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Grundregeln der Geldanlage: Illustration zum Thema

Grundregeln der Geldanlage: Zinseszins, Risiko, Streuung

Samira HarkatSamira HarkatStand: 15. Oktober 2026

ETF, Fonds, Aktie, Festgeld: Wer anfängt, sich mit Geldanlage zu beschäftigen, landet sofort bei Produkten. Dabei entscheiden drei Grundregeln der Geldanlage mehr über dein Ergebnis als jedes einzelne Produkt: Zinseszins, Risiko und Streuung.

Hier steht, was die drei Regeln bedeuten, was vorher stehen muss und was Zeit und Kosten aus deinem Geld machen. Stand: Oktober 2026.

Betrifft dich, wenn du Vermögen aufbauen willst du ins Berufsleben startest dein Einkommen steigt

Das Wichtigste in Kürze

  • Erst das Fundament: teure Schulden wie den Dispo tilgen, existenzielle Risiken absichern, eine Notreserve anlegen. Die BaFin nennt als Faustregel drei Monatseinkommen.
  • Zinseszins: Erträge, die im Depot bleiben, bringen selbst wieder Erträge. 10.000 € werden bei 5 % im Jahr nach 30 Jahren zu rund 43.219 €, vor Steuern und Kosten.
  • Risiko: Sicherheit, Verfügbarkeit und Rendite bekommst du laut BaFin nie alle drei zugleich. Wie viel Schwankung du trägst, hängt an Einkommen, Job und Anlagedauer.
  • Streuung: Zu wenig gestreute Depots verloren in einer von Stiftung Warentest zitierten Studie im Schnitt rund 4 % Rendite pro Jahr.
  • Kosten wirken wie ein Zinseszins nach unten. Bei 6 % Bruttorendite werden aus 10.000 € in 30 Jahren mit 0,2 % Kosten rund 54.271 €, mit 1,6 % Kosten nur rund 36.393 €.

So gehst du vor

  • Schreib einmal auf, was du hast, was du schuldest, was reinkommt und was rausgeht. Das ist die Basis für alles Weitere.
  • Tilge teure Schulden zuerst und baue eine Notreserve auf dem Tagesgeld auf.
  • Prüfe, ob Haftpflicht, Krankheit, Berufsunfähigkeit und Tod abgesichert sind. Einen Überblick gibt die Seite Welche Versicherungen brauche ich?
  • Lege Ziel, Betrag, Anlagedauer und dein Risiko fest, bevor du ein Produkt auswählst.
  • Starte breit gestreut und günstig. Wie das mit einem Index-Fonds geht, steht auf der Seite ETF einfach erklärt.
Inhalt
  1. Was sind die Grundregeln der Geldanlage?
  2. Was muss stehen, bevor du anlegst?
  3. Warum bekommst du nie alles auf einmal?
  4. Regel 1: Wie arbeitet der Zinseszins für dich?
  5. Regel 2: Wie viel Risiko passt zu dir?
  6. Regel 3: Warum ist Streuung so wichtig?
  7. Beispiel: So sieht das bei Lisa aus
  8. Was kostet eine Geldanlage, und warum zählt das so viel?
  9. So gehst du vor, bevor du dein erstes Produkt wählst
  10. Woran erkennst du ein unseriöses Angebot?
  11. Was bei den Grundregeln jetzt zählt
  12. Häufig gestellte Fragen

Was sind die Grundregeln der Geldanlage?

Die kurze Antwort: Die Grundregeln sind die Prinzipien, die für jede Geldanlage gelten, egal welches Produkt du wählst. Die drei wichtigsten: Zeit lässt Geld durch den Zinseszins wachsen. Mehr Rendite gibt es nur mit mehr Risiko. Und Streuung senkt das Risiko, ohne dass du auf Rendite verzichten musst.

Die Finanzaufsicht BaFin, die Verbraucherzentralen und die Stiftung Warentest beschreiben sie fast gleich. Sie sagen dir nicht, was du kaufen sollst. Sie schützen dich vor den teuersten Fehlern.

Was muss stehen, bevor du anlegst?

Die kurze Antwort: Ein Fundament aus drei Teilen: ein Überblick über deine Finanzen, keine teuren Schulden und eine Reserve für Notfälle. Dazu die Absicherung der Risiken, die dich finanziell aus der Bahn werfen würden.

Die BaFin rät, vor jeder Anlage Vermögen, Schulden, Einnahmen und Ausgaben zu erfassen. Kreditzinsen liegen oft über der Rendite einer vergleichbaren Anlage. Wer einen Dispo hat und gleichzeitig spart, verliert Geld.

Die Notreserve

Als Faustregel nennt die BaFin drei Monatseinkommen als Reserve, die sofort verfügbar ist, etwa auf dem Spar- oder Tagesgeldkonto. Fonds und Aktien eignen sich dafür nicht. Sonst musst du womöglich genau dann verkaufen, wenn die Kurse unten sind.

Oft ist mehr sinnvoll. Wir trennen kleine Notfälle, wie eine kaputte Waschmaschine, von großen Umbrüchen wie Trennung, Jobwechsel oder einer Phase mit weniger Einkommen. Für beides zusammen sind drei bis sechs Nettogehälter ein guter Ausgangspunkt. Wie viel du brauchst, zeigt die Seite Notgroschen.

Erst absichern, dann anlegen

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen empfiehlt eine klare Reihenfolge: zuerst existenzbedrohende Risiken absichern, also Haftpflicht, Krankheit, Berufsunfähigkeit und Tod. Dann Kreditschulden außer dem Immobilienkredit tilgen. Dann ein frei verfügbares Polster anlegen. Erst danach anlegen.

Stell dir das wie ein Haus vor. Rücklage und Absicherung sind das Erdgeschoss, die Geldanlage ist das Stockwerk darüber. Wer zum Beispiel berufsunfähig wird und keine Absicherung hat, muss sein Depot auflösen, um zu leben, oft im schlechtesten Moment. Mehr dazu auf der Seite Berufsunfähigkeitsversicherung.

Warum bekommst du nie alles auf einmal?

Die kurze Antwort: Weil sich die drei Ziele jeder Geldanlage gegenseitig ausbremsen: Sicherheit, Verfügbarkeit und Rendite. Laut BaFin lassen sich nur zwei davon zugleich erreichen. Fachleute sprechen vom magischen Dreieck.

Sicherheit heißt: Der Wert schwankt wenig, und du verlierst kein Geld. Verfügbarkeit, auch Liquidität genannt, heißt: Du kommst schnell an dein Geld. Rendite ist der Ertrag, den dein Geld bringt, in Prozent pro Jahr.

Ein Tagesgeldkonto ist sicher und jederzeit verfügbar, bringt aber wenig. Eine Immobilie gilt als vergleichsweise stabil, lässt sich aber nicht über Nacht verkaufen. Ein Aktienfonds hat die höchste Renditechance, schwankt aber stark. Darum hat Geld für verschiedene Ziele verschiedene Plätze.

Der häufigste Denkfehler: „Es gibt doch Anlagen, die sicher sind und trotzdem viel bringen.“ Gibt es nicht. Je höher die versprochene Rendite, desto größer ist laut BaFin das Risiko, Geld zu verlieren.

Regel 1: Wie arbeitet der Zinseszins für dich?

Die kurze Antwort: Erträge, die im Depot bleiben, bringen im nächsten Jahr selbst wieder Erträge. Dadurch wächst Geld nicht gleichmäßig, sondern immer schneller. Der wichtigste Hebel dafür ist Zeit.

Ein Beispiel ohne Steuern und Kosten: 10.000 € bringen bei 5 % im ersten Jahr 500 €. Im zweiten Jahr rechnest du die 5 % schon auf 10.500 €, also 525 €. Nach 30 Jahren sind es rund 43.219 €. Ohne Zinseszins, also nur mit 500 € im Jahr, wären es 25.000 €.

Nominal und real: was nach der Inflation bleibt

Was du dir später kaufen kannst, zeigt erst die Realrendite: Rendite nach Abzug der Inflation. Bei 5 % Zins und 3 % Inflation bleiben real rund 1,9 % (1,05 geteilt durch 1,03, minus 1).

Im September 2026 stiegen die Verbraucherpreise laut Statistischem Bundesamt um 3,3 % gegenüber dem Vorjahresmonat (vorläufiger Wert), im Herbst 2022 waren es 8,8 %. Geld ohne Zinsen verliert in solchen Jahren spürbar an Kaufkraft.

Regel 2: Wie viel Risiko passt zu dir?

Die kurze Antwort: So viel, wie du finanziell tragen und nervlich aushalten kannst. Das hängt laut Verbraucherzentrale an deinem Einkommen, deiner Jobsicherheit, deinem Alter und daran, wie lange du das Geld nicht brauchst.

Risiko heißt bei Geldanlagen vor allem: Der Wert kann schwanken, nach oben und nach unten. Fachleute nennen die Schwankungsbreite Volatilität. Wer mehr Schwankung zulässt, hat die Chance auf mehr Wachstum.

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen sagt es deutlich: Kleine Vermögen brauchen große Sicherheit. Und wer bei Wertschwankungen nicht ruhig schlafen kann, sollte Fonds und Aktien meiden. Das ist keine Schwäche, sondern eine ehrliche Einschätzung.

Die Anlagedauer entscheidet mit

Geld, das du zu einem festen Termin brauchst, etwa für ein Auto, gehört laut BaFin nicht in schwankende Anlagen. Bei Aktien erhöht ein langer Zeitraum die Chance auf eine stabilere Rendite.

Laut Stiftung Warentest gab es mit einer weltweit gestreuten Aktienanlage in der Vergangenheit ab 13 Jahren Anlagedauer nie einen Verlust. Als langfristige Renditechance nennt sie 7 bis 8 % pro Jahr, aus der Vergangenheit abgeleitet. Eine Garantie für die Zukunft ist beides nicht.

Auf dem Weg dahin gab es tiefe Einbrüche: Dotcom- und Finanzkrise kosteten zusammen knapp 60 %. Der MSCI World, ein Index mit Aktien aus vielen Industrieländern, brauchte danach 4.793 Tage, bis er sein altes Hoch wieder erreichte.

Wenn sich dein Leben ändert, ändert sich dein Risiko

Wer in Teilzeit oder Elternzeit weniger verdient, kann weniger Risiko tragen. Dann braucht es zuerst ein größeres Polster. Sonst droht ein Verkauf im Kurstief, gerade wenn das Geld knapp ist. Den perfekten Einstiegszeitpunkt gibt es übrigens nicht: Man erkennt ihn erst im Nachhinein.

Regel 3: Warum ist Streuung so wichtig?

Die kurze Antwort: Weil ein Einbruch an einer Stelle dann nicht dein ganzes Vermögen trifft. Streuung heißt, dein Geld auf viele Unternehmen, Branchen, Länder und Anlageformen zu verteilen. Fachleute sagen Diversifikation.

Wer alles in eine einzige Aktie steckt, hängt am Schicksal eines Unternehmens. Ein breit gestreuter Fonds enthält hunderte oder tausende Firmen. Der Ausfall einer einzelnen ist darin kaum zu spüren.

Wie teuer fehlende Streuung ist, zeigt eine Studie, die die Stiftung Warentest zitiert. Untersucht wurden rund 5.000 Online-Depots von 1999 bis 2011. Zu wenig gestreute Depots verloren im Schnitt rund 4 % Rendite pro Jahr. Mangelnde Streuung war der häufigste und teuerste Anlagefehler.

Breit heißt wirklich breit

Ein Index ist ein Korb ausgewählter Aktien, ein Index-Fonds oder ETF bildet ihn nach. Der breiteste Aktienindex enthält laut Verbraucherzentrale über 8.800 Aktien, der MSCI World rund 1.300. Ein globaler Index-ETF gilt als ausreichend gestreut. Indizes mit wenigen Aktien hält die Verbraucherzentrale für unnötig riskant.

Streuung heißt auch: nicht alles in eine Anlageform. Unser Denkmodell teilt Vermögen in drei Bereiche: Wertpapiere als Wachstumsteil, Sachwerte wie Edelmetalle als Anker und Immobilien als Substanz. Gerät einer unter Druck, hält oft ein anderer. Nicht jede Frau braucht alle drei, und niemand muss mit allen dreien anfangen.

Mit der Zeit verschiebt sich deine Aufteilung von selbst. Steigen Aktien stark, wächst ihr Anteil und mit ihm das Risiko. Rebalancing heißt, die geplante Aufteilung wieder herzustellen, zum Beispiel einmal im Jahr.

Beispiel: So sieht das bei Lisa aus

Lisa Logisch ist unsere Beispielperson. Sie ist erfunden, ihr Verlauf ist alltagsecht.

Lisa ist 31, Projektmanagerin in Vollzeit, mit 2.500 € netto und 1.600 € Fixkosten. Ihr Geld liegt bisher auf dem Tagesgeld. Sie hat lange gezögert, mehr zu machen, weil sie verstehen will, bevor sie handelt.

Stell dir vor, auf Lisas Tagesgeld liegen 20.000 €. Sie geht die Grundregeln der Reihe nach durch.

Fundament: Schulden hat sie keine. Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung über 1.500 € im Monat läuft seit dem Berufsstart. Als Reserve behält sie sechs Nettogehälter, also 15.000 €, auf dem Tagesgeld. Bleiben 5.000 €, die sie nicht verplant hat.

Risiko: Ihr Job gilt als sicher, ihr Ziel ist die Rente mit 67. Das sind 36 Jahre. Für dieses Geld kann sie Schwankungen aushalten. Im Beispiel spart sie 200 € im Monat breit gestreut in Aktien.

Zinseszins und Kosten: Lisa rechnet mit einer angenommenen Bruttorendite von 6 % im Jahr. Die Tabelle zeigt, was Startzeitpunkt und Kosten ausmachen.

Variante (Annahmen im Beispiel)EingezahltWert mit 67
Start jetzt, 36 Jahre, 0,2 % Kosten86.400 €rund 280.788 €
Start in 10 Jahren, 26 Jahre, 0,2 % Kosten62.400 €rund 141.478 €
Start jetzt, 36 Jahre, 1,6 % Kosten86.400 €rund 206.532 €

Eigene Rechnung, Stand: Oktober 2026. Vor Steuern, Einzahlung am Monatsende, Kosten von der Rendite abgezogen. Echte Börsenjahre schwanken stark.

Lisa sieht zwei Dinge. Zehn Jahre Warten kosten sie rund 139.000 € Endwert, obwohl sie nur 24.000 € weniger einzahlt. Und 1,4 Prozentpunkte mehr Kosten im Jahr kosten sie rund 74.000 €. Beides wiegt schwerer als die Frage, welcher Fonds der beste ist.

Die übrigen 5.000 € plant Lisa für einen Umzug in drei Jahren ein. Geld mit festem Termin bleibt auf dem Tagesgeld.

Was kostet eine Geldanlage, und warum zählt das so viel?

Die kurze Antwort: Jede Anlage kostet etwas: laufende Fondskosten, Depotgebühren, Kaufkosten, manchmal Ausgabeaufschläge. Diese Kosten wirken wie ein Zinseszins nach unten. Jeder Euro, der heute als Gebühr geht, fehlt dir später mit allen Erträgen, die er gebracht hätte.

Ein Beispiel: 10.000 € bei 6 % Bruttorendite über 30 Jahre. Mit 0,2 % Kosten im Jahr werden daraus rund 54.271 €, mit 1,6 % Kosten rund 36.393 €. Der Unterschied von 1,4 Prozentpunkten kostet fast 18.000 €.

Banken und Anlageberatungen müssen dir die Gesamtkosten und ihre Wirkung auf die Rendite offenlegen (§ 63 Abs. 7 WpHG). Frag nach dieser Übersicht. Sie zeigt in Euro, was dich ein Produkt über die Jahre kostet.

Steuern kommen dazu. Auf Kapitalerträge fällt Abgeltungsteuer an, jedes Jahr bleiben aber 1.000 € steuerfrei. Wie das genau funktioniert, steht auf der Seite Steuern auf Kapitalerträge.

Tipp

Schau bei jedem Fonds auf die laufenden Kosten pro Jahr, nicht nur auf die Rendite der letzten Jahre. Die vergangene Rendite ist morgen schon Geschichte. Die Kosten zahlst du sicher, jedes Jahr.

So gehst du vor, bevor du dein erstes Produkt wählst

Die kurze Antwort: Erst klären, dann kaufen. Die BaFin nennt die Punkte, die vor jeder Produktwahl geklärt sein sollten: Ziel, Betrag, Laufzeit, Verfügbarkeit, Risiko und eigene Kenntnisse.

1

Ziel und Betrag klären

Wofür ist das Geld, wie viel ist es, kommt es einmal oder als Sparrate? Ein Ziel mit Datum braucht eine andere Anlage als die Rente in 30 Jahren.

2

Laufzeit und Verfügbarkeit festlegen

Wann brauchst du das Geld? Musst du vorher herankommen können? Je kürzer die Zeit, desto weniger Schwankung verträgt die Anlage.

3

Dein Risiko ehrlich einschätzen

Wie viel Verlust kannst du finanziell tragen, und wie viel hältst du nervlich aus? Stell dir vor, dein Depot steht ein Jahr lang 30 % im Minus. Würdest du verkaufen? Diese Einschätzung ist kein Urteil über dich, sie ändert sich mit deinem Leben.

4

Nur kaufen, was du verstehst

Die BaFin rät: keine Produkte, die du nicht verstehst oder deren Verluste du nicht tragen kannst. Wenn du ein Produkt nicht in zwei Sätzen erklären kannst, ist es noch nicht dein Produkt.

Wer dich in Wertpapieren berät, muss genau diese Punkte abfragen: Kenntnisse und Erfahrungen, finanzielle Verhältnisse einschließlich tragbarer Verluste und Anlageziele einschließlich Risikotoleranz. Das heißt Geeignetheitsprüfung (§ 64 WpHG). Empfohlen werden darf nur, was zu dir passt.

Woran erkennst du ein unseriöses Angebot?

Die kurze Antwort: An Druck und an Versprechen, die den Grundregeln widersprechen. Wer dir hohe Rendite ohne Risiko verspricht, dich zur schnellen Entscheidung drängt oder nicht sagen kann, womit das Geld verdient wird, verdient dein Vertrauen nicht.

Wichtig: Ein von der BaFin gebilligter Prospekt heißt nicht, dass Produkt oder Anbieter seriös sind. Nimm dir Bedenkzeit. Ein typisches Muster ist das Schneeballsystem. Die Gewinne entstehen dort fast nur durch das Geld neuer Einzahlender, nicht durch ein echtes Geschäft. Warnzeichen laut Verbraucherzentrale NRW: geringe Einstiegsbeträge, Prämien fürs Anwerben und unklare Mittelverwendung. Aufbau und Betrieb solcher Systeme sind verboten (§ 16 Abs. 2 UWG).

Viele Maschen beginnen heute auf Dating-Portalen oder in sozialen Medien: erst Vertrauen, dann ein Anlageangebot. Melden sich später angebliche Anwältinnen oder Anwälte, die das Geld gegen Gebühr zurückholen wollen, ist das laut Polizei ein zweiter Betrug. Mehr dazu auf unserer Seite Anlagebetrug erkennen.

Samira Harkat, Versicherungsmaklerin

Samiras Blick

Samira Harkat

„Die Grundregeln klingen so einfach, dass viele sie überspringen wollen. Ich erlebe in der Beratung das Gegenteil: Wer sie einmal wirklich verstanden hat, wird ruhiger. Sie muss nicht mehr jeden Trend prüfen und nicht jeder Empfehlung im Freundeskreis folgen. Sie hat einen Maßstab. Und mit einem Maßstab trifft man bessere Entscheidungen als mit dem besten Tipp.“

Was bei den Grundregeln jetzt zählt

Die drei Regeln verlangen keine Börsenkenntnis. Sie verlangen Zeit, ein Fundament und den Mut, langweilig zu bleiben. Wer früh anfängt, breit streut und auf die Kosten achtet, hat die wichtigsten Entscheidungen getroffen, bevor das erste Produkt ausgewählt ist.

Das Produkt kommt danach und muss zu deinem Ziel, deiner Zeit und deinem Risiko passen. Deine Entscheidung bleibt deine. Du sollst nur wissen, was sie kostet.

Wie du Schritt für Schritt Vermögen aufbaust, steht auf der Seite Vermögen aufbauen. Wie du dein Geld dafür auf Konten ordnest, zeigt das Kontenmodell mit vier Konten.

Steht dein Fundament, bevor du anlegst?

Bevor dein Geld in die Geldanlage fließt, schauen wir mit dir auf Rücklage und Absicherung. Oft binden Versicherungen Geld, das an anderer Stelle mehr für dich tun könnte, oder es fehlt genau der Schutz, der dein Depot im Ernstfall schont. Die Prüfung ist unabhängig davon, ob am Ende ein neuer Vertrag steht.

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Beratung durch die FemininFinance GmbH & Co. KG, Versicherungsmaklerin nach § 34d Abs. 1 GewO, Register-Nr. D-TAJS-4I8JO-48, und ihre Kooperationspartner:innen mit eigener Erlaubnis und eigener Registrierung bei der IHK.

Häufig gestellte Fragen

Ich habe 5.000 € auf dem Girokonto und einen Dispo. Soll ich anfangen anzulegen?

Erst den Dispo tilgen. Kreditzinsen liegen laut BaFin oft über der Rendite einer vergleichbaren Anlage. Danach eine Notreserve aufbauen, als Faustregel nennt die BaFin drei Monatseinkommen. Erst was darüber hinausgeht, kommt für eine Anlage infrage.

Ich bin 45. Lohnt sich der Zinseszins da überhaupt noch?

Ja. Bis zur Rente mit 67 sind es noch 22 Jahre. Laut Stiftung Warentest gab es mit weltweit gestreuten Aktien in der Vergangenheit ab 13 Jahren Anlagedauer nie einen Verlust. Wichtig ist, dass du das Geld so lange wirklich nicht brauchst.

Meine Freundin hat mit einer einzelnen Aktie viel Geld gemacht. Warum soll ich streuen?

Weil du vorher nie weißt, welche Aktie es wird. Eine einzelne Firma kann auch pleitegehen. Zu wenig gestreute Depots verloren in einer Studie, die die Stiftung Warentest zitiert, im Schnitt rund 4 % Rendite pro Jahr.

Ich gehe nächstes Jahr in Elternzeit. Sollte ich jetzt noch anlegen?

Zuerst das Polster. Mit weniger Einkommen kannst du weniger Risiko tragen. Rechne aus, was dir in der Elternzeit fehlt, und lege das auf dem Tagesgeld bereit. Erst was darüber hinausgeht, gehört in schwankende Anlagen. Ein laufender Sparplan lässt sich meist pausieren.

Quellen: Das kleine Einmaleins der Geldanlage, BaFin, geprüft am 11.10.2026 · Geldanlage – Das magische Dreieck, Verbraucherzentrale Niedersachsen, 17.04.2025, geprüft am 11.10.2026 · ETF-Kauf: auf diese Kriterien sollten Sie achten, Verbraucherzentrale, 12.03.2026, geprüft am 11.10.2026 · Die schlimmsten Börsencrashs, Stiftung Warentest, 05.03.2026, und ETF-Sparpläne im Minus, Stiftung Warentest, 07.04.2025, geprüft am 11.10.2026 · Verbraucherpreisindex, Statistisches Bundesamt, September 2026, geprüft am 11.10.2026 · §§ 63, 64 WpHG, gesetze-im-internet.de, Stand 2026, geprüft am 11.10.2026

Geldanlage-Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein über Geldanlage. Er ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung für ein bestimmtes Produkt. Wir haben keine Erlaubnis nach § 34f GewO.

Haftungsausschluss: Dieser Artikel ist allgemeine Information und ersetzt keine persönliche Beratung. Welche Lösung zu dir passt, hängt von deiner Situation ab. Darüber sprechen wir am besten direkt. Alles Weitere steht im Haftungsausschluss.

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Unsere Beratung: Wir sind Versicherungsmaklerin. Vermitteln wir dir einen Vertrag, bekommen wir vom Versicherer eine Vergütung, die Courtage. Sie steckt im Beitrag. Vermittelt eine unserer Kooperationspartner:innen, bekommt sie die Courtage. Ob wir davon einen Anteil bekommen, ist unterschiedlich. Die Prüfung deines Vertrags ist unabhängig davon, ob am Ende ein neuer Vertrag steht. Mehr dazu: So verdienen wir Geld.

Tipps unter Fachkolleg:innen: Grundregeln der Geldanlage

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  • Bevor es um Fonds geht, lohnt die Frage nach Rücklage und Absicherung. Eine fehlende BU kann ein gut gebautes Depot im Ernstfall schneller leeren als jeder Crash.
  • Bei Kundinnen vor Elternzeit oder Teilzeit ist das ein guter Moment, gemeinsam auf Polster und Sparrate zu schauen. Die Risikotragfähigkeit ändert sich mit dem Einkommen.

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