unter Fachkolleg:innen: Kindervorsorge
Für Versicherungsvermittlerinnen und -vermittler, Finanzberaterinnen und -berater mit IHK-Registrierung
- Frage zuerst nach Rücklage und eigener Absicherung der Eltern, nicht nach Kinderprodukten.
- Trenne Sparen und Absicherung. Kombi-Policen sind oft teuer.
- Die Frühstart-Rente ist nicht beschlossen. Mache keine festen Zusagen.
- Weise auf den Freistellungsauftrag fürs Kind hin.
