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Entnahmeplan: Illustration zum Thema

Entnahmeplan: Wie lange reicht dein Geld im Ruhestand?

Samira HarkatSamira HarkatStand: 15. Oktober 2026

Ein Leben lang geht es beim Sparen um eine Frage: Wie bekomme ich Geld ins Depot? Mit der Rente dreht sich die Frage um. Jetzt soll das Ersparte jeden Monat etwas zum Leben beitragen, ohne zu früh aufgebraucht zu sein. Genau dafür gibt es den Entnahmeplan.

Hier steht, wie ein Entnahmeplan funktioniert, wie lange das Geld reicht und was Steuer und Krankenversicherung davon abziehen. Stand: Oktober 2026.

Betrifft dich, wenn die Rente näher rückt du an die Rente denkst du Vermögen aufbauen willst

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Entnahmeplan verkauft regelmäßig Teile deines Depots und zahlt dir einen festen Betrag aus. Der Rest bleibt angelegt und kann weiter wachsen.
  • Ohne Rendite reichen 100.000 € bei 500 € im Monat genau 200 Monate, also gut 16 Jahre. Mit Rendite reicht es länger, mit Inflation real kürzer.
  • Frauen leben im Schnitt länger: Die Lebenserwartung bei Geburt liegt laut Statistischem Bundesamt bei 83,4 Jahren, bei Männern bei 78,8 Jahren. Der Plan muss deshalb oft länger halten.
  • Versteuert wird nur der Gewinnanteil der verkauften Anteile. Bei Aktienfonds sind davon 30 % steuerfrei, dazu kommt der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € im Jahr.
  • Bist du im Ruhestand freiwillig gesetzlich versichert, können Kapitalerträge Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung kosten. In der Pflichtversicherung der Rentnerinnen und Rentner nicht.

So gehst du vor

  • Rechne zuerst deine Rentenlücke. Sie zeigt, wie viel der Entnahmeplan im Monat leisten muss.
  • Lege fest, bis zu welchem Alter das Geld reichen soll. Plane eher länger als kürzer.
  • Halte die Auszahlungen für ein bis zwei Jahre auf dem Tagesgeld bereit. So musst du in einem Kurstief nicht verkaufen.
  • Prüfe bei deiner Krankenkasse, ob du in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) bist. Davon hängt ab, ob deine Kapitalerträge Beiträge kosten.
  • Erteile deiner Bank einen Freistellungsauftrag. Wie das geht, steht auf der Seite Steuern auf Kapitalerträge.
Inhalt
  1. Was ist ein Entnahmeplan genau?
  2. Was gilt, wenn du ohne Plan entnimmst?
  3. Wie lange reicht das Geld im Ruhestand?
  4. Warum zählt die Reihenfolge der Börsenjahre?
  5. Beispiel: So sieht das bei Lisa aus
  6. Was kostet ein Entnahmeplan, und wie wird er versteuert?
  7. Kostet die Entnahme Beiträge zur Krankenversicherung?
  8. So richtest du einen Entnahmeplan ein
  9. Wenn die Börse fällt, während du entnimmst
  10. Was beim Entnahmeplan jetzt zählt
  11. Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Entnahmeplan genau?

Die kurze Antwort: Ein Entnahmeplan ist die Abmachung mit dir selbst oder mit deiner Bank, regelmäßig einen festen Betrag aus deinem Depot zu holen. Dafür werden jeden Monat, jedes Quartal oder jedes Jahr Fondsanteile oder Aktien verkauft.

Er ist das Gegenstück zum Sparplan: Dort kaufst du jeden Monat Anteile, hier verkaufst du sie. Was du gerade nicht brauchst, bleibt im Depot und arbeitet weiter. Viele Banken führen den Verkauf automatisch aus, du kannst ihn aber auch selbst machen.

Zwei Grundformen: Verzehr oder Erhalt

Beim Kapitalverzehr wird das Depot bis zu einem bestimmten Alter aufgebraucht. Du bekommst mehr im Monat, aber irgendwann ist das Geld weg.

Beim Kapitalerhalt entnimmst du nur ungefähr das, was das Depot an Ertrag bringt. Das Vermögen bleibt stehen, etwa für Erben oder als Reserve für die Pflege. Dafür ist die monatliche Auszahlung deutlich kleiner.

Dazwischen gibt es Mischformen. Wer einen festen Prozentsatz des aktuellen Depotwerts entnimmt, bekommt eine schwankende Auszahlung, dafür wird das Depot nie ganz leer.

Entnahmeplan oder Rentenversicherung?

Eine private Rentenversicherung zahlt bis zum Lebensende, egal wie alt du wirst. Dafür gibst du dein Kapital ab. Beim Entnahmeplan bleibt das Geld deins, du kommst jederzeit heran, und der Rest geht an deine Erben. Dafür trägst du selbst das Risiko, länger zu leben, als das Geld reicht: das Langlebigkeitsrisiko.

Was gilt, wenn du ohne Plan entnimmst?

Die kurze Antwort: Dann lebst du von der gesetzlichen Rente und greifst ins Depot, wenn das Geld knapp wird. Das klappt eine Weile. Aber du verkaufst dann oft zum falschen Zeitpunkt und weißt nie, wie lange der Rest noch reicht.

Die gesetzliche Rente reicht selten für den gewohnten Lebensstandard. Wie groß deine Lücke ist, steht auf der Seite Gesetzliche Rente und im Artikel Warum Frauen 433 Euro weniger Rente bekommen.

Ohne Plan passieren drei Dinge. Du entnimmst zu viel in den ersten Jahren, weil sich das Depot groß anfühlt. Du verkaufst im Kurseinbruch, weil gerade dann eine Rechnung kommt. Und du zahlst unnötig Steuern, weil Gewinne in einem Jahr gebündelt anfallen. Eine gesetzliche Regel, wie viel du entnehmen darfst, gibt es nicht.

Wie lange reicht das Geld im Ruhestand?

Die kurze Antwort: Das hängt an drei Zahlen: wie viel im Depot liegt, wie viel du im Monat entnimmst und welche Rendite das Depot in dieser Zeit bringt. Die vierte Zahl ist die schwierigste: wie alt du wirst.

Ohne jede Rendite ist die Rechnung einfach: 100.000 € geteilt durch 500 € im Monat ergibt 200 Monate, also 16 Jahre und 8 Monate. Wer mit 67 beginnt, hat mit 83 nichts mehr. Mit Rendite reicht dasselbe Geld länger, mit Inflation real kürzer.

Was die Rendite ausmacht

Die Tabelle zeigt, wie lange 120.000 € bei 500 € Entnahme im Monat reichen. Die Renditen sind Annahmen im Beispiel, nach Kosten und vor Steuern. Niemand weiß, welche Rendite die Börse in deinem Ruhestand bringt.

Rendite pro Jahr (Annahme)Das Geld reicht etwaBei Beginn mit 67 bis zum Alter von
0 %20 Jahre87
2 %25 Jahre und 6 Monate92
3 %30 Jahre und 4 Monate97

Eigene Rechnung, Stand: Oktober 2026. Entnahme jeweils am Monatsende, Rendite gleichmäßig über das Jahr verteilt. Echte Börsenjahre schwanken stark.

Warum Frauen länger planen sollten

Die Lebenserwartung bei Geburt liegt für Frauen bei 83,4 Jahren, für Männer bei 78,8 Jahren (Statistisches Bundesamt, Sterbetafel 2023/2025, Meldung vom 07.07.2026). Das ist ein Durchschnitt über alle, auch über die, die jung sterben.

Wer schon 67 ist, hat die frühen Risiken hinter sich und wird im Schnitt älter, als der Wert bei Geburt sagt. Ein Plan, der genau bis 83 reicht, ist deshalb für viele Frauen zu knapp. Sicherer ist es, mit 90 oder 95 zu rechnen.

Was die Inflation macht

Bleibt die Entnahme bei 500 €, kauft sie jedes Jahr weniger. Bei einer angenommenen Inflation von 2 % im Jahr sind 500 € nach 10 Jahren noch so viel wert wie heute 410 €. Nach 20 Jahren wie 336 €.

Im September 2026 lag die Teuerung laut Statistischem Bundesamt bei 3,3 % (vorläufiger Wert). Wer dauerhaft gleich viel kaufen will, muss die Entnahme immer wieder erhöhen. Das verkürzt die Laufzeit.

Warum zählt die Reihenfolge der Börsenjahre?

Die kurze Antwort: Weil du in der Entnahme ständig verkaufst. Ein Kurseinbruch gleich am Anfang zwingt dich, viele Anteile billig zu verkaufen. Die fehlen dann für immer, auch wenn die Börse sich später erholt.

In der Sparphase ist ein Crash am Anfang fast egal, oft sogar günstig: Du kaufst billig ein. In der Entnahmephase ist es umgekehrt. Fachleute sprechen vom Reihenfolgerisiko.

Ein Rechenbeispiel: Zwei Depots starten mit 120.000 € und entnehmen jedes Jahr 6.000 €. Beide erleben in zehn Jahren dieselben Renditen, einmal minus 20 % und neunmal plus 5 %, nur in anderer Reihenfolge.

DepotReihenfolge der Renditen (Annahme)Wert nach 10 Jahren
Aminus 20 % im ersten Jahr, danach neunmal plus 5 %72.014 €
Bneunmal plus 5 %, minus 20 % im letzten Jahr88.554 €

Eigene Rechnung, Entnahme jeweils zu Jahresbeginn. Der Unterschied beträgt 16.540 €, bei gleicher Durchschnittsrendite. Depot A hat im ersten Jahr Anteile zu Tiefstkursen verkauft.

Der häufigste Denkfehler: „Ich entnehme nur 4 oder 5 % im Jahr, das holt die Börse im Schnitt doch wieder rein.“ Der Schnitt hilft dir wenig, wenn die schlechten Jahre am Anfang kommen.

Entscheidend ist, ob du in den schlechten Jahren verkaufen musst. Darum gehört ein Puffer auf dem Tagesgeld zu jedem Entnahmeplan.

Beispiel: So sieht das bei Lisa aus

Lisa Logisch ist unsere Beispielperson. Sie ist erfunden, ihr Verlauf ist alltagsecht.

Lisa ist 31, Projektmanagerin in Vollzeit, mit 2.500 € netto. Laut Renteninformation bekommt sie später geschätzt 1.333 € gesetzliche Rente, brutto. Ihr Erspartes liegt bisher auf dem Tagesgeld.

Stell dir vor, Lisa fängt jetzt mit einem Sparplan an und bleibt dabei. Mit 67, im Jahr 2062, liegen in ihrem Depot 120.000 €. Eingezahlt hat sie davon 70.000 €, der Rest ist Gewinn. Diese Zahlen sind eine Annahme im Beispiel.

Lisa will ihre Rente mit 500 € im Monat aufstocken. Das Geld soll bis 95 reichen. Sie rechnet drei Fragen durch.

FrageRechnungErgebnis
Wie lange reichen 500 € ohne Rendite?120.000 € geteilt durch 500 €240 Monate, bis 87
Wie lange mit 3 % Rendite?Annahme: 3 % pro Jahr nach Kostenetwa 30 Jahre, bis 97
Wie viel geht bis 95 mit 3 %?28 Jahre Laufzeit, Kapital am Ende verbrauchtetwa 526 € im Monat
Und bis 95 ganz ohne Rendite?120.000 € geteilt durch 336 Monateetwa 357 € im Monat

Eigene Rechnung, Stand: Oktober 2026. Steuer und Inflation sind hier noch nicht abgezogen.

Lisa sieht: Ihre 500 € sind machbar, wenn das Depot im Schnitt 3 % bringt. Ohne Rendite reicht es nur bis 87. Die Spanne zwischen 357 € und 526 € im Monat ist die ehrliche Antwort auf die Frage, wie viel sie sich leisten kann.

Darum entscheidet sie sich für eine Mischung. Sie startet mit 450 € und schaut jedes Jahr auf den Depotstand. Läuft die Börse gut, erhöht sie. Läuft sie schlecht, bleibt sie bei 450 €. Zwei Jahresbeträge, also 10.800 €, legt sie vorher aufs Tagesgeld.

Jetzt die Steuer. Verkauft Lisa im Jahr 6.000 €, besteht der Verkauf vereinfacht zu gut 41 % aus Gewinn. Das sind 2.500 €.

Bei einem Aktienfonds sind 30 % davon steuerfrei, bleiben 1.750 €. Davon zieht der Sparer-Pauschbetrag 1.000 € ab. Zu versteuern sind 750 €, das ergibt 187,50 € Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag.

Ob Lisa auf diese Gewinne auch Krankenkassenbeitrag zahlt, hängt an ihren Versicherungsjahren, siehe Abschnitt Krankenversicherung.

Was kostet ein Entnahmeplan, und wie wird er versteuert?

Die kurze Antwort: Es kosten die laufenden Gebühren von Depot und Fonds, die Gebühren für jeden Verkauf und die Steuer auf den Gewinn. Der Entnahmeplan selbst ist kein eigenes Produkt mit eigenem Preis.

Laufende Kosten

Auch in der Entnahme fallen die laufenden Kosten der Fonds an, manchmal eine Depotgebühr und Gebühren für jeden Verkauf. Wer monatlich verkauft, zahlt diese zwölfmal. Banken müssen dir Gesamtkosten und ihre Wirkung auf die Rendite offenlegen (§ 63 Abs. 7 WpHG).

Steuer nur auf den Gewinn

Wenn du Fondsanteile verkaufst, ist nur der Gewinnanteil steuerpflichtig, nicht dein eingezahltes Geld. Die Bank zieht die Steuer beim Verkauf direkt ab. Der Steuersatz beträgt 25 % (§ 32d EStG), dazu kommen Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.

Bei Aktienfonds, auch bei Aktien-ETFs, sind 30 % des Gewinns steuerfrei. Das nennt sich Teilfreistellung (§ 20 InvStG). Bei anderen Fondsarten gelten andere Sätze.

Jedes Jahr bleiben außerdem 1.000 € Kapitalerträge steuerfrei, bei Ehepaaren 2.000 € (§ 20 Abs. 9 EStG). Das ist der Sparer-Pauschbetrag. Er gilt auch im Ruhestand, jedes Jahr neu.

Die ältesten Anteile gehen zuerst

Verkaufst du nur einen Teil deines Bestands, gelten die zuerst gekauften Anteile als zuerst verkauft. Das ist das FIFO-Prinzip, first in, first out (§ 20 Abs. 4 EStG). Gerade diese alten Anteile haben oft den höchsten Gewinn. In den ersten Entnahmejahren ist der steuerpflichtige Anteil deshalb oft höher, die Rechnung bei Lisa ist bewusst vereinfacht.

So kann die Steuer kleiner werden

Wer die Verkäufe so streckt, dass der steuerpflichtige Gewinn im Jahr unter 1.000 € bleibt, zahlt keine Abgeltungsteuer. Bei Lisas Depot wären das Verkäufe bis etwa 3.400 € im Jahr. Für mehr Geld reicht das allein selten, aber es senkt die Steuer spürbar.

Ist deine Rente klein, liegt dein persönlicher Steuersatz vielleicht unter 25 %. Dann beantragst du in der Steuererklärung die Günstigerprüfung (§ 32d Abs. 6 EStG). Liegt dein zu versteuerndes Einkommen sogar unter dem Grundfreibetrag von 12.348 € (Stand 2026, § 32a EStG), zieht die Bank mit einer Nichtveranlagungsbescheinigung vom Finanzamt gar nicht erst Steuer ab.

Tipp

Prüfe jedes Jahr im Dezember, wie viel von deinem Sparer-Pauschbetrag noch frei ist. Die Zahl steht in der Übersicht deiner Bank. Ist noch Platz, kann ein Verkauf vor dem Jahreswechsel steuerfrei bleiben.

Kostet die Entnahme Beiträge zur Krankenversicherung?

Die kurze Antwort: Das hängt davon ab, wie du im Ruhestand versichert bist. In der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) zahlst du auf Kapitalerträge keine Beiträge. Bist du freiwillig gesetzlich versichert, schon.

Pflichtversicherte Rentnerinnen und Rentner zahlen Beiträge auf ihre Rente, auf rentenähnliche Bezüge wie Betriebsrenten und auf Arbeitseinkommen (§ 237 SGB V). Kapitalerträge aus dem Depot stehen nicht in dieser Liste.

Bei freiwillig Versicherten zählt dagegen die gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit (§ 240 SGB V). Laut Bundesgesundheitsministerium zahlen sie auch auf Einnahmen aus Kapitalvermögen und Vermietung Beiträge. Dann kostet jeder Gewinn aus dem Entnahmeplan zusätzlich Kranken- und Pflegebeitrag.

Wer kommt in die KVdR?

In die KVdR kommst du nur mit einer Vorversicherungszeit: Du musst mindestens neun Zehntel der zweiten Hälfte deines Erwerbslebens gesetzlich versichert gewesen sein (§ 5 Abs. 1 Nr. 11 SGB V). Die Familienversicherung zählt mit. Für jedes Kind werden drei Jahre angerechnet.

Gefährdet sind vor allem Frauen, die lange privat versichert waren, etwa in der Selbstständigkeit. Sie schaffen die neun Zehntel oft nicht und bleiben im Ruhestand freiwillig versichert.

Darum erst klären, wie du versichert sein wirst, dann rechnen. Deine Krankenkasse sagt dir, ob deine Zeiten reichen. Mehr auf der Seite Gesetzliche Krankenversicherung.

So richtest du einen Entnahmeplan ein

Die kurze Antwort: In vier Schritten: Bedarf rechnen, Puffer anlegen, Betrag und Rhythmus festlegen, jedes Jahr prüfen. Die Reihenfolge zählt, weil jeder Schritt auf dem vorigen aufbaut.

1

Den Bedarf rechnen

Was brauchst du im Monat, und was kommt aus Rente und Betriebsrente? Die Differenz ist die Lücke, die der Entnahmeplan füllen soll. Wie du sie rechnest, steht im Artikel Deine Rentenlücke.

2

Einen Puffer anlegen

Lege die Auszahlungen für ein bis zwei Jahre aufs Tagesgeld und zahl dir daraus die monatlichen Beträge. Den Puffer füllst du aus dem Depot nach, wenn die Kurse es erlauben. Deine Rücklage für Notfälle bleibt davon getrennt, siehe Notgroschen.

3

Betrag und Rhythmus festlegen

Entscheide, ob du einen festen Betrag oder einen festen Prozentsatz entnimmst. Und ob monatlich, im Quartal oder jährlich verkauft wird. Wenige große Verkäufe sparen Gebühren, viele kleine glätten die Kurse.

4

Jedes Jahr prüfen

Schau einmal im Jahr auf den Depotwert, die Aufteilung und die Steuer. Passe den Betrag an, wenn Börse, Inflation oder dein Leben sich verändert haben. Du darfst ihn jederzeit ändern.

Wenn die Börse fällt, während du entnimmst

Die kurze Antwort: Dann verkaufst du möglichst nichts aus dem Depot, sondern lebst vom Puffer auf dem Tagesgeld. Genau dafür hast du ihn angelegt.

Ein Einbruch fühlt sich im Ruhestand bedrohlicher an, weil kein Gehalt nachkommt. Wer in Panik alles verkauft, macht den Verlust aber endgültig und verpasst oft die Erholung.

Wie lange Erholungen dauern, ist sehr verschieden. Nach dem Corona-Einbruch 2020 lagen die Kurse laut Stiftung Warentest nach etwa neun Monaten wieder im Plus. Nach Dotcom- und Finanzkrise, die zusammen knapp 60 % kosteten, brauchte der Weltaktienindex MSCI World 4.793 Tage, gut 13 Jahre, bis zum alten Hoch.

Darum hilft eine einfache Regel: In schlechten Jahren die Entnahme nicht erhöhen und, wenn möglich, etwas senken. Je kleiner der Verkauf im Tief, desto mehr Anteile sind da, wenn die Kurse steigen.

Samira Harkat, Versicherungsmaklerin

Samiras Blick

Samira Harkat

„Viele Frauen sparen jahrelang diszipliniert und stocken genau dort, wo das Geld endlich für sie arbeiten soll. Die Angst, es aufzubrauchen, ist groß. Ein Entnahmeplan nimmt diese Angst nicht weg. Aber er macht aus einem Gefühl eine Zahl, die man jedes Jahr prüfen kann. Mit einer Zahl lebt es sich ruhiger.“

Bleibt ein Rest an Unsicherheit, der sich nicht wegrechnen lässt: Niemand weiß, wie alt sie wird. Wer dieses Risiko ganz loswerden will, kann einen Teil des Geldes verrenten. Wer flexibel bleiben will, plant lang und prüft jedes Jahr.

Was beim Entnahmeplan jetzt zählt

Ein Entnahmeplan ist ein Plan, wie aus Vermögen Einkommen wird. Die wichtigste Zahl darin ist nicht die Rendite, sondern das Alter, bis zu dem das Geld reichen soll.

Wer mit 67 beginnt, rechnet besser mit 95 als mit 83. Wer einen Puffer hat, muss im Kurstief nicht verkaufen. Wer Steuer und Krankenversicherung vorher klärt, behält mehr von jedem Euro.

Bist du noch weit weg vom Ruhestand, zählt zuerst die Sparphase, siehe Vermögen aufbauen. Rückt die Rente näher, hilft der Artikel Ruhestand: Wann du gehen kannst und was dann zählt.

Wie groß ist deine Rentenlücke wirklich?

Bevor du planst, wie du entnimmst, zählt die Lücke, die dein Erspartes füllen soll. Wir rechnen sie mit dir und prüfen, wie Rente, Versicherungen und Krankenversicherung im Ruhestand zusammenpassen. Die Prüfung ist unabhängig davon, ob am Ende ein neuer Vertrag steht.

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Rückrufbitte

Beratung durch die FemininFinance GmbH & Co. KG, Versicherungsmaklerin nach § 34d Abs. 1 GewO, Register-Nr. D-TAJS-4I8JO-48, und ihre Kooperationspartner:innen mit eigener Erlaubnis und eigener Registrierung bei der IHK.

Häufig gestellte Fragen

Ich habe 100.000 € gespart und gehe nächstes Jahr in Rente. Wie viel kann ich im Monat entnehmen?

Das hängt davon ab, bis zu welchem Alter das Geld reichen soll und welche Rendite du annimmst. Ohne Rendite reichen 100.000 € bei 500 € im Monat gut 16 Jahre, mit Rendite länger. Rechne lieber bis 90 oder 95 und halte ein bis zwei Jahresbeträge auf dem Tagesgeld bereit.

Muss ich auf jede Entnahme Steuern zahlen?

Nein. Steuerpflichtig ist nur der Gewinnanteil der verkauften Anteile. Bei Aktienfonds sind davon 30 % steuerfrei, und jedes Jahr bleiben 1.000 € Kapitalerträge frei, bei Ehepaaren 2.000 €. Ist deine Rente klein, kann die Günstigerprüfung die Steuer weiter senken.

Ich war 15 Jahre privat versichert und bin jetzt wieder in der gesetzlichen Kasse. Kostet mich mein Depot im Ruhestand Krankenkassenbeitrag?

Möglicherweise ja. Schaffst du die Vorversicherungszeit für die Krankenversicherung der Rentner nicht, bist du freiwillig versichert. Dann zählen auch Kapitalerträge zum beitragspflichtigen Einkommen. Frag deine Krankenkasse, ob deine Zeiten reichen. Kindererziehung wird mit drei Jahren je Kind angerechnet.

Die Börse ist gerade eingebrochen. Soll ich meinen Entnahmeplan stoppen?

Wenn du einen Puffer auf dem Tagesgeld hast, lebe eine Zeit lang davon und verkaufe im Tief möglichst wenig. Den Entnahmeplan kannst du jederzeit aussetzen oder verkleinern. Ganz aus dem Depot auszusteigen macht den Verlust dagegen endgültig.

Quellen: §§ 20, 32a, 32d EStG, gesetze-im-internet.de, Stand 2026, geprüft am 11.10.2026 · § 20 InvStG, Teilfreistellung, gesetze-im-internet.de, Stand 2026, geprüft am 11.10.2026 · §§ 5, 237, 240 SGB V, dejure.org, geprüft am 11.10.2026 · Beiträge zur Krankenversicherung, Bundesgesundheitsministerium, Stand 03.09.2026, geprüft am 11.10.2026 · Sterbefälle und Lebenserwartung, Statistisches Bundesamt, Meldung 07.07.2026, geprüft am 12.10.2026 · Die schlimmsten Börsencrashs, Stiftung Warentest, 05.03.2026, geprüft am 11.10.2026

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Tipps unter Fachkolleg:innen: Entnahmeplan

Für Versicherungsvermittlerinnen und -vermittler, Finanzberaterinnen und -berater mit IHK-Registrierung

  • Vor dem Rentenbeginn lohnt die Frage, ob die Vorversicherungszeit für die KVdR erreicht ist. Bei freiwillig Versicherten verändert sie die Entnahmerechnung spürbar.
  • Ein Puffer von ein bis zwei Jahresentnahmen auf dem Tagesgeld ist ein guter Anlass, Rücklage und Absicherung im Jahresgespräch gemeinsam anzuschauen.
  • Bei Ehepaaren lohnt ein Blick auf die Freistellungsaufträge beider Partner, damit der gemeinsame Sparer-Pauschbetrag von 2.000 € im Jahr voll genutzt wird.

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