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Krankenversicherung
Titelbild zum Krankenhaustagegeld: eine Person ruht im Krankenhausbett, daneben ein Nachttisch mit Blumen, und von oben fallen goldene Münzen in eine offene Hand.

Krankenhaustagegeld und Kurtagegeld: Nutzen und Grenzen

Samira HarkatSamira HarkatStand: 7. Oktober 2026

Ein Sturz mit dem Rad, eine Operation am Knie, eine Geburt: Irgendwann liegen die meisten von uns ein paar Tage im Krankenhaus. Ein Krankenhaustagegeld zahlt dir dann für jeden Tag einen festen Betrag aufs Konto. Das Kurtagegeld macht dasselbe für Tage in einer Kur oder Reha.

Klingt praktisch. Die Verbraucherzentrale hält die Versicherung trotzdem für nicht notwendig. Beides stimmt, je nachdem, wer du bist. Hier liest du, was die gesetzliche Krankenkasse ohnehin zahlt, was du selbst trägst und wann ein Tagegeld wirklich eine Lücke füllt.

Und du liest den Fachkram, den sonst nur das Kleingedruckte kennt: Wartezeiten, gemischte Anstalten, Reha-Ausschlüsse, Kündigungsrechte und Steuer.

Betrifft dich, wenn du krank wirst du länger ausfällst du dich selbstständig machst du dir ein Kind wünschst

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Krankenhaustagegeld zahlt für jeden Tag einer medizinisch notwendigen stationären Behandlung einen vereinbarten Betrag. Du kannst ihn frei verwenden. Ein Kurtagegeld zahlt für Tage in Kur oder Reha.
  • Gesetzlich Versicherte ab 18 zahlen im Krankenhaus 10 Euro je Tag zu, höchstens für 28 Tage im Kalenderjahr, also bis 280 Euro. Stand: Oktober 2026.
  • Angestellte bekommen im Krankenhaus zuerst sechs Wochen Lohn weiter, danach Krankengeld. Ein Krankenhaustagegeld ersetzt kein Einkommen. Dafür gibt es das Krankentagegeld.
  • Sinnvoll kann es für Selbständige, für Beamtinnen und Beamte und als günstiger Zusatz sein. Wichtiger sind ein Notgroschen und die Absicherung deines Einkommens.
Inhalt
  1. Was ist ein Krankenhaustagegeld und was ein Kurtagegeld?
  2. Was gilt ohne Krankenhaustagegeld?
  3. Krankenhaustagegeld, Krankentagegeld und Krankenhauszusatzversicherung im Vergleich
  4. Kur und Reha: wann ein Kurtagegeld zahlt
  5. Für wen sich ein Krankenhaustagegeld lohnen kann und für wen nicht
  6. Worauf es im Vertrag eines Krankenhaustagegelds ankommt
  7. Was ein Krankenhaustagegeld kostet und wie es steuerlich zählt
  8. So läuft der Abschluss eines Krankenhaustagegelds ab
  9. Wenn du ins Krankenhaus musst: so bekommst du dein Tagegeld
  10. Was beim Krankenhaustagegeld als Nächstes zählt
  11. Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Krankenhaustagegeld und was ein Kurtagegeld?

Die kurze Antwort: Ein Krankenhaustagegeld ist eine private Zusatzversicherung, die dir für jeden Tag im Krankenhaus einen festen Betrag zahlt. Du vereinbarst ihn beim Abschluss, zum Beispiel 10, 30 oder 50 Euro am Tag. Wofür du das Geld ausgibst, ist deine Sache.

Das Versicherungsvertragsgesetz beschreibt es in § 192 Absatz 4 knapp: Der Versicherer zahlt das vereinbarte Tagegeld bei medizinisch notwendiger stationärer Heilbehandlung. Drei Merkmale stecken darin. Es muss eine Behandlung sein, sie muss medizinisch nötig sein, und du musst stationär aufgenommen sein, also über Nacht bleiben.

Fachleute nennen das eine Summenversicherung. Gezahlt wird ein fester Betrag, egal welche Kosten wirklich entstehen. Du musst keine Quittungen für Fernsehen oder Parkhaus vorlegen. Es reicht der Nachweis, wie lange du im Krankenhaus warst.

Das Kurtagegeld funktioniert genauso, nur für eine andere Lage. Es zahlt für Tage in einer Vorsorgekur oder einer Rehabilitation, oft auch Reha genannt. Manche Verträge schließen das ein, viele nicht. Dann ist ein eigenes Kurtagegeld nötig. Was der Unterschied zwischen Kur und Reha ist, liest du weiter unten.

Wo Krankenhaustagegeld sonst noch auftaucht

Ein Tagegeld für Krankenhaustage gibt es auch in anderen Verträgen. Die private Unfallversicherung zahlt es oft mit, aber nur nach einem Unfall. Liegst du wegen einer Lungenentzündung im Krankenhaus, zahlt sie nichts.

Die stationäre Zusatzversicherung zahlt häufig ein Ersatz-Krankenhaustagegeld. Das gibt es, wenn du auf Chefarztbehandlung oder Einbettzimmer verzichtest, obwohl sie versichert wären. Ein Verbraucherportal nennt als Beispiel 20 Euro je Tag, Stand: 11. September 2026. Das ist eine Belohnung fürs Verzichten, kein eigenständiger Schutz.

Was gilt ohne Krankenhaustagegeld?

Ohne Krankenhaustagegeld zahlt die Krankenkasse die Behandlung trotzdem vollständig. Das Bett im Mehrbettzimmer, Ärztinnen und Ärzte, Pflege, Medikamente und Essen sind Kassenleistung. Du trägst nur die gesetzliche Zuzahlung und das, was über die Behandlung hinausgeht.

Die Zuzahlung regelt § 39 Absatz 4 SGB V. Versicherte ab 18 Jahren zahlen vom ersten Tag an 10 Euro je Kalendertag direkt an das Krankenhaus, längstens für 28 Tage im Kalenderjahr. Mehr als 280 Euro im Jahr werden es dafür nicht. Kinder und Jugendliche unter 18 zahlen nichts. Stand: Oktober 2026.

Für alle Zuzahlungen zusammen gibt es eine Belastungsgrenze. Nach § 62 SGB V musst du im Jahr höchstens 2 Prozent deiner Bruttoeinnahmen zuzahlen, bei chronischer Krankheit 1 Prozent. Für Familien werden Freibeträge abgezogen. Alles darüber erstattet die Kasse auf Antrag, oder sie stellt dich für den Rest des Jahres frei. Sammle deshalb die Quittungen.

„Lisa Logisch ist unsere Beispielperson. Sie ist erfunden, ihr Verlauf ist alltagsecht.“

Lisa ist 31, Projektmanagerin, gesetzlich versichert und verdient 3.850 Euro brutto im Monat. Stell dir vor: Sie stürzt mit dem Rad und liegt mit gebrochenem Schlüsselbein acht Tage im Krankenhaus. Sie zahlt 80 Euro Zuzahlung. Ihre Belastungsgrenze liegt bei rund 924 Euro im Jahr, 2 Prozent von 46.200 Euro.

Dazu kommen Kosten, die keine Kasse zahlt: Fernsehen und Telefon am Bett, das Parkhaus für ihre Schwester, ein paar Taxifahrten zu Kontrollterminen. Lisas Gehalt läuft weiter, denn ihr Arbeitgeber zahlt sechs Wochen Lohn fort. Für Lisa sind die Krankenhaustage ärgerlich, aber kein finanzielles Problem. Sie zahlt sie aus ihrem Tagesgeld.

Wenn der Aufenthalt länger dauert

Kritisch wird es erst, wenn du länger als sechs Wochen ausfällst. Dann zahlt die Kasse Krankengeld, und das ist weniger als dein Netto. Bei Lisa wären es rund 1.980 Euro statt 2.500 Euro netto, eine Lücke von rund 520 Euro im Monat. Diese Lücke entsteht an jedem Krankheitstag, egal ob sie im Krankenhaus liegt oder zu Hause auf dem Sofa.

Hier zeigt sich der Kern: Ein Krankenhaustagegeld zahlt nur für die Tage im Krankenhaus. Die meisten langen Krankheiten verbringst du aber zu Hause. Darum zählt zuerst die Absicherung deines Einkommens.

Krankenhaustagegeld, Krankentagegeld und Krankenhauszusatzversicherung im Vergleich

Die Kurzform: Das Krankenhaustagegeld zahlt Geld für Krankenhaustage, das Krankentagegeld ersetzt Einkommen, die Krankenhauszusatzversicherung bezahlt eine bessere Behandlung. Die Namen klingen ähnlich, die Aufgaben sind verschieden.

KrankenhaustagegeldKrankentagegeldStationäre Zusatzversicherung
Wann es zahltFür jeden Tag stationärer BehandlungFür jeden Tag der Arbeitsunfähigkeit, meist nach einer KarenzzeitBei stationärer Behandlung für Wahlleistungen
Was es zahltFesten Betrag zur freien VerwendungFesten Betrag als Ersatz für VerdienstausfallRechnungen für Chefärztin oder Chefarzt und Ein- oder Zweibettzimmer
Gesetzliche Grundlage§ 192 Absatz 4 VVG§ 192 Absatz 5 VVG§ 192 Absatz 1 VVG
Grenze der HöheMeist frei wählbar, Versicherer begrenzen die Summe aller TagegelderHöchstens bis zum NettoeinkommenKosten bis zu den Gebührensätzen im Vertrag
Schützt dein Einkommen?NeinJaNein
Wichtig fürSelbständige, Beamtinnen und Beamte, als kleiner ZusatzAlle, die von ihrem Einkommen lebenAlle, die im Krankenhaus mehr Komfort und freie Arztwahl wollen

Mehr zum Einkommensschutz liest du beim Krankentagegeld. Für Lisa reichen nach den aktuellen Zahlen rund 17,30 Euro Krankentagegeld am Tag, um ihre Lücke von rund 520 Euro im Monat zu schließen. Was Chefarzt und Einbettzimmer kosten, steht bei der stationären Zusatzversicherung.

Kur und Reha: wann ein Kurtagegeld zahlt

Ein Kurtagegeld zahlt für jeden Tag, den du in einer Vorsorgekur oder einer medizinischen Reha verbringst. Das ist wichtig, weil viele Krankenhaustagegelder genau diese Tage ausschließen. In den Musterbedingungen der privaten Krankenversicherer steht in § 5 ausdrücklich: Für Kur- und Sanatoriumsbehandlung und für Reha gibt es keine Leistung, wenn der Tarif nichts anderes sagt.

Was eine Kur ist und was eine Reha

Eine Kur heißt im Gesetz Vorsorgeleistung. Sie soll verhindern, dass du krank wirst, zum Beispiel bei Erschöpfung. Die Krankenkasse zahlt sie nach § 23 SGB V. Bei einer ambulanten Kur in einem anerkannten Kurort bekommst du einen Zuschuss von bis zu 16 Euro am Tag, den Rest trägst du selbst. Eine stationäre Vorsorge dauert in der Regel höchstens drei Wochen und kommt frühestens nach vier Jahren wieder infrage.

Eine Reha folgt auf eine Krankheit. Sie soll dich zurück in den Alltag und in den Job bringen. Wer im Arbeitsleben steht, bekommt sie meist von der Rentenversicherung, sonst von der Krankenkasse. Auch hier gelten nach § 40 SGB V in der Regel drei Wochen stationär und vier Jahre Abstand. Stand: Oktober 2026.

Für beide zahlst du ab 18 die 10 Euro je Tag. Bei einer Anschlussreha, die direkt nach dem Krankenhaus beginnt, zählt die Zuzahlung höchstens für 28 Tage im Jahr, und was du schon im Krankenhaus gezahlt hast, wird angerechnet. Trägt die Rentenversicherung die Anschlussreha, sind es nach § 32 SGB VI höchstens 14 Tage.

Wer ein Kurtagegeld wirklich braucht

Für Angestellte wie Lisa ist die Reha gut geregelt. Kasse oder Rentenversicherung zahlen, ihr Gehalt läuft weiter oder sie bekommt eine Ersatzleistung. Ein Kurtagegeld würde vor allem Fahrtkosten, ein Zimmer für eine Begleitperson oder die Kinderbetreuung zu Hause mittragen.

Anders sieht es aus, wenn kein gesetzlicher Träger einspringt. Beamtinnen und Beamte zahlen nicht in die Rentenversicherung ein. Ihre Kur zahlen Beihilfe und private Krankenversicherung nach eigenen, oft engen Regeln. Ähnlich geht es Selbständigen ohne Rentenversicherung, deren privater Tarif wenig für Kur und Reha vorsieht. Für diese Gruppen kann ein Kurtagegeld eine echte Lücke schließen.

Für wen sich ein Krankenhaustagegeld lohnen kann und für wen nicht

Ein Krankenhaustagegeld lohnt sich vor allem dort, wo im Krankenhaus wirklich Geld fehlt. Für Angestellte mit Lohnfortzahlung und etwas Erspartem ist das selten der Fall. Die Verbraucherzentrale schreibt deshalb, die Police trage nicht dazu bei, die wirtschaftliche Existenz bei Krankheit abzusichern. Stand: August 2025.

Selbständige

Wer selbständig ist, hat keine Lohnfortzahlung. Ab dem ersten Tag im Krankenhaus fehlt Umsatz, die Miete fürs Büro läuft weiter. Das Krankentagegeld beginnt oft erst nach einer Karenzzeit von einigen Wochen, weil es dann günstiger ist. Ein Krankenhaustagegeld zahlt ab dem ersten stationären Tag und kann diese erste Zeit überbrücken, wenn du danach ins Krankenhaus musst.

Das ersetzt aber kein Krankentagegeld. Die meisten Ausfälle verbringst du zu Hause. Mehr dazu liest du bei der Absicherung für Selbständige.

Beamtinnen und Beamte

Bei Beamtinnen und Beamten teilen sich Beihilfe und private Krankenversicherung die Kosten. Wie viel die Beihilfe bei Wahlleistungen und Kuren zahlt, regelt jedes Land selbst. Ein Krankenhaustagegeld oder Kurtagegeld kann hier Lücken füllen, die bei gesetzlich Versicherten gar nicht entstehen. Details stehen auf unserer Seite zur Beihilfe.

Privat Krankenversicherte

Auch in der privaten Krankenversicherung kann ein Krankenhaustagegeld dazugehören. Ein Vorteil: Läuft es neben einer Krankheitskostenvollversicherung, darf der Versicherer es nach § 206 Absatz 1 VVG nicht ordentlich kündigen. Manche Tarife zahlen außerdem ein Ersatz-Krankenhaustagegeld, wenn du auf Wahlleistungen verzichtest.

Eltern, Hausfrauen und Hausmänner, Studierende

Wer Kinder betreut oder den Haushalt führt, hat im Krankenhaus oft Kosten, die keiner sieht: eine Betreuung für die Kinder, Fahrten für den Partner oder die Partnerin, eine Haushaltshilfe. Gerade Hausfrauen und Hausmänner bekommen kein Krankengeld, weil sie kein Gehalt haben. Ein kleines Tagegeld kann hier helfen. Ob die Kasse eine Haushaltshilfe zahlt, solltest du vorher bei ihr erfragen.

Studierende sind oft knapp bei Kasse, aber auch selten lange im Krankenhaus. Für sie ist ein Notgroschen meist die bessere Wahl. Wie viel Rücklage sinnvoll ist, hängt von deinen festen Ausgaben ab.

Gut zu wissen: Krankenhaustage werden seltener

Immer mehr Eingriffe werden ambulant gemacht, du gehst am selben Tag nach Hause. Für diese Tage zahlt ein klassisches Krankenhaustagegeld nichts. Manche Verträge zahlen eine Pauschale bei ambulanter Operation statt Krankenhaus. Achte darauf, wenn du neu abschließt.

Worauf es im Vertrag eines Krankenhaustagegelds ankommt

Bei einem Krankenhaustagegeld entscheiden wenige Klauseln, ob es im Ernstfall zahlt. Die Höhe ist dabei fast das kleinste Thema. Diese Punkte solltest du in den Bedingungen nachlesen.

Punkt im VertragWorauf du achtestWarum es zählt
LeistungsbeginnZahlung ab dem ersten Tag, ohne MindestdauerViele Aufenthalte dauern nur wenige Tage
LeistungsdauerOhne Begrenzung der Tage im JahrLange Aufenthalte sind der eigentliche Grund für das Tagegeld
Kur und RehaAusdrücklich eingeschlossen oder als Kurtagegeld dabeiDie Musterbedingungen schließen Kur und Reha aus
Gemischte AnstaltenZahlung ohne vorherige ZusageViele Kliniken für Psychosomatik behandeln auch Kur- und Rehagäste
Psychische ErkrankungenStationäre Psychotherapie und Psychiatrie ohne KürzungHier sind Aufenthalte oft besonders lang
Ambulante OperationPauschale, wenn sie einen Krankenhausaufenthalt ersetztImmer mehr Eingriffe laufen ohne Übernachtung
GeltungsbereichEuropa und vorübergehende Reisen weltweitEin Unfall im Urlaub soll mitzählen
BeitragsbefreiungKeine Beiträge bei langer stationärer BehandlungManche Tarife verzichten nach einer bestimmten Zahl von Tagen auf den Beitrag
AltersrückstellungenMit Rückstellung oder Beitragsstufen nach AlterBestimmt, wie stark der Beitrag später steigt

Zwei Ausschlüsse sind fast überall gleich. Für Behandlungen wegen Sucht und für Entziehungskuren zahlen die Musterbedingungen nichts, ebenso für Folgen von Vorsatz und Krieg. Das steht in § 5 der Musterbedingungen. Gute Tarife weichen bei der ersten Entziehungsbehandlung manchmal davon ab.

Bei gemischten Anstalten lohnt sich ein genauer Blick. So heißen Kliniken, die neben Akutbehandlung auch Kur oder Reha anbieten. Nach den Musterbedingungen zahlt der Versicherer dort nur, wenn er vorher schriftlich zugestimmt hat. Bei einer geplanten Aufnahme in eine psychosomatische Klinik heißt das: erst die Zusage einholen, dann einchecken.

Achte auch auf die Höhe aller Tagegelder zusammen. Weil gezahlt wird, egal welche Kosten entstehen, fragen Versicherer im Antrag nach anderen Tagegeldverträgen und begrenzen oft die Summe. Wer mehrere Verträge verschweigt, riskiert den Schutz.

Was ein Krankenhaustagegeld kostet und wie es steuerlich zählt

Ein Krankenhaustagegeld gehört zu den günstigen Zusatzversicherungen. Ein Verbraucherportal nennt für eine 30-jährige Person rund 2,24 Euro im Monat für 10 Euro Tagegeld und rund 6,72 Euro für 30 Euro Tagegeld, Stand: 11. September 2026. Mit jeder Altersstufe von zehn Jahren steigt der Beitrag in diesem Beispiel.

Der Preis hängt vor allem von vier Dingen ab: deinem Alter bei Abschluss, der Höhe des Tagegelds, deiner Gesundheit und davon, ob der Tarif Altersrückstellungen bildet. Ohne Rückstellung ist der Einstieg billig, später wird es teurer. Mit Rückstellung zahlst du am Anfang mehr, dafür bleibt der Beitrag stabiler.

Rechne nüchtern: Bei 6,72 Euro im Monat zahlst du rund 80 Euro im Jahr. Für 30 Euro Tagegeld musst du also gut zweieinhalb Tage im Jahr im Krankenhaus liegen, damit sich die Rechnung lohnt. Das ist bei jungen, gesunden Menschen selten. Im Alter steigen Beitrag und Wahrscheinlichkeit zugleich.

Steuer auf Beitrag und Leistung

Die Leistung ist steuerfrei. Nach § 3 Nummer 1 Buchstabe a Einkommensteuergesetz sind Leistungen aus einer Krankenversicherung steuerfrei. Das gilt auch für das private Krankenhaustagegeld.

Die Beiträge gehören zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen. Nach § 10 Absatz 4 Einkommensteuergesetz zählen sie zusammen mit anderen Versicherungen bis 1.900 Euro im Jahr, bei Selbständigen bis 2.800 Euro. Die Pflichtbeiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung gehen aber vor und füllen diesen Rahmen bei den meisten schon ganz aus. Ein steuerlicher Vorteil bleibt dann nicht übrig.

So läuft der Abschluss eines Krankenhaustagegelds ab

Der Abschluss eines Krankenhaustagegelds ist kurz, aber nicht formlos. Fast immer stellt der Versicherer Gesundheitsfragen, zum Beispiel nach Behandlungen, Diagnosen und Krankenhausaufenthalten der letzten Jahre. Manche Tarife verzichten bis zu einer bestimmten Höhe darauf.

Nach § 19 VVG musst du nur angeben, wonach der Versicherer in Textform fragt. Das aber vollständig und richtig. Verschweigst du etwas, darf er in der Krankenversicherung nach § 194 VVG bis zu drei Jahre nach Abschluss zurücktreten oder kündigen, bei Arglist länger. Nimm dir für die Fragen Zeit, hol dir notfalls deine Patientenakte und unterschreibe nicht im Eiltempo.

Nach dem Abschluss beginnt eine Wartezeit. Nach § 197 VVG darf sie allgemein höchstens drei Monate betragen. Für eine Entbindung und für Psychotherapie sind bis zu acht Monate erlaubt. Bei einem Unfall entfällt die Wartezeit nach den Musterbedingungen. Wer schwanger werden möchte, schließt deshalb besser früh ab.

In den ersten drei Versicherungsjahren darf dir der Versicherer ohne Grund kündigen, mit drei Monaten Frist zum Ende eines Versicherungsjahres. Das regelt § 206 Absatz 2 VVG. Du selbst kannst zum Ende jedes Versicherungsjahres mit drei Monaten Frist kündigen, nach einer Beitragserhöhung zusätzlich innerhalb von zwei Monaten. Kündige einen alten Vertrag erst, wenn der neue angenommen ist.

Samira Harkat, Versicherungsmaklerin

Samiras Blick

Samira Harkat

„Verträge werden nach dem Abschluss fast nie geprüft.“

Beim Krankenhaustagegeld heißt das oft: Ein kleiner Vertrag aus jungen Jahren läuft seit Jahrzehnten weiter, während das Einkommen nie abgesichert wurde. Schau einmal nach, was du zahlst und wofür.

Wenn du ins Krankenhaus musst: so bekommst du dein Tagegeld

Im Leistungsfall brauchst du vor allem eine Bescheinigung des Krankenhauses mit Aufnahme- und Entlassungstag und der Diagnose. Damit rechnet der Versicherer die Tage ab. Die Musterbedingungen verlangen außerdem, dass du jede Krankenhausbehandlung binnen 10 Tagen nach Beginn meldest. Das können auch Angehörige für dich tun.

Ob Aufnahme- und Entlassungstag beide als volle Tage zählen, regelt dein Vertrag. Lies es nach, bevor du nachrechnest. Liegst du in einer Klinik, die auch Kur oder Reha anbietet, kläre die Zusage vorher. Bei einem Notfall geht das nicht, dann meldest du dich so bald wie möglich.

Gezahlt wird meist nach der Entlassung. Nach § 14 VVG ist das Geld fällig, sobald der Versicherer alles Nötige geprüft hat. Dauert das länger als einen Monat nach deiner Meldung, kannst du eine Abschlagszahlung verlangen, also den Betrag, den er sicher zahlen muss. Bei langen Aufenthalten lohnt es sich, Zwischenbescheinigungen einzureichen.

Zahlt der Versicherer nicht oder nur teilweise, lass dir die Ablehnung schriftlich begründen. Häufige Streitpunkte sind die medizinische Notwendigkeit, eine fehlende Zusage bei gemischten Anstalten und Angaben aus den Gesundheitsfragen. Eine Beschwerde beim Ombudsmann der privaten Kranken- und Pflegeversicherung ist für dich kostenlos.

Für Lisa hieße das nach ihrem Radsturz: Bescheinigung vom Krankenhaus anfordern, an den Versicherer schicken, fertig. Bei 30 Euro Tagegeld und acht Tagen kämen 240 Euro. Damit wären Zuzahlung, Parkhaus und Fernsehen bezahlt, und es bliebe etwas übrig.

Was beim Krankenhaustagegeld als Nächstes zählt

Beim Krankenhaustagegeld zählt zuerst die Reihenfolge. Ein eigener Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto deckt Zuzahlung und Nebenkosten fast immer. Wer länger ausfällt, braucht Schutz für das Einkommen, nicht für die Krankenhaustage. Erst wenn beides steht, ist ein Tagegeld ein sinnvoller Zusatz.

Für Selbständige, Beamtinnen und Beamte oder Menschen ohne Rücklagen kann es früher dran sein. Dann kommt es auf die Klauseln an: Kur und Reha, gemischte Anstalten, ambulante Operationen. Hast du schon einen Vertrag, lohnt ein Blick, ob er noch zu deinem Leben passt. Mehr über alle Zusatzbausteine liest du bei der Krankenzusatzversicherung, und deinen Vertrag gehen wir gern gemeinsam mit dir durch.

Lass uns dein Krankenhaustagegeld einmal durchgehen.

Die Prüfung ist unabhängig davon, ob am Ende ein neuer Vertrag steht. Oft ist der alte Vertrag mit Lücken besser als ein neuer mit neuen Gesundheitsfragen.

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Beratung durch die FemininFinance GmbH & Co. KG, Versicherungsmaklerin nach § 34d Abs. 1 GewO, Register-Nr. D-TAJS-4I8JO-48, und ihre Kooperationspartner:innen mit eigener Erlaubnis und eigener Registrierung bei der IHK.

Häufig gestellte Fragen

Mein Kind muss mit einer Blinddarmentzündung ins Krankenhaus und ich bleibe mit. Zahlt das Krankenhaustagegeld?

Für die Tage deines Kindes zahlt nur ein Vertrag, der für dein Kind abgeschlossen ist. Dein eigener Vertrag zahlt nichts, weil du als Begleitperson nicht behandelt wirst. Eine Zuzahlung fällt für Kinder unter 18 nicht an.

Ich bin schwanger und habe gerade ein Krankenhaustagegeld abgeschlossen. Zahlt es bei der Geburt?

Nur wenn die Wartezeit vorbei ist. Für eine Entbindung dürfen Versicherer bis zu acht Monate Wartezeit vereinbaren. Außerdem musst du eine bestehende Schwangerschaft in den Gesundheitsfragen angeben, wenn danach gefragt wird.

Mein Knie wurde ambulant operiert, abends war ich wieder zu Hause. Bekomme ich Krankenhaustagegeld?

In der Regel nicht, denn bezahlt wird nur eine stationäre Behandlung mit Aufnahme ins Krankenhaus. Manche Verträge zahlen eine Pauschale, wenn die ambulante Operation einen Krankenhausaufenthalt ersetzt. Das steht in deinen Bedingungen.

Nach meiner Hüftoperation gehe ich drei Wochen in die Reha. Zahlt das Krankenhaustagegeld weiter?

Nur wenn dein Vertrag Reha ausdrücklich einschließt oder du ein Kurtagegeld hast. Die Musterbedingungen der privaten Krankenversicherer schließen Kur und Reha aus, wenn der Tarif nichts anderes sagt.

Ich soll für sechs Wochen in eine psychosomatische Klinik. Was muss ich beim Krankenhaustagegeld beachten?

Frag vor der Aufnahme beim Versicherer nach, ob er zahlt. Viele dieser Kliniken gelten als gemischte Anstalten, weil sie auch Kur oder Reha anbieten. Dann zahlt der Versicherer nach den Musterbedingungen nur mit vorheriger schriftlicher Zusage.

Ich hatte im Urlaub in Italien einen Unfall und lag vier Tage im Krankenhaus. Zahlt mein Krankenhaustagegeld?

Meist ja, wenn dein Vertrag in Europa gilt. Prüfe den Geltungsbereich in den Bedingungen und reiche die Bescheinigung der Klinik mit Aufnahme- und Entlassungsdatum ein. Bei einem Unfall gibt es keine Wartezeit.

Muss ich Krankenhaustagegeld versteuern?

Nein. Leistungen aus einer Krankenversicherung sind nach dem Einkommensteuergesetz steuerfrei. Das gilt auch für ein privates Krankenhaustagegeld.

Quellen: Verbraucherzentrale: Zusatzversicherungen zur gesetzlichen Krankenversicherung, Stand 19.08.2025, geprüft am 07.10.2026 · Verband der Privaten Krankenversicherung: Musterbedingungen für die Krankheitskosten- und Krankenhaustagegeldversicherung MB/KK 2009, Stand Juni 2024, geprüft am 07.10.2026 · dejure.org: Sozialgesetzbuch V § 39, § 40, § 61 und § 62 sowie Sozialgesetzbuch VI § 32, geltende Fassung, geprüft am 07.10.2026 · sozialgesetzbuch-sgb.de: § 23 SGB V Medizinische Vorsorgeleistungen, geltende Fassung, geprüft am 07.10.2026 · dejure.org: Versicherungsvertragsgesetz § 14, § 192, § 194, § 197, § 205 und § 206, geltende Fassung, geprüft am 07.10.2026 · dejure.org: Einkommensteuergesetz § 3 und § 10, geltende Fassung, geprüft am 07.10.2026

Was sich geändert hat: 07.10.2026 – erste Fassung.

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Tipps unter Fachkolleg:innen: Krankenhaustagegeld und Kurtagegeld

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  • Alte Krankenhaustagegeld-Verträge sind ein schöner Anlass, sich von sich aus zu melden und gemeinsam auf den Einkommensschutz zu schauen.
  • Bei Beamtinnen und Beamten sowie Selbständigen ohne Rentenversicherung lohnt eine gemeinsame Frage nach Kur und Reha im bestehenden Tarif.

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