Die Rürup-Rente, offiziell Basisrente, ist die private Rente mit dem größten Steuervorteil, den das deutsche Steuerrecht kennt. Du kannst 2026 bis zu 30.826 Euro im Jahr als Sonderausgaben absetzen. Dafür gibst du etwas Großes auf: Das Geld ist bis zur Rente fest gebunden und kommt nur als lebenslange Monatsrente zurück.
Genau dieser Tausch macht sie für manche Menschen ideal und für andere zur Falle. Für Selbständige ohne Pflicht zur gesetzlichen Rente ist sie oft der Kern der Altersvorsorge. Für viele Angestellte mit mittlerem Einkommen gibt es bessere erste Schritte.
Hier liest du, wie die Förderung genau rechnet, wie die Rente später versteuert wird, was im Todesfall passiert und warum sie vor Gläubigern und beim Grundsicherungsgeld geschützt ist.
Betrifft dich, wenn du dich selbstständig machst dein Einkommen steigt du an die Rente denkst die Rente näher rückt
Das Wichtigste in Kürze
- Die Rürup-Rente gehört wie die gesetzliche Rente zur ersten Schicht der Altersvorsorge. Beiträge sind 2026 bis 30.826 Euro für Alleinstehende und 61.652 Euro für Ehepaare absetzbar. Gesetzliche Rentenbeiträge zählen dabei mit.
- Die Rente wird später versteuert. Wer 2026 in Rente geht, versteuert 84 Prozent davon. Ab Rentenbeginn 2058 sind es 100 Prozent.
- Es gibt keine Kapitalauszahlung, keine Kündigung mit Auszahlung und kein freies Erbe. Im Todesfall dürfen nur Ehe- oder eingetragene Lebenspartner und kindergeldberechtigte Kinder eine Rente bekommen.
- Das Guthaben ist in der Ansparphase weitgehend vor Gläubigern geschützt und wird beim Grundsicherungsgeld nicht als Vermögen angerechnet.
- Sinnvoll ist sie vor allem bei hohem Steuersatz und langfristig sicherem Geld, also oft für Selbständige und Gutverdienende. Gute Tarife liegen bei rund einem Prozent Effektivkosten im Jahr.
Inhalt
- Was ist eine Rürup-Rente?
- Was du ohne Rürup-Rente im Alter vom Staat bekommst
- Wie viel du 2026 von der Steuer absetzen kannst
- So wird die Rürup-Rente im Alter versteuert
- Kein Kapital, kein freies Erbe: was mit deinem Geld passiert
- Geschützt vor Pfändung und beim Grundsicherungsgeld
- Rürup-Rente und Berufsunfähigkeit kombinieren
- Für wen eine Rürup-Rente sinnvoll ist und für wen nicht
- Was eine Rürup-Rente kostet und wovon deine Rente abhängt
- Klassisch oder fondsgebunden: welche Rürup-Rente zu dir passt
- So läuft der Abschluss einer Rürup-Rente ab
- Wenn die Rente beginnt oder du stirbst: so fließt das Geld
- Was bei der Rürup-Rente als Nächstes zählt
Was ist eine Rürup-Rente?
Die kurze Antwort: Die Rürup-Rente ist eine private, kapitalgedeckte Rente, die der Staat steuerlich wie die gesetzliche Rente behandelt. Du zahlst ein, setzt die Beiträge von der Steuer ab und bekommst ab frühestens 62 eine lebenslange Monatsrente, die du dann versteuerst.
Der Name kommt vom Ökonomen Bert Rürup. Seine Kommission bereitete das Alterseinkünftegesetz vor, das 2005 in Kraft trat. Auslöser war ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 6. März 2002, Aktenzeichen 2 BvL 17/99. Beamtenpensionen wurden damals voll besteuert, gesetzliche Renten nur gering. Das war mit dem Gleichheitssatz nicht vereinbar.
Seitdem gilt die nachgelagerte Besteuerung: Beiträge bleiben in der Ansparphase steuerfrei, die Rente wird im Alter besteuert. Die Basisrente sollte vor allem Menschen ohne gesetzliche Rente eine gleichwertige Möglichkeit geben. Darum gehört sie zur ersten Schicht, zusammen mit der gesetzlichen Rente und den Versorgungswerken. Wie die drei Schichten zusammenspielen, liest du unter Die drei Schichten der Altersvorsorge.
Damit ein Vertrag als Basisrente gilt, muss er die Bedingungen aus § 10 Absatz 1 Nummer 2 Buchstabe b Einkommensteuergesetz erfüllen. Ein Anbieter lässt ihn dafür zertifizieren. Der Vertrag darf nur das vorsehen:
- eine monatliche, lebenslange Rente auf dein eigenes Leben, nicht vor dem 62. Geburtstag. Bei Verträgen bis Ende 2011 gilt noch das 60. Lebensjahr.
- auf Wunsch ergänzend Schutz bei Berufsunfähigkeit, Erwerbsminderung oder für Hinterbliebene.
- Ansprüche, die nicht vererblich, nicht übertragbar, nicht beleihbar, nicht veräußerbar und nicht kapitalisierbar sind.
- als einzige Ausnahme die Abfindung einer sehr kleinen Rente oder das Zusammenfassen von bis zu zwölf Monatsrenten.
So grenzt sie sich ab: Die Riester-Rente lebt von Zulagen und erlaubt eine Teilauszahlung. Neue Riester-Verträge gibt es nach dem beschlossenen Altersvorsorgereformgesetz ab dem 1. Januar 2027 nicht mehr, Einzelheiten können sich bis dahin noch ändern. Eine private Rentenversicherung der dritten Schicht ist frei kündbar und erlaubt Kapital, wird aber aus versteuertem Geld bezahlt. Die Betriebsrente läuft über den Arbeitgeber.
Was du ohne Rürup-Rente im Alter vom Staat bekommst
Ohne private Vorsorge bleibt Angestellten die gesetzliche Rente. Wer 45 Jahre lang genau durchschnittlich verdient hat, bekommt laut Deutscher Rentenversicherung eine Standardrente von 1.913,40 Euro brutto im Monat, Stand: Juli 2026. Davon gehen noch Kranken- und Pflegebeiträge und je nach Einkommen Steuern ab.
„Lisa Logisch ist unsere Beispielperson. Sie ist erfunden, ihr Verlauf ist alltagsecht.“ Lisa ist 31, Projektmanagerin in Vollzeit und verdient 3.850 Euro brutto, 2.500 Euro netto. Ihre Renteninformation schätzt die gesetzliche Rente auf 1.333 Euro brutto. Will sie im Alter so leben wie heute, fehlen ihr in heutigem Geld schon über 1.100 Euro im Monat. Wie man die Lücke genau rechnet, steht unter Rentenlücke berechnen.
Viele Selbständige stehen schlechter da. Sie sind meist nicht rentenversicherungspflichtig und bekommen ohne eigene Vorsorge im Alter keine gesetzliche Rente und bei Krankheit keine Erwerbsminderungsrente. Bleibt das Einkommen im Alter unter dem Bedarf, zahlt das Sozialamt Grundsicherung. Der Regelsatz liegt 2026 bei 563 Euro im Monat, dazu kommen angemessene Wohnkosten.
Wie viel du 2026 von der Steuer absetzen kannst
Beiträge zur Rürup-Rente sind seit 2023 zu 100 Prozent als Sonderausgaben absetzbar, bis zu einem Höchstbetrag. Er entspricht dem Höchstbeitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung. 2026 sind das 24,7 Prozent von 124.800 Euro, aufgerundet 30.826 Euro. Für zusammen veranlagte Ehepaare verdoppelt er sich auf 61.652 Euro.
Der Haken: Dieser Topf ist für die gesamte Basisversorgung gedacht. Beiträge zur gesetzlichen Rente, zur landwirtschaftlichen Alterskasse und zu berufsständischen Versorgungswerken zählen mit. Bei Angestellten wird sogar der Arbeitgeberanteil erst hinzugerechnet und am Ende wieder abgezogen. Du bekommst also nur den Teil als Steuerabzug, den du selbst bezahlst.
So rechnet das Finanzamt bei Angestellten
Arbeitnehmeranteil und Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung plus deine Rürup-Beiträge ergeben die Summe. Sie zählt höchstens bis 30.826 Euro. Davon zieht das Finanzamt den steuerfreien Arbeitgeberanteil ab. Was übrig bleibt, mindert dein zu versteuerndes Einkommen.
Bei Lisa sieht das so aus: 18,6 Prozent ihres Jahresbruttos von 46.200 Euro fließen in die gesetzliche Rente, zusammen 8.593 Euro. Für eine Rürup-Rente bleibt ihr 2026 damit ein Spielraum von rund 22.233 Euro. Zahlt sie 100 Euro im Monat ein, sinkt ihre Einkommensteuer nach dem Tarif 2026 um rund 359 Euro im Jahr. Wir rechnen ohne Kirchensteuer und nur mit Pauschbeträgen. Ihr Grenzsteuersatz liegt bei knapp 30 Prozent, die 100 Euro kosten sie also netto rund 70 Euro.
Wer mehr verdient, hat weniger Platz. Liegt das Gehalt über der Beitragsbemessungsgrenze von 101.400 Euro im Jahr, gehen 18.860 Euro Rentenbeitrag ab. Es bleiben rund 11.966 Euro für die Rürup-Rente, Stand 2026. Beiträge über dem Höchstbetrag sind erlaubt und erhöhen die Rente, bringen aber keinen Steuervorteil mehr.
Beamtinnen und Beamte zahlen keine Rentenbeiträge. Damit sie nicht mehr absetzen können als Angestellte, kürzt das Finanzamt ihren Höchstbetrag um einen gedachten Beitrag von 18,6 Prozent der Bezüge. Bei 50.000 Euro Jahresbezügen bleiben 21.526 Euro. Ähnlich gekürzt wird bei Gesellschafter-Geschäftsführerinnen und -Geschäftsführern mit einer Pensionszusage, die sie nicht selbst bezahlen.
Selbständige ohne Pflichtversicherung können den vollen Betrag nutzen. Wer über die Künstlersozialkasse oder als Handwerkerin oder Handwerker rentenversicherungspflichtig ist, rechnet die eigenen Pflichtbeiträge an. Für Ehepaare gilt der doppelte Topf gemeinsam. Er ist auch dann nutzbar, wenn nur einer verdient und der andere als Hausfrau oder Hausmann einen eigenen Vertrag bekommt.
Ein Kniff aus der Praxis: Die Rürup-Rente erlaubt meist Zuzahlungen. In einem Jahr mit ungewöhnlich hohem Einkommen, etwa nach einem starken Geschäftsjahr oder einer Abfindung, spart eine Zuzahlung zum dann hohen Steuersatz. Prüfe das vorher mit Steuerberatung, weil Sonderregeln für Abfindungen hineinspielen.
Einen Antrag brauchst du nicht. Der Anbieter meldet deine Beiträge jedes Jahr mit der Zertifizierungsnummer elektronisch an die Finanzverwaltung. In der Steuererklärung trägst du sie in der Anlage Vorsorgeaufwand ein. Die Ersparnis kommt mit dem Steuerbescheid oder senkt deine Vorauszahlungen.
So wird die Rürup-Rente im Alter versteuert
Die Rente wird wie die gesetzliche Rente nach § 22 Einkommensteuergesetz besteuert. Entscheidend ist das Jahr, in dem deine Rente beginnt. Dieses Kohortenprinzip bedeutet: Jeder Rentenjahrgang hat seinen eigenen steuerpflichtigen Anteil, der für immer gilt.
Ursprünglich sollte die volle Besteuerung schon 2040 erreicht sein. Das Wachstumschancengesetz hat den Anstieg ab 2023 auf einen halben Prozentpunkt pro Jahr gebremst. Die volle Besteuerung kommt jetzt erst für den Rentenbeginn 2058.
| Rentenbeginn im Jahr | Steuerpflichtiger Anteil der Rente |
|---|---|
| 2026 | 84 Prozent |
| 2027 | 84,5 Prozent |
| 2030 | 86 Prozent |
| 2040 | 91 Prozent |
| 2050 | 96 Prozent |
| ab 2058 | 100 Prozent |
Wichtig ist, was genau eingefroren wird. Es ist nicht der Prozentsatz, sondern der steuerfreie Betrag in Euro. Er wird im Jahr nach dem Rentenbeginn festgeschrieben. Beginnt deine Rente 2026 mit 1.000 Euro im Monat, bleiben 16 Prozent von 12.000 Euro steuerfrei, also 1.920 Euro im Jahr. Steigt die Rente später, ist jede Erhöhung voll steuerpflichtig.
Steuer zahlst du nur, wenn dein gesamtes zu versteuerndes Einkommen im Alter über dem Grundfreibetrag liegt. Er beträgt 2026 12.348 Euro. Weil das Einkommen im Ruhestand meist sinkt, ist auch der Steuersatz oft niedriger als im Berufsleben. Genau daraus entsteht der Vorteil: Abzug zum hohen Satz heute, Besteuerung zum niedrigeren Satz später.
Lisa ist Jahrgang 1995. Geht sie mit 67 in Rente, ist das 2062. Ihre Rürup-Rente wäre dann voll steuerpflichtig, genau wie ihre gesetzliche Rente. Der Bundesfinanzhof hat 2021 in zwei Urteilen geklärt, dass eine Doppelbesteuerung verboten ist. Sie liegt vor, wenn Beiträge aus versteuertem Geld kamen und die Rente trotzdem voll besteuert wird. Seit dem vollen Abzug ab 2023 ist das bei neuen Beiträgen kaum noch ein Thema.
Bei der Krankenversicherung gibt es einen stillen Vorteil. Bist du als Rentnerin oder Rentner in der Krankenversicherung der Rentner pflichtversichert, zahlst du auf die Rürup-Rente keine Kranken- und Pflegebeiträge. Bei einer Betriebsrente wäre das anders. Freiwillig gesetzlich Versicherte zahlen dagegen auf alle Einnahmen den vollen Beitrag, also auch auf die Basisrente.
Kein Kapital, kein freies Erbe: was mit deinem Geld passiert
Eingezahltes Geld kommt nur als Monatsrente zurück. Eine Auszahlung auf einen Schlag gibt es nicht, auch nicht in einer Notlage. Kündigen kannst du nur in Form einer Beitragsfreistellung: Du zahlst nichts mehr ein, das Guthaben bleibt im Vertrag und wird später verrentet.
Die einzige Ausnahme ist die Kleinbetragsrente. Liegt die Monatsrente zum Beginn bei höchstens einem Prozent der monatlichen Bezugsgröße, darf der Anbieter sie auf deinen Wunsch einmalig abfinden. 2026 sind das 39,55 Euro im Monat. Alle Basisrentenverträge beim selben Anbieter werden dabei zusammengezählt.
Einen Wechsel erlaubt das Gesetz: Nach § 3 Nummer 55d Einkommensteuergesetz kannst du das Guthaben steuerfrei auf einen anderen zertifizierten Basisrentenvertrag übertragen. Ein Recht darauf gegenüber dem alten Anbieter hast du aber nicht. Viele Verträge sehen keine Übertragung vor, und die Verbraucherzentrale nennt einen Wechsel darum praktisch kaum möglich.
Stirbst du, ist das Geld ohne Zusatzbaustein für die Familie verloren. Es fließt in die Gemeinschaft der Versicherten. Gegen Aufpreis gibt es drei Bausteine: Die Beitragsrückgewähr zahlt das Guthaben vor Rentenbeginn als Rente an Hinterbliebene. Eine Rentengarantiezeit führt die Rente nach deinem Tod für die vereinbarte Restzeit fort. Eine Hinterbliebenenrente zahlt dauerhaft weiter.
Begünstigt werden dürfen nur Ehepartnerin oder Ehepartner, eingetragene Lebenspartnerinnen und Lebenspartner und Kinder, für die du Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag bekommst. Das ist meist bis 18, in Ausbildung längstens bis 25. Auch sie bekommen das Geld nur als Rente, nie als Kapital. Unverheiratete Paare und Patchwork-Familien ohne Kindergeldanspruch gehen leer aus. Für sie ist eine getrennte Risikolebensversicherung der klarere Weg.
Bei einer Scheidung gehört die Rürup-Rente in den Versorgungsausgleich. Die in der Ehe erworbenen Anrechte werden geteilt, ohne steuerliche Nachteile. Ziehst du im Ruhestand ins Ausland, läuft die Rente weiter. Wer dort besteuert, regelt das Doppelbesteuerungsabkommen mit dem neuen Wohnland.
Geschützt vor Pfändung und beim Grundsicherungsgeld
Gerade das, was die Rürup-Rente unflexibel macht, schützt sie. Weil die Ansprüche per Gesetz nicht übertragbar und nicht kapitalisierbar sind, können Gläubigerinnen und Gläubiger in der Ansparphase in aller Regel nicht darauf zugreifen. Das gilt auch in einer Privatinsolvenz. Für Selbständige mit Geschäftsrisiko ist das ein echtes Argument.
In der Rentenphase wird die Rente wie Arbeitseinkommen behandelt. Das regelt § 851c Zivilprozessordnung. Gepfändet werden darf nur der Teil über den Pfändungsfreigrenzen. Der Betrag zum Leben bleibt also geschützt.
Beim Grundsicherungsgeld, das seit dem 1. Juli 2026 das Bürgergeld und davor Hartz IV abgelöst hat, zählt die Rürup-Rente nicht als Vermögen. § 12 des Zweiten Sozialgesetzbuchs nimmt Verträge aus, die nach Bundesrecht ausdrücklich als Altersvorsorge gefördert werden. Du musst sie also nicht auflösen, bevor du Leistungen bekommst. Arbeitslosengeld I hängt ohnehin nur von deinem früheren Lohn ab.
Auch im Alter wird die Rente geschont, wenn das Geld knapp ist. Bei der Grundsicherung im Alter bleiben von einer Basisrente 100 Euro im Monat anrechnungsfrei, vom Rest weitere 30 Prozent. Höchstens frei sind 50 Prozent der Regelbedarfsstufe 1, 2026 also 281,50 Euro. Das steht in § 82 des Zwölften Sozialgesetzbuchs. Die Vorsorge lohnt sich damit auch bei kleinen Renten.
Rürup-Rente und Berufsunfähigkeit kombinieren
Eine Rürup-Rente darf einen Schutz bei Berufsunfähigkeit enthalten. Dann sind auch die Beiträge für diesen Teil voll absetzbar. Die Bedingung: Mehr als die Hälfte des Beitrags muss in die Altersrente fließen. Zahlst du 200 Euro im Monat, dürfen also höchstens knapp 100 Euro auf die BU entfallen.
Klingt elegant, hat aber Nebenwirkungen. Die BU-Rente aus diesem Vertrag wird mit dem Kohortenanteil des Jahres besteuert, in dem sie beginnt, 2026 also zu 84 Prozent. Eine eigenständige private BU-Rente wird nur mit dem deutlich niedrigeren Ertragsanteil besteuert. Dazu hängen beide Teile aneinander: Kannst du die Beiträge nicht mehr zahlen, wackelt auch der BU-Schutz.
Ein Vorteil bleibt: Wirst du berufsunfähig, übernimmt der Versicherer meist auch den Beitrag für die Altersrente. Deine Vorsorge läuft weiter, obwohl du nicht mehr arbeitest. Unabhängige Fachleute und Verbraucherschützer raten trotzdem meist zu getrennten Verträgen. Die Kombination passt eher, wenn es anders keinen bezahlbaren BU-Schutz gibt.
Seit 2014 gibt es außerdem eine eigenständige Basisrente nur für Berufsunfähigkeit oder Erwerbsminderung. Sie zahlt eine lebenslange Rente, wenn der Versicherungsfall vor dem 67. Geburtstag eintritt. Lisa braucht so etwas nicht. Sie hat seit 2019 eine eigene Berufsunfähigkeitsversicherung mit 1.500 Euro Monatsrente.

Samiras Blick
Samira Harkat
„In fast jeder BU, die wir prüfen, ist die Rente zu niedrig.“
Bei einer BU als Anhängsel einer Rürup-Rente ist das Risiko besonders groß, weil die Grenze von knapp der Hälfte des Beitrags die BU-Rente klein hält. Schau dir darum zuerst an, welche Monatsrente du wirklich brauchst, und erst dann, in welcher Hülle sie steckt.
Für wen eine Rürup-Rente sinnvoll ist und für wen nicht
Die Rürup-Rente lohnt sich, wenn drei Dinge zusammenkommen: ein hoher Steuersatz heute, Geld, das du bis zur Rente sicher nicht brauchst, und der Wunsch nach einer lebenslangen Rente. Fehlt eines davon, ist sie selten die erste Wahl.
Am besten passt sie für Selbständige, Freiberuflerinnen und Freiberufler ohne Pflichtversicherung. Für sie ersetzt sie die erste Schicht, die Angestellte automatisch haben. Sie nutzen den vollen Höchstbetrag, sind vor Gläubigern geschützt und können Beiträge in guten Jahren aufstocken. Mehr zur Absicherung in der Selbständigkeit steht unter Absicherung für Selbständige.
Interessant ist sie auch für gut verdienende Angestellte, Beamtinnen und Beamte und für Gesellschafter-Geschäftsführerinnen und -Geschäftsführer. Ebenso für Menschen kurz vor der Rente mit hohem Einkommen: Bei 15 oder 20 Jahren Laufzeit zählt die Steuerersparnis stark, weil sie sofort wirkt.
Weniger passend ist sie bei niedrigem Steuersatz. In Elternzeit, Teilzeit, im Sabbatical oder in der Gründungsphase mit kleinem Gewinn bringt der Abzug wenig, die spätere Besteuerung bleibt aber. Auch wer flexibel bleiben will, für eine Wohnung spart oder noch keinen Notgroschen hat, bindet das Geld zu früh. Angestellte schöpfen meist zuerst eine Betriebsrente mit Arbeitgeberzuschuss aus.
Lisa ist genau so ein Fall. Mit knapp 30 Prozent Grenzsteuersatz ist ihr Vorteil spürbar, aber nicht riesig. Sie hat lange gezögert, mehr als Tagesgeld zu machen, und will verstehen, bevor sie handelt. Für sie kommen zuerst eine Betriebsrente und ein flexibler Sparplan in Frage. Eine Rürup-Rente wäre eine Ergänzung, falls ihr Einkommen deutlich steigt.
Stell dir vor: Lisa macht sich mit 35 als Projektberaterin selbständig. Sie ist dann nicht mehr pflichtversichert, ihre gesetzliche Rente wächst nicht weiter. Liegt ihr zu versteuerndes Einkommen bei 50.000 Euro und zahlt sie 6.000 Euro im Jahr in eine Rürup-Rente, sinkt ihre Einkommensteuer nach dem Tarif 2026 um rund 2.045 Euro. Ein Drittel ihres Beitrags trägt dann das Finanzamt.
Für Selbständige kommt eine Alternative dazu. Nach dem beschlossenen Altersvorsorgereformgesetz soll es ab dem 1. Januar 2027 ein gefördertes Altersvorsorgedepot geben, erstmals auch mit Zulagen für Selbständige. Die Regeln können sich bis zum Start noch ändern. Ein Vergleich beider Wege lohnt sich, sobald die Angebote am Markt sind.
Was eine Rürup-Rente kostet und wovon deine Rente abhängt
Den Beitrag bestimmst du selbst. Viele Verträge starten bei kleinen Monatsbeträgen und erlauben Zuzahlungen und Pausen. Der eigentliche Preis steckt in den Kosten des Vertrags. Weil jeder Vertrag feste Stückkosten hat, lohnt sich ein Vertrag mit sehr kleinem Beitrag oft nicht.
Es gibt drei Kostenblöcke. Abschluss- und Vertriebskosten belasten vor allem die ersten Jahre. Sofort mit deinem Guthaben verrechnen darf der Versicherer davon höchstens 2,5 Prozent der Beitragssumme, der Rest wird verteilt. Dazu kommen laufende Verwaltungskosten und bei Fondsverträgen die Kosten der Fonds. Alles zusammen zeigt die Kennzahl Effektivkosten im Produktinformationsblatt. Sie sagt, um wie viel Prozent pro Jahr die Kosten deine Rendite drücken.
Gute Tarife liegen bei rund einem Prozent Effektivkosten im Jahr, Stand: September 2026. Teure Verträge kommen auf das Doppelte und mehr. Über 30 Jahre frisst ein Prozent Unterschied einen großen Teil des Ertrags. Manche Beraterinnen und Berater arbeiten mit Nettotarifen ohne eingerechnete Provision und berechnen dafür ein Honorar.
Mindestens so wichtig ist der Rentenfaktor. Er sagt, wie viel Monatsrente du je 10.000 Euro Guthaben bekommst. Ein Faktor von 30 bedeutet 30 Euro Rente je 10.000 Euro. Achte darauf, ob er zu 100 Prozent garantiert ist. Mit einer Treuhänderklausel darf der Versicherer ihn später senken, etwa weil die Lebenserwartung steigt.
Bei klassischen Verträgen zählt außerdem der Garantiezins. Der Höchstrechnungszins für neue Verträge liegt seit Januar 2025 bei 1 Prozent. Dazu kommen nicht garantierte Überschüsse. Ob die Hinterbliebenen-Bausteine oder eine BU deine Altersrente schmälern, siehst du nur, wenn du Angebote mit und ohne Baustein vergleichst.
Klassisch oder fondsgebunden: welche Rürup-Rente zu dir passt
Die Rürup-Rente ist eine Hülle mit festen Steuerregeln. Was darin passiert, hängt von der Anlage ab. Bei langer Laufzeit sprechen die Renditechancen meist für eine Fondsanlage, je näher die Rente rückt, desto mehr zählt Sicherheit.
| Variante | So funktioniert sie | Stärke | Grenze |
|---|---|---|---|
| Klassisch | Garantiezins plus Überschüsse aus dem Sicherungsvermögen des Versicherers | Planbar, keine Kursschwankungen | Niedrige Garantie, Rendite oft kaum über der Inflation |
| Fondsgebunden | Beiträge fließen in Fonds oder ETF, oft ohne Beitragsgarantie | Höhere Renditechance über lange Zeit | Schwankungen, Wert zum Rentenbeginn nicht sicher |
| Hybrid oder mit Garantie | Teil im Sicherungsvermögen, Teil in Fonds | Garantie auf Teile der Beiträge | Garantie kostet Rendite, oft komplex |
| Mit Ablaufmanagement | Schichtet vor Rentenbeginn schrittweise in sichere Anlagen um | Schützt vor Absturz kurz vor der Rente | Kann Erholungsphasen verpassen |
Bei fondsgebundenen Verträgen lohnt der Blick auf die Fondsauswahl. Kostengünstige ETF senken die Effektivkosten deutlich. Wie Fondspolicen allgemein funktionieren, liest du unter Fondsgebundene Rentenversicherung. Zum Rentenbeginn wird das Fondsguthaben in eine lebenslange Rente umgewandelt, und dann zählt wieder der Rentenfaktor.
So läuft der Abschluss einer Rürup-Rente ab
Am Anfang steht die Frage, wie viel du absetzen kannst. Dafür brauchst du deinen letzten Steuerbescheid oder deine Gehaltsabrechnung und, falls vorhanden, Beiträge an Rentenversicherung oder Versorgungswerk. Daraus ergibt sich dein freier Rahmen bis 30.826 Euro.
Dann vergleichst du Angebote. Achte auf Effektivkosten, garantierten Rentenfaktor, Fondsauswahl, Zuzahlungen, Beitragspausen und die Übertragbarkeit. Jedes Angebot muss ein Produktinformationsblatt mit Zertifizierungsnummer enthalten. Ohne Zertifizierung gibt es keinen Steuerabzug.
Für die reine Altersrente gibt es keine Gesundheitsfragen. Die kommen nur, wenn du eine BU oder eine Hinterbliebenenrente einschließt. Dann gilt: Nur was der Versicherer in Textform fragt, musst du angeben, das aber vollständig. Bei Unsicherheit hilft eine anonyme Risikovoranfrage über eine Maklerin oder einen Makler.
Im Antrag legst du den Rentenbeginn fest, meist das 67. Lebensjahr, frühestens das 62. Viele Verträge erlauben später einen früheren oder späteren Start. Nach Erhalt der Unterlagen hast du 30 Tage Widerrufsrecht. Danach ist der Vertrag kaum noch rückgängig zu machen, prüfe also vorher in Ruhe.
Wenn die Rente beginnt oder du stirbst: so fließt das Geld
Einige Monate vor dem vereinbarten Rentenbeginn meldet sich der Versicherer. Du bestätigst deine Kontodaten und, falls dein Vertrag das zulässt, ob du den Start verschieben willst. Der Versicherer rechnet dein Guthaben mit dem Rentenfaktor in eine Monatsrente um. Ab dann fließt sie jeden Monat, solange du lebst.
Ist die Rente sehr klein, kannst du die Abfindung als Kleinbetragsrente wählen. Steuerlich musst du nichts beantragen. Der Versicherer schickt jedes Jahr eine Rentenbezugsmitteilung an das Finanzamt. Du trägst die Rente in der Anlage R ein, der steuerfreie Teil wird ab dem zweiten Rentenjahr festgeschrieben.
Im Todesfall melden die Hinterbliebenen den Tod mit Sterbeurkunde beim Versicherer. Für eine Witwen- oder Witwerrente braucht er die Heiratsurkunde oder den Nachweis der Lebenspartnerschaft. Für Waisen braucht er den Nachweis über Kindergeld. Gezahlt wird nur, wenn ein Hinterbliebenen-Baustein vereinbart war, und immer als Rente. Wie die gesetzliche Hinterbliebenenrente dazu passt, liest du dort.
Was bei der Rürup-Rente als Nächstes zählt
Die Rürup-Rente ist kein Produkt für jeden, aber für die richtigen Menschen eines der stärksten. Sie lohnt sich, wenn Steuersatz, Zeit und Geld zusammenpassen. Für Selbständige ohne Pflichtversicherung ist sie oft die fehlende erste Schicht. Für Angestellte mit mittlerem Einkommen ist sie eher ein zweiter oder dritter Baustein.
Wer schon einen Vertrag hat, sollte ihn regelmäßig ansehen. Passt der Beitrag noch zum Höchstbetrag, der sich jedes Jahr ändert? Sind die Kosten fair, ist der Rentenfaktor garantiert? Sind die Hinterbliebenen richtig eingetragen, nach einer Heirat oder Trennung? Gerade weil das Geld so lange gebunden ist, entscheidet der Anfang über das Ende.
Lass uns deine Rürup-Rente einmal durchrechnen.
Die Prüfung ist unabhängig davon, ob am Ende ein neuer Vertrag steht. Oft ist der alte Vertrag mit Lücken besser als ein neuer mit neuen Gesundheitsfragen.
Beratung durch die FemininFinance GmbH & Co. KG, Versicherungsmaklerin nach § 34d Abs. 1 GewO, Register-Nr. D-TAJS-4I8JO-48, und ihre Kooperationspartner:innen mit eigener Erlaubnis und eigener Registrierung bei der IHK.
Häufig gestellte Fragen
Nein, in aller Regel nicht. Die Ansprüche sind per Gesetz nicht übertragbar und nicht kapitalisierbar, darum kommen Gläubiger in der Ansparphase nicht an das Guthaben. Ab Rentenbeginn darf nur der Teil über der Pfändungsfreigrenze gepfändet werden.
Nur wenn im Vertrag eine Beitragsrückgewähr, eine Rentengarantiezeit oder eine Hinterbliebenenrente vereinbart war. Dann bekommst du als Ehefrau eine monatliche Rente, aber kein Kapital. Melde den Todesfall mit Sterbeurkunde und Heiratsurkunde beim Versicherer.
Nein. Begünstigt sein dürfen nur Ehe- und eingetragene Lebenspartner und kindergeldberechtigte Kinder. Für eine unverheiratete Partnerin oder einen unverheirateten Partner sichert eine getrennte Risikolebensversicherung besser ab.
Nein. Verträge, die nach Bundesrecht ausdrücklich als Altersvorsorge gefördert werden, zählen nach § 12 SGB II nicht als Vermögen. Du kannst den Vertrag beitragsfrei stellen und später wieder einzahlen, wenn er das zulässt.
Meist lohnt sich das in dieser Zeit wenig, weil der Steuerabzug kaum etwas bringt, die spätere Rente aber besteuert wird. Eine Beitragspause oder ein kleinerer Beitrag ist oft sinnvoll. Prüfe vorher, wie dein Vertrag Pausen regelt.
Nein. Möglich ist nur eine Beitragsfreistellung, das Guthaben bleibt bis zur Rente im Vertrag. Einzige Ausnahme ist eine sehr kleine Rente bis 39,55 Euro im Monat, Stand 2026, die bei Rentenbeginn abgefunden werden kann.
Sie wird im Versorgungsausgleich berücksichtigt. Was ihr während der Ehe angespart habt, wird in der Regel geteilt, ohne dass Steuern auf die Teilung anfallen. Danach solltest du die Hinterbliebenen im Vertrag prüfen.
Ja, die Rente wird auch ins Ausland gezahlt. Welches Land sie besteuert, regelt das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und deinem neuen Wohnland. Lass das vor dem Umzug prüfen.
Quellen: dejure.org: § 10 Einkommensteuergesetz, Sonderausgaben und Basisrente, Stand 2026, geprüft am 07.10.2026 · dejure.org: § 22 Einkommensteuergesetz, Besteuerungsanteil der Renten, Stand 2026, geprüft am 07.10.2026 · dejure.org: § 32a Einkommensteuergesetz, Tarif 2026, Stand 2026, geprüft am 07.10.2026 · dejure.org: § 12 SGB II, zu berücksichtigendes Vermögen, Fassung ab 01.07.2026, geprüft am 07.10.2026 · dejure.org: § 82 SGB XII, Freibetrag für zusätzliche Altersvorsorge, Stand 2026, geprüft am 07.10.2026 · Verbraucherzentrale: Rürup-Rente, Fallstricke bei der Basisrente, Stand 02.10.2025, geprüft am 07.10.2026
Was sich geändert hat: 07.10.2026 – erste Fassung.
Haftungsausschluss: Dieser Artikel ist allgemeine Information und ersetzt keine persönliche Beratung. Welche Lösung zu dir passt, hängt von deiner Situation ab. Darüber sprechen wir am besten direkt. Alles Weitere steht im Haftungsausschluss.
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Unsere Beratung: Wir sind Versicherungsmaklerin. Vermitteln wir dir einen Vertrag, bekommen wir vom Versicherer eine Vergütung, die Courtage. Sie steckt im Beitrag. Vermittelt eine unserer Kooperationspartner:innen, bekommt sie die Courtage. Ob wir davon einen Anteil bekommen, ist unterschiedlich. Die Prüfung deines Vertrags ist unabhängig davon, ob am Ende ein neuer Vertrag steht. Mehr dazu: So verdienen wir Geld.
Tipps unter Fachkolleg:innen: Rürup-Rente
Für Versicherungsvermittlerinnen und -vermittler, Finanzberaterinnen und -berater mit IHK-Registrierung
- Der Höchstbetrag ändert sich jedes Jahr. Ein kurzer Anruf zum Jahresende bei selbständigen Kundinnen und Kunden mit gutem Jahr zeigt, ob eine Zuzahlung passt.
- Nach Heirat, Geburt oder Trennung lohnt der Blick auf die Hinterbliebenen-Bausteine im Bestand.
- Bei Kombiverträgen mit BU hilft ein gemeinsamer Check, ob die BU-Rente noch zum Einkommen passt.
